Sonntag, 4. Dezember 2016

HANSEBUSINESS: *Update* - Hamburger Startup Lightboys ist insolvent.

Update: Philipp Baumgaertel bezieht Stellung gegenüber HANSEVALLEY.

Das Hamburger Art- & Tech-Startup Lighboys ist vorrübergehend am Ende: Wie Philipp Baumgaertel, beliebter Geschäftsführer der Level by Level GmbH, am Mittwoch den Investoren auf Seedmatch mitteilte, ist eine Rettung des bestehenden Tech-Startups wohl nicht mehr möglich.


Lightboys-CEO Philipp Baumgaertel
Foto: Facebook.com
Kein frisches Geld nach der Crowdfunding-Kampagne, Abbruch der Stundungsverhandlungen über Lizenzzahlungen an den Gründer sowie die Verschiebung eines aktuellen Auftrags auf Januar: Das Trio schlechter Nachrichten bedeutet für das Hamburger Lichtrahmen-Startup das unerwartete Aus. 

Bereits Anfang der voran gegangenen Woche wurde die drohende Insolvenz von einem Fachanwalt geprüft. Die Geschäftsführung um den CEO und früheren Protonet Business Developer versuchte alles in ihrer Macht stehende, das endgültige Aus für das beliebte Hamburger Jungunternehmen zu verhindern.

Die drohende Pleite ist umso schmerzlicher, als dass 227 vornehmlich Hamburger Investoren im April d. J. 271.500,- € in einer Crowdfunding-Kampagne in das fortschrittliche Startup investiert hatten. Die 1/4 Millionen Euro könnten endgültig verloren sein. Grund: Die Anwälte von Lightboys geben dem jetzigen Startup keine positive Prognose für eine Fortführung.

Update:

Philipp Baumgaertel hat uns heute Vormittag dazu eine offizielle Stellungnahme gegeben, die wir sehr gern veröffentlichen:

"Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass wir es trotz toller Produkte, vieler internationaler Kunden und einem super Team nicht geschafft haben eine positive Fortführungsprognose für unser Unternehmen und alle daran Beteiligten zu entwickeln. 

Eine umfassende Analyse ist sicherlich erst mit etwas Abstand möglich. Wir möchten uns jedoch zunächst auf das Verfahren selbst, noch laufende Aufträge und die Sicherung guter Perspektiven für unsere Mitarbeiter konzentrieren."

Lightboys produzierte LED-Bilder als Kunstwerke und Lichtquellen - zunächst als Auftragsarbeiten, später in einer Kleinserienproduktion. Das seit 3 1/2-Jahren bestehende Startup hat unter dem Motto "Art by Day, Light by Night" Lichtobjekte mit bis zu 40 qm Größe hergestellt. Zu den Kunden gehören neben einkommensstarken Persönlichkeiten vor allem Büros, Modegeschäfte, Hotels und Gastronomiebetriebe im gehobenen Segment.


"Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens"

Philipp Baumgaertel erklärte am vergangenen Mittwoch auf dem Crowdfunding-Portal Seedmatch gegenüber den Crowdfunding-Investoren:
(in Ausschnitten)


Schlechte Nachrichten für Lightboys-Investoren:
Das Hamburger Tech-Startup ist insolvent.
Bild-Ausschnitt: seedmatch.com
1) Vorfinanzierungsbedarf
Unser Geschäft besteht aus sehr langen Auftragszyklen, und so kann es teilweise viele Monate dauern, bis ein Projekt zum Abschluss kommt und Geld ans uns fließt, z.B. im Hotelbau. Diese Zeiten sind Durststrecken, die es zu überwinden gilt. Leider ist es uns nicht gelungen, nach der Seedmatch-Finanzierung neue Gelder von Investoren gewinnen zu können, um das Geschäft kontinuierlich aufzubauen.
2) Kein Kompromiss mit dem Gründer möglich
Die  Neuverhandlungen der Lizenzverträge mit unserem Gründer bzw. seiner Gesellschaft und die Verhandlungen zu den Auszahlungen sind nicht erfolgreich gewesen. Wir haben zuletzt sehr viele Vorschläge wie zusätzliche Umsatzprovisionen oder Aufhebung der Wettbewerbsverbote gemacht und versucht finanzielle Anreize zu schaffen, die Verträge zu ändern. Leider gab es kein gangbares entgegenkommen, und wir – das operative Team und alle restlichen Gesellschafter - müssen einfach davon ausgehen, dass die Interessenlage zu unterschiedlich ist. Wir haben wirklich ALLES gegeben und nichts unversucht gelassen, aber leider ist die Situation so schwierig, dass wir keine andere Lösung sehen.
Lightboys Rahmenserie "Polyboy"
Foto: Lightboys
3) Verschiebung eines laufenden Großauftrages
Ein Auftrag der eigentlich jetzt in die finale Umsetzung gehen sollte wurde Kundenseitig sehr kurzfristig auf Januar verschoben. Kenntnis haben wir darüber leider erst seit Ende der vergangenen Woche (dieses ist ein deutliches Beispiel für Punkt Nummer 1). Die damit zu erwartenden Umsätze sind somit auch nicht mehr im aktuellen Geschäftsjahr zu verzeichnen. Dadurch entsteht akut eine entsprechende Lücke, die nicht schließbar ist.
Diese Gründe wiegen so schwer, dass wir nun keine Chancen mehr sehen, in dieser Konstellation erfolgreich zu sein. Wir sehen daher auch die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit und nach intensiven Beratungen mit einer auf das Thema spezialisieren Anwaltskanzlei besteht unter den gegebenen Voraussetzungen auch keine positive Fortführungsprognose.
Es tut mir aufrichtig leid, denn es verlieren aller Voraussicht nach nicht nur unsere Mitarbeiter ihre Arbeit und die Gesellschafter ihr eingesetztes Kapital. Auch Ihr, die Crowd, seid davon betroffen. Wir sitzen daher alle in einem Boot. Ich selbst (und auch andere Mitarbeiter) habe zuletzt auf Gehalt verzichtet und dem Unternehmen zusätzlich einen Kredit gewährt. Bitte vertraut mir, wenn ich sage, dass wir alles versucht haben, um die Probleme zu lösen und dass es für uns besonders bitter ist, jetzt aufhören zu müssen, wo wir operativ im letzten Quartal gerade postivie Ergebnisse erzielt haben. ...
HANSEVALLEY liegt der vollständige Text der Erklärung gegenüber den Seedmatch-Investoren vor. 
Die 4 Mitarbeiter werden voraussichtlich ihre Arbeitsplätze verlieren, die Gesellschafter ihr eingesetztes Kapital. Seedmatch wird den Cowdfunding-Investoren die notwendigen Informationen zur Eröffnung und Abwicklung einer Insolvenz zuschicken. Darüber hinaus erklärt Philip Baumgaertel in seinem Schreiben, unter den bekannten Kontaktdaten unverändert erreichbar zu sein. Wir bleiben am Thema dran.


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