Mittwoch, 24. Mai 2017

HANSESTARTUPS: Produktwelten in 3D vom Rödingsmarkt.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Texte informieren, Bilder emotionalisieren. In Zeiten digitaler Medien und Kanäle sind Fotos und Video wichtiger denn je. Ob für Endverbraucher, Geschäftskunden oder Businesspartner - hochwertige Visualisierungen verkaufen. Wenn diese naturgetreu und in 3D präsentiert werden, kommen schnell Kosten von 3.000,- € pro Bild und mehr zusammen. Ein kostspieliges Unterfangen - nicht nur für Großunternehmen, auch für den Mittelstand.


"Computer Generated Imaging" kann eine Lösung sein, die Kosten zu senken, die Produktion zu beschleunigen und erstklassige 3D-Animationen zu beflügeln. Zwei junge Absolventen der RWTH Aachen fanden den Schlüssel - und gründeten mit "RenderThat" in Hamburg und Köln und eine Agentur zur Digitalisierung von Produkten und Standorten. 3D-Imaging ist ein Thema für den Hamburg Digital Report und unser HANSESTARTUP der Woche:



Computer-generierter Design-Bungalow als Architektur-Lösung
Foto: RenderThat
Ein Design-Wohnbungalow und eine futuristische Bürofassade, elegantes Badezimmerporzellan und eine vollständige Wohnungseinrichtung, lecker glänzendes Obst und Gemüse und attraktiv wirkende Shampooflaschen - so realistisch die Bilder in 3D sind, so fleißig haben 3D-Artisten nachgeholfen. Der vergrößerte Kabelverbinder ist ebenso im Computer entstanden, wie die überdimensionalen Transistoren eines Umspannwerkes und der funkelnagelneue Sportwagen an der Strandpromenade in südlichen Gefilden.

Mit einer großen Idee nach Hamburg und Köln.


RenderThat Co-Founder David Wischniewski
Foto: RenderThat
Rund 10.000 Produkte haben David Wischniewski und Partner Patrick Pack mit ihren 3D-Designern in den vergangenen 6 Monaten digitalisiert und visualisiert. Er ist Architekt und junger Familienvater, ein Startup-Unternehmer jenseits von Overselling und Buzzword-Bingo. Bei der Open Office Hour erzählt er seine Geschichte, wie alles begann. Damals, als Praktikant in internationalen Architekturbüros in Berlin, Düsseldorf und München, Dublin und New York. In der Zeit kommt ihm eine Idee, recherchiert er 2012 in Aachen, ob mehr daraus werden kann.

Mit Kosten von 2-4.000,- € für eine 3D-Visualisierung haben Architekten erhebliche Kosten, Gebäudentwürfe attraktiv zu präsentieren. Die Anschaffung eigener Programme, wie "3DS Max" oder "Cinema 4D" plus leistungsstarkem Rechner, notwendigen Texturen, Footage-Material und Plugins kommt schnell auf 2.000,- € und mehr - zuzüglich eines erfahrenen 3D-Artisten mit 3-4.000,- € Gehalt im Monat. Das können sich nur große Unternehmen und Büros leisten.

Als Startup von der Plattform zu Projektgeschäft.


Im April 2013 starten die Gründer eine Vermittlungsplattform für 3D-Designer und Auftraggeber. Das Geschäft beginnt mit kleineren Projekten - von Architekturbüros ebenso, wie von Großunternehmen. Die Visualisierungen reichen von Bildern, Vasen und Tablet-Hüllen bis zu Bürogebäuden und einem Film mit visualisiertem Gebäudekomplex. Wie so oft, wird das Angebot noch mal verändert. Entwickelt sich im Februar 2016 aus der Onlinevermittlung eine Allroundagentur für die Themen Digitalisierung und Visualisierung.
Visualisierter Array-Tower aus dem Computer.
Foto: RenderThat

Von Anfang an unterstützt ein Industriekunde für erneuerbare Energien den jungen Dienstleister: Mit mehr als 50 Projekten und mehreren tausend Fotos ist der Hersteller mehr als nur ein überzeugender Concept Proof. Die Learnings lassen nicht lange auf sich warten: Die Kunden rufen häufig über Nacht die Leistungen ab. Die Agentur zieht die richtigen Konsequenzen, beschäftigt Designer in mehreren Zeitzonen, um auch von 17.00 Uhr abends bis 9.00 früh liefern zu können.

Zwischen Beratungsfirma und Kreativagentur.

Aus der reinen Vermittlungsplattform wird eine internationale Agentur mit 3D-Designern, über Landschafts- und Interiorarchitekten bis zu Digitalisierungexperten. Dabei können sich die Designer auf ihre eigentliche Leistung konzentrieren. Trotz der zusätzlichen Services durch "RenderThat" ist diese Form des Auftrags weitaus günstiger, als die traditionelle Beauftragung.


Im Computer visualisierter Motor mit Keilriemen.
Foto: RenderThat
Im Januar 2016 kommt auf der Kölner Möbelmesse der Durchbruch für das junge Agenturteam. Es ist ihr erster Messestand, speziell für junge, innovative Unternehmen. Der Zuspruch großer Firmen bringt den Erfolg, darunter Aktiengesellschaften und der belgische Schaumstoffhersteller Recticell, besser bekannt als "Schlaraffia". RenderThat startet durch - wächst von 3 auf 30 Mitabeiter, ist jährlich allein auf 6 internationalen Branchenmessen präsent, um seine Kunden zu treffen.

1 Mio. Bilder pro Monat, 200 Designer weltweit.

Die Zahl der betreuten Unternehmen steigt mit dem Durchbruch von 15 auf 150, z. B. Aktiensgesellschaften aus dem DAX, dem MDAX und dem Dow Jones. Der Umsatz klettert vom fünfstelligen in den siebenstelligen Bereich. 18 eigene 3D-Designer beschäftigt "RenderThat" heute, übernimmt eine kleine Softwareschmiede aus Köln und steuert mit einem Dutzend Projektleitern weltweit 200 freiberufliche Designer. Dazu kommen Programmierer, Landschaftsarchitekten und Designer auf der Payroll.

Das Leistungspektrum wächst auf die gesamte Bandbreite visueller Präsentationen: Ob Produktkatalog, Messepräsentation oder Websitevisuailsierung, die pfiffigen Wahl-Hamburger und -Kölner übernehmen für die Produktpräsentation sogar die Digitalisierung von Warenlagern, das Fotoshooting der Produkte und die Bereitstellung der Visualisierungen in Foto, Film, Online und in Apps. Zu den Kunden gehören Produktentwicklung und -marketing ebenso, wie Innovationsabteilungen und die PR.  

Von 3D-Visualisierung zu Augmented Reality.

Die Entscheidung von David, im März diesen Jahres nach Hamburg zu kommen, um hier mit seiner jungen Familie zu leben, hat es keinen Tag bereut. An der Elbe fand er die passenden Mitarbeiter für seine Agentur, entwickelt am Rödingsmarkt und mit seinem Partner in Köln sein digitales Geschäft jeden Tag ein gutes Stück weiter. Zu den nächsten Wünschen auf der Roadmap zählen erlebbare Produkte für Endkunden und Verbraucher. In der Augmented- und Virtuell Reality-Metropole Hamburg dürfte das kein Problem sein.


* * *

 Hamburg Digital Background: 

Internationale CGI-Agentur RenderThat
http://agency.renderthat.com/

Die besten Startups sind HANSESTARTUPS:
www.hansestartups.net


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Sonntag, 21. Mai 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Henneke Lütgerath: Eine internationale Messe für digitale Produkte in Hamburg.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

"Es wir alles digitalisiert, was digitalisiert werden kann," spitzt Deutschlands EU-Kommissar Günther Oetinger auf dem Norddeutschen Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrats am 11. Mai d. J. im Grand-Eysee Hotel Hamburg zu. Die Digitalisierung werde ganze Branchen umwälzen, fokussiert Wirtschaftsrats-Präsident Werner Bahlsen. Der Landesvorsitzende der Hamburger CDU-Wirtschaftsorganisation, Dr. Henneke Lüttgerath, mahnt: "Die Art zu wirtschaften, steht in grundsätzlichem Wandel."

Die Hamburger Christdemokraten haben anläßlich des 6. Wirtschaftstages der Hanseländer mit Ihrer Wirtschaftsorganisation ein Positionspapier zur digitalen Zukunft der Freien und Hansestadt veröffentlicht. Mit umfassenden Forderungen zu Digitaler Bildung, Digitalen Plattformen, Digitalen Technologien und Digitalen Lösungen setzt die Union an Alster und Elbe ein Zeichen. Ein guter Anlaß, konkret nachzufragen. Unser HANSEPERSONALITY ist Dr. Henneke Lütgerath, Landesvorsitzender des CDU-Wirtschaftsrats in Hamburg:



Hamburgs Wirtschaftsrats-Chef
Dr. Henneke Lütgerath
Foto: Wirtschaftsrat Hamburg
Schule und Studium zählen zu den entscheidenden Stützpfeilern, als Wirtschaftsmetropole auch in Zukunft geeignete Fach- und Führungskräfte zu gewinnen. Die Elternkammer fordert drahtloses Internet in allen Klassenzimmern. Der neue Handelskammer-Präses fordert Tablets für alle Auszubildenden und Ausbilder. Welche Ansätze verfolgen Sie in den Bereichen Digitale Bildung und Digitaler Campus?

Digitale Bildung bedeutet vor allem, die Lernmethoden zu ändern, nicht aber die Inhalte.
Das Lehren und Lernen mit digitalen Medien muss – wie Lesen, Schreiben und Rechnen – zur selbstverständlichen Praxis im Unterricht werden. Wie gut das funktioniert, hängt letztlich von der digitalen (Aus-)Bildung der Lehrkräfte ab. Der Einsatz digitaler Medien muss daher zum integralen Bestandteil der Lehreraus- und Fortbildung werden. In der öffentlichen Diskussion kommt dieser Aspekt oft zu kurz. Die rein technische Ausstattung sagt noch gar nichts über die Qualität der Digitalen Bildung aus.

Anders als der Begriff es vielleicht vermuten lässt, denken wir beim Stichwort Digitaler Campus nicht an eine Onlineuniversität. Ähnlich dem "Einstein Center Digital Future“ in Berlin fordern wir ein Kooperationsprojekt zwischen den drei großen Hochschulen der Hansestadt (UHH, TUHH, HAW) und ortansässigen Unternehmen, insbesondere KMUs. Ziel sollen angewandte Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie der Technologietransfer in für Hamburgs praxisrelevanten Informatikbereichen sein, z.B. Smart Logistics, Smart Harbour oder E-Government.

Eine solche Kooperation, die wir "Hamburg Digital“ nennen, kann ein wegweisender Accelerator sein, in dem kreative Köpfe digitale Geschäftsideen entwickeln und diese in enger Zusammenarbeit mit potentiellen Kunden, also Unternehmen, Konsumenten und Behörden, zur Marktreife bringen.


Die Hamburger Wirtschaft ist geprägt von starken, internationalen Dienstleistungsbranchen, wie Schifffahrt, Logistik, Handel oder Medien. Der Senat unterstützt Zukunftsinitiativen, wie das "Deutsche Maritime Zentrum", den "Digital Logistics Hub" und den "Digial-Space Hammerbrooklyn". Welche Technologien und Initiativen helfen aus Ihrer Sicht, die Wettbewerbsfähigkeit Hamburgs zu sichern und zu stärken?

Durch die Digitalisierung forciert, hat der E-Commerce in den letzten zwei, drei Jahren drastisch zugelegt – und damit auch der Lieferverkehr. Hamburgs ohnehin volle Straßen sind noch stärker belastet. Und dieser Trend wird sich fortsetzen, wenn mehr und mehr Onlinehändler Same-Day Delivery anbieten. 

Deshalb halten wir das von der Logistik-Initiative Hamburg ins Leben gerufene Projekt "Smart Last Mile Logistics“ – kurz SMILE – für eines der wichtigsten Digitalprojekte der Hansestadt. Durch alternative Zustellprozesse, alternative Antriebe, ein intelligentes Verkehrsmanagement und alternative Transportsysteme soll die Lieferung auf der „letzten Meile“ nachhaltiger und effizienter werden. Das schont nicht nur die Nerven der Verkehrsteilnehmer, sondern senkt auch die Schadstoffbelastung – ganz ohne Fahrverbote!

Genauso wichtig ist für uns die Innovationsallianz NEW 4.0 zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Das Projekt erforscht u. a. am Energie-Campus CC4E in Bergedorf innovative Lösungen für das Jahrhundertprojekt Energiewende. Dabei geht es um Echtzeitvernetzung, Datenanalyse, Sektorkopplung, Power-to-X-Lösungen – letztlich die ganzheitliche Systemintegration von Erneuerbaren Energien. Die Technologien, die hier in der Metropolregion Hamburg erforscht werden, haben großes Potenzial Auslandsmärkte zu erschließen und die deutsche Energiewende zu einem Exportschlager zu machen. 

Der Senat plant mit der HOCHBAHN und zusammen mit Daimler in Zukunftsthemen, wie Elektromobilität, Brennstoffzellen-Infrastruktur und digitale Mobilitätsplattformen zu kooperieren. Welche Zukunftstechnologien sehen Sie im Fokus für neue wirtschaftliche Chancen und was sollte der Senat hier konkret unternehmen?

Aus unserer Sicht ist Medizin 4.0 ein heißes Thema für Hamburg. Aufgrund des demografischen Wandels und der Zunahme chronisch-degenerativer Erkrankungen bietet allein der Markt der Patientenüberwachung, wo digitale Telemedizin-Lösungen gefragt sind, ein ungeheures Potenzial. Schätzungen zufolge wird das globale Marktvolumen für mobile Gesundheitsanwendungen bis 2020 auf 50 bis 60 Milliarden US-Dollar anwachsen. Wer sich als Vorreiter im Markt der Patientenüberwachung bzw. der Telemedizin positioniert, erschließt einen Zukunftsmarkt. Mit einer ohnehin starken Gesundheitswirtschaft im Rücken bringt Hamburg hierfür alle Voraussetzungen mit.

Das Problem sind die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland, die die Anwendung von Telemedizin erschweren. Daher fordern wir vom Senat u. a., dass er sich auf Länder- und Bundesebene für die Klärung haftungs-, datenschutz- und berufsrechtlicher Fragen einsetzt, auf eine Modifikation des Fernbehandlungsverbots hinwirkt und für einheitliche regulatorische Rahmbedingungen, z.B. hinsichtlich der Datenformate, eintritt. Auch sollten Gründungen und Ausgründungen im Bereich Telemedizin incentiviert werden.

Es gibt diverse Netzwerke und Initiativen, die die Digitalisierung begleiten, z. B. das IT-Netzwerk "Hamburg@Work", die Branchencluster der Hansestadt und die Hamburg Digital Community NEXTHANSE. Sie fordern einen "Digitalisierungskatalysator" für Hamburg in Zusammenarbeit mit Handelskammer, Messe und Hochschulen. Was können wir uns darunter vorstellen?

Bei der Digitalisierung geht es nicht nur um technische und wirtschaftliche Aspekte. Auch rechtliche, ethische und soziale Fragen müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Dafür braucht es internationale, anwendungsorientierte Plattformen, die die Digitalisierung antreiben und gestalten. Diese bezeichnen wir als Digitalisierungskatalysatoren. Wir fordern, dass sich Hamburg zum Initiator und Betreiber eines solchen Katalysators macht.

Konkret stellen wir uns drei Foren vor, die durch Hamburg organisiert und moderiert werden:

  • Eine internationale Präsenzmesse für digitale Produkte und Leistungen mit angeschlossenem Präsenzkongress im Zweijahresrhythmus
  • eine virtuelle, im Quartalsrhythmus zu wechselnden Schwerpunktthemen stattfindende Fachmesse für digitale Produkte und Leistungen und 
  • ein permanenter virtueller Kongress, der als Diskurs- und meinungsbildender Raum zu verschiedenen, auch interdisziplinären Themen dient.

Die wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit dieses Katalysators muss gewährleistet sein. Daher schlagen wir für die Trägerschaft eine Stiftung vor, deren Entscheidungsgremien sich so zusammensetzen und erneuern, dass Fremdeinflüsse so weit wie möglich ausgeschlossen sind. Die laufenden Kosten sollen idealerweise über Teilnahmegebühren und Eintrittsgelder gedeckt werden.

Der Senat arbeitet mit seiner "Digital First"-Strategie an elektronischen Bürgerservices rund um hamburg.de und das geplante Servicekonto. Über das "HamburgGateway" sind laut Senator Carsten Brosda bereits rd. 80 Verwaltungsverfahren verfügbar. Was fordern Sie vom Hamburger Senat in Sachen "Digital First" besser oder mehr zu machen?

Wir haben noch unsere Zweifel, dass hinter "Digital First“ auch wirklich eine ausgereifte Strategie steckt. Die Digitalisierung der Verwaltung muss bedeuten, auch den ganzen Apparat hinter den Kulissen zu digitalisieren. Wenn die Bürger oder Firmen online einen Antrag stellen, in den Behörden aber alles wieder ausgedruckt wird, ist das keine Digitalisierung. Zudem braucht es eine zukunftssichere, technologische Basis. Das Wort "Blockchain“ haben wir im Kontext von "Digital First" aber noch nicht gehört. Ganz konkret fordern wir außerdem, dass Unternehmensanmeldungen, also Gründungen, komplett digital möglich und binnen 24 Stunden abgeschlossen sein müssen.

Die Idee des Servicekontos finden wir gut und zeitgemäß. Es liefert die Basis für die vom Wirtschaftsrat geforderte „Behörden-App“, die den Hamburgern unterwegs Zugriff auf sämtliche Funktionen ihres Servicekontos bieten und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Mobilgeräten im Alltag ausschöpfen soll. Ein Beispiel: Über den Beschleunigungssensor des Smartphones könnte die App während der Autofahrt Schlaglöcher identifizieren und die Geodaten weiterleiten. Quasi ohne Personalaufwand wüsste die Stadt genau, wo Straßenarbeiten notwendig sind. Solche Ideen müssen Eingang in "Digital First“ finden.

Zu guter Letzt unsere Hamburg-Frage. Wenn Sie die Aktivitäten des Hamburger Senats mit der Standortinitiative "Digitale Stadt", der Behördeninitiative "Digital First" und der Hochschulinitiative "Ahoi.Digital" überblicken: Wie gut ist unsere Wirtschaftsmetropole auf die "Digitale Bugwelle" vorbereitet oder wie weit müssen wir uns auf "Hochwasser" in Hamburgs Wirtschaft gefasst machen? 

Ein konkretes Wort zu „Ahoi.Digital“: Die 35 neuen Professuren und bis zu 1.500 zusätzlichen Informatik-Studienplätze sind gut, aber nicht ausreichend. Berlin plant zum Vergleich 100 neue Professuren für IT & Entrepreneurship, 50 davon sind nach unserem Kenntnisstand schon auf dem Weg. Bislang hat der Hamburger Senat die Informatik vernachlässigt, auf dem Arbeitsmarkt fehlen Experten. Viele Start-ups sourcen aus diesem Grund Entwicklungsarbeiten nach Osteuropa und Russland aus. Google eröffnet sein neues Entwicklungszentrum mit bis 800 IT-Ingenieuren nicht am Standort Hamburg, sondern in München, da LMU & TU in diesem Bereich wesentlich besser aufgestellt sind als die Hamburger Hochschulen.

Vielen Dank für die offenen Antworten!

Das Interview führte Thomas Keup.

 * * *

 Hamburg Digital Background: 

Positionspapier Digitale Agenda für Hamburg:

Impressionen Norddeutscher Wirtschaftstag:

CDU-Wirtschaftsrat Hamburg:


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Mittwoch, 17. Mai 2017

HANSEFOOD: Spot auf die intelligente Obstkiste aus Hamburg.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Leckeres Magnum Eis, fangfrische Fischstäbchen, edle After Eight Pfefferminzplättchen oder muntermachender Eilles Kaffee - unsere Stadt ist ein führender Lebensmittelstandort. Unternehmen, wie Darboven, Iglo, Nestlé und Unilever haben in Hamburg ihren Sitz oder produzieren an der Elbe für Deutschlands Supermärkte. Mit der EDEKA-Zentrale ist zudem Deutschlands Lebensmittel-Primus in der Handelsmetropole zu Hause.

Mit dem Internet of Food & Farm zieht die Digitalisierung auch in Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Logistik und Vertrieb ein. Mit mehr als 70 Partnern fördert die EU-Kommission im Rahmen des Large Scale-Projekts "IoF2020"  die technologische Entwicklung entlang der Lebensmittelproduktionskette. Mit dabei - ein bekannter Hamburger Chiphersteller, der Lebensmitteln auf die Sprünge hilft. Ein Hamburg Digital Report:


Reges Treiben auf dem Großmarkt.
Foto: Großmarkt Hamburg
Dienstag-Morgen, in Hamburg-Hammerbrook, an der Brandshofer Schleuse. Der Frühnebel liegt noch über der Elbe am Oberhafen. In den Markthallen für Obst, Gemüse und Blumen herrscht Hochbetrieb. Einkäufer, Groß- und Einzelhändler geben sich die Klinke in die Hand. In der Nacht kommen die LKW mit den Europaletten frischen Obst- und Gemüses an. Auch an diesem Morgen u. a. mit erntefrischen Tomaten aus der Provinz Alméria in Südspanien. 

Es ist die erste der bis zu drei Ernten im Jahr, die in grünen Klappkisten von den Obstplantagen zu den Erzeugermeinschaften, per LKW zu den Großhändlern auf den Fruchthof und schließlich ins REWE-Center Stanislawski und zu unserem türkischen Gemüsehändler um die Ecke kommt. Was nach einem simplen Transport in grünen Klappkisten aussieht, ist eine zeitkritische Frischelieferung - gegen die Uhr und verdorbene Lebensmittel im Obstregal.



200 Mio. Obstkisten - 1 Mrd. mal pro Jahr unterwegs

Hinter den grünen Boxen steht Europas größter Anbieter von Leihkisten in der Frischelogistik von Lebensmitteln, Euro Pool - ein Zusammenschluss von drei Verleihkonsortien für Obst- und Gemüseboxen in Deutschland, Belgien und den Ni
ederlanden. Auch die Hamburger EDEKA-Zentrale ist Gesellschafter. 200 Mio. Stiegen sind international unterwegs - mit frischem und verpacktem Obst und Gemüse - vom Gewächshaus bis zum Obstregal. Seit Anfang des Jahres stehen die Lebensmittelboxen auch im Büro von Johannes Berg, Senior Projekt Manager bei NXP in Hamburg.


Der Mitarbeiter des niederländischen Halbleiterherstellers kennt nach nur wenigen Monaten die Geheimnisse der Lebensmittellogistik. Als Innovationsmanager in der Deutschlandszentrale von NXP in Lokstedt kümmert sich der Entwicklungs- und Strategiespezialist um neue Anwendungsmöglichkeiten für Chips. Im Alltag beschäftigen ihn z. B: diese Fragen: 'Wie gestalten wir einen sicheren Weg zu einer digitalisierten Industrie?' oder 'Können Chips aus Personalausweisen und Kreditkarten auch in Industrierobotern genutzt werden?' 

NXP-Chip auf Platine
Foto: NXP B. V.
4 Mitarbeiter und 4 Jahre für die funkende Obstkiste

Mit dem Pilotprojekt im Rahmen des Internet of Food & Farm betritt das 8-köpfige Team der Abteilung für Corporate Innovation Projects ein Stück Neuland. Normalerweise beschäftigen sich die Forscher und Innovatoren der früheren Philips-Tochter mit Security und Identity-Produkten in Smartcards, Smartphones und 3D-Druckern. Durch das EU-Projekt zusammen mit Euro Pool, dem Mobilfunkspezialisten DS10, dem Bremer Institut für angewandte Systemtechnik ATB und der Universität Wageningen in den Niederlanden beginnt auch bei NXP etwas besonders Spannendes.

4 Mitarbeiter arbeiten in Hamburg am Anwendungsprojekt "Intelligente Obstkiste". So ausgereift die Transportboxen auch sind, noch müssen sich Erzeuger, Händler, Logistiker und Verbraucher blind darauf verlassen, dass Äpfel und Birnen sachgerecht in der geplanten Zeit in die Obstschale auf dem Küchentisch gelangen. Denn noch ist die Obstkiste nicht die Hellste. Das soll sich in den kommenden 4 Jahren ändern. Das Ziel: eine funkende Box, die immer weiß, was wichtig ist.

Chips, Sensoren und Software für frische Tomaten

NXP-Senior Projekt Manager Johannes Berg
Ein kleinerer Millionenbetrag steht dem Projektteam über 4 Jahre dafür zur Verfügung. Zwei Kernaufgaben treiben die Hamburger Chipspezialisten und Miterfinder der NFC-Technologie um: 1. Wie kann man die blauen und grünen Obst- und Gemüsekisten mit Chips, Sensoren und Funktechnologie intelligent machen? Und 2. Lässt sich die Technik in großen Stückzahlen einsetzen, damit das EU-Projekt zu einem Large Scale-Projekt wird?

Bis Ende des Jahres soll der Prototyp für die intelligente Obstkiste fertig sein und ins Netz gehen können. Dann wird sich herausstellen, ob Zeitspannen, Temperaturen und Erschütterungen von Obst- und Gemüsekisten online-vernetzt jederzeit erfasst und ausgewertet werden können. Dahinter stehen diverse verbaute Sensoren, NXP-Chips, Betriebssoftware und Schnittstellen zu den IT-Systemen von Herstellern, Verarbeitern, Logistikern und Händlern sowie die Funktechnik.

Transparenz und Sicherheit für Obst und Gemüse

Im nächsten Schritt werden die Frischeboxen mittels Narrowband-Technik mit dem Web verbunden. Die IoT-Protokolle Sigfox und Lora stehen u. a. dafür zur Verfügung. In den BENELUX-Ländern gibt es schon ein flächendeckendes Netz. In Belgien werden die ersten 100 cleveren Tomatenkisten von Euro Pool mit NXP-Chips über die Autobahnen rollen, um zu testen, ob die neue, intelligente Transportverpackung hält, was sie verspricht. Gelingt das Projekt, löst die funkende Euro Pool-Kiste einen ganzen Katalog an Herausforderungen: 

Künftig wissen Verleiher, Logistiker und Händler zu jedem Zeitpunkt, wo sich ihre Leihkisten gerade befinden. Produzenten, Verarbeiter sowie Groß- und Einzelhändler wissen, dass die Ware sachgerecht transportiert wurde. Und schließlich eröffnen sich mit Millionen von Echtzeitdaten aus der Lebensmittellogistik ganz neue Geschäftsfelder. Transparenz, Sicherheit und Gewährleistung durch Informationen aus Kisten können damit die Lebensmittelindustrie revolutionieren. 

Weil alle guten Dinge in Hamburg beginnen, wird Johannes Berg wohl schon bald seine Äpfel, Tomaten und Zucchini aus einer intelligenten grünen Kiste im Obstregal seines EDEKA-Marktes in Hoheluft nehmen können und dabei ganz sicher sein, garantiert nur die frischeste Ware einzukaufen. Die, die in der Nacht über den Obstgroßmarkt in die Stadt kam und von denen der Großhändler am Morgen noch schwärmte, wie toll es sei, dank intelligenter Obstkisten immer nur das Beste für seine Kunden bereithalten zu können. 





 Hamburg Digital Background: 

Großprojekt Food & Farm der EU-Kommission
https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Grossprojekt-Internet-of-Food-Farm-gestartet-7163089.html

Euro Pool-Klappsteigen für Obst und Gemüse
http://www.europoolsystem.com/de/Steigen/Grune-Klappsteigen

NXP Deutschland und Waferfabrik Hamburg
http://www.nxp.com/about/about-nxp/worldwide-locations/nxp-in-deutschland:GERMANY

Großmarkt Hamburg für Obst, Gemüse + Blumen
http://www.grossmarkt-hamburg.de/



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Sonntag, 14. Mai 2017

HANSEPERSONALITY Henrik Falk: "Der Bedarf am privaten Fahrzeug wird nahezu ganz aufgelöst."

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Die Hansestadt Hamburg und der Fahrzeugbauer Daimler schließen am kommenden Freitag eine umfassende Partnerschaft in den Bereichen Elektromobilität, Carsharing, Brennstoffzellen-Infrastruktur, digitale Mobilitätsplattformen, Elektro-Busse und Elektro-Transporter. Auf Daimler-Seite sind die Mobilitätsplattform Moovel und die Financial Services beteiligt, neben dem Senat ist auf Hamburger Seite die HOCHBAHN federführend dabei.

1,2 Mio. Fahrgäste nutzen täglich allein die Buss
e und Bahnen der Hamburger HOCHBAHN. 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen vor und hinter den Kulissen für einen reibungslosen Betrieb. Die HOCHBAHN ist ein wichtiges Rückgrat im Hamburger Verkehrsverbund. Jeder 2. Fahrgast nutzt die roten Busse und Bahnen. Mit neuen U-Bahnlinien, CO2-freien Bussen und digitalen Innovation ist die HOCHBAHN ein Taktgeber für Mobilität in unserer Stadt. Unser HANSEPERSONALITY ist HOCHBAHN-Vorstand Henrik Falk:


Führt den Hamburger Nachverkehr in die Zukunft:
Der neue Hochbahn-Chef Henrik Falk
Foto: Hochbahn
1978 nahmen 300.000 Hamburger auf dem Rathausmarkt Abschied von der letzten Straßenbahnlinie an der Elbe. In Zukunft sollen weniger erschlossene Gebiete, wie Billbrook oder der Hafen mit individuellen Busshuttlen angeschlossen werden. Dazu können sich Fahrgäste - z. B. von Firmen - per App einen Zubringerbus bestellen, gemanagt über eine digitale Dispositionsplattform. Wie sie das praktisch vor und hinter den Kulissen aus?


Aktuell beschäftigt sich der HVV innerhalb eines Projekts mit genau diesem Thema. Als Mobilitätsexperte sind wir hier natürlich als Partner mit im Boot. Zur konkreten Planung ist der HVV Ansprechpartner.

Ganz grundsätzlich verstehen wir uns als Organisator einer nachhaltigen Mobilität der Smart City Hamburg. Darum setzen wir uns laufend mit Trends und Entwicklungen urbaner Mobilität auseinander - von Digitalisierung bis Shareconomy. Heißt, wir treiben das Thema digitaler Mobilitätsplattformen selbst auch an verschiedenen Fronten: Sei es bei der Weiterentwicklung und Ausweitung unseres Projektes Switchh oder bei Partnergesprächen zum Thema potenziell neuer Ridesharing-Modelle.

Und nicht zu vergessen ist natürlich das Thema, welches gerade die halbe Welt bewegt: autonomes Fahren. Modelle und Technologien hierzu werden wir uns in den kommenden Jahren näher ansehen und voraussichtlich ab 2021 auch erste Pilotprojekte für mehrjährige Testreihen anstoßen. Derzeit laufen die ersten Gespräche dazu mit den Partnern. 


Die erste U-Bahn wurde in Hamburg 1912 eröffnet - es ist eine Ringlinie und die bekannte U3. Heute können Hamburger Fahrgäste in den U-Bahnhöfen Borgweg und Mönckebergstraße sowie in den Metrobus-Linien 3 (VHH) und 5 (HHA) kostenlos im WLAN surfen. Können wir in Hamburg künftig in allen Bussen und U-Bahnen kostenlos surfen und wenn ja, wie sehen die Ausbaupläne konkret aus?

Der Ausbau des WLAN-Netzes ist ein wichtiges Element unserer Strategie zum digitalen Kundenerlebnis. Aus der Auswertung unseres Pilotprojekts im vergangenen Jahr haben wir gesehen, dass wir damit den Nerv unserer Fahrgäste getroffen haben. Deshalb haben wir die WLAN-Ausrüstung beschlossen: Alle 91 U-Bahn-Haltestellen und unsere gesamten Busflotte mit rund 1 000 Fahrzeugen werden einen Internetzugang erhalten.

Damit knüpfen wir außerdem auch direkt an das Vorhaben der Freien und Hansestadt Hamburg an, im gesamten Stadtgebiet rund 900 WLAN-Accesspoints bereitzustellen. Die Ausstattung unserer Infrastruktur mit dem Internetzugang via "MobyKlick" erfolgt sukzessive. Bis Ende dieses Jahres wird unsere gesamte Hochbahn-Busflotte über einen WLAN-Zugang via Router verfügen. Bis Ende 2018 sollen dann alle U-Bahn-Haltestellen an das Glasfasernetz angeschlossen sein. 


Alles begann 1839 mit vier Pferdefuhrwerken und bis zu 13 Fahrgästen zwischen dem Hamburger Steintor und der Altonaer Palmaille. Künftig können Fahrgäste mit ihrem Handy mittels "Check-in/Be-out" in Bussen, Bahnen und Fähren unterwegs sein und müssen nicht mal mehr ein Ticket lösen. Wie funktioniert das und wann können wir das erstmals live - z. B. auf der Metrolinie 5 - ausprobieren?

Nun, die Grundidee von Check-in/Be-Out ergibt sich aus zwei wesentlichen Kundenwünschen: Erstens ist das Tarifsystem in Hamburg – und ganz ehrlicher Weise wohl in keiner Großstadt – selbsterklärend und als Fahrgast will ich mir nicht lange überlegen müssen, welches Ticket das richtige ist. Zweitens will ich ebensowenig hin- und her rechnen, ob ich gerade wirklich das günstigste Ticket gezogen habe. Für genau diese Ansprüche gibt es in verschiedenen Städten bereits unterschiedliche Lösungsansätze.

Unsere Vorstellung ist, dass Kunden mit ihren Smartphones und sogenannten iBeacons, also Standortmarkern, erkannt werden, sobald Sie eine Haltestelle beziehungsweise ein Fahrzeug betreten. Mit dem Bestätigen der ersten Fahrt trackt die App via Smartphone dann jede weitere automatisch und rechnet am Ende des Tages den günstigsten Gesamtpreis ab. Aktuell befinden wir uns in der Ausschreibungsphase für die Entwicklung einer solchen Lösung. Wir sind zuversichtlich, im kommenden Jahr einen ersten Piloten laufen zu haben. 


Seit 2013 gibt es mit der "Switchh-Card" ein deutschlandweit einmaliges Kombiangebot für Hamburger Fahrgäste, auch Mietwagen von Cambio, Car2Go und DriveNow sowie Fahrräder von StadtRad nutzen zu können. Im Sommer bekommt Hamburg einen neuen Anbieter für E-Scooter-Sharing. Wie erfolgreich ist das Mobilitätskonzept und wie wird das "Switchh"-Angebot weiter ausgebaut?


Switchh-Carsharing-Station am Berliner Tor
Foto: Hochbahn
Wenn wir in die Zukunft schauen, wird irgendwann jede Verkehrsmittelnutzung öffentlich sein, weil der Bedarf am privaten Fahrzeug sich durch die Angebote „geteilter Mobilität“ nahezu ganz auflöst. Wir sharen unsere Mobilitätsangebote – das ist nichts anderes als öffentlicher Nahverkehr. Diesem Gedanken folgend, haben wir das Projekt Switchh gestartet - einen innovativen Ansatz zur Verknüpfung des öffentlichen Nachverkehrs mit anderen Angebotsformen, wie Bike- oder Carsharing.

Mit dieser Idee hat die Hochbahn in Hamburg Neuland betreten. Daher – und gerade auch mit Blick auf ähnliche Projekte in anderen Städten wie Wien, Hannover oder Leipzig – war uns total klar, dass dieser Ansatz bei Nutzern erst einmal verstanden und auch gelernt werden muss. Und auch wir lernen dazu: Nach der Pilotphase haben wir das Angebot – das zunächst auf HVV-Abonnenten beschränkt war – im letzten Jahr auf alle HVV-Nutzer ausgedehnt. Mit dieser Ausweitung haben wir einen Anstieg der Kundenzahlen um 10 Prozent erreicht. Wir sehen also: 

Mit unserem Angebot erhöhen wir das Verständnis und Bewusstsein für die Nutzung geteilter Mobilitätsangebote. Das ist ein guter erster Schritt!

Seit 2014 gibt es in Blankenese mit der "elektrischen Bergziege" den deutschlandweit ersten Regelbetrieb mit Elektrobussen. Ab 2020 wird es in Hamburg nur noch abgasfreie Elektrobusse geben. Das Stromnetz in Hamburg ist dafür gerüstet, so eine aktuelle Studie. Was dürfen wir in Sachen Innovationen in Zukunft noch von der Hochbahn erwarten?

Mit dem Ziel, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse zu beschaffen, stehen wir vor einer großen Aufgabe. Man muss sich klar machen, dass diese Entwicklung einer echten technologischen Revolution gleichkommt. Nicht nur, dass entsprechende Fahrzeuge bereitgestellt werden müssen. Auch die Infrastruktur und die IT-Systeme benötigen einen kompletten Wandel. Und das ist die eigentliche Mammut-Aufgabe. Neben der Herstellerfrage bezüglich der Entwicklung und Lieferung serienreifer Fahrzeuge beschäftigen wir uns daher eindringlich genau mit diesen Themen.


Hochbahn-Innovationslinie 109 im Elektobetrieb
Foto: Hochbahn
Derzeit zeichnet sich ab, dass Batteriebusse als Basistechnologie den Mobilitätsanforderungen der Zukunft am ehesten gerecht werden – gegebenenfalls mit ergänzenden Wasserstoffelementen. Darum planen wir heute schon unseren künftig größten Busbetriebshof Gleisdreieck so, dass er den entsprechenden Anforderungen gerecht wird und eine Lade-Infrastruktur für bis zu 250 E-Busse aufweist. Gleichzeitig prüfen wir anhand dieses Referenzprojektes, wie wir die IT-Systeme für die neuen Technologien gestalten. Damit schaffen die dann die Basis, künftig einen Betriebshof nach dem anderen umzurüsten. Zur Einordnung: Wir haben immerhin fünf dieser Höfe für insgesamt rund 1.000 Busse.

Zu guten Letzt unsere Hamburg-Frage: Ältester Verkehrsverbund der Welt, erste Millionenmetropole ausschließlich mit Elektrobussen - das klingt nach Weitsicht und kontinuierlichem Fortschritt. Welche Herausforderungen hat Hamburg mit seiner Hochbahn in Bezug auf die "wachsende Stadt" und eine immer attraktivere Touristenmetropole?


Neubau der U-Bahnlinie 4 zu den Elbbrücken
Foto: Hochbahn
Ganz klar: Wo Hamburg wächst, müssen wir es auch tun und unser Netz erweitern. Oder besser noch: Wir müssen heute schon berechnen, wo sich morgen Bedarfe für größere Kapazitäten ergeben werden und entsprechend planen. Bestes Beispiel hierfür ist der Ausbau der U4 durch die HafenCity bis zu den Elbbrücken. Hier gelingt es uns gerade, die Infrastruktur parallel zum wachsenden Bedarf eines sich im Ausbau befindlichen Stadtteils zu gestalten.

Aber auch dort, wo unsere Buslinien an ihre Grenzen stoßen, müssen wir Lösungen finden. Nehmen wir als Beispiel die Situation auf den Metrobus-Linien im Innenstadtbereich: Trotz der engst möglichen Bustaktung von zwei Minuten können wir das Fahrgastaufkommen hier langfristig – insbesondere zu Stoßzeiten – wahrscheinlich nicht abbilden. Deshalb treiben wir zur Entlastung der Metrobus-Linien 5 und 6 den Bau der U5 von Steilshoop über die Innenstadt bis zum Siemersplatz voran – ein Vorhaben, das Potential hat, das größte Infrastrukturprojekt der nächsten Jahrzehnte zu werden. Und die U5 wird auch technisch herausragend: sie wird vollautomatisch fahren. Denn nur so können wir auf einer U-Bahnlinie den Minutentakt und somit die maximale Auslastung abbilden. 


Zusammenfassend heißt das: Wir gestalten die Mobilität der Zukunft schon heute mit und unterstützen so die Hansestadt auf dem Weg zur Smart City. Unser Ziel ist nichts weniger als nachhaltige Mobilität langfristig im Hamburger Lifestyle zu verankern. Es soll künftig zum guten Ton gehören, auf das eigene Auto zu verzichten und Mobilität stattdessen ganz einfach zu teilen.



Vielen Dank für diese Rundreise!

Das Interview führte Thomas Keup.


* * *

 Hamburg Digital Background: 

Hochbahn-Vorstand Henrik Falk:
hwww.hochbahn.de/hochbahn/hamburg/de/Home/Unternehmen/Unser_Job_fuer_Hamburg/Der_Konzern/Der+Vorstand/Henrik+Falk

Hamburger Hochbahn im Überblick:

Neubau der U-Bahnlinie 4:
u4.hochbahn.de/

Fortschritt der U-Bahnlinie 4:
www.hamburg.de/u4-hamburg/

Planungen der U-Bahnlinie 5:
www.hamburg.de/u5/

Mobilitätsprojekt Switchh:
www.switchh.de

NDR-Heimatkunde: Die Hamburger U-Bahn:
www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Heimatkunde-U-Bahn,hamj53614.html

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Der Hamburger Verkehrsverbund im Überblick:
http://www.hvv.de/ueber-uns/der-hvv/uebersicht/



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Mittwoch, 10. Mai 2017

HANSEPERSONALITY Olaf Scholz: "Hamburg ist ein guter Ort für die Digitalisierung."

HAMBURG DIGITAL EVENT 

Get Started Gründerfrühstück mit Olaf Scholz


Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz im Betahaus
Foto: HANSEVALLEY
"Ich habe selbst so etwas wie ein Startup gegründet." Als Co-Founder seiner Anwaltskanzlei brach Hamburgs Erster Bürgermeister am Morgen vor mehr als 200 Gästen des Get Startup-Gründerfrühstücks der Bitkom-Startup-Initiative im Betahaus das Eis. "Was man sich gar nicht vorstellen kann ist, wie schwer es ist, loszulegen", pointierte Hamburgs Stadtoberhaupt an Beispielen, wie der Kontoeröffnung und langfristigen Gewerbemietverträgen die Probleme für Existenzgründer. "Langfristigkeit ist am Anfang gar nicht möglich", so Scholz sympathisch und bodenständig.

"Es stehen noch große Veränderungen vor uns"

Olaf Scholz stellte zum Auftakt des gut 1-stündigen Top-Events unter dem Titel "Start-up Politik in Hamburg" offen und ehrlich die Chancen und Herausforderungen der Freien und Hansestadt vor: Digitalisierung sei das, "womit in Zukunft neue Geschäftsmöglichkeiten und Einkommensmöglichkeiten entstehen." Scholz weiter: "Geld, Einkommen, Wohlstand gibt es durch die Dinge, die es noch nicht gibt." Zugleich betonte der SPD-Spitzenpolitiker, dass Innovationen nicht von Staatswegen her verordnet werden könnten.

"Ein Millieu, dass sich wechselseitig befruchtet"


Sprach Startups und Kreativen aus der Seele: Olaf Scholz
Foto: HANSEVALLEY
"Hamburg ist ein guter Ort für die Digitalisierung", unterstrich der SPD-Vize vor den anwesenden Vertretern aus Digital- und Kreativszene, Startups und Corporates, Politik und Wirtschaftsförderung. Als Beispiel nannte er die rund 10.000 Unternehmen der IT-, Medien- und Kreativbranche mit rd. 50.000 Beschäftigten. Gute Beispiele für erfolgreiche Neugründungen sind für ihn u. a. Tech-Firmen, wie InnoGames, MyTaxi, Parship oder Xing.  Als positive Beispiele aus dem Firmenumfeld nannte Scholz das Airbus BizLab, das G+J Greenhouse Innovation Lab oder den Philips Health Innovation Port.

Aus dem universitären Bereich hob der Erste Bürgermeister das "City Science Lab" der HafenCity Universität mit dem MIT, das HAW "Creative Space for Technical Innovations" und die "Hamburg Open Online University" an der TU Harburg hervor. Mit dem Blick nach vorn unterstrich Scholz, mit der Informatik-Plattform "Ahoi Digital" der öffentlichen Hamburger Hochschulen, 35 neuen Informatik-Professuren und 1.000 zusätzlichen Studienplätzen für IT-Studiengänge klare Akzente für den Technologiestandort zu setzen.

"Mal schauen, wie weit wir damit kommen."

Die "inspirierende Zusammenarbeit" der HafenCity Universität mit dem MIT gebe die "Chance zu sehen, auch was wir können." Die "Hamburg Open Online University" sei zudem eine Möglichkeit, die "Lehre neu zu organisieren".  Die Verwaltung sei ihrerseits dabei, mit der Initiative "Digital First" alle Prozesse der Stadt zu digitalisieren. Zugleich stellte der seit 2011 in Hamburg regierende Bürgermeister einen Wunsch auf: "Warum nicht manche Behördengänge mit dem Smartphone erledigen?"

"Wir müssen ein Millieu schaffen, indem das gut funktioniert"


Diskussion mit SPIEGEL-Redakteurin Ann-Kathrin Nezik
und Figo-Gründer André Bajorat
Foto: HANSEVALLEY
In der anschließenden Diskussion mit FinTech-Unternehmer André Bajorat ging es u. a. um die Chancen und Herausforderungen staatlicher Beteiligungen an wachstumsstarken Neugründungen. Olaf Scholz hob in diesem Zusammenhang vor allem die Anschubfinzierung "InnoRampUp" der IFB Innovationsstarter GmbH mit bis zu 150.000,- € und den "Innovationsstarter Fonds Hamburg II" mit Beteiligungen von bis zu 1 Mio. € und einem Gesamtvolumen von 12 Mio. € hervor. Figo-Gründer und Wahl-Hamburger André Bajorat ergänzte die Möglichkeiten um die teilstaatlichen Beteiligungen des High-Tech-Gründerfonds HGTF

Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Freien und Hansestadt als innovative Metropole mit einer lebendigen Gründerszene unterstrich Olaf Scholz die Bemühungen um den geplanten "InnovationsWachstumsFonds": "Das ist eine gute Idee und es wird hart an den Rahmenbedingungen gearbeitet." Scholz lobte das Engagement der IFB Förderbank und der zuständigen Wirtschaftsbehörde. Im 2. Quartal sollen die konkreten Planungen in der Hamburgischen Bürgerschaft diskutiert werden, wie bereits zuvor bekannt wurde.


Organisierten das Get Started-Gründerfrühstück:
Niklas Veltkamp (r.) und Christian Rietz (l.)
Foto: HANSEVALLEY
Olaf Scholz machte in seinem Impuls-Vortrag wie in der offenen Diskussion deutlich, das Hamburg alle Chancen habe, die Herausforderungen durch die Digitalisierung erfolgreich zu meistern, nicht zuletzt auf Grund der hohen wirtschaftlichen Kraft und dem großen Liberalismus Hamburgs. Dabei machte Hamburgs Stadtoberhaupt auch klar: "Von den Dingen, die wir nicht ändern, können wir in 50 Jahren nicht mehr gut leben." 

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