Mittwoch, 20. September 2017

HANSESTARTUPS an der Leuphana: "Gründen hat was mit Haltung zu tun."

HAMBURG DIGITAL REPORT

Sie ist die Nr. 1 unter den gründerfreundlichsten mittelgroßen Hochschulen Deutschlands. Sie weist als einzelne Universität viermal so viele Ausgründungen vor, wie alle staatlichen Hamburger Hochschulen zusammen. Sie ist die Heimat zahlreicher Größen aus Politik und Wirtschaft. Und Sie ist eine der fortschrittlichsten Hochschulen in der Metropolregion Hamburg: die Leuphana Universität Lüneburg


Das Libeskind-Zentralgebäude der Leuphana-Universität.
Foto: HANSEVALLEY
Was macht Lüneburg anders, als die Universität oder die Technische Universität in Hamburg? Was macht die Leuphana besser, um Gründern einen erfolgreichen Start in die Zukunft zu ermöglichen? Ein Blick hinter die Kulissen der Entrepreneurship-Universität am Lüneburger Bockelsberg vor den Toren der Freien und Hansestadt. Eine Hamburg Digital Report:

Die Wirtschaftswoche brachte es Anfang August d. J. auf den Punkt: Drei deutsche Hochschulen haben sich als besonders unternehmerfreundlich aufgestellt. 1. die führende Technische Universität in München - TUM. Das von der BMW-Eignerfamilie Quandt unterstützte Center for Innovation and Business Creation "UnternehmerTUM" gilt als Vorbild für Gründerberatung, Startupmentoring und Venture Capital. Eine weitere Adresse ist die private Handelshochschule in Leipzig - HHL. Die laut Gründungsradar "führende Business School für Entrepreneurship" macht mit ihrem "SpinLab" – den HHL Accelerator als hochschulübergreifende Plattform für Gründerförderung - auf sich aufmerksam.


Campus der Leuphana-Universität südöstlich von Hamburg.
Foto: Leuphana Universität
Die dritte herausragende Hochschule ist die Leuphana Universität - 60 km südöstlich von Hamburg. Zahlreiche Persönlichkeiten an Alster und Elbe haben an der Stiftungsuniversität in Niedersachsen studiert. Der Gründungsradar 2016 und eine Anfrage des Hamburger CDU-Abgeordneten Carsten Ovens brachte im Juni d. J. ans Licht: In Lüneburg wurden im vergangenen Jahr 55 durch das bundesweite "Exist"-Programm geförderte Jungunternehmen gegründet. An allen staatlichen Hamburger Hochschulen waren es laut Senat zusammen gerade einmal 14 Ausgründungen. 

Der Senat verweist auf die 6 Gründungen an der TU Hamburg, die noch unbekannte "Hamburg Open Online University" und die künftige Informatik-Plattform "Ahoi.Digital". Der Blick auf das futuristische Libeskind-Zentralgebäude der Leuphana macht hingegen klar: Hier wird nicht gekleckert. "Was wir sehen und erleben, hat Einfluss auf unser Denken und Handeln" ist auf der Landingpage zu lesen. "Die Universität für Entrepreneurship" steht als Überschrift auf der Broschüre des Leuphana "Entrepreneurship Hubs". Auf der Internetseite des 2013 gegründeten Hubs wird Hochschul-Präsident Prof. Dr. Sascha Spoun deutlich: "Entrepreneurship im Sinne der Leuphana ist nicht Gewinn-Maximierung, sondern Nutzen-Maximierung." 


Das Leuphana-Entrepreneurship-Team
Foto: Leuphana Universität
"Wir bilden Menschen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts aus", macht Carsten Wille, Koordinator für die Gründungsförderung und Gründerberater an der Universität von Lüneberg klar. Entrepreneurship - also Gründergeist und Unternehmerkultur - haben in Lüneburg lange Tradition. Dabei steht das unternehmerische Handeln im Mittelpunkt. Mehrere Professuren, Lehrstühle und Institute leben die Kultur. Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen fördern unternehmerisches Denken ebenso, wie individuelle Beratungsangebote sowie finanzielle und infrastrukturelle Förderungen.

Die Leuphana als ganzheitliche Universität für Entrepreneurship.

"Management und Entrepreneurship" ist mit fünf Profilthemen eine von vier Wissenschaftsinitiativen in Forschung und Lehre. 75 Professoren für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftspsychologie, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsinformatik und Ingenieurswissenschaften sind daran beteiligt. Die Verankerung des Leitgedankens bekräftigt der 52-jährige Gründerberater Wille mit einer ungewöhnlichen Aussage: "Wir haben aufgehört nachzudenken, Gründungen zu produzieren, denn wir als Hochschule können sie nicht produzieren." Der fortschrittliche Ansatz hat nicht zuletzt mit der "späten Geburt" der Leuphana zu tun.


Leuphana-Gründungsservice im Libeskind-Bau
Foto: HANSEVALLEY
2005 wurden die Universität Lüneburg und die Fachhochschule Nord-Ost-Niedersachsen zur neuen Universität zusammengeschlossen. Zwei Jahre später übernahm der deutsch-schweizerische Wirtschaftswissenschaftler Sascha Spoun mit 38 Jahren das Ruder und begann, die finanziell runtergewirtschaftete und zusammengewürfelte Hochschule neu zu denken. Die "Zeit" würdigt den "Mutigsten unter Deutschlands Univerversitätslenkern". "Präsident Tabula Rasa" - Gast-Professor in St. Gallen - entwickelt mit Scholz & Friends einen neue Identität, basierend auf der römischen Siedlung an gleicher Stelle - Leuphana. 

Seit 2010 nimmt sich Vizepräsidentin Prof. Dr. Sabine Remdisch des Entrepreneurships an, wird zum Aushängeschild der Unternehmer-Universität. Die Leiterin des Instituts für Performance Management beschäftigt sich u. a. mit dem Führen und Arbeiten in der digitalen Welt. Dazu forscht sie auch am "H-STAR Institute" der Universität Stanford. Mit dem Weiterbildungsprogramm Leuphana Enterprise Academy, dem Leuphana Forschumgszentrum für Entrepreneurship and its Evidence (RCE), der Leuphana Conference on Entrepreneurship (LCE) und einem umfangreichen Seminarprogramm des Gründungsservices zieht sich der Unternehmergedanke durch die Hochschule.

Studenten können mit Gründungen Credits für ihr Studium sammeln.

"Wir haben begonnen nachzudenken, was nötig ist, damit Gründungen entstehen", sagt Diplom-Kaufmann Carsten Wille, der seit 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gründungsberatung ist. Und ergänzt: "Man muß frühzeitig an den Leuten dran sein, um ihnen zu helfen." 3 Berater und insgesamt 7 Mitarbeiter kümmern sich in Lüneburg um den Gründungsservice. Dazu kommen Botschafter in den Fakultäten und externe Experten im Netzwerk. Es geht darum, eine Gründungskultur zu entwickeln. Carsten Wille ist stolz: "Uns interessieren nicht so sehr die Geschäftsidee, sondern die Köpfe." 



Im vergangenen Jahr ist man den nächsten Schritt gegangen und hat die Bereiche Gründungsservice, Careerservice, Alumniverein und Transferservice in einem gemeinsamen Bereich zusammengefasst. Während an anderen Exist-geförderten Einrichtungen gezählt wird, was durch den Prozeß gelaufen ist, zählt man an der Leuphana, mit wem man in Kontakt war. Qualität statt Quantität - wie von Präsident Spoun ausgerufen. "Wir sind unserem Ziel recht nahe gekommen, daß sich jeder einmal mit Gründung beschäftigt",  resümiert Carsten Wille im Interview mit HANSEVALLEY. 

Entrepreneurship als Schlüsselkompetenz für das 21. Jahrhundert. 

Im Oktober beginnt das neue Semester mit der traditionellen Startwoche, eine neue Generation auf unternehmerisches Denken vorzubereiten. Entrepreneurship ist an der Leuphana im Kurikulum aller drei Schulen - dem College, der Graduate School und an der Professional School verankert. Als Sohn eines Fahrzeugbau-Unternehmers spitzt Carsten Wille aber auch zu: "Es gibt nichts, was das Unternehmergen wissenschaftlich belegt." Umso besser zu wissen, dass in Lüneburg ein ganzheitlicher Ansatz vielen Studentinnen und Studenten die Chance gibt, einen unternehmerischen Weg zu gehen. 




 Hamburg Digital Background 

5. Leuphana Startup-Night
www.leuphana.de/kooperationen/regional/aktuell/veranstaltungen/3-night-of-the-start-ups.html

Leuphana Entrepreneurship Hub:
www.entrepreneurship-hub.de

Leuphana Gründungsservice:
www.leuphana.de/forschung/foerderung/existenzgruendung.html

Leuphana Wissenschaftsinitiative "Management und unternehmerisches Handeln":
www.leuphana.de/forschung/wissenschaftsinitiativen/management-und-unternehmerisches-handeln.html

Sonntag, 17. September 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Sebastian Saxe: Erfolgsfaktoren für Digitalen Hafen und Digitale Stadt. 

HAMBURG DIGITAL SPEZIAL

Ein exklusives Spezial zum Digitalen Kristallisationspunkt "SmartPORT" und den Erfolgsfaktoren für den Digitalen Hafen und die Digitale Stadt Hamburg:


DIGITALER HAFEN:
  • HPA prüft AR und VR für Katastropheneinsätze
  • LoRaWAN-Netz für "Internet der Dinge" geplant
  • Cluster Stenzelring 2018 mit Glasfaser versorgt
DIGITALE PARTNER:
  • CDO der HPA begrüßt neuen CDO bei der HHLA
  • Zusammenarbeit aller digitalen Partner im Hafen
  • HPA wird neben HHLA Partner des Digital Hubs
DIGITALES HAMBURG:
  • Digitales Gründerland mit Steuererleichterungen
  • Koordination digitaler Aktivitäten von HPA+HHLA
  • Agile Verwaltung mit "Digital First" vorantreiben

Hafen und Hansestadt Hamburg sind auf dem Weg zu "SmartPORT" und "SmartCity". Ein Erfolgsfaktor dafür sind die Wechselwirkungen zwischen Hafen und Stadt. Der Hafen wird als "Innovationslabor" der Stadt Hamburg gesehen. Der eine kann vom anderen lernen, transferieren, skalieren - und Dinge können im "Kleinen"  - dem Hafen mit 7200 Hektar - erprobt und evaluiert werden.

Zuständig für Digitalisierung bei der HPA:
Chief Digital Officer Dr. Sebastian Saxe
Foto: HPA / Holger Grabtsch

Ein gebürtiger Hamburger, ein Kenner der Szene, Buchautor zur Digitalisierung und mit zuständig für die interessante Entwicklung zwischen Hafen und Stadt ist der Chief Digital Officer der Hamburg Port Authority, HPA. Wir haben mit Hamburgs Digitalem Hafenexperten gesprochen. Unser HANSPERSONALITY im Hamburg Digital Spezial ist Dr. Sebastian Saxe:


 Hafen und Hansestadt: 

Gehen wir gleich mitten hinein in die Chancen: Was kann die Stadt aus den Erfahrungen im Hafen - z. B. mit digitalen Verkehrsprojekten - lernen? Und bedarf es eines Rahmens mit klaren digitalen Akzenten für die "Werkstatt der Digitalen Stadt Hamburg"?

Mit der IAPH Konferenz im Jahre 2015 und der SmartPORT-Philosophie hat sich die HPA zu einer "Werkstatt für die Digitale Transformation" entwickelt. In dieser Werkstatt sind bei den SmartPORT-Projekten - die sich auf die Optimierung der straßen-, schienen- und wasserstraßen-seitigen Geschäftsprozesse beziehen - Erfahrungen, Prototypen und Produkte entstanden.


Multitouch-Tisch der HPA bei der Solutions Hamburg 2017
Foto: HANSEVALLEY
Um mit letzterem zu beginnen, ist mit der Nautischen Zentrale eine Leitstands- und Steuerzentralen-Architektur für die Wasserstraße entstanden, im SmartPORT Projekt „SmartRoad“ wurden neue Sensoren für den Verkehrsweg Straße getestet und evaluiert und mit dem Multitouch-Tisch wurden Erfahrungen hinsichtlich neuer Arbeitsweisen und -methoden mit neuen Endgeräten in Entscheidungssituationen im "Daily Business" in der Nautischen Zentrale zur Schiffsimulation oder bei Sturmfluten inkl. digitaler Überflutungskarte gesammelt.

Diese Erfahrungen muss die Stadt Hamburg auf ihrem Digitalisierungsweg nicht erneut machen. Teilhabe in diesem Zusammenhang bedeutet für die Stadt: von den Digitalen Erfahrungen des Hafens lernen und profitieren sowie entstandene Lösungen vom Hafen in die Stadt zu transferieren bzw. skalieren oder andersherum. So haben zum Beispiel die guten Erfahrungen mit dem Einsatz des Multitouch-Tisches im Hafen dazu geführt, dass eine solche Lösung mittlerweile auch von anderen städtischen Institutionen für eigene Zwecke eingesetzt wird – zum Beispiel für die Baustellenkoordinierung beim Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG).

 Hafen, Hubs & Handling: 

Wie kann der Hamburger Hafen bei der Digitalisierung im Wettbewerb mit Rotterdam und Antwerpen standhalten? Welche Planungs-, Steuerungs- und Koordinierungsaufgaben bedürfen welche organisatorischen Verankerung in Hamburg auf Landesebene?

Für eine erfolgreiche Digitalisierung Hamburgs und speziell des Hamburger Hafens benötigen Politik und Verwaltung Experimentierräume auf allen Ebenen und in allen Feldern. Politisch und administrativ Verantwortliche für digitale Infrastrukturen und digitale Anwendungen müssen durch Mittel, Fachkompetenz und Zuständigkeit in die Lage versetzt werden, ihre Vorhaben ohne Abstimmungsnotwendigkeiten selbstständig umsetzen zu können.

Im Gegenzug muss die faire Anhörung aller Interessenträger und eine sehr viel höhere Transparenz zwischen den Stakeholdern und Digitalisierungsaktivitäten gewährleistet werden. Konkret sind solche Experimentierräume der „Digital Hub Logistics Hamburg“ für das Feld Logistik - die einer der bedeutendsten Branchen in unserer Stadt ist - und der „Digital-Space Hammerbrooklyn“ für das Feld Mobilität - das im Fokus unserer Bewerbung für den ITS-Weltkongress 2021 steht.

Die Wirtschaft ist eine starke Treiberin der Digitalisierung. Hamburg muss sich zum digitalen Wirtschaftsstandort und digitalen Gründerland entwickeln. Deshalb sind alle bürokratischen Regelungen zu überprüfen, die das Entstehen von Innovationen, Gründungsprozessen und das erfolgreiche Agieren von Start-ups betreffen. Weitere staatliche Anreize für Unternehmensgründung und -tätigkeit, etwa vorübergehende Steuererleichterungen oder steuerliche Förderungsmöglichkeiten, sind zu unterstützen. 

 Hafen Hamburg Hoch 3: 

Stichwort Hafenplayer und IT: Wieso ist in Hinblick auf die Digitalisierung eine Abstimmung aller Beteiligten im Hamburger Hafen – unter Berücksichtigung von DAKOSY und der HHLA – für die erfolgreiche Transformation aus Ihrer Sicht wichtig? 

Teilhabe im Kontext der Digitalisierung berührt in der Stadt und im Hafen noch einen anderen Aspekt: Vernetzte Herausforderungen in der Stadt und im Hamburger Hafen erfordern vernetzte Lösungen. Dafür ist es zum Beispiel im Hamburger Hafen wichtig, dass alle Player sich stärker für gemeinsame Strategien engagieren. Bei klassischen IT-Applikationen wird dies vorbildhaft gelebt. Dieses zeigt die Verständigung der Hafenwirtschaft auf einen gemeinsamen Dienstleister für Hafenapplikationen. Diese Verständigung gilt es auch bei der Digitalisierung zu gestalten.

Die Hamburger Hafenwirtschaft hängt davon ab, dass sie Digitalisierung als Chance begreift: Denn Digitalisierung eröffnet neue Märkte – für etablierte Player in dem Segment und solche, die branchenfremd und bisher nicht aufgetreten sind, wie zum Beispiel Google, Amazon und Alibaba. Die Wirtschaft selbst ist eine starke Treiberin von Innovation sowie Gestaltung, und auch lokale Wirtschaftsunternehmen müssen sich dieser Rolle bewusst sein.

Ein Ort dafür kann der im Hafen entstehende „Digital Hub Logistics Hamburg“ – initiiert vom Bundeswirtschaftsministerium und von Digitalverband Bitkom - unter Schirmherrschaft der BWVI sein, an dem sich auch die HPA beteiligt. Dort werden Gründer und KMU, Wissenschaft und Forschung, Großunternehmen sowie Kapitalgeber an einem Ort zusammengebracht, um die digitale Transformation der Logistikbranche zu befeuern.

 Hamburg, HPA & HHLA: 

Sie plädieren für eine faire Zusammenarbeit der städtischen Akteure im Hafen: Wie könnten Rahmenbedingungen für die Player der Stadt aussehen und wie bekommt man zusammen mehr Tempo in die Entwicklung des Wirtschaftsmotors? 

Beschäftigte im Hamburger Hafen müssen für die Digitalisierung sensibilisiert und ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten müssen regelmäßig weiterentwickelt werden. Die Mitarbeiter/innen sollten nicht mehr von der Digitalisierung Betroffene sein, sondern die Entwicklung aktiv mitgestalten.

Der eingeschlagene Weg, Strukturen und Prozesse in der Hamburger Politik und Verwaltung neu auszurichten und weiter zu professionalisieren, muss konsequent fortgesetzt werden. Dazu ist eine umfassende übergeordnete Strategie für den Hafen erforderlich, die in einem iterativen Prozess dezentraler Innovationen und zentraler staatlicher (Re-)Aktionen entsteht.

Den organisatorischen Rahmen bildet ein Multi-Stakeholder-Ansatz, der die wesentlichen Akteure - Politik, Verwaltung, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft - vernetzend einbezieht. Um die Digitalisierungsaktivitäten der öffentlichen Unternehmen zu bündeln und ganzheitlich zu fokussieren, wäre beispielsweise der Einsatz einer übergreifenden, virtuellen Vernetzungseinheit sinnvoll. Nur so, können die teilweise voneinander losgelösten, sektoriellen Initiativen der einzelnen Stakeholder auf eine übergeordnete Vision einzahlen.


 Hafen & Highspeed: 

Sprechen wir über ein heiß diskutiertes Thema: Wie steht es aktuell um die Glasfaserversorgung im Hamburger Hafen? Hier gab es zuletzt scharfe Kritik der Handelskammer und einiger Hafenunternehmen.

Im Februar 2017 fand ein erstes Treffen mit allen Stakeholdern und der HPA statt. In dem konstruktiven Austausch waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine kurzfristige Verbesserung notwendig ist. Die Deutsche Telekom und 1&1 Versatel stellten ihre konkreten Konzepte im Hafen vor und warben um Interessenten. Im Übrigen ist der Ausbau des Breitbands auch finanziell öffentlich förderbar. &1 Versatel hat die Initiative ergriffen und mit diversen Unternehmen der Hafenwirtschaft Kontakt aufgenommen. Teilweise wurden erste Breitbandverträge unterzeichnet.

Das überzeugende Angebot von 1&1 Versatel: Sobald in einem bestimmten Hafengebiet genügend Kunden zur Unterzeichnung von Neuverträgen gefunden wurden, wird der Ausbau mit Glasfasernetz sowie die Anbindung des Kunden auf eigene Kosten durchgeführt. Es entstehen keine Erschließungskosten für die hochmoderne, performante Glasfaserinfrastruktur. Im Gegenzug binden sich die Kunden für 5 Jahre an das Unternehmen. Für die zweite Jahreshälfte 2017 plant 1&1 bereits, weite Teile des Hafen Hamburgs mit mind. 1 Gbit/s und mehr an das eigene Glasfasernetz anzubinden.

Voraussetzung ist, dass sich ausreichend Unternehmen in einem Gebiet für die Anbindung entscheiden. Nach aktuellem Stand haben bereits zahlreiche Cluster die kritische Grenze erreicht, so dass sich 1&1 Versatel sich dazu entschlossen hat, die grünen Cluster in diesem und kommendem Jahr auszubauen. Der Cluster Stenzelring (dunkelgrün) soll als erstes ausgebaut werden. Die Baumaßnahmen sollen noch in diesem Jahr beginnen. In den gelben und roten Clustern ist die kritische Masse noch nicht erreicht, so dass sich der Ausbau noch nicht lohnt.



Geplante Bereiche zur Breitband-Versorgung im Hafen.
 Hafen & Hightech: 

Glasfaser ist für digitale Prozesse im Hafen unerlässlich. Warum ist zudem der Aufbau eines sogenannten LoRaWAN-Netzes für den Hafen interessant und wieso bringt es Geschwindigkeit bei der Realisierung von Projekten für das Internet der Dinge (IoT)? 

Das Thema Internet der Dinge spielt bei der Digitalisierung im Hamburger Hafen eine immer größer werdende Rolle. Da das Hafengebiet durch zahlreiche Hindernisse durchzogen ist, sind bauliche Maßnahmen schwierig. Um das Thema kostengünstig und kurzfristig im Hafen zu ermöglichen, bedarf es eines Funknetz, um Geräte und Sensoren miteinander zu vernetzen. Das avisierte Funknetz ist ein sog. LoRaWAN-Netz (Low Range Wide Area Network). Wie wir von Rotterdam, dem Leipziger als auch vom Hamburger Flughafen lernen, läßt sich so ein Netz in wenigen Wochen installieren.

Das LoRaWAN („Long Range Low Power“) ist in Rotterdam flächendeckend verfügbar. Das Besondere ist, dass es sich für Geräte eignet, die wenig Strom und geringe Bandbreite benötigen – ob es um Sensoren zur Messung der Wasserhöhe geht, um eine App, die verfügbare LKW-Parkplätze übermittelt, oder um Sensoren, die Echtzeitmessungen der Luftqualität ermöglichen. Objekte, wie Boote und Autos, die Infrastruktur im Hafen, Abfallcontainer und Lichtmasten sowie Lichtsignalanlagen (Ampeln) können mit diesem Netz Anweisungen erhalten (an/aus, auf/zu) und Informationen weitervermitteln (Auslastung, Feinstoffbelastung).

Für 2018 wird der Aufbau eines LoRaWAN-Netzes im Hamburger Hafen angestrebt, da so kurzfristig eine geeignete Infrastruktur zur Anbindung von Sensoren im Hafen bereitgestellt werden kann. Dies stärkt die Nachhaltigkeit des Hafens und Infrastrukturen lassen sich zunehmend intelligent überwachen.


Wenn wir über Funknetze im Hafen sprechen, müssen wir auch über den Mobilfunk sprechen: Welche Chancen und Perspektiven bringt das Projekt „5G-Monarch“ dem Hamburger Hafen und der Handelsstadt?

Parallel zur LoRaWAN-Entwicklung wurde Hamburg von der EU als Forschungslabor für den neuen Mobilfunkstandard 5G auserkoren. Die 5. Mobilfunk-Generation soll Datenraten von bis zu 10 Gibt/s erreichen. Das wäre etwa 10-mal so schnell, wie der aktuelle LTE-Standard. Gleichzeitig bietet 5G technische Neuerungen ,wie das Network-Slicing. Der Vorteil ist, dass "geslicte Netze" unterschiedliche, sogar widersprüchliche Eigenschaften haben können, und so spezifischen Anforderungen eines bestimmten Anwendungsfalls gerecht werden können. Damit sind die Netze hochflexibel und zuverlässig.

Ab 2021 planen die Mobilfunkbetreiber, den neuen Netzstandard flächendeckend einzuführen. Gleich mehrere europäische Städte buhlten um die Fördergelder – am Ende erhielten nur Venedig und Hamburg den Zuschlag für das "5G-MoNArch"-Projekt. In Hamburg steht die industrielle Nutzung im Mittelpunkt. Um die Möglichkeiten der mobilen Datenübertragung zur Vernetzung von Maschinen zu testen, stellt der Hamburger Hafen ein ideales Testareal dar.

Mehrere 5G-Mobilfunkmasten – verteilt über das gesamte Hafengelände – werden dazu errichtet und sollen technische Anlagen mittels Sensoren überwachen und später über Aktoren steuern. Die Testphase hat an 01.07.2017 begonnen und endet im Juni 2019. Ab 2021 soll 5G in Deutschland ausgerollt werden. Als Drehkreuz im Norden Europas, als Vorreiter in Sachen Digitalisierung und als Medienhauptstadt ist Hamburg prädestiniert, 5G flächendeckend als "First Mover“ einzuführen. Wir sollten alles tun, dass Hamburg nach dem Forschungsprojekt eine der ersten Städte sein wird, wo 5G flächendeckend eingeführt wird.

 Hafen vs. Hacker: 

Wieso ist für die Digitalisierung eine sichere IT-Infrastruktur ein so wichtiger Faktor? Sollte es aus Ihrer Sicht z. B. auch einen Cyber-Sicherheitsrat-IT im Hafen geben? 

Für das Gelingen der Digitalisierung in Hamburg und im Hamburger Hafen ist die IT-Sicherheit ein wesentlicher Faktor. Sie ist eine Aufgabe für alle. Eine sichere IT erfordert klare Verantwortlichkeiten. Ein weiterer Baustein ist eine Technologie- und Industriepolitik, die auf Souveränität und Sicherheitsinnovation setzt. Flankiert werden muss dies durch einen Ausbau der digitalen Kompetenz sowie Fortbildung und Ausbau der Sicherheitsbehörden bei der Cybersicherheit.

Digitalisierung erfordert eine hohe Priorität beim Schutz von Daten im öffentlichen und im privaten Bereich sowie die Datensouveränität jedes Einzelnen. Ein digitales Hamburg darf sich gleichwohl die Innovationschancen der Digitalisierung nicht durch überzogenen Datenschutz verbauen. Vor diesem Hintergrund müssen die datenschutzrechtlichen Bestimmungen sensibel und mit gebotenem Pragmatismus reflektiert und angepasst werden.

Darüber hinaus kommt dem Staat und den Unternehmen die Aufgabe zu, kritische digitale Infrastrukturen so zu schützen, dass vernetzte Daten, Objekte und Systeme nicht von außen durch Dritte manipuliert oder gar von ihnen gesteuert werden können. Dies gilt insbesondere für den Hafen in Bezug auf das Thema Internet der Dinge: weder ein mit Sensoren ausgestatteter Van Carrier noch eine über Aktoren gesteuerte Schleuse oder Brücke darf durch Dritte beeinflusst werden.

Da die IT-Sicherheit im Hafen eine gesamthafenwirtschaftliche Aufgabe ist, gilt es Interaktion, Kommunikation und die Organisation zwischen Staat, Unternehmen, Bürger/innen und Gesellschaft neu zu justieren. Diese Aufgabe könnte im Hafen ein Cyber-Sicherheitsrat leisten. In ihm würde sich auch der politische Wille widerspiegeln, die IT-Systeme des Hafens bestmöglich zu sichern.


 HH, Digital & Analog: 

Kommen wir zu einem anderen Thema: Was kann man sich unter "Assistenz-Infrasrukturen" in einer Digitalen Stadt Hamburg vorstellen? Welche Bedeutung haben diese für die digitale Entwickung der Hansestadt?

Neben dem Zugang zu digitaler Infrastruktur ist die Gewährleistung digitaler Souveränität ein wichtiges Ziel. Um die Nutzung der Digitalisierung in Hamburg zu fördern, sollte eine – nicht nur digitale, sondern auch eine physische Infrastrukturen aufgebaut werden. Sie hilft, bisher abseits stehenden Bevölkerungsgruppen, die Chancen der Technologien (z.B. in Gesundheit, Bildung und im Verkehr) zu nutzen. Darüber hinaus sollten bezahlbare und unabhängige Angebote und Werkzeuge für eine sichere Kommunikation und die Interaktion zwischen Playern in der Stadt bereitgestellt werden. 

Ein Beispiel hierfür ist der im Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnete Medizincontainer für Flüchtlinge. Die Medizincontainer wirken wie simple Baucontainer. Sie beherbergen aber eine Arztpraxis mit Internetanschluss, über den ein Dolmetscher live zugeschaltet werden kann. So wird ein Problem gelöst, mit dem Ärzte täglich konfrontiert sind: die Sprachenvielfalt der Hilfesuchenden. Über den Video-Dolmetscherdienst SAVD stehen Übersetzer in rund 50 Sprachen sofort bereit. Das spart Zeit und vermeidet Missverständnisse zwischen Arzt und Patient.


 Hamburg & Haltung: 

Kommen wir nach Strukturen und Technologien zu einem weiteren Faktor: Wieso ist die Digitalisierung eigentlich mehr als Technik? Warum ist der Umgang mit ihr für Sie auch eine Frage der Haltung und warum erfordert dies ein grundsätzliches Umdenken?

Digitalisierung verändert alle Bereiche unseres Lebens – grundlegend, schnell, unumkehrbar. Nicht nur die Hamburger Wirtschaft, Politik und die Gesellschaft insgesamt, auch die Lebenswelt jedes Einzelnen ist davon betroffen. Zwei schöne Beispiele aus dem Hamburger Hafen sind das digitale Arbeiten in der Nautischen Zentrale und die digitalen Abläufe auf dem Container Terminal Altenwerder (CTA). Gleichzeitig ist die Digitalisierung im Hinblick auf Zukunftsperspektiven der hier lebenden Menschen ein immer wichtigerer Baustein für ihren Alltag und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit.

Verwaltungsangebote werden in Hamburg zunehmend einfacher und kundenfreundlicher digital zur Verfügung gestellt. Dies wird seitens der Stadt mit dem Programm „Digital First“ vorangetrieben. Aber auch jenseits des klassischen E-Government bzw. der digitalen Verwaltung setzen verschiedene Einrichtungen der Stadt digitale Angebote um, z. B. die geplante digitale Kulturvermittlung beim Spaziergang durch das Weltkulturerbe Speicherstadt.

Damit alle Menschen und Regionen am digitalen Fortschritt teilhaben können, muss der Hamburger Senat konsequent die sich aus der Digitalisierung ergebenden Veränderungen fokussiert gestalten und positiv nutzbar machen. Digitalisierung ist mehr als Technik: Der Umgang mit ihr ist vor allem eine Frage der Haltung und erfordert ein grundsätzliches Umdenken: 

Nicht Risiken und Ohnmacht, sondern Chancen und Gestaltungspotential müssen im Vordergrund stehen. Diese Haltungsänderung gilt es anzusprechen, indem die Lust auf Digitalisierung geweckt und ihre Chancen durch positive Bilder der Zukunft in den Vordergrund gestellt werden. Im Mittelpunkt der Digitalisierung muss immer der Mensch stehen. Auch Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe in Hamburg müssen und können in diesem Zusammenhang neu gestellt und beantwortet werden.

 Hamburg & die Welt: 

Zu guter Letzt: Warum brauchen wir in Deutschland - und damit in Hamburg und im Hamburger Hafen - mehr Geschwindigkeit bei der digitalen Transformation? 

Wenn Deutschland sich vom digitalen Entwicklungsland zu einem digitalen Champion entwickeln soll, brauchen wir vor allem ein höheres Tempo: flächendeckend mehr Geschwindigkeit für die Internetzugänge und insbesondere mehr Tempo bei der Schaffung adäquater Rahmenbedingungen. Heruntergebrochen ist dieses auch zu bewerkstelligen in unserer Digitalen Stadt und unserem Digitalen Hafen – wobei wir dort jeweils auf gutem Weg sind.

Zu erreichen ist der deutsche Aufholprozess nur bei konstant hoher Geschwindigkeit und konsequenter Umsetzung. Gepaart sein muss die Digitalisierung daher mit Agilität bei Unternehmen und Verwaltung, mit Mut und Weitsicht - und mit gesunden Pragmatismus.
In Hamburg sind wir auf gutem Kurs: Digitalisierung umfasst als Querschnittsthema alle Lebens- und Politikbereiche. Sie stellt uns somit vor umfassende Planungs-, Steuerungs- und Koordinierungsaufgaben im Stadtstaat, die eine adäquate organisatorische Verankerung von Zuständigkeiten erfordern. Daher sind diese Aufgaben in Hamburg auch in der Senatskanzlei bei der Leitstelle Digitale Stadt angesiedelt und für die Stadt wird die Stelle eines CDO eingerichtet. Die übergreifende Herausforderung liegt hier vor allem darin, leistungsfähige digitale Infrastrukturen zu schaffen, Fragen der Datensouveränität und Sicherheit zu konkretisieren, die Vernetzung zwischen Akteuren und Institutionen zu unterstützen sowie einen ordnungspolitischen Rahmen zu etablieren.

Die Interaktion zwischen öffentlicher Verwaltung, Bürgerschaft und Unternehmen wird mit dem Ziel einer agileren Verwaltung neu auszurichten sein. Grundsätzlich sollten Prozesse so aufgesetzt werden, dass der Nutzen für die Menschen (also die Bürger) und eine intuitive, einfache „User Experience“ im Vordergrund stehen. Insbesondere sollte die Möglichkeit genutzt werden, Echtzeitdaten aufzunehmen, zu verarbeiten und darauf aufbauend Entscheidungen zu unterstützen. Diese Nutzerzentrierung ist einer der zentralen Leitgedanken des schon angesprochenen Vorhabens „Digital First“.

Übergreifende Steuerung und Koordinierung wird aber auch im Hamburger Hafen etabliert. Neben der HPA hat jetzt auch die HHLA einen CDO implementiert. Digitale Lösungskompetenz wird daher nun auch bei der HHLA im Rahmen der gegebenen Fachlichkeit entwickelt – und der Anspruch ist groß: Schließlich will die HHLA Motors des digitalen Wandels im Hamburger Hafen werden.

Vielen Dank für die klaren Worte!
Das Gespräch führte Thomas Keup.


*  *  *

 Hamburg Digital Background: 

HAFEN & LOGISTIK

HPA-Projekt "SmartPort"

Digital Hub Logistics Hamburg

Mittwoch, 13. September 2017

HANSESTARTUP Cargonexx: Von Leerfahrten zum "One Klick Trucking"

HAMBURG DIGITAL REPORT

Hamburg ist die Logistikmetropole Nordeuropas und größter Logistikstandort Deutschlands. Neben dem Hafen mit Reedereien, Terminals und Dienstleistern spielt der Hinterlandverkehr eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Logistik in Hamburg. Zu den wichtigsten Verkehrsträgern für Container auf dem Weg zu Kunden in ganz Europa zählen die Bahn und der LKW. Genau hier setzt ein junges Hamburger Startup an. Ihr Konzept: "One Klick Trucking".

"Data ist the difference" steht auf den Visitenkarten von Co-Founder Rolf-Dieter Lafrenz. Er ist einer der Köpfe hinter Hamburgs digitaler Spedition für LKW-Verkehre in ganz Deutschland. Was das junge Hamburger Unternehmen Cargonexx von anderen Speditionen unterscheidet und für wen das Startup interessant ist - ein Hamburg Digital Report:



Sorgt für volle Brummis auf Deutschlands Straßen:
Cargonexx Co-Gründer Rolf-Dieter Lafrenz
Foto: Cargonexx
Das Gespräch mit Co-Founder Rolf-Dieter Lafrenz unweit des Rathausmarktes erinnert zunächst an den Strategieworkshop einer Unternehmensberatung. Kein Wunder: Der Geschäftsführer von Cargonexx ist in erfahrener Berater: Mit seinem Unternnehmen "Schickler" unterstützt er Kunden in den Bereichen Medien und E-Commerce. Der WHU-Absolvent spricht von Rubrikenmärkten mit hohen Marken, Netzwerkmärkten mit erforderlicher Datenintelligenz und Plattformmärkten, die Kunden zusammenbringen. 

Genau hier sieht sich der Serienunternehmer mit seiner digitalen LKW-Spedition zu Hause. "Wir sammeln Daten und werten diese aus", fasst der Gründer den Kern des Geschäftsmodells zusammen Das Ziel von Cargonexx ist einfach: die besten Spotpreise für LKW-Ladungen. 500.000 Touren sind täglich auf Deutschlands Straßen unterwegs - vom vollbeladenen Brummi bis zum halbleeren Trailer. Die wichtigsten Strecken gehen aus Produktions- oder Logisitikregionen - wie Rhein-Ruhr und Hamburg - in die Konsumregionen - wie Berlin oder München. 40% aller Fahrten auf Deutschlands Straßen managen mittlerweile Betriebe aus dem Ostblock. 

Bis zu 180.000 Brummis fahren täglich leer auf Deutschlands Straßen.


Das aktuelle Cargonexx-Team in der Hamburger Altstadt
Foto: Cargonexx
Rund 30% aller LKW-Kapazitäten rollen leer über Deutschlands Straßen. Jede 4. Fahrt ist komplett ohne Stückgut, Paletten oder Paketen unterwegs, weiß Daimler aus seinen Daten. Im Schnitt fährt jeder 3. LKW auf Deutschlands Straßen leer. Das sind täglich 150- bis 180.000 Schwerlasttransporter. Neben täglichen oder wöchentlichen Linien großer Spediteure - wie DB Schenker, Fiege oder Kühne+Nagel - versuchen Transportbörsen Überkapazitäten zu vermarkten. Bislang hieß das: viele Abstimmungen und jede Menge Unsicherheit in Bezug auf Preise, Verfügbarkeit und Qualität.

"Wir machen den Spotmarkt sicher und einfach", verspricht Rolf Dieter Lafrenz im Interview. Wie beim See- und Luftspediteur FreightHub verspricht auch Cargonexx einen schnellen, einfachen und sicheren Prozess. Auftraggeber können seit Ende vergangenen Jahres per Mausklick bis zu 3 Beladestationen und 3 Entladestationen in das Portal eingeben und bekommen sofort einen Preis. Dabei geht Cargonexx wie FreigtHub als vollwertige Spedition ins Risiko und verabschiedet sich nicht mit schlankem Fuß, wie Vermittlungsplattformen. Zu den Kunden gehören die großen Speditionen, um flexibel Kapazitäten bereitstellen zu können.


Tourenvergabe per Mausklick: Die Cargonexx-Plattform
Foto: Cargonexx
Cargonexx kümmert sich um die Administration. 7 Mitarbeiter mit Speditions-Know-how sitzen an der Großen Böckerstraße zusammen mit Softwareentwicklern, Business Developern und Werkstudenten. Sie prüfen Identität. Lizenz, Versicherung und Bonität der Fahrer und Betriebe. Zur Qualitätssicherung kommen die Statusmeldungen zu Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Waren es am Anfang vor allem schlechte Touren, die über die Plattform vermittelt wurden, wachsen die digitalen Spediteure bei ihren Kunden Stück für Stück hoch.

Cargonexx vs. Instafreight: Kein Kleinkram, kein Milchkannendienst.

Längst gehören nicht nur Last-Minute-Touren zum Geschäft. Die Nachfrage entwickelt sich vom Spotmarkt in Richtung wöchentlich regelmäßiger Linientouren, z. B. für einen Großhändler von Lebensmitteln und Tabakwaren. Eine Recherche der digitalen Speditionen zeigt: Neben Cargonexx tummelt sich ebenfalls seit 2016 das vom Berliner Company-Builder Rocket Internet hochgezogene Startup Instafreight in Deutschlands Schwerlasttransport. Während die Berliner alles ab 1 Palette von A nach B bringen, spezialisieren sich die Hamburger auf Aufträge ab 3 Tonnen bzw. 3 Lademetern.

Um nicht von einer Milchkanne zur nächsten schleichen zu müssen, werden keine Regionaltransporte unter 100 km angenommen. Das Hamburger Startup arbeitet zudem mit Importunternehmen und Umschlagdiensten zusammen und organisiert für sie die LKW-Transporte. Mittlerweile haben sich auf der Hamburger Plattform mehr als 500 Speditionen als Auftraggeber registriert. Dazu kommen rd. 2.300 Transportdienstleister, wie Trucker und Frachtführer. 


LKW-Abfertigung am HHLA-Terminal Buchardkai (CTB)
Foto: HHLA / Thies Rätzke
Für die LKW-Betreiber bietet Cargonexx unterm Strich eine höhere Auslastung, eine schnelle Bezahlung und höhere Planbarkeit. Über die digitalen Spediteure aus der Hamburger Altstadt können Trucker unterwegs an Board ihre Anschlusstouren planen und so die Leerfahrten reduzieren. Schon in einem Jahr will das junge Statup zwischen 10 und 20 Tonnen jeden Monat über Deutschlands Straßen schicken und dabei über Echtzeitpreise mittels des eigenen Preisalgorhythmus flexible Angebote unterbreiten können und die Auslastung der Brummis auf Deutschlands Straßen optimieren. 





   Hamburg Digital Background: 

Hamburgs digitale LKW-Spedition Cargonexx
www.cargonexx.de

Berlins digitale LKW-Spedition Instafreight
www.instafreight.de

Deutschlands erste Seefracht-Spedition FreightHub
www.freighthub.com


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________


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Sonntag, 10. September 2017

HANSEPERSONALITY Adrian Ulrich: Wir wollen, dass möglichst viele auf der digitalen Bugwelle reiten.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Die Hamburger Handelskammer auf dem Weg in die Zukunft: Nach der Kammerwahl und dem "Rebellensieg" geht es an die Arbeit: Die altehrwürdige Vertretung muss sich umfassend modernisieren - in ihrer Organisation ebenso wie gegenüber der Unternehmerschaft. Ein Schlüsselelement ist die Digitalisierung.


Die drei Wahlbündnisse haben in unseren "Digitalen Wahlprüfsteinen" ihre Positionen zur digitalen Zukunft von Kammer und Wirtschaft platziert. Was passiert am Adolphsplatz, damit Hamburg nicht ins Hintertreffen gerät und die Kammer zukunftsfähig wird? Unser HANSEPERSONALITY ist Adrian Ulrich, Geschäftsführer und Leiter der Abteilung IT, Medien und Kreativwirtschaft der Handelskammer Hamburg:

EIN RÜCKBLICK:


Handelskammer-Digitalisierer Adrian Ulrich
Foto: Christian Stelling
Am 1. November vergangenen Jahres hat das "Kompetenzzentrum Hamburg – Mittelstand 4.0" seine Arbeit aufgenommen. Neben gemeinsamen Veranstaltungen stehen Projekte mit dem Hamburger Mittelstand im Fokus des 3-jährigen Projektzeitraums. Wie weit ist die Hamburger Wirtschaft bereits involviert, sich für die digital-vernetzte Geschäftswelt fit zu machen?

Über 90 Prozent unser Mitgliedsunternehmen sind nach eigenem Bekunden in ihren Geschäfts- und Arbeitsprozessen von der Digitalisierung betroffen. Positiv ist dabei, dass mehr als Drei-Viertel der Unternehmen in der Digitalisierung tendenziell eine große Chance für sich sehen. Hilfe wird jedoch benötigt, die digitale Transformation in den Unternehmen konkret umzusetzen. Mit unserem "Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum“ begleiten wir Unternehmen bei ihren Digitalisierungsprojekten vor Ort. Die Nachfrage von Seiten der Unternehmen ist bereits jetzt größer, als unser Angebot.

Aktuell begleiten wir Projekte in rund 10 mittelständischen Unternehmen. Dabei geht es sowohl um den Einsatz von cyber-physischen Systemen, etwa zur automatisierten Lokalisierung von Waren im Lagerbereich, als auch die digitale - und damit papierlose - Abbildung von Daten im Produktionsprozess oder um die Implementierung eines digitalen Wissensmanagements im Vertrieb. Allein diese drei Beispiele machen deutlich, dass mithilfe unseres "Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums" der digitale Transformationsprozess in Hamburg sehr konkret angeschoben wird.

DER EINBLICK:

Die Handelskammer Hamburg hat eine interne Arbeitsgruppe zur Digitalisierung der Organisation unter Leitung von HSBA-Geschäftsführer Uve Samuels eingerichtet. Welche Bereiche sind in Sachen Digitalisierung gut aufgestellt und wo sehen Sie in den kommenden Monaten deutlichen Handlungsbedarf?


Mit einer Vielzahl an Basis-Informationsveranstaltungen zu Themen wie Website, SEO, Online Marketing, IT-Sicherheit etc. versuchen wir bereits seit längerem, grundlegendes digitales Wissen in alle Unternehmen zu transportieren. Der Wunsch nach Unterstützung bei der Transformation ist in manchen Unternehmen aber bereits jetzt deutlich tiefgehender. Daher nehmen wir uns z.B. mit der "Hamburger Dialogplattform Industrie 4.0" seit etwa zwei Jahren auch branchenspezifischen Herausforderungen verstärkt an.

Unsere Erkenntnis ist, dass es den Unternehmen nicht immer nur um inhaltlichen Erkenntnisgewinn geht, sondern die Vernetzung mit anderen Unternehmen, die vor denselben Herausforderungen stehen, ein wesentlicher Mehrwert ist, den die Kammer bietet. Insofern werden wir in den kommenden Monaten unter anderem ein Hamburger 3D-Druck-Netzwerk ins Leben rufen, um genau diesen Erwartungen bei dieser innovativen Technologie gerecht zu werden.

Bezogen auf die Digitalisierung der eigenen Prozesse und der Erbringung von Dienstleistungen gegenüber unseren Mitgliedern sehen wir die klare Notwendigkeit, digitaler und damit effizienter zu werden. Wir haben in den vergangenen Wochen 50 bis 60 Projektideen in diesem Feld definiert, die allesamt auf dieses Ziel einzahlen und die wir jetzt - auch mit Unterstützung des gerade neu zusammengesetzten Ausschusses für Digitale Wirtschaft - priorisieren und anpacken wollen.


Die Handelskammer unterstützt zahlreiche Initiativen an der Schnittstelle zwischen "New Business" und "Old Economy" - z. B. mit dem Eventformat 12min.COM "Caps'N'Collars". Welche Initiativen halten Sie für nützlich und wo beabsichtigen Sie, in den kommenden Monaten Korrekturen im Kurs der Handelskammer vorzunehmen?

NextReality-Contest am 28.11.2017 in der Handelskammer.
Grafik: NextRealtiy Hamburg
Innovationen entstehen heutzutage vielfach dort, wo Startups und Corporates zusammenwirken. Unsere Handelskammer ist dafür der ideale Nährboden, da alle Unternehmen dort Mitglied sind. Mit innovativen Veranstaltungs-Formaten wie z.B. „12min.COM -Caps'N'Collars“ aber auch dem „App-Contest Hamburg“ haben wir uns auf den Weg gemacht, den Austausch beider Zielgruppen mit innovativen, häufig technologieorientierten Formaten zu ermöglichen, die in eher klassischen Vortragsformaten nicht ausreichend zusammengebracht wurden. Insofern sehe ich u.a. in der Hamburg Animation Conference aber auch in dem für Herbst stattfindenden „NextReality-Contest“ die richtigen Ansätze, um diesen Weg konsequent zu stärken.

Die Handelskammer hat vor wenigen Tagen auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Breitbandverfügbarkeit in Hamburg zu verbessern und deutliche Kritik an den bestehenden Aktivitäten des Hamburger Senats geübt. Woran fehlt es konkret und was fordert die Kammer für ihre Mitglieder?

Laut Breitbandatlas haben über 95 Prozent der Hamburger Haushalte die Möglichkeit auf einen Breitbandanschluss von mindestens 50 Mbit/s zuzugreifen. Damit ist Hamburg im Vergleich zu vielen ländlichen Regionen grundsätzlich gut aufgestellt. Man darf sich durch diese Zahl aber nicht darüber täuschen lassen, dass gerade in Gewerbegebieten diese Bandbreiten nicht in diesem Umfang zur Verfügung stehen. Dabei sind laut unserer Umfrage für 85 Prozent der Unternehmen 50 Mbit/s die Mindestvoraussetzung für den unternehmerischen Erfolg.

In drei bis fünf Jahren werden die Hälfte aller Hamburger Unternehmen sogar bereits mindestens 100 Mbit/s benötigen. Das jetzt im Herbst startendende Förderprogramm von Stadt und Bund reicht daher nicht aus. Vielmehr muss ein weiteres Förderprogramm sicherstellen, dass alle Hamburger Gewerbegebiete bis zum Jahr 2020 mit Glasfaser versorgt werden und damit ein leistungsfähiges Internet mit Bandbreiten von mindestens 1 Gbit/s haben.

EIN AUSBLICK:

Die Handelskammer stellt unter der neuen Führung kleine und mittelständische Firmen in den Mittelpunkt der Arbeit. Für KMUs sind qualifizierte Informationen zu den Herausforderungen der Digitalisierung besonders essenziell. Was unternimmt die Handelskammer in den nächsten Monaten, um KMUs hilfreich zur Seite zu stehen?

Zunächst haben wir die bereits bestehenden Angebote stärker gebündelt und vermarkten dies jetzt einheitlich unter dem Claim „Digital Voraus“. Gleichzeitig haben wir erkannt, dass neben den Mega-Themen wie z.B. Industrie 4.0 viele unserer Mitgliedsunternehmen weiterhin einen hohen Informationsbedarf bei digitalen Basis-Themen haben, wie der Nutzung von Social Media, Suchmaschinenoptimierung, Websitegestaltung, IT-Sicherheit etc. Mit einem „Digitalisierungs-Lotsten“ werden wir ab Oktober die Arbeit der Handelskammer an dieser Stelle sehr zielgerichtet ergänzen. 



Kammer-Initiative "Digital Voraus" zur Vernetzung der Wirtschaft
Grafik: Handelskammer Hamburg

Darüber hinaus zeigt unsere kürzlich durchgeführte Befragung zur Breitbandverfügbarkeit in Hamburger Unternehmen, dass es an vielen Stellen in Hamburg bereits an infrastrukturellen Grunderfordernissen zur Digitalisierung mangelt, insbesondere in den Hamburger Gewerbegebieten. Hier werden wir kurzfristig in den Dialog mit der Politik und den Infrastrukturanbieten treten, um diese Lücken zu schließen.

Die neue Kammerführung hat im Wahlkampf die Forderung aufgestellt, dass jeder Auszubildende und jeder Ausbilder in Hamburg mit einem Tablet ausgestattet werden sollte. Der Präses hat daher einen digitalen Ausbildungsgipfel angekündigt. Welche digitalen Themen und Schwerpunkte dürfen wir auf dem Gipfel erwarten?

Das Voranschreiten der Digitalisierung wird massive Veränderungen der Arbeitswelt und der beruflichen Tätigkeiten nach sich ziehen. Routinetätigkeiten werden vermutlich zukünftig in großem Maße automatisiert. Umgekehrt werden wir zukünftig aber vermehrt Arbeitsplätze haben, bei denen Abläufe und Prozesse überwacht und ggf. auftretende Probleme behoben werden. Die entscheidende Frage ist, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die berufliche Aus- und Weiterbildung haben werden.

Beim Digitalisierungsgipfel wollen wir deshalb vor allem beleuchten, wie wir unsere Berufsausbildung für die Zukunft fit machen und auch attraktiv halten können. Gemeinsam mit den Stakeholdern der Berufsbildung wollen wir darüber diskutieren, welche Ansätze für neue oder novellierte Aus- und Weiterbildungen bereits heute in Arbeit sind und welche wir zukünftig benötigen. Auch wird es um die Frage gehen, ob unsere derzeitigen Prozesse und Abläufe zur Neu- und Weiterentwicklung von Berufen geeignet sind, erforderliche Neuerungen schnell genug umzusetzen.

HAMBURG-FRAGE:

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Wie gut sehen Sie unsere Stadt in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung aufgestellt, die tiefgreifenden Umbrüche durch die fortschreitende Digitalisierung zu meistern und welche Forderungen haben Sie als führender Kammervertreter an die Politik, den "Digitalen Kurs" zu optimieren?

In den vergangenen drei Jahren ist in unserer Stadt an vielen Stellen eine Menge im Kontext der Digitalisierung passiert. Neben der sehr zu begrüßenden „Digital First“-Strategie der Stadt, den geplanten Investitionen von 23 Millionen zum Aufbau einer Informatik-Plattform an den Hochschulen unter dem Claim „Ahoi Digital“, und natürlich dem von Seiten der Wirtschaft forcierten „Smart Port“-Aktivitäten in unserem Hafen. Doch schon an dieser kurzen Aufzählung wird deutlich, dass es viele einzelne Bausteine sind, denen es an einer gemeinsamen Marke zur Innen- und Außenkommunikation fehlt. Wir laden daher alle Akteure Hamburgs ein, gemeinsam mit der Handelskammer „Digital Voraus“ gehen!

Vielen Dank für die klaren Worte!

Das Interview führte Thomas Keup.
*  *  *

 Hamburg Digital Background:

"Digital Voraus" - Initiative der Handelskammer
www.digital-voraus.de 

Kompetenzzentrum Hamburg - Mittelstand 4.0
https://kompetenzzentrum-hamburg.digital/

Überblick IT-Wirtschaft in Hamburg
www.hk24.de/produktmarken/branchen-cluster-netzwerke/branchen/it/branchenueberblick/3162474

Überblick Medien und Kreativwirtschaft Hamburg
www.hk24.de/produktmarken/branchen-cluster-netzwerke/branchen/medienwirtschaft-kreativwirtschaft/branchenueberblick/3162582

Mittwoch, 6. September 2017

HANSESTATEMENT: Ein digitaler Lotse auf der Hamburger Brücke.


Ein HAMBURG DIGITAL STATEMENT von
Herausgeber & Chefredakteur Thomas Keup

Die Digitalisierung ist in aller Munde: Keine Woche verging in diesem Jahr ohne einen Gipfel, eine Tagung oder ein Meetup rund um Industrien, Technologien und die Zusammenarbeit. Im Fokus Hamburger Events: die traditionellen Branchen Hafen & Logistik, Medien & Marketing und das Gesundheitswesen. Acceleratoren, Labs & Hubs stehen in den Startlöchern, um Hamburgs Industrien zu transformieren. Agenturen und Dienstleister laden in "digitale Kindergärten".


Foto: Urheber anonym
Die wirklich vielversprechenden Ansätze in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung laufen aktuell oft parallel oder konträr zueinander. Zu oft gilt auch bei der Digitalen Business Transformation noch "Mein Tanker, meine Container, mein Geschäft". Was braucht es, um die Schlagkraft und die Geschwindigkeit zu entwickeln, um im Wettbewerb der Digitalen Hubs in Deutschland nicht mit der nächsten Sturmflut weggespült zu werden? Ein Hamburg Digital Statement:


HANSEVALLEY-Chefredakteur Thomas Keup
Foto: Stefan Kny
Mehr als 250 Gäste aus Hamburg und Hangzhou trafen sich am 11. Juli d. J. zum Sino-German Digital Summit "D20 Forum" der internationalen Digitalberatung D-Group in der Handelskammer Hamburg. Nach spannenden Keynotes und tiefen Einblicken zur digitalen Zukunft in China und Deutschland stand fest: Das ist die globale Brücke Hamburgs in die digitale Welt! Nicht umsonst beteiligten sich Branchengrößen wie Airbus, NXP, Otto Group und Smaato ebenso an dem internationalen Brückenschlag, wie AliExpress, Alipay und We Doctor.

Am gleichen Tag referierte Dr. Burton Lee, Lektor für European Entrepreneurship & Innovation an der Stanford Engineering School, vor mehr als 200 Studenten, Professoren und Hamburgern an der Wirtschaftshochschule HSBA über die Erfolgsfaktoren des Silicon Valley. Das privatwirtschaftliche "Economic Growth Model" von Stanford und MIT kann Vorbild für eine digitale Hochschule in Hamburg sein, den kaufmännischen, technischen und intellektuellen Nachwuchs für das digitale Hamburg auszubilden.

Eine Digitalplattform für das digitale Hamburg.

Wenn das "D20 Forum" einen Grundstein für die digitale Seidenstraße zwischen "Elbvalley" und "Silicon Dragon" gelegt hat, und wenn die HSBA mit dem Support von Stanford Impulse für ein digitales Bildungsssystem im Interesse der Wirtschaft setzen kann - was braucht es, um die faszinierenden Ideen, die begeisterten Pioniere und die zukunftsweisenden Technologien in Hamburg zu orchestrieren, um die Geschwindigkeit und die Schlagkraft zu entwickeln, der es bedarf?

Eine übergeordnete "Digitalplattform" für Anwender wäre eine Grundlage für Hamburg - oberhalb der Digitalwirtschaft, oberhalb der Fokusbranchen und technologieübergreifend im Kontext von Produktion, Dienstleistungen und Verwaltung. Eine solche Digitalplattform bietet die Chance, visionär zu denken, strategisch zu planen und gemeinsam zu handeln - als vereinte Hamburger Plattform. Eine solche Plattform kann in Hamburg aus meiner Sicht als private Initiative wachsen und gedeihen.

Hamburg@work für das Digitale Hamburg.

Wir haben eine solche Plattform über viele Jahr
e schätzen gelernt: Hamburg@work hat in seiner 20-jährigen Erfolgsgeschichte immer wieder die Brücke geschlagen - von Startups über die Medien bis zur IT-Industrie und Anwendern. Das von Uwe Jens Neumann aufgebaute Netzwerk beeindruckt bis heute damit, die Interessen von etablierten und jungen Unternehmen und die Spannbreite von strategischer Linie bis tagesaktueller Umsetzung zu vereinen. Das sind Gemeinsamkeiten, auf der Neues erwachsen kann.


Eigenwerbung Hamburg@work
Wenn 80% aller Ideen, Ressourcen und Partner in unserer Stadt bereits vorhanden sind, sollten wir über eine Digitalplattform auf Basis von Hamburg@work sprechen - mit einer Fortentwicklung der beteiligten Generationen, der thematischen Schwerpunkte und der technologischen Möglichkeiten. Der Erhalt des Guten und die Ergänzung durch sinnvolle Neuerungen ist Leitgedanke von Generationen Hamburger Familienunternehmer. Ein Erfolgsmodell, das in der digital-vernetzten Welt kontinuierlicher Veränderungen mehr gilt, denn je.

Ein digitaler Kapitän auf der Brücke.

Visionäre Innovatoren gestalten in Labs und Hubs offen-vernetzte Unternehmenskulturen, zukunftsweisende Geschäftsmodelle und technologische Neuerungen. Engagierte Netzwerker in Logistikbranche und Onlinehandel, Medientechnologien und Gesundheitswesen verbinden etablierte Marktteilnehmer mit mutigen Jungunternehmen. Risikobereite Initiatoren und Investoren in Banking, Handel und Logistik bereiten mit Startup-Brutkästen den Nährboden für neue Produkte und Services.

Digital-Visionär Uwe Jens Neumann
Foto: Hamburg@Work
Aus mehr als 13 Jahren Technologie-Verankerung und über 25 Jahren Erfahrung in Wirtschaft und Politik bedarf es für mich einer weiteren Ebene: Wir brauchen eine Brücke mit einem Kapitän, der mehr ist als ein Chief Digital Officer. Es bedarf einer Plattform und einer Persönllichkeit, mit dem Background in Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Startups, um die digitalen Initiativen zu lotsen - im Gesamtinteresse Hamburgs. Ich denke, Uwe Jens Neumann ist mit seiner Erfahrung prädestiniert, Hamburg in die digitale Zukunft lotsen zu können. 

Hamburgs führender Digitalexperte brachte es für mich im aktuellen Hamburg Digital Interview perfekt auf den Punkt:

"Es gibt so viele parallele Initiativen und Angebote, aber der Austausch zwischen den Clustern ist zu gering. Digitale Disruption entsteht aber gerade durch interdisziplinäres Denken."

Digitales Hamburg - mehr als Digitalwirtschaft.

Hamburg konkurriert in der Logistik mit Berlin (Smartcity Hub), Dortmund (Logistics Hub) und München (Mobility Hub), in den Medien mit Potsdam+Berlin (Mediatech Hub) und in den Finanzen mit Berlin (Fintech Hub), Frankfurt (Fintech Hub), Köln (Insurtech Hub) und München (Insurtech Hub) sowie bei neuen Technologien mit Darmstadt (Cybersecurity Hub), Karlsruhe (Artifical Intelligence Hub) und Stuttgart (Future Industries Hubs). 

Das Rennen ist eröffnet und kein Bürgermeister, kein Landesvater und kein Konzernvorstand wird auf Hamburg warten.

So sehr ich das Engagement der Verantwortlichen in Koalition, Opposition und Kammer schätze - wir brauchen das Engagement von Innovatoren, die Potentiale von Technologien, die Geschwindigkeit von Tech-Startups und die Verlässlichkeit von Familienunternehmen - orchestriert, um unsere Stadt zum Innovationshafen, zur vernetzten Smart City, zur digitalen Kaufmannsstadt und zur Mediatechmetropole fortzuentwickeln. Das ist etwas anderes, als ein "digitaler Kindergarten" oder "Digital Sucks".

Hinweise, Anregungen und Kritik zum Hamburg Digital Statement sind herzlich willkommen unter hamburg@hansevalley.de.


 Hamburg Digital Background 

HANSEPERSONALITY Uwe-Jens Neumann:
Wir wollen im Jahr 2025 DAS Digital-Cluster in der Metropolregion sein.

HANSEPERSONALITY Dr. Anjes Tjarks:
Aus dem Welthafen einen Innovationshafen machen.

Digitale Bildung, Digitaler Hafen, Ehrbare Zukunft:
HANSESTATEMENT: Perspektiven für Erwachsene in der digitalen Hansestadt.

Brosda, Horch, Lütgerath, Milde, Vogelsang, Vöpel:
HANSEPERSONALTY SPEZIAL: Die Hamburg-Frage an Hamburgs Meinungsführer

Corporate-Innovatoren bei HANSEVALLEY & HSBA:
NEXTHANSE: Die Digitale Hanse wird Augmented Reality.




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