Samstag, 14. Januar 2017

HANSEEXKLUSIV: "Kammer-Rebellen" planen Personal-Kahlschlag. Begründung ist "praxisfremd & populistisch".

Kammer-Wahl: Personal-Abbau am Adolphsplatz nach "Rebellen-Sieg". +++ Wahlbündnis "Vorfahrt für Hamburg" nennt Digitalisierung als Grund "praxisfremd und populistisch". +++ "Bewahrer" und "Reformer" stellen sich hinter Kammer-Belegschaft. +++ "Unternehmer für Hamburg" fordern sinnvolle Neuausrichtung der Aufgaben. +++ 

Zuerst schockierten Sie die Hamburger Wirtschaftsvertretung mit der Forderung nach Abschaffung der Pflichtbeiträge. Dann zwangen Sie die Geschäftsführung, ihr Gehalt offen zu legen. Und schließlich erteilten Sie dem Kammer-Präses einen gerichtlichen "Maulkorb" für die politischen Aussagen anläßlich der "Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns" 2015.

Die "Kammer-Rebellen" aka "Die Kammer sind wir" sorgen für kräftig Wirbel in der Hamburger Unternehmerschaft. In einem aktuellen Interview mit Herbert Schalthoff auf "Hamburg 1" verglich Bündnissprecher Tobias Bergmann die Arbeit der Hamburger Handelskammer mit der "Freiwilligen Feuerwehr" - ein merkwürdiger Vergleich. Zugleich kündigte der Organisationsberater umfangreiche Veränderungen an:

"Wir haben andere Vorstellungen, wie die Kammer funktionieren soll."


"Kammer-Rebell" Tobias Bergmann
Foto: Twitter @TobiasBergmann
In den aktuellen Antworten auf den Fragenkatalog des Hamburg Digital Magazins zu den Digitalen Wahlprüfsteinen im Themenfeld "Digitale Kammer" fordert Tobias Bergmann ganz konkret das Zusammenstreichen des Personals der Handelskammer. Die entscheidende Frage an die Vertreter der drei Wahlbündnisse von "Kammer-Rebellen", "Kammer-Reformern" und "Kammer-Bewahrern" lautete:

Wo sehen Sie als künftige Mitglieder des Plenums maßgebliches Potenzial, Angebote und Tätigkeiten der Handelskammer und ihrer rd. 265 Mitarbeiter im Interesse eines leistungsfähigen, wirtschaftlichen und zukunftsweisenden Dienstleistungsbetriebs in den nächsten 3 Jahren zu digitalisieren?


Tobias Bergmann fordert, die Kommunikation mit den Mitgliedsunternehmen auf digitale Kanäle zu verlagern und im Bereich der Dualen Berufsausbildung die Ausstattung von Auszubildenden und Ausbildern mit Tablets. Anschließend pointiert der Bündnissprecher:

"Ohne Zwangsbeiträge wird die Handelskammer gezwungen sein, zu digitalisieren.
Und 265 Mitarbeiter sind dann auch nicht mehr notwendig."

Die Forderung nach Personalabbau sorgt bei den Beschäftigten der Handelskammer für massive Unsicherheit. Grund: Der Bündnissprecher stellt pauschal die bisherige Arbeit der Belegschaft am Adolphsplatz in Frage, ohne konkrete Vorschläge zu Aufgaben- und Personalentwicklung der Wirtschaftsorganisation vorzustellen. 


"Mensch zählt wenig im Konzept der Kammergegner."

Das Wahlbündnis "Vorfahrt für Hamburg" widerspricht den Planungen der "Kammer-Rebellen" aufs Schärfste. Vertreter Willem van der Schalk erklärt gegenüber HANSEVALLEY:

"Die Forderung der "WIR"-Gruppe, durch Digitalisierung Mitarbeiter der Kammer zu kündigen und freizusetzen, ist nicht nur praxisfremd und populistisch. Sie zeigt auch, wie wenig der Mensch im Konzept der Kammergegner zählt. Auch Kammermitarbeiter sind Arbeitnehmer, die dem üblichen Schutz unterliegen."

Für die "Kammer-Bewahrer" ist und bleibt die persönliche Beratung durch qualifiziertes Personal ein Schlüsselaufgabe:

"Die Digitalisierung der Kammer-Arbeit ist in vollem Gange. Der persönliche Kontakt zu den kompetenten Mitarbeitern in der Beratung zu Themen wie Gründung, Ausbildung oder Außenhandel bleibt für die Mitgliedsunternehmen trotzdem auch in Zukunft wichtig. Wir stehen für eine starke Kammer mit engagiertem und qualifiziertem Personal als Ansprechpartner für alle Hamburger Unternehmen."



"Leistungsfähigkeit und Beratungsqualität steigern."

Das Wahlbündnis "Unternehmer für Hamburg" der "Kammer-Reformer" fordert statt eines Kahlschlags Qualifizierungen und zukunftsweisende Lösungen. Sprecher Dr. Robin Houcken:


"Digitalisierung verändert die Handlungsfelder der Kammer und die Anforderungen an die Mitarbeiter und Zulieferer. Effizienzsteigerungen, Qualifizierung und die Neudefinition der Handlungsfelder müssen sozialverträglich und sinnvoll erfolgen, damit am Ende die Leistungsfähigkeit und die persönliche Beratungsqualität der Handelskammer gesteigert und der Ressourceneinsatz reduziert werden kann."

Die "Kammer-Rebellen" bleiben bis heute schudlig, wie sie bei einer möglichen Mehrheit im Plenum und mit eigenem Präses die Arbeit der Handelskammer Hamburg organisieren wollen. Wenn ein nicht unbeachtlicher Teil der 265 Beschäftigen auf die Straße gesetzt werden soll und die Arbeit der rd. 800 Ehrenamtler in mehr als 30 Ausschüssen, Arbeitskreisen und Bezirksvertretungen öffentlich abgewertet wird, gibt es womöglich bald keine relevante, die Hamburger Wirtschaft vertretende Interessenvertretung mehr.

 Kommentierende Schlussbemerkung: 

Es ist erschreckend, dass in einem demokratischen Wettstreit um die künftigen Leitlinien in der wichtigsten Hamburger Wirtschaftsvertretung populistische Töne Einzug gehalten haben. Es ist fragwürdig, dass ein Organisationsberater für öffentliche Einrichtungen seine eigene Interessenvertretung massiv attakiert. Als Unternehmer stelle ich mir folgende Fragen: 
  • Wie soll meine Interessenvertretung in einer sich verändernden Geschäftswelt in Zukunft aussehen - vor allem in Bezug auf die Unterstützung in digitalen Themen? 
  • Wie können die Veränderungen in den Aufgaben, der Organisation und in der Belegschaft professionell und vernünftig eingeleitet und erfolgversprechend umgesetzt werden?
Zu guter Letzt:
  • Haben "Revolutionen" in 750 Jahren "Hanse", 500 Jahren "Ehrbarer Kaufmann" und mehr als 350 Jahren "Commerz-Deputation" Hamburgs Kaufleuten jemals geholfen - oder macht Zusammenhalt stark?

Am morgigen Montag exklusiv im Hamburg Digital Magazin:

HANSEBUSINESS: Die Digitalen Wahlprüfsteine - Teil II: Die Digitale Kammer und ihre Modernisierung - ein explosives Thema mit jeder Menge Zündstoff.

 Ergänzend zu den Digitalen Wahlprüfsteinen auf HANSEVALLEY: 

Warum die Kammer-Wahl entscheidend für Hamburgs Wirtschaft ist:
HANSEBUSINESS: Die Wahrheit hinter der Kammer-Wahl 2017

Was die Handelskammer in diesem Jahr zur Digitalisierung unternehmen will:
HANSEBUSINESS: Das schreibt der Handelskammer-Präses Olaf Scholz ins Stammbuch.

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