Mittwoch, 23. August 2017

HANSECITYLIFE: Digitale Flüchtlingshilfe mit dem CityScienceLab der HafenCity Universität.

HAMBURG DIGITAL REPORT

August 2015: Deutschland steuert auf eine unvergleichliche Flüchtlingswelle zu. Die Lage in Syrien, im Nordirak und in Afghanistan ist zugespitzt. Hunderte Menschen sterben als Bootsflüchtlinge. Am 31. August sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Bundespressekonferenz: "Wir schaffen das." 890.000 Flüchtlinge kommen 2015 nach Deutschland, mehr als 40.000 nach Hamburg, mehr als 22.000 bleiben an Alster und Elbe, über 21.000 brauchen dringend eine Unterkunft, so der Hamburger Koordinierungstab ZKF.
Olaf Scholz beim Besuch des CityScienceLab an der HCU.
Foto: HCU Hamburg

Eine Mammutaufgabe liegt vor unserer Stadt. Olaf Scholz wendet sich an das CityScienceLab der HafenCity Universität. Die Wissenschaftler verfügen über einen Schatz, der genau jetzt seine Stärken unter Beweis stellt: ein interaktives Stadtmodell von Hamburg, das "CityScope". Dahinter steht eine Technologie des MIT Media Lab in Boston, mit der die Stadtplaner aus der Hafencity an der Zukunft Hamburger Stadtquartiere arbeiten. Können die Zukunftsplaner dabei helfen, Flüchtlinge in Hamburg unterzubringen? Ein Hamburg Digital Report:

"Ich hätte mit einer stärker emotionalen Diskussion gerechnet", berichtet die Wissenschaftlerin Katrin Hovy von den Monaten - damals im Frühjahr und Sommer letzten Jahres. Dabei waren die Diskussionen der Anwohner aus den Hamburger Stadtquartieren schon intensiv. Die Spannweite reicht "von hoher Offenheit bis großer Skepsis." Kein Wunder, geht es doch um die Unterbringung von Flüchtlingen und ihren Familien auch in homogenen Hamburger Stadtteilen. 400 Hamburger beteiligen sich an 40 Workshops in 3 Monaten - am interaktiven Stadtmodell ihres eigenen Stadtteils.


Gemeinsame Diskussion am "CityScope" beim "FindingPlaces"-Projekt
Foto: Walter Schießwohl
Es geht um Beteiligung, zusammen mit den Hamburgern geeignete Flächen für schnell zu errichtende Flüchtlingsunterkünfte zu finden. In drei Stufen nähern sich die Workshop-Teilnehmer der nicht ganz einfachen Aufgabe: beginnend mit einem Überblick und Video zur Mammutaufgabe, einem ersten Arbeitsschritt an einem "CityScope" des Bezirks und der Diskussion an einem gemeinsam ausgewählten Viertel. Auch wenn die zuständigen Behörden in der Kritik stehen - Vertreter des Bezirks und der Koordinierungsstabs sind bei allen Workshops dabei.

"FindingPlaces" - Hamburger Unterkünfte für Flüchtlinge finden

Legosteine für den interaktiven "CityScope".
Foto: HANSEVALLEY
Im Mittelpunkt steht der "CityScope" - ein interaktiver Tisch aus 57x57 Feldern mit einzeln herausnehmbaren Steinen, die gegen verschiedene Legoelemente ausgetauscht werden können. Ein Legoelement steht für eine Idee, einen Vorschlag, eine Entscheidung. Die dänischen Bausteine erinnern an die eigene Kindheit, machen es einfach zu handeln - ohne Angst, etwas kaputt zu machen. Jeder Legostein hat eine spezielle Bedeutung - und die wird von 4 Webcams unter dem Tisch erkannt, in ein IT-System übertragen und auf einem Monitor mit diversen Stadtinformationen als interaktives Schaubild mit Detailinformationen angezeigt.

Die Daten kommen von den Hamburger Behörden, die seit dem Hamburger Transparenzgesetz 2012 im stadteigenen Portal zur Verfügung stehen und übernommen werden können. Die Herausforderung besteht im Matchen der Daten für das "FindingPlaces"-Projekt. Zwischen dem Besuch von Olaf Scholz im Februar und dem ersten Workshop im Mai '16 leisten Katographen und Geomatiker der HCU die Vorarbeit, sorgen dafür, dass rohe Daten zu echten Karten werden und diese zusammen mit weiteren Informationen und Kommentaren auf dem Monitor sichtbar werden.

Von emotionalem Einstieg zu sachlicher Diskussion für Lösungen


"CityScope"-Planungstisch im Einsatz.
Foto: HANSEVALLEY
Das Modell des Stadtteils ist farblich strukturiert, um sichtbar zu machen, welche Flächen einfacher und welche schwieriger nutzbar sind: Gelb schraffierte Flächen sind öffentliche Flächen ohne größere Einschränkungen. Orange markierte Flächen haben bestimmte Einschränkungen, um eine Flüchtlingsunterkunft aufbauen zu können, rote Flächen sind eher schwierig zu bebauen. Dazu kommen die Vorschläge der Teilnehmer. Die Möglichkeit, eigene Vorbehalte und Ängste äußern zu können und die Einladung, in gemeinsamer Diskussion brauchbare Lösungen zu finden, wird zu einem Erfolgsrezept. Finden die Teilnehmer geeignete Flächen, verspricht der Koordinierungsstab ZKF eine Prüfung innerhalb von 2 Wochen.

161 Flächen werden von den Teilnehmern vorgeschlagen, 44 Flächen mit mind. 1.500 qm für jeweils 50 bis 80 Unterbringungsplätze sind geeignet, 19 Flächen davon werden von der Stadt in die engere Auswahl genommen, 9 Flächen könnenen innerhalb kürzester Zeit für Unterkünfte ausgewählt werden, für 10 Flächen sind intensivere Prüfungen und Vorbereitungen vorgesehen. Die Diskussion über geeignete Standorte geht weiter. Dank des "FindingsPlaces"-Projekts können mit offener Beteiligung der Bewohner in den Quartieren Lösungen gefunden und den Flüchtlingen geholfen werden.

"SmartSquare" - Neues Leben auf dem Dompatz der Ham(ma)burg


Projektion der Hammarburg-Siedlung am heutigen Domplatz.
Visualisierung: Archäologisches Museum Hamburg
Nach den Erfahrungen mit dem "FindingPlaces"-Projekt arbeitet das Team des CityScienceLab in den kommenden drei Jahren an einer neuen, besonderen Aufgabe: Zusammen mit dem Archäologischen Museum Hamburg, Hamburg@Work, eCulture.info und mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums wird an der Wiederbelebung des historischen Domplatzes am Speersort vor dem Helmut-Schmidt-Pressehaus geforscht, hier wo die Hammarburg-Siedlung stand, das kulturelle und geistige Zentrums Hamburgs liegt. Mit Hilfe eines "CityScopes" wird aus dem ehemaligen Parkplatz und der heutigen Grünfläche schon bald ein lebendiges Quartier mit neuen lokalen Geschäftsmodellen und smarten Dienstleistungen.


Die HafenCity Universität Hamburg.
Foto: HANSEVALLEY
Das CityScienceLab mit seinen aktuell drei stationären plus mobilem "CityScopes" ist eine besondere Einrichtung, mit der Hamburg - dank Zusammenarbeit mit der Chancing Places Group des MIT Media Lab - neue Lösungen für städtische Veränderungen finden kann. 23 Mitarbeiter/innen, darunter 9 wissenschaftliche Kolleg/innen, 
5 Professor/innen, 1 Kartograf und 
8 studentische Hilfskräfte engagieren sich in dem offenen Projektraum im Erdgeschoss der HCU. Was mit einem Original-Tisch aus Boston, der Leiterin Prof. Gesa Ziemer und 2 Halbtagsstellen begonnen hat, ist heute ein interdisziplinäres Team aus Stadtentwicklern, -planern, -designern und Architekten, Geoinformatikern und Katographen, Sozialswissenschaftlern, Soziologen und einer Philosophin an der Spitze.

Fachleute nennen das "Changing Places"-Modell des MIT Media Labs aus Boston die "Digitalisierung der Partizipation". Eine ebenso passende Beschreibung des CityScienceLabs bringt eine Abiturientin während ihres Besuchs an der HafenCity Universität auf den Punkt: "Ich setze einen Stein und sehe, dass sich etwas verändern kann." Gut, dass so etwas möglich ist.




 Hamburg Digital Background: 

CityScienceLab an der HCU Hamburg:
www.hcu-hamburg.de/research/citysciencelab/

MIT Media Lab Projekt "Changing Places":

http://web.mit.edu/jiw/www/city-simulation/

Interaktives Stadtmodell "CityScope":
www.hcu-hamburg.de/research/citysciencelab/cityscope/

"FindingPlaces"-Projekt mit "CityScope":
www.findingplaces.hamburg/

"SmartSquare"-Projekt mit "CityScope":
www.hamburg.de/bwfg/8324196/verbundprojekt-der-hafencity-universitaet-hamburg-erweckt-domplatz-wieder-zum-leben/


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Mittwoch, 16. August 2017

HANSESPECIAL: Single trifft Affäre - unser ultimativer Hamburg-Berlin-Vergleich.

Ein wenig neidisch schauen die Hamburger Pfeffersäcke schon auf das Berliner Partyvolk: Die deutsche Hauptstadt feiert sich als Weltmetropole, da kann die schönste Stadt der Welt nur grummeln. Berlin, die "verhängnisvolle Affäre" klaut Hamburg, dem "langjährigen Single" regelmmäßig die Show. 

So bleibt Hamburg die norddeutsche Handelsmetropole an der Elbe und Berlin die ostdeutsche Politikmetropole an der Spree - zwei Städte, die im direkten Vergleich ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen haben. Wir haben in Hamburg recherchiert und in Berlin geschrieben. Ein HANSESPECIAL, das nicht jedem schmecken wird.


 Der HANSEVALLEY STÄDTEVERGLEICH

ÜBERSICHT
BERLIN (B)
HAMBURG (HH)
Bevölkerung
rd. 3,5 Mio. Einwohner
rd. 1,8 Mio. Einwohner
Größe
rd. 882 qkm an der Spree
rd. 755 qkm an der Elbe
Symbol - alt
Quadriga: “Retourkutsche”
Michaeliskirche: “Michel”
Symbol - neu
Stadtschloss (ab 09.2019)
Elbphilharmonie (ab 01.2017)
Spitzname positiv
“Metropole”
“Perle”
Spitzname negativ
“Failed City”
“Second City”
Prägung
französisch + bömisch
angelsächsisch + dänisch
Leitfarbe
Rot
Blau



REGION
BERLIN
HAMBURG
Nachbar
Potsdam
Lüneburg
Wirtschaftsregion
Hauptstadtregion
Berlin-Brandenburg
Metropolregion
Hamburg
Klimazone
Kontinentalklima
Maritimes Klima
Witterung
trocken / heiß+kalt
feucht / gemäßigt
Naherholung
Spreewald + Usedom
Sylt + Timmendorfer Strand
Nachbarland
Brandenburg
Schleswig-Holstein
Nachbarschaft
“Pampa” (Brandenburg)
“Norditalien” (südlich Elbe)



EINORDNUNG
BERLIN
HAMBURG
Lage
Ostdeutschland
Norddeutschland
Ausrichtung
Ost-West-Handelsroute
Nord-Süd-Handelsroute
Sparringsstadt
Köln
Münster
Internationale Partner
Warschau + Moskau
Amsterdam + Kopenhagen



HISTORIE
BERLIN
HAMBURG
Gründung
1237 (Cöllner Spreeinsel)
832 (Hammaburg)
Ursprünge
Berlin + Cölln
Hammaburg + Altona
Ursprünglicher Zweck
Handelsstadt
Handelsstadt
Verankerung
Preußische Residenzstadt
Hanseatische Handelsstadt
Besetzer
Napoleon (1806)
Wikinger (845)
Religion
protestantisch
protestantisch



VERMARKTUNG
BERLIN
HAMBURG
Definition
Hauptstadt Berlin
Freie und
Hansestadt Hamburg
Symbol
Berliner Bär mit Krone
Burg mit Stadttor und Dom
Funktion
Deutsche Hauptstadt
Internationale Handelsstadt
Selbstverständnis
“Weltstadt”
“Tor zur Welt”
Leitthema
Politik (national + international)
Wirtschaft (national + international)
Internationalität
100+ Botschaften
100+ Konsulate



TOURISMUS
BERLIN
HAMBURG
Besucher/Nächte
12,7 Mio./30 Mio.
6,6 Mio./13 Mio.
Touristenmagnet
Berliner Mauer (seit 1990)
Elbphilharmonie (seit 2017)
Wachstumsfaktor
Wochenendtourismus
Kreuzfahrttourismus
Wahrzeichen
Brandenburger Tor
Elbphilharmonie
Touristenzentren
Pariser Platz/Unter den Linden
Hafencity/Jungfernstieg
Gute Stube
Gendarmenmarkt (Mitte)
Jungfernstieg (Binnenalster)
Schmuddelecke
Kurfürstenstraße (Schöneberg)
Reeperbahn (St. Pauli)
No-Go-Area
Kottbusser Tor
Mümmelmannsberg



KULTUR
BERLIN
HAMBURG
Leitkultur
Unterhaltung
Geschäftssinn
Slogan
“The place to be”
“Glaube, Liebe, Hoffnung”
Grundprinzip
Overselling
Understatement
Grundverhalten
unverbindlich
verlässlich
Geschwindigkeit
hektisch
entschleunigt
Problemstellung
Oberflächlichkeit
Verschlossenheit
Synonym
“Eine verhängnisvolle Affäre”
“Zu lange Single”



GESELLSCHAFT
BERLIN
HAMBURG
Bevölkerung
Arbeitermilieu
Angestelltenmilieu
Leitbild
“Herz & Schnauze”
“Wat mutt, dat mutt”
Kaufkraft/Einwohner
rd. 20.000,- €/Kopf (=91%)
rd. 24.000,- €/Kopf (=110%)
Glücksfaktor (Glücksatlas)
16 von 19
6 von 19
Un-/Glücksfaktoren
Gesundheit (-),
Einkommen (-)
Einkommen (+), Miete (-)
Naherholungszentren
Wannsee, Müggelsee, Tiergarten
Alster, Elbe, Stadtpark
Partyviertel Nr. 1
Revaler Straße (Friedrichshain)
Reeperbahn (St. Pauli)



POLITIK
BERLIN
HAMBURG
Stadtoberhaupt
Regierender Bürgermeister
Erster Bürgermeister
Status Quo
partikular
(keine Großpartei)
bürgerlich
Hauptproblem
Wirtschaftskraft
Wohnraum
Sozialer Friede
gestört
erhalten
Bauskandal
Großflughafen
Elbphilharmonie
Gescheiterte Projekte
Olympiabewerbung
Olympiabewerbung



WIRTSCHAFT
BERLIN
HAMBURG
Schwerpunkt
Kleingewerbe
Mittelstand
Sinnbild
“Hipster”
“Pfeffersäcke”
Top-Branchen (MA)
Gesundheit, Verkehr
Luftfahrt, Gesundheit, Handel
Kreativ-Branchen
Kultur, Mode
Design, Kommunikation
Pluspunkt individuell
Internationalität
Lebensqualität
Pluspunkt wirtschaftlich
Lebenshaltungskosten
Infrastruktur
Mentalität
“Abzocke”
“Sturheit”
Leitkultur
“Ich nehme, damit Du gibst”
“Ich gebe, damit Du gibst”



STARTUPS
BERLIN
HAMBURG
Digitales
“German Lab”
“Gateway to Market”
Startups
rd. 620 Startups (IFSE)
rd. 590 Startups (Monitor)
Mitarbeiter
rd. 13.200 (IFSE)
rd. 5.700 (Monitor)
Unicorns
(Wert 1+ Mrd. USD)
Auto1, Delivery Hero, Home24, SoundCloud, Zalando
keine
Top-Themen
B2C, Mobile, Commerce
Commerce, Logistics, Media
Corporate-Programme
90+ (Eigenrecherche)
70+ (Eigenrecherche)
Mittelpunkt
Rosenthaler Platz
Rödingsmarkt



Be Berlin - in der weltoffenen Metropole.

Visit Berlin - die Tourismus-Agentur der Hauptstadt - präsentiert das Lebensgefühl der Spreemetropole mit schnellen Beats, historischen Statements und harten Schnitten in einem Spannungsbogen von Historie und Politik bis zu Kultur und Party. Das Motto: "The place to be."



Hamburg Ahoi - in der schönsten Stadt der Welt.

Hamburg Marketing - die Marketing-Agentur der Hansestadt - präsentiert das Lebensgefühl der Elbmetropole mit ruhigen Beats, poetischen Worten und atmosphärischen Bildern in einem Spannungsbogen von Hafen und Luftfahrt bis zu Lebensqualität und Alternativen. Das Motto: "Leben, Lieben, Hamburg."



(c) HANSEVALLEY - Das Hamburg Digital Magazin. Redaktion: Thomas Keup, Stand: August 2017
Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.
Quellen: wikipedia.org, berlin.de, hamburg.de, Eigenrecherche u. a.
Beschwerden ausschließlich an hamburg@hansevalley.de