Freitag, 6. Januar 2017

HANSEBUSINESS: Die Wahrheit hinter der Kammer-Wahl 2017

In der mächtigen Handelskammer rumort es kräftig.
Foto: Handelskammer Hamburg / Daniel Sumesgutner
500 Jahre Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg, mehr als 350 Jahre Commerz-Deputacion: Die traditionsreichste deutsche Wirtschaftsvertretung hat viele stürmische Zeiten erlebt. Mit der diesjährigen Wahl eines neuen Plenums und des neuen Präsidiums muss sich die Interessenvertretung der rd. 160.000 Industrie-, Handels- und Gewerbebetriebe an der Elbe einer breiten Diskussion stellen. Die Zahlen, Fakten und Hintergründe zum "Wahl-Krimi" 2017:

Die "Kammer-Rebellen" um den Hamburger Unternehmer Tobias Bergmann sorgen seit 3 Jahren in der alten Börse für Wirbel - mit der Forderung nach Abschaffung der Zwangsbeiträge, der gerichtlichen Klärung millionenschwerer Beitragsreserven, der Offenlegung des Geschäftsführergehalts, offener Kritik an der "heimlichen Regierung" der einflussreichen Wirtschaftsvertretung und einem "Maulkorb" für den scheidenden Präses und seine allgemeinpolitischen Stellungnahmen in der Jahresabschlussrede 2015.

Neben den "Kammer-Rebellen" mit ihrem Leitmotto "Die Kammer sind wir" treten bei der Briefwahl bis zum 14. Februar d. J. erstmals die digital- und dienstleistungsorientierten "Kammer-Reformer" mit dem Bündnis "Unternehmer für Hamburg" sowie die etablierten Branchenvertreter und "Kammer-Bewahrer" mit ihrer Initiative "Vorfahrt für Hamburg" an. 12 der 66 Sitze haben die "Rebellen" bislang inne. Es geht um nicht weniger, als die Mehrheit der Stimmen zur Wahl des künftigen Präses und 6 Vize-Präsides.

Dahinter stehen die künftigen Leitlinien der Kammerarbeit durch Geschäftsführung, 265 Mitarbeiter und mehr als 100 Beschäftigte in den Mehrheitsbeteiligungen, die unternehmerischen Aktivitäten - von Service-Gesellschaft, Weltwirtschafts-Institut und Wirtschaftsförderung bis zu Bildungs-Institut und Business School. Mit fast 160.000 Mitgliedern, 39 Mio. € Mitgliedsbeiträgen, insgesamt 142 Mio. € Bilanzsumme, mehr als 50 Mio. € Erträgen und mehr als 73 Mio. € Finanzanlagevermögen ist die Handelskammer ein großer Wirtschaftsbetrieb und neben der IHK Berlin eine der größten Kammern Deutschlands. 

Mit Volldampf aufs Trockendock oder in die digitale Zukunft?

Traditionell bestimmt vor allem die "Hafenfraktion" um Reeder und Kaufleute den Kurs der Kammer. Doch seit 8 Jahren stecken die Containerschifffahrt und damit Deutschlands größter Seehafen in der Krise: Rückläufiger Containerumschlag, Rotterdam und Antwerpen im Wettbewerb, neue chinesische Konkurrenz am Mittelmeer, die drei neuen Reedereiallianzen sowie beschwerliche 100 km Elbe für die neuen Großcontainerschiffe - das alles erhöht den Druck auf den Hamburger Hafen. 64.000 Jobs an den Kais und 156.000 in der Metropolregion hängen am Erfolg des bisherigen Wirtschaftsmotors der Freien und Hansestadt.

Containerterminals Buchardkai (vorn) + Tollerort (Hintergrund)
Foto: HHLA / Thies Rätzke
Der teilprivatisierte Lager- und Logistikkonzern HHLA - Betreiber der Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort - sucht einen Ausweg im europaweiten Eisenbahngüterverkehr. 1/3 des operativen Konzernergebnisses stammen bereits von der Schiene. Die HHLA betreibt 13 Bahnterminals, vor allem in Mittel- und Osteuropa - mit mehr als 50 eigenen Loks und 2500 Waggons. Die Luft im Hafen wird dünner und der Ton rauer - das zeigt der jüngste Streit zwischen dem Unternehmerverband UVHH und der Hafenbehörde HPA um Verhandlungen mit den Reedereien.

Parallel zur Entwicklung im Hamburger Hafen hat sich in den letzten Jahren eine leistungsstarke und zukunftsweisende Digitalszene an Elbe und Alster entwickelt: 23.000 Unternehmen umfasst die Hamburger Medien-, IT- und Kreativbranche - mit mehr als 100.000 Beschäftigten, darunter 8.600 IT-Anbieter inkl. 1.500 Softwarefirmen, 2.100 Medienhäuser und 1.700 Agenturbetriebe sowie mehr als 600 Startups und 150 Gamesschmieden. Sie bilden das neue, digitale Rückgrat der Hamburger Wirtschaft - mit zukunftsorientierten, qualifizierten Produkten, Dienstleistungen und Arbeitsplätzen.

Die Handelskammer ist traditionell vorn dabei, wenn es um IT und Medien geht: Sie war die erste Kammer Deutschlands, die Mitte der 90er Jahre einen eigenen Bereich "IT- und Medienwirtschaft" aufbaute und in der ein eigener Ausschuss für Medienwirtschaft die Unternehmer vertrat. Schon früh erkannte man in der Kammer die Rolle der Technologie-Branchen für den Standort. Von Anfang an in der ersten Reihe mit dabei: Ausschussvorsitzender Robin Houcken, der für die "Unternehmer für Hamburg" kandidiert.

Jetzt gehts ums Ganze: Wer hat künftig die Nase vorn bei der Digitalisierung? Wer kann bei der Modernisierung von Wirtschaft, Kammer und Hansestadt überzeugen: die "radikalen Rebellen", die "modernen Reformer" oder die "konservativen Bewahrer"? Es ist ein Kampf der Generationen, der Branchen und ein Kampf um den Kurs der Hamburger Wirtschaft. In der kommenden Woche veröffentlichen wir Teil 1 der Digitalen Wahlprüfsteine - mit den Antworten der 3 Wahlbündnisse zu den Themen Digitalisierung, Existenzgründungen und Startups:

Weitere Informationen auf den Webseiten der drei Wahlgruppen:

Die Rebellen: "Die Kammer sind wir"

Die Reformer: "Unternehmer für Hamburg"


Die Bewahrer: "Starke Kammer. Vorfahrt für Hamburg"



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