Donnerstag, 2. März 2017

HANSESTARTUPS: "Next" Chance für "Heute in Hamburg".

*Update*

Es war eine Rettung in letzter Minute. Eigentlich wäre am Dienstag endgültig Schluss gewesen. Trotz 160.000 Facebook-Fans und 3.500 Twitter-Followern konnten die sympathischen Gründer des Hamburger Freizeit-Portals "Heute in Hamburg" (HiH) in den letzten gut 20 Monaten nicht die notwendige finanzielle Grundlage schaffen, um zu überleben. Sie drohten nach dem Ende ihres ersten Projektes "SessionLine" zum zweiten Mal aufgeben zu müssen. Doch es geht weiter:

Am 25. Januar verkündeten die Macher auf ihren Kanälen den Exodus. Unser Partnermedium Deutsche Startups berichtete ausführlich. Der Cash-Flow reichte nicht, um das 10-köpfige Team mit seinen Lifestyle-Seiten für Hamburg und Köln zu unterhalten. Finanzielle Reserven zur Überbrückung konnte das Startup nicht zurücklegen. Die Sympathiebekundungen der Hamburger Fanbase waren überwältigend. Nutzer boten an, für ihre Lieblingsseite zu zahlen. Doch die Rettung kam aus einer ganz anderen Richtung.

Die Hamburger Sparkasse bekam die Welle der Sympathie hautnah mit. Kurzerhand traf sich "Chefdigitalisierer" Tobias Lücke mit dem Gründerteam. Was ein 1-stündiges Ausloten möglicher Lösungen sein sollte, wurde ein 3-stündiges Brainstorming, wie "Heute in Hamburg" der Haspa auf ihrem Weg zu jungen Nutzern und Kunden im Netz helfen kann. Die jungen Unternehmer Jan Becker und Patrick Hencke bekamen spontan ein überwältigendes Angebot:


Haspa und HiH bei der Vorstellung der Partnerschaft.
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
Am Mittwoch-Abend wurde es im Braugasthaus "Altes Mädchen" vor der Hamburger Presse verkündet: Das Innovationslab Haspa Next GmbH übernimmt die Betreibergesellschaft SessionLine UG. Die "Heute in Hamburg"-Jungs werden Mitarbeiter des Digitalprogramms der größten deutschen Sparkasse. Gemeinsam mit Tobias Lücke als verantwortlichem Manager für die Digitalaktivitäten sowie Programmmanager Markus Wienen helfen die Startupper der ältesten deutschen Sparkasse bei ihren Digitalisierungsplänen. 

Bereits im Sommer wird es von "Haspa Next" eine Freizeit-App für 18-30-jährige User in Hamburg geben. Das gut 10-köpfige Team soll Lifestyleangebote und personalisierte Services für die nächste Generation Hamburger Sparkassenkunden bauen. Dabei stehen "Non-Banking"-Themen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die "coole Freizeit" von "Heute in Hamburg" ergänzt die eigenen Planungen und gibt dem bislang unter dem Radar fliegenden und im Mindspace Hamburg mit der Digital-Szene vernetzten Haspa-Inkubator mehr Drive. 

Die Anfang Januar gegründete Haspa Next GmbH arbeitet weitgehend unabhängig von der Hamburger Banken-Gruppe. Das Innovationsprogramm kann mit Projekten, wie "About You" der Otto Group verglichen werden. Der interne Inkubator greift auf Ressourcen der Haspa-Gruppe zurück, entwickelt jedoch fernab von möglichen Bedenkenträgern am Adolphsplatz eigene Produkte, die sich im Markt bewähren müssen. Hier folgt "Haspa-Next" dem Prinzip des Company Builders "Liquid Labs" von Otto Group Digital Solutions in Hamburg.

Neben dem internen Inkubator "Haspa Next" zum Adressieren junger Nutzer als künftige Kunden, wird die Hamburger Sparkasse zusammen mit der HSH Nordbank einen externen Accelerator für die Unterstützung von Tech-Startups mit Branchenfokus auf den Handel aufbauen. Der "Next Commerce Accelerator" (NCA) wird nach dem Vorbild des "Next Media Accelerators" der dpa und 9 weiterer Medien-Investoren entwickelt. Bei dem Startup-Programm erhalten Tech-Gründer bis zu 50.000,- € Funding und Zugang zum 5.000 Handelskunden umfassenden Portfolio von Haspa und HSH Nordbank. 


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