Freitag, 18. November 2016

HANSEPOLITICS: Eine aktuelle Diskussion um Startups.

Carsten Ovens, MdHB
Foto: CDU Hamburg
Carsten Ovens, Abgeordneter der Hamburger CDU und Landesvorsitzender der Jungen Union, hat einen aktuellen Redebeitrag zu Startups in Hamburg vor der Bürgerschaft auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht.

Seine Empfehlung für ein einzelnes Startup-Netzwerk und die aus unserer Sicht nicht vollständig klaren Argumente haben uns dazu bewogen, dem Fachsprecher für Digitale Wirtschaft der CDU-Fraktion einige Fragen zu stellen:

  • Kann eine Stadt Startups besser vermarkten, als Unternehmer?
  • Wieviel Vernetzung braucht die Hamburger Szene noch?
  • Und macht die Förderbank nicht bereits genug?

Carsten Ovens hat uns auf Facebook geantwortet. Wir nehmen den Ball auf, veröffentlichen seine Antworten und haken nach, verbunden mit Hinweisen und Anregungen unsererseits.

Thema 1: Vermarktung und Förderung.

Carsten Ovens: Staat und Stadt sollen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft setzen, nicht selber Wirtschaft spielen. Zu den Rahmenbedingungen gehört auch die Wirtschaftsförderung, bzw. die Vermarktung des Standorts. Dazu muss die Stadt aber nicht alles selbst machen und das Rad neu erfinden, sondern sollte eng mit erfahrenen Playern zusammenarbeiten. Wenn es um die Vermarktung der Startup-Szene Hamburgs geht bietet sich beispielsweise Hamburg Startups als Partner an.

HANSEVALLEY: In Hamburg gibt es viele engagierte Netzwerke rund um die Startup-Szene, wie 12min.me, Betahaus, Digital Mesh, gamescity:Hamburg, nextMedia.Hamburg, Software Alliance Hamburg, Startup Guide Hamburg oder Startupdock. Wäre es nicht sinnvoll, alle relevanten Player an einen Tisch zu holen, die vielfältige Arbeit zu orchestrieren und gemeinsam voranzubringen, anstatt einen einzelnen, kommerziellen Player mit Fördermitteln versorgen zu wollen? In der von Ihnen zitierten HWWI-Studie wird genau dies im Handlungsfeld 1 mit der gemeinschaftlichen Weiterentwicklung des regionalen Gründerökosystems gefordert.


Thema 2: Vernetzung und Internationalität.

Carsten Ovens: Mehr Vernetzung ist immer gut. Für Hamburg gilt das insbesondere im internationalen Bereich. So beschäftigen unsere Startups bundesweit am wenigsten ausländische Mitarbeiter (Startup-Monitor 2016). Zu den großen Hightech-Regionen der Welt gibt es nur eingeschränkte (offizielle) Beziehungen. Der rot-grüne Senat meint beispielsweise, Israel sei kein regionaler Schwerpunkt seiner Wirtschaftspolitik. Damit verschenken wir in Hamburg viel Potential.

HANSEVALLEY: Die Unterstützung Hamburger Startups bei der SXSW in Austin durch die Kreativgesellschaft, das intensive Engagement von US-Wirtschaftskonsul Michael Grey, das Netzwerkevent “Hamburg meets Israel” kommende Woche im Mindspace und das neue “Silicon Valley Desk” von Hamburg@Work sind qualifizierte Initiativen. Wir glauben, dass eine abgestimmte, internationale Standortwerbung erfolgversprechend sein kann. Wollen Sie lieber tausende ungelernter Praktikanten und Junior-Marketer in ”Hühnerställen” (Zitat eines Samwers) haben, wie es Rocket Internet in Berlin betreibt?


Thema 3: Förderung und Risikokapital.

Carsten Ovens: Die Investitions- und Förderbank bietet sicherlich eine gute Beratung und teilweise eine gute Förderung für Gründer. Dennoch reicht das nicht, wie u.a. die HWWI-Studie zum Startup-Standort im Auftrag der Wirtschaftsbehörde festgestellt hat. Deshalb haben wir auch den Innovations- und Wachstumsfond in der Bürgerschaft mitbeschlossen, der eine Lücke füllen soll. Mehr als 10 Monate später können SPD und Grüne jedoch immer noch kein Fonds-Konzept vorweisen, Zusagen von Investoren sind ebenfalls nicht bekannt.

HANSEVALLEY: Einen 100-Millionen-Fonds aufzusetzen, ist sicher eine Herausforderung, wenn private und öffentliche Partner zusammenarbeiten sollen. Es ist Ihre Aufgabe als Oposition, die Execusion beim Senat einzufordern. Aus unserer Sicht sollten vor allem die Stiftungen an Elbe und Alster motiviert werden, einen Teil ihrer Investments in die Assetklasse Venture Capital zu investieren, wie es im Handlungsfeld 4 der HWWI-Studie mit der Förderung regionaler Finanzierungen empfohlen wird. Dies ist eine Aufgabe für den Senat und die Vertretungen der Familienunternehmer.


One more thing:

Ihr Antrag für eine “Lange Nacht der Startups” hat bei uns Fragezeichen hervorgerufen: Das Event in Berlin ist eine private Initiative unter Führung der Telekom Innovation Labs - in diesem Jahr zusammen mit Deutscher Bank, Eon, Microsoft und VW - unterstützt von Berlin Partner und der IHK. Aus unserer Sicht bedarf es einer gemeinsamen, privaten Anstrengung, um ein vergleichbar interessantes Festival in Hamburg zu realisieren - kein öffentlich initiiertes.

Aus unserer Recherche der Hamburger Startupszene ergeben sich an Elbe und Alster eigene Stärken und Chancen für Gründer, Entwickler und Marketer: Im Vergleich zu Berlin ist Hamburg substanzieller und geschäftsorientierter. Das blinde Übernehmen Berliner Ideen und Initiativen ist für uns weniger sinnvoll, denn die Berliner Szene profitiert von einem globalen Image-Hype, unerfahrenen Expats und Risikokapital, dass dem Licht folgt.
Wir laden Sie herzlich ein, den Dialog fortzusetzen - gern in größerem Rahmen mit den Digital-Sprechern aller Parteien, den Vertretern des Senats und vor allem den Promotoren für ein digitales, zukunftsweisendes Hamburg - inkl. Hamburg Startups. Wir übernehmen als politisch und wirtschaftlich neutraler Partner gern die qualifizierte Moderation.

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Hinweis in eigener Sache:

Als Hamburg Digital Magazin ergreifen wir keine Stimme für eine einzelne Partei, den Hamburger Senat oder die Opposition in der Bürgerschaft. Wir loben und kritisieren Aktivitäten, die aus der digitalen Sicht auf die Stadt erfolgversprechend oder optimierungswürdig sind. Dies ist der Rahmen für unsere Meinung.


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