Freitag, 30. Dezember 2016

HANSEBUSINESS: Das schreibt der Handelskammer-Präses Olaf Scholz ins Stammbuch.

*Mit Updates zu Reaktionen und Links*

Die Digitalisierung ist in der Handelskammer angekommen:  Eine "Digitale Dachmarke", ein "Coworking-Club" und ein "3D-Demonstrationszentrum" sind für Kammerpräses Fritz Horst Melsheimer Top-Themen in seiner diesjährigen Jahresabschlussrede vor der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns gewesen. Die digitalen Aktivitäten, Planungen, Wünsche und was davon zu halten ist - aktuell von uns zusammengefasst:

Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer
Foto: Handelskammer Hamburg/Christian Stelling
Ab 16. Januar '17 wählen rd. 160.000 Hamburger Betriebe aus Industrie, Handel und Gewerbe ihr neues Plenum - die parlamentarische Interessenvertretung der Wirtschaft in der Handelskammer Hamburg. Erstmals sind drei Bündnisse im Wahlkampf: Die etablierte Initiative "Vorfahrt für Hamburg", das Reform-Bündnis "Unternehmer für Hamburg" und die Kammer-Rebellen "Die Kammer sind wir".

"Ich lasse mir das Recht, klar und deutlich im Namen der Hamburger Wirtschaft zu sprechen, von niemandem nehmen."

Die "Rebellen" waren auch ein Thema in der Jahresabschlussrede des Handelskammer-Präses im Rahmen der traditionellen Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns zum Jahreswechsel im Börsensaal am Adolphsplatz. Neben dem gerichtlichen "Maulkorb" gegen die allgemeine politische Rede des Präses aus dem Vorjahr standen vor allem jedoch 6 aktuelle Herausforderungen für die Hamburger Wirtschaft im Mittelpunkt.


"Die Disruption gefährdet auch in Hamburg bestehende Geschäftsmodelle, Arbeitsplätze und Gewinnmöglichkeiten."

Die "Chancen des technischen Fortschritts in den Bereichen Digitalisierung, E-Mobilität und 3D-Druck" sprach Melsheimer zentral in der Mitte der rd. einstündigen Rede vor den 2.000 anwesenden Gästen am Freitag-Mittag an. Als erfolgreiche Hamburger Aktivitäten im Kontext Digitalisierung und Startups nannte Melsheimer vornehmlich kammereigene Initiativen, wie das "Komptenzzentrum Mittelstand 4.0", das "Digital Innovation Lab" in der Hamburg School of Business Administration, die über 8.500 Gründerberatungen und mehr als 1.200 Registrierungen zur virtuellen Gründungswerkstatt.

Eine "Digitale Dachmarke" für alle Projekte und Initiativen

Der langjährige Hamburger Manager forderte gegenüber Bürgermeister Olaf Scholz und Wirtschaftssenator Frank Horch, "die bestehenden Projekte und Initiativen analog zum Silicon Valley unter eine gemeinsame Dachmarke zu stellen". Das Ziel: eine stärke Wirkung für die Startup-Szene nach innen und außen. Der Senat soll die Idee aufgreifen und unterstützen. Das erinnert an die Berliner "Startup Unit" von Kammern, Verbänden, Initiativen und Wirtschaftsförderern an der Spree.

Unsere Meinung:

Die "Startup-Unit" gilt als "toter Gaul", den "Berlin Partner" dank Fördermitteln reitet. Von der zugrunde liegenden McKinsey-Studie "Berlin gründet" aus 2013 funktioniert nur die internationale Vernetzung. Das Update "Berliner Startup-Agenda" aus diesem Jahr ist nur eine Zusammenfassung der Aktivitäten von Wirtschaftsförderung und Wissenschaft. Wenn Hamburg eine "Digitale Dachmarke" aufbauen will, sollten die aktiven Akteure eine führende Rolle spielen - von Medien über Netzwerke bis zu den Branchen-Clustern. Vorbild könnte die gelebte Marke "Be Berlin" sein.

Ein "3D-Demonstrationszentrum" zum Erleben und Ausprobieren

Die Möglichkeiten des 3D-Drucks haben Auswirkungen auf Industrie und globale Wirtschaftsströme, brachte es der Hauptredner der VEEK-Jahresabschlussversammlung auf den Punkt. In der Tradition öffentlich geförderter Informationszentren warb Melsheimer für ein "3D-Demonstrationszentrum", um vielen Unternehmen die Möglichkeiten der neuen Technologie erlebbar zu machen. Zudem sollte das Thema in der schulischen, dualen und universitären Ausbildung - bis hin zu eigenen Studiengängen - verankert werden.

Unsere Meinung:

Die Verankerung des 3D-Drucks in schulischer, dualer und universitärer Ausbildung ist richtig und wichtig - und ein Pflichtthema für die Kammer. Ein HK-Demonstrationszentrum halten wir hingegen eher für Verschwendung öffentlicher Mittel. Stattdessen sollten Unternehmer von der Handelskammer in die bestehenden Fab Labs "Attraktor" in Altona, "Fabolous" in St. Pauli und an der TU in Harburg eingeladen werden. Dies ist auch eine Möglichkeit, mit technologiebegeisterten "Makern" direkt ins Gespräch zu kommen.

Ein gemeinsamer "Coworking Club" zur Vermarktung des Standorts

Coworking-Spaces bieten Startups die geeignete Infrastruktur und ein inspirierendes Arbeitsumfeld, resümiert der Präses in seiner Ansprache vor den Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Zur Vermarktung des Gründerstandorts will die Handelskammer in nächsten Jahr die Coworking-Spaces, wie Betahaus, Design Offices, InnoHub, IntoOffice, Lilienhof, Medienhof, Mindspace, Places, Shhared oder Werkheim in einem "Coworking Club" zusammenbringen und vernetzen.

Unsere Meinung:

Schaden kann es nicht, die Betreiber der Coworkings an einen Tisch zu holen. In wiefern die Initiative eines "Coworking Clubs" sinnvoll ist, bleibt abzuwarten. Unterm Strich sind die Anbieter vor allem Wettbewerber im Markt, die sich durch verschiedene Zielgruppen und Konzepte abheben. Unausgereift ist der Gedanke, mit rd. 1 Dutzend Anbietern den Standort zu vermarkten. Hier fehlen die gemeinsamen Zielsetzungen und die für eine Vermarktung erforderliche Finanzierung. Ein Finanzierung des Marketings von Coworkings aus öffentlichen Mitteln ist kein empfehlenswerter Weg.

*Updates*

Rede von Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer als PDF-Download:
Jahresabschlussrede vor der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns

Reaktionen von "Kammer-Rebellen" und Verband Freier Kammern:
Die "Welt" Hamburg: Präses Melsheimer weist Maulkorb zurück.

Die zentralen Digitalen Wahlprüfsteine zur Kammerwahl 2017

Wir sind gespannt, was die drei Bündnisse und Initiativen zur Kammerwahl 2017 als Vorschläge zum Leitthema Digitalisierung zu sagen haben. Tobias Bergmann von der Initiative "Die Kammer sind wir" kritisiert in einem aktuellen Beitrag der "Welt" die Aktivitäten der Handelskammer als "digitalen Neuanstrich". Robin Houcken vom Bündnis "Unternehmer für Hamburg" nimmt die Kammer in dem Artikel in die Pflicht und sieht die Interessenvertretung in einer "Schlüsselrolle für die digitale Transformation".  

Ab 9. Januar veröffentlichen wir die Antworten zu den 12 von uns an die Initiativen und Bündnisse gerichteten Fragen. Dabei stehen für uns die 3 Themenfelder "Digitale Zukunft", "Digitale Kammer" und "Digitale Stadt" im Fokus des Services für die Industrie- und Handelsbetriebe an Elbe und Alster. 

Hier die 12 Fragen, deren Antworten wir ungekürzt veröffentlichen werden:

Eine Übersicht zu den drei Kammergruppen haben hier veröffentlicht:
Kammer-Wahl in Hamburg: Wer liest künftig Olaf Scholz die Leviten?


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