Sonntag, 30. April 2017

HANSEPERSONALITY Ralf Scharnhorst: "Die Welt stellt sich gerade auf den Kopf."

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

"Ich fand Marketing schon immer spannend", pointiert der bekannte Hamburger Medienexperte seine Passion. 1996 war er bei der DMS Mediaagentur einer von 5 Mediaplanern für Onlinewerbung in Deutschland. 1998 leitete der Diplom-Kaufmann als einer der ersten Mitarbeiter der Hamburger Marketingagentur SinnerSchrader die Mediaplanung. 


Mit seiner Agentur findet er heute neue Wege für effizientes Onlinemarketing. An der Macromedia Hochschule lehrt er Onlinewerbung und Mediaplanung. Als Boardmitglied der D3con unterstützt er eine der führenden Konferenzen zur Zukunft der Displaywerbung in unserer Stadt. Unser HANSEPERSONALITY ist Ralf Scharnhorst:



Hamburgs Online-Marketing-Experte Ralf Scharnhorst
Die Werbung ist im Umbruch. Bislang wurde mit großen Etats in Fernsehspots, Printanzeigen oder Plakatwerbung investiert. Heute spielen Plattformen, wie Facebook und Google ganz vorn mit. Was hat sich mit online verfügbaren Werbeplätzen geändert?

Wo Werbung ungebündelt vom Inhalt ausgespielt werden kann, entsteht eine Vielfalt der Zielgruppen-Auswahl. Die Frage ist nicht mehr nur: werbe ich auf RTL oder SAT1, im Spiegel oder der Bild. Es kann sein: Will ich Freunde von Kino-Fans erreichen, die nach einer Geschenkidee suchen - mit Werbung für einen Kino-Gutschein? Oder Profi-Fotografen, die nach Zubehör suchen?


Wie können kleine und mittelständische Unternehmen von Onlinewerbung - sei es als Text- oder Bild-Ads - profitieren? Und worauf sollten Sie achten, um Budgets nicht ineffizient zum offenen Fenster rauszuwerfen? Ihre Ratschläge als langjähriger Experte!

Mut schlägt Budget! Die kurzen Entscheidungswege von Mittelständlern sind da ein Vorteil. So können sie einerseits aufmerksamkeitsstärkere Inhalte produzieren. Andererseits kennen kleinere Unternehmen oft ihre Zielgruppe besser. Und sie sind oft in der Lage, ganz natürlich auf die Fragen zu antworten, die sie über Social Media erreichen - weil sie ihr Produkt kennen. 



Ich sehe da drei Evolutionsstufen: Als erstes gab es nur Maßschneider, die in direktem Kontakt mit ihrem Kunden waren. Dann kam die Massenproduktion mit Fabriken und Fliessbändern - sie brauchte Werbung in Massenmedien und hatte als Rückkanal nur die indirekte Marktforschung. Und jetzt befinden wir uns auf der dritten Stufe, wo sich nicht nur Produktionsmöglichkeiten, sondern auch Marketing und Vertrieb demokratisieren. 

Für Brauereien, deren Marke nur in halb Deutschland erhältlich war, war Fernsehwerbung immer halb so effizient wie für die „Fernseh-Brauereien“ mit national deckender Distribution. Online-Video-Ads dagegen lassen sich präzise auf das Vertriebsgebiet aussteuern. So bekommen kleinere Anbieter die gleiche Marketing-Effizienz, wie bisher nur die großen. 

Facebook und Google organisieren Roadshows, um Mittelständler für ihre Werbeformate zu gewinnen. Welche Werbekanäle sind neben den globalen Online- und Social Media Plattformen für Kundengruppen interessant?

Jeder Werbungtreibende findet seine Nische, oft ist es nur ein langer Weg bis dorthin. Für die meisten ist Suchmaschinen-Marketing der effizenteste Kanal, sie beginnen damit. Aber was, wenn nach dem Produkt nicht gesucht wird? Hier ist oft Facebook die erste Wahl - und auch sonst durch seine detaillierte Aussteuerbarkeit und Datenmenge oft eine Empfehlung. Im Prinzip ist das schon datengetriebenes Marketing, aber noch nicht ganz „Programatic“.

Das kann seine Vorteile ausspielen, wenn man alle erhältlichen Datenquellen zusammenführt. Gerade im Bereich der Business-to-Business-Kommunikation haben aber auch die Klassiker unter den Online-Kanälen noch ihre Berechtigung: E-Mail-Marketing, Sponsorings oder Festplatzierungen auf themenspezifischen Sites - wir scheuen uns da nicht, bei spezialisierten Websites die digitale Werbung noch mit einem Fax einzubuchen.

Henry Ford sagte: „Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiß aber nicht, welche Hälfte das ist.“ Wie hoch ist der Anteil ineffizient eingesetzter "Werbedollars" heute in Zeiten online messbarer Werbung?

Vorweg: „Man kann sich schlecht dagegen wehren, welche Zitate einem hundert Jahre später im Internet in den Mund gelegt werden“ - sagte angeblich Einstein. Aber egal, von wem das Zitat nun stammt: daran arbeitet der Berufsstand der Mediaplaner noch heute. Wir haben heute aber mehr Technik, Rechenleistung und Daten. Daher sind wir bei gefühlt nur noch 20%, gemessen aber manchmal bei 99% verschwendetem Budget, wenn nur bei jedem 100sten User ein Kauf gemessen werden kann. 

Anders gesehen: Man startet Kampagnen so wie man denkt, dass sie am besten funktionieren. Weil es aber so viele Einfluss-Faktoren gibt, sollte man gerade beim Start Vielfalt erlauben, damit man auch unerwartete Nischen nutzen kann. Und die Kombination aus menschlicher Erfahrung, Phantasie und technischer Rechenleistung führt dann dazu, dass die Kampagne anhand der gemessenen Ergebnisse immer weiter optimiert wird. 

Dennoch: so lange der Mensch nicht zum Konsum gezwungen wird, bleibt der Erfolg der Werbung immer risikobehaftet. 

Aus Zeitungen werden Portale, Aus Antennen-TV wird Streaming, aus Plakaten werden Bildschirme. Früher wurden Plakate für 10 Tage gebucht, heute kann Werbung im 15 Minuten-Takt geschaltet werden. Was erwartet uns als Nächstes in der digitalen Werbung?
Nach und nach werden alle Medien digital. Am Bahnhof hängen immer weniger Plakate und immer mehr Bildschirme. Das hat drei Effekte: Aus Standbild wird Video, kürzere und damit günstigere Zeiträume sind buchbar und es ergeben sich weitere Möglichkeiten, die Zielgruppe auszuwählen - in diesem Beispiel nach Uhrzeit und Wochentag. 

Medienunternehmen wie Verlage, aber auch MySpace und StudiVZ dachten irgendwann, ihre technische Entwicklung sei abgeschlossen. Es übernahmen die IT-Unternehmen. Von Google, Amazon, Facebook und Apple müssen wir lernen: Wir befinden uns noch am ersten Tag der Entwicklung.

Wie beurteilen Sie Natural User Interfaces, wie Amazon Alexa, Microsofts Hololens oder Snapchats Spectacles in Sachen Werbevermarktung? Entstehen hier gerade die milliardenschweren Marketingkanäle der nächsten Jahrzehnte?

Die Werbungtreibenden wollen Aufmerksamkeit, dabei ist ihnen das Medium zunächst egal. Sie folgen also der Mediennutzung der Zielgruppen. Die Menschen ändern ihre Gewohnheiten langsamer und eher am Nutzen orientiert als an den technischen Möglichkeiten. Dennoch sollten wir uns an der enormen Geschwindigkeit orientieren, mit der sich die IT weiterentwickelt. 

Das Moore’sche Gesetz ist bislang ungebrochen: Verdoppelung der Rechenkapazität ca. alle eineinhalb Jahre bei gleichbleibendem Preis - das kann man sich beispielsweise für Autos nicht vorstellen.
 
Das führte dazu, dass der Computer in kurzer Zeit seinen Weg aus dem Rechenzentrum im Keller auf den Schreibtisch und danach in unsere Hosentasche gefunden hat. Er setzt schon an zum nächsten Sprung. Für Werbung aber gilt: um so näher sie uns kommt, um so stärker kann sie stören. Daher brauchen wir mehr Fingerspitzengefühl bei der Entwicklung neuer Werbeformen. 

Aber freuen wir uns erst einmal darüber: Nach über zwei Jahrhunderten Tastatur und über 30 Jahren Maus kommt endlich Bewegung in die Schnittstelle Mensch-Maschine. Facebook arbeitet sogar gerade daran, dass wir direkt aus dem Gehirn posten können. Und da sich Facebook ausschliesslich durch Werbung finanziert, müssen sich zumindest die Werbungstreibenden keine Sorgen deshalb machen.

Zu guter Letzt unsere Hamburg-Frage: Hamburg ist einer der führenden Medien- und Marketingstandorte, einschl. der Vertriebsbüros amerikanischer Plattformen. Was sollte Hamburg heute unternehmen, um auch in Zukunft in Medien und Marketing vorn mitzuspielen?

Es gibt da ja die deutsche Haltung „Politik soll alles retten“ und die amerikanische: "Stadt und Staat sollten nur möglichst wenig stören". Meine liegt dazwischen: Die Stadt kann nur einen guten Nährboden schaffen. Und das geht durch Bildung für alle und erschwingliche, kurzfristig mietbare Büroräume, die Vernetzung ermöglichen. 

An der Hochschule versuche ich, den Studierenden die Alternative zum Angestellten-Leben aufzuzeigen: Wenn Ihr eine Idee habt, die Eure Chefs nicht verstehen, probiert sie selber aus! Und das haben schon einige getan. Ich glaube, es liegt nicht an den Studierenden, dass wir hier weniger Gründer haben als in den USA, sondern an den Hochschulen. Aber ich habe erlebt, wie Google und Facebook nach Hamburg kamen: am Ende ist es der reine Zufall, dass die richtigen Leute am richtigen Ort sind.

Vielen Dank für die tollen Insides!

Das Interview führte Thomas Keup.

Über Ralf Scharnhorst, Inhaber Scharnhorst Media

Seit 1996 ist Ralf Scharnhorst Online-Mediaplaner, 2008 hat er Scharnhorst Media gegründet und entwickelt Marketing-Strategien - oft mit anschliessender Umsetzung. Schwerpunkt ist die datengetriebene Mediaplanung. Mit dem Online-Marketing-Check erfährt jeder Werbungtreibende sofort, wo sein Optimierungspotential liegt. Scharnhorst leitet den Competence Circle Media-Management im Deutschen Marketing Verband und lehrt an der Macromedia Hochschule. 


* * *

 Hamburg Digital Background: 

Ralf Scharnhorst bei XING:
https://www.xing.com/profile/Ralf_Scharnhorst 

Ralf Scharnhorst: 10 Thesen zur Zukunft des Marketing

https://onlinemarketing.de/news/werbung-ohne-pc-zielgruppe-10-thesen-zukunft-marketing

Scharnhorst Media Beratung und Planung
https://www.scharnhorstmedia.com/


Ihr Hamburg Digital Marketing _______________________________________


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Freitag, 28. April 2017

NEXTHANSE: Die erfolgreiche Premiere der Hamburg Digital Community in Bildern.


Unsere Impressionen der Premiere von NEXTHANSE - der Hamburg Digital Community - am 25. April 2017 im DI-Lab@HSBA im HandelskammerInnovationsCampus am Adolphsplatz. Mit Corporate-Innovatoren aus mehr als 40 Hamburger Unternehmen. Ein herzliches Dankeschön an die Leitung und das Team der HSBA mit dem zukunftsweisenden DI-Lab und ein besonderes Dankeschön an alle Sprecher und Partner für ihren begeisternden Einsatz. 

NEXTHANSE 25.04.2017
NEXTHANSE - Die Premiere der Hamburg Digital Community.
DI-Lab@HSBA, HKIC, Hamburg, 25.04.2017
Fotos: HANSEVALLEY / Cindy Kubsch
Alle Rechte vorbehalten.




Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe der NEXTHANSE - mit Hamburgs führenden Corporate-Innovatoren aus Industrie, Dienstleistung und Mittelstand. NEXTHANSE ist ein geschlossenes Netzwerk-Event auf Einladung. Verantwortliche Innovationsmanager von Unternehmen können sich unter community@nexthanse.net in den geschlossenen Gästeverteiler aufnehmen lassen. 

NEXTHANSE - die Hamburg Digital Community - ist ein exklusives Event von HANSEVALLEY - dem Hamburg Digital Magazin. In Zusammenarbeit mit zukunftsweisenden Partnern aus der Hamburger Wirtschaft.

Donnerstag, 27. April 2017

HANSEBANKING: Next Private Banking aus der Schanze.

Hamburg Digital Report

Wenn Geschäftsbanken Probleme mit ihren Geschäften haben, wenn Filialbanken ihre Filialen schließen, wenn Universalbanken nicht mehr universal tätig sind - dann ist in der Bankenwelt nicht mehr alles in Ordnung: Eine seit 2008 anhaltende Finanzkrise, eine Nullzinspolitik mit weitreichenden Folgen und pfiffige Fintech-Startups, die mit digitalen Angeboten Servicelücken etablierter Player nutzen - all das macht es dem Privat-, Firmen- und Großkundengeschäft etablierter Finanzinstitute zunehmend schwierig. 

Hamburg ist Deutschlands zweitgrößter Bankenstandort. Neben Deutschlands ältester und größter Sparkasse gesellen sich bekannte Geschäftsbanken und vor allem eine Reihe namhafter Privatbanken an Alster und Elbe. Namen, wie Berenberg, Donner & Reuschel, Goyer & Göppel, Hanseatic, Sutor und M. M. Warburg & CO sind hoch angesehen. Was unternehmen Hamburger Privatbanken, um zusammen mit ihrer Kundschaft sicher in die digitale Zukunft zu kommen? Ein Hamburg Digital Report:


Hamburger Stammhaus der Warburg-Bank
Foto: 
Das Jahr 1798. Die Brüder Moses Marcus und Gerson gründen im holsteinischen Altona die Warburg-Bank. Das Geldhaus handelt mit Devisen und Wechseln, finanziert für die Hamburger Kaufleute das Auslands- und Überseegeschäft. Die Merchantbank M. M. Warburg entwickelt sich zur Privatbank. Heute ist die Warburg-Gruppe mit rd. 8 Mrd. € Bilanzsumme, 1.200 Mitarbeitern und 22 Standorten in 13 Städten eine der großen Privatbanken in Deutschland. Das Bankhaus managt Assets seiner Kunden über 50 Mrd. €. Die ältesten Geschäftsbeziehungen gehen auf das 19. Jahrhundert zurück.

Hamburg-Schanzenviertel, Kampstraße 7, unweit der Schanzenstraße. In dem unscheinbaren Bürohaus hat sich die W&Z FinTech GmbH eingemietet. Im Dachgeschoss arbeitet ein junges Team an disruptiven Finanzlösungen. Eine erste Recherche bringt die Multi Digital Banking App "Ownly" zu Tage. Nichts Besonderes, wenn man dem Namen trauen darf. Multibanking-Angebote mit Ahoi-API der Sparkassen oder Figo-API bei der Deutschen Bank sind keine Revolution und entwickeln sich zum Standard. Ein Blick hinter die Kulissen fördert jedoch eine interessante Geschichte zu Tage.

W&Z FinTech - der Digital-Inkubator von Warburg

W&Z FinTech ist keines der Tech-Startups, das mit wenig Kapital aber vielen jungen Mitarbeitern versucht, die Welt zu verändern. W&Z steht für Warburg & Ziegert - die beiden Gesellschafter der jungen Firma. Gründer und Geschäftsführer Nicholas Ziegert erklärt: "Unser Haus muss sich immer an die äußeren Gegebenheiten anpassen." Der Jurist ist seit 11 Jahren in der Warburg-Bank, arbeitete in den Bereichen IPO's, M&A sowie als Assistent im Inhaberbüro an der Ferdinandstraße unweit der Binnenalster. Schließlich übernahm er den Aufbau der Abteilung für digitale Wirtschaft.

Mit dem Corporate-Startup geht Warburg einen eigenen Weg. Es geht um die Fortentwicklung des Stammgeschäfts mit Privatkunden, nicht um die Vergabe von Verbraucherkrediten mittels Amazon-Gutscheinen. Ziegert nennt es "unternehmerisches Engagement auf der grünen Wiese". Dabei kann das junge Team in der Schanze auf das Know-how der Bank zurückgreifen. Damit ist W&Z ein interner Inkubator - vergleichbar den "Liquid Labs" von Otto Group Digital Solutions in der Poststraße am Jungfernstieg. 

"Ownly" - digitale Vermögensverwaltung per App


Homescreen der "Ownly"-App
Foto: W&Z Fintech GmbH
Im Fokus der hauseigenen "Ownly"-App steht die Vermögensverwaltung für jüngere Kunden. Es ist ein "Next Generation Private Banking", z. B. für Söhne und Töchter Hamburger Unternehmer sowie für Selfmade-Unternehmer. In der "Ownly"-App haben Sie die Übersicht über alle Anlagen, z. B. Aktienpositionen, Edelmetalle, Immobilienanlagen, mobile Anlagen wie Boote oder Oldtimer, Unternehmensbeteiligungen, Pferde oder Versicherungspakete einschl. aktueller Rückkaufwerte. Über den verschlüsselten Import der Assets aus den verschiedenen Anlagekonten bekommen die jungen Nutzer einen Gesamtüberblick zu ihrem Vermögen.

"Die Warburg-Bank hat keinen Zugriff auf die Daten von W&Z", versichert Nicholas Ziegert. Zwar ist Warburg Shareholder und Partner von W&Z FinTech. Doch mit "Ownly" geht es nicht um einen neuen Vertriebskanal, in dem man die bankeigenen Produkte "durchchanneln" kann. Der Schlüssel für künftige, nachhaltige Geschäftsbeziehungen ist die Philosophie. Versuchten Geldinstitute bislang vor allem ihre Produkte zu "pushen", geht es in Zukunft immer stärker um die Service, den die Kunden per "Pull-Option" nutzen, wenn sie ihn brauchen.

Vom Finanzstatus zu Analysen und Verwaltung


"Ownly"-Macher Nicholas Ziegert
Foto: W&Z Fintech GmbH
Der langjährige Jurist, erfahrene Banker und Digitalscout bei M. M. Warburg & CO Nicholas Ziegert, bring das Ziel für "Ownly so auf den Punkt: "Be your own bank!" Kunden können ihre Anlagen transparent und eigenverantwortlich überschauen. Dann können sie informiert und die für sie besten Optionen auswählen und schließlich qualifizierte Entscheidungen auf Grundlage umfassendem Wissens treffen. Wenn die jungen, vermögenden Kunden den Informationsservice von "Ownly" schätzen, können sie im nächsten Schritt über die App auch Order auslösen.

"Ownly" könnte sich zu einer eigenen Plattform entwickeln und so das "Next Private Banking" werden. Um zu einem eigenständigen Bankingservice zu werden, sollen im nächsten Schritt Ziele und Erwartungen der Kunden in der Vermögensanlage berücksichtigt werden. Dazu bekommt die App eine Reihe von Analysetools zur Vermögensaufstellung, die die User individuell einsetzen können. Ziel ist es, für die Kunden individuell relevante Informationen und Angebote zur Verfügung zu stellen.

Next Gen Private Banking aus der Schanze

Eine künftige Banking-App aus dem Schanzenviertel könnte drei Bereiche umfassen: 1. Ein anbieterunabhängiger Zugang zu Finanzprodukten, 2. Digitale Entscheidungshilfen zur Vermögensverwaltung und 3. Individuelle Beratung mittels elektronischer Kommunikation zu komplexeren Themen, wie Anlagestrukturen oder Nachfolgethemen. Unter dem Strich könnte "Ownly" nicht zulet
zt dank des Know-hows der Mutterbank eine vollwertige Vermögensberatung werden, die via App transparente Informationen, zeitgemäße Kommunikation und passende Möglichkeiten der Kapitalanlage bietet.

Wenn eine der ältesten deutschen Privatbanken im 220. Jahr ihres Bestehens mit einem eigenen, digitalen Schnellboot im Schanzenviertel die nächste Generation vermögender Kunden abholt, stellen sich zu Recht einige interessante Fragen: Welche Impulse kann W&Z FinTech für das "Mutterschiff" liefern? Was kann der einstigen Handels- und heutigen Privatbanken-Gruppe helfen, die digitale Zukunft zu meistern? Und wo disruptieren digitale Produkte und Services das Stammgeschäft von Warburg? 

Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach künftigen Bankstrukturen: Wie sehen Bankberater und Vermögensverwalter in Zukunft aus? Bekommen wir "Digitalberater", die oberhalb des Standardgeschäfts die individuelle Anpassung digitaler Angebote vornehmen? Kein leichtes Thema in einem Verbund von Privatbanken und internationalen Tochtergesellschaften. Vielleicht finden die engagierten Jungbanker in der Kampstraße ja noch mehr interessante Antworten für die digitalen Veränderungen im Privatbanking am künftigen digitalen Finanzplatz Hamburg.


* * *
  Hamburg Digital Background: 

Die W&Z FinTech GmbH und "Ownly"
https://www.ownly.de/page/das_unternehmen.php

Die Ownly-App im iOS App-Store
https://itunes.apple.com/de/app/ownly/id1070019716?ls=1&mt=8

Die M. M. Warburg & CO Privatbank

http://www.mmwarburg.de/de/

Dienstag, 25. April 2017

HANSEVALLEY: Auf dem Weg zur Hamburg Digital Community.


 Das Hamburg Digital Magazin 

Seit gut einem halben Jahr ist das Online-Magazin HANSEVALLEY der neue Medienplayer in der Digitalszene der Hansestadt. Heute beantwortet Herausgeber und Chefredakteur Thomas Keup Fragen, die in Recherchen und Interviews immer wieder auf den Tisch kommen. Ein umfassender Einblick in die Arbeit des Hamburg Digital Magazins:

Wie entwickelt sich HANSEVALLEY seit der Veröffentlichung Mitte Oktober vergangenen Jahres? Und welche Learnings gibt es aus der täglichen Berichterstattung?

25 Jahre Journalist in Hörfunk, TV und Online: Thomas Keup
Foto: HANSEVALLEY / Stefan Kny
Das Magazin hat in den vergangenen gut 6 Monaten 80 Beiträge veröffentlicht - und jeden Monat kommen rd. 15 journalistische Beiträge, Reportagen und Interviews mit bis zu 1.900 Lesern hinzu. Zu den populärsten Rubriken gehören die Hamburg Digital Interviews, in denen wir herausragende Persönlichkeiten porträtieren. Dazu bringen wir ausführliche Hamburg Digital Reports über zukunftsweisende Themen, Player und Events in Hamburg und in der Region mit einer Lesezeit von rd. 4 bis 6 Minuten. Unser Zwischenergebnis: Mehr als 50.000 Besuche seit dem Start Mitte Oktober '16.

Der HANSEVALLEY Grundsatz: Tue Gutes und rede darüber.

Ein Learning ist, dass viele engagierte Macher in Hamburg viele spannende Themen behandeln, jedoch selten darüber gesprochen wird. Hier werden wir gerade zu einer beachteten Stimme. Ein weiteres Learning ist, dass es viel mehr spannende Themen in Hamburg gibt, als wir sie im Magazin covern können. Deshalb gibt es mit den HANSENEWS eine aktuelle Rubrik mit Nachrichten und Verlinkungen zu den spannendsten Themen des Tages, die sehr erfolgreich gestartet ist: Seit Mitte März haben gut 70 News mehr als 10.000 Views erreicht. Die HANSENEWS haben mit www.hanse.news auch eine eigene Domain.

Wer liest HANSEVALLEY und die HANSENEWS? Und für wen ist das Hamburg Digital Magazin besonders interessant - in professionellem wie persönlichen Kontext?

Wir sind für alle interessant, die sich für die digitale Entwicklung Hamburgs interessieren - dem Leitthema der Hansestadt in den kommenden Jahren, wie Olaf Scholz treffend auf den Punkt bringt. Unter unseren Lesern sind u. a. Vertreter aus Senat und Bürgerschaft, aus Handelskammer und Institutionen, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen. Unsere Leser sind zu rd. 2/3 männlich, im Kern zwischen 25 und 45 Jahre alt und kommen überwiegend aus Hamburg und der Region. Die größten Gruppen sind "Technophiles" und "Business Professionals". Viele Leser kommen mobil über Facebook sowie über Google zu uns.

Der HANSEVALLEY Filter: Food und Frühphase.


Aktuelle Besucherzahlen des Hamburg Digital Magazins.
Quellen: Blogger / Google Analytics / 24LiveBlogs
Wer sich vor allem für Startup-, und hier für Gründungsthemen interessiert, wird auf HANSEVALLEY weniger fündig. Ebenso beschäftigen wir uns so gut wie nicht mit Trendthemen, z. B. Food. Geschichten von Tech-Startups in der Later Stage nehmen bei uns einen kleineren Anteil in Anspruch, das sind ca. 10 bis 15 Prozent der Beiträge. Der Fokus liegt bei uns auf digitalen Innovationen in und für Hamburger Unternehmen - von Medien über die Schifffahrt und die Logistik bis zum Handel.

Welche positiven Erfahrungen hat HANSEVALLEY in den vergangenen Monaten in Hamburg machen können?

Wir haben in den vergangenen Monaten unzählige äußerst hilfsbereite Pressesprecher, Digitalisierungsexperten und Unternehmenslenker kennengelernt, die uns offen ihre spannenden Geschichten berichtet haben. Wir haben mit ihnen spannende und oft exklusive Geschichten erarbeiten können. Wir haben jederzeit rd. 10-15 Geschichten in der Pipeline - von Interviews über Reportagen bis zu Gastbeiträgen. Außerdem bekommen wir täglich interessante Tipps für neue, spannende Geschichten. Danke dafür, Hamburg!

Was unterscheidet HANSEVALLEY von anderen Online-Medien, die sich mit Startups, Technologien und Wirtschaftsthemen beschäftigen?

Unser Magazin ist ein "Spätstarter" in Hamburg - aber kein Medium von Neulingen. Mit mehr als 25 Jahren journalistischer Erfahrung in Hörfunk, Fernsehen und Online, mehr als 13 Jahren Engagement in Informationstechnologien und Telekommunikation sowie mehr als 6 Jahren Know how aus den Startup-Szenen von Barcelona über Berlin bis Hamburg glauben wir zu wissen, was interessant sein kann. Wir sind zudem kein Blog mit persönlichen Schwerpunkten, sondern ein journalistisches Medium mit verschiedenen Themen und Sichtweisen.

Der HANSEVALLEY Codex: Nur den Lesern verpflichtet.

Wir handeln nach unserem HANSECODEX, der an führende Medienhäuser, wie Axel Spriger und Spiegel-Verlag angelehnt ist. Dazu gehören diese Punkte: 1. Gradlinigkeit. Wir stehen für Offenheit, Ehrlichkeit und Fairness. 2. Unabhängigkeit. Wir sind nur uns und unseren Lesern gegenüber verpflichtet. 3. Verlässlichkeit, Wir halten was wir versprechen - in Redaktion, Marketing und Netzwerk. Und 4. Vertrauenswürdigkeit. Wir schützen unsere Quellen und ihre Informationen. Ja, auch wir machen Fehler. Und wir lernen daraus.

 Die Hamburg Digital Events 

Es gibt in Hamburg eine Reihe von Netzwerken, die Digitalthemen adressieren. In wiefern steht Ihr mit den privaten und öffentlichen Communities im Wettbewerb?

Die Digitalisierung umfasst Businessthemen, wie Geschäftsprozesse, Mtarbeiterqualifikation und künftige Marktmodelle. Dazu kommen Technologiethemen, z. B. künstliche Intelligenz, Robotics oder Virtualisierung. In jedem dieser Bereiche sollten sich Unternehmer, Wissenschaftler, Wirtschaftsförderer und Regulatoren vernetzen. Wir verstehen uns als Berichterstatter sowie als aktives Bindeglied zwischen Themen, Netzwerken und Möglichkeiten.

Der HANSEVALLEY Ansatz: 1 + 1 macht 3.


Volles Haus und beste Stimmung beim Netzwerk-Event
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
Wir sind erstaunt, wieviele Initiativen und Netzwerke es in Hamburg gibt, die sich mit Technologien und der Entwicklung beschäftigen. Bei uns im Überblick gibt es allein über 50 Netzwerke mit Technologiebezug. Aus unserer Sicht werden aus interessanten Ideen neue Wege und Möglichkeiten, wenn man miteinander arbeitet. Daher sehen wir Communities vor allem als potenzielle Partner, mit denen wir Hamburg nach vorn bringen können. Dazu haben wir auch die HANSEPARTNER gegründet.

Die HANSEPARTNER wirken auf den ersten Blick wie ein bunter Strauß von Hamburger Playern. Gibt es ein Konzept, wen Ihr als Medienpartner einladet, aktiv dabei zu sein?

Unsere Medienpartner können in drei Kategorien gegliedert werden: Zum Einen sind es Communities und Netzwerke zu Technologiethemen. Dazu kommen Initiativen und Einrichtungen aus und für die Hamburger Wirtschaft, wie das DI-Lab der HSBA und das Komptenzzentrum Mittelstand 4.0. Komplettiert wird der Verbund durch Partnermedien aus Hamburg und Deutschland, die sich mit Digitalthemen aus Hamburg beschäftigen.


Der HANSEPARTNER Gedanke: Ich gebe, damit Du gibst.



Nicht dabei sind Unternehmen. Selbstverständlich sind Sie in den HANSEPARTNERN aktiv und wir bringen ihre Nachrichten in den HANSENEWS. Für die besonderen Interessen von Unternehmen haben wir mit dem Hamburg Digital Marketing jedoch passende Möglichkeiten der Kommunikation geschaffen. Im ersten Schritt der Vernetzung sollten vertriebliche Aspekte nie im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Was müssen Initiativen und Organisationen in die Partnerschaft einbringen, um HANSEPARTNER werden zu können? Und was ist für die Medienpartnerschaft wichtig?


Es geht um Vernetzung und Förderung. Wir bieten Medienpartnern die Chance, ihre News und Termine zu veröffentlichen und stimmen uns mit ihnen eng ab. Wir lernen die Hamburger Szene und künftige Partner kennen. Unsere Medienpartnerschaft ist nicht mit Kosten verbunden. Sowohl private wie öffentliche Initiativen können HANSEPARTNER werden. So haben wir Medienpartner aus dem Kreis der Handelsklammer Hamburg und der HSBA ebenso dabei, wie aus dem Umfeld von Unternehmen, z. B. von Google Germany.

Der HANSEPARTNER Weg: Offen und ehrlich.

Mit einer Partnerschaft verbinden wir drei wichtige Werte: 1. Verlässlichkeit. Wir halten unser Wort und freuen uns, wenn wir uns auf unsere Partner verlassen können. 2. Nachhaltigkeit. Wir produzieren keine Eintagsfliegen und wünschen uns, mit unseren Partnern langfristig erfolgreich zu arbeiten. Und 3. Fairness. Jeder Partner darf erwarten, dass wir Informationen vertraulich behandeln und unsere Partner unterstützen. Dies wünschen wir uns ebenso. 

Wo geht es in den kommenden Monaten hin und was können die Leserinnen und Leser von HANSEVALLEY als weitere Highlights in der Zukunft erwarten?

Die Vernetzung mit Digitalplayern in Hamburg als HANSEPARTNER ist ein wichtiger Schritt zur Förderung des Digitalstandorts
Hamburg. Ein weiterer Schritt ist die Entwicklung einer Community mit Fokus auf die wirtschaftliche Entwicklung des digitalen Hamburgs. Heute Abend öffnen wir im DI-Lab der HSBA mit NEXTHANSE die Hamburg Digital Community exklusiv für Unternehmer und Unternehmensinnovatoren. Wir sind zum Start mehrfach überbucht und freuen uns über eine hochkarätige Gästeliste. Ein kleinen Einblick bieten wir aktuell in den HANSENEWS.

Der HANSEVALLEY Dreiklang: Informieren. Vernetzen. Fördern.


Neben aktuellen Informationen ist die praktische Unterstützung ein wichtiger Aspekt. Mit der Open Office Hour bieten wir Tech-Startups jeden Monat die Chance, uns ihre Geschichte zu erzählen und als HANSESTARTUP im Hamburg Digital Magazin zu erscheinen. Im nächsten Schritt werden wir spezielle Angebote zusammen mit Partnern entwickeln, die auf dem Weg ins digitale Hamburg helfen. Wir bringen dazu 25 Jahre Journalismus, 19 Jahre Kommunikation, 13 Jahre IT-Background in 6 Jahre Startup-Community ein.

 Die Hamburg Digital Familie: 

Die Hamburg Digital Medien:

Die Hamburg Digital Events:


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Sonntag, 23. April 2017

HANSEPERSONALITY Heiko Milde: "Wir sollten noch mehr auf Hamburgs Stärken setzen."

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank IFB ist mit ihrem Start am 1. August 2013 ein echter "Spätzünder" unter den landeseigenen Förderbanken. Für Hamburgs Startups ist die IFB Hamburg jedoch ganz weit vorn. Wie kaum eine Förderbank hat die IFB von Anfang erkannt, wo Startups in Gründung und Wachstum der Schuh drückt.

Hamburgs Startup-Förderer Dr. Heiko Milde
Foto: IFB Hamburg
Bundesweit bekannte und erfolgreiche Hamburger Startups, wie Baqend, LifeTime, Familonet und Tinitracks gehören zum Portfolio der IFB Startup-Tochter IFB Innovationsstarter GmbH. Federführend verantwortlich für die städtische Startup-Förderung ist Heiko Milde. Der Elektrotechniker und Informatiker versteht Startups - und ist ein beliebter Ansprechpartner. Unser HANSEPERSONALITY ist Dr. Heiko Milde:

Du bist Geschäftsführer der IFB Innovationsstarter GmbH. Das klingt für einen außenstehenden Startup-Gründer auf den ersten Blick vielleicht wie ein Inkubator oder Accelerator. Was machst Du als Geschäftsführer bei IFB Innovationsstarter, wer steckt dahinter und warum bist Du mit Deinem Team interessant für Startups in unserer Stadt?

Die Frage, was wir machen, ist ganz einfach zu beantworten: Wir fördern Hamburgs Startups mit Geld. Junge innovative Unternehmen sind wichtig für die Zukunftsfähigkeit des Standorts, zugleich haben sie es besonders schwer, das erforderliche Startkapital aufzutreiben. Wir entschärfen diese Finanzierungslücke, indem wir als Tochter der Hamburgischen Investitions- und Förderbank den Startups Zuschüsse und Beteiligungskapital zur Verfügung stellen. Wir sind also kein Inkubator oder Accelerator, sondern ein öffentlicher Kapitalgeber.

Startups in der Gründungsphase haben oftmals noch keine Umsätze, jedoch von Anfang an Personal- und Entwicklungskosten. Einige Digitalpolitiker kritisieren die Angelszene an Alster und Elbe als zu klein. Mit "InnoRampUp" bietet Ihr eine Startfinanzierung ohne Rückzahlung an. Wie hoch ist die Förderung und was müssen Startups bei Euch einreichen?

Innovative Startups, die jünger als zwei Jahre sind und ihren Sitz in Hamburg haben, können wir mit Zuschüssen in Höhe von bis zu 150 TEUR pro Unternehmen unterstützen. Mit diesem „Seedmoney“ machen wir viele innovative Gründungen überhaupt erst möglich. 


Voraussetzungen sind neben einer überzeugenden Geschäftsidee vor allem ein gutes Team. Idealerweise schicken die Gründer uns ihre Unterlagen wie z.B. ein Pitch Deck per E-Mail zu. Wir prüfen das dann und laden das Team gegebenenfalls zu einem persönlichen Gespräch ein. Später muss das Startup noch einen unabhängigen Ausschuss von seiner Idee überzeugen. InnoRampUp ist ein einzigartig attraktives Programm, eine vergleichbare Förderung finden Startups in keinem anderen Bundesland.

Einige Oppositionspolitiker fordern ein stärkeres Engagement der Freien und Hansestadt bei der Unterstützung von Startups in der Wachstumsphase. Der "Innovationsstarter Fonds" ist seit 2012 ein Hamburger Instrument der Risikokapitalfinanzierung. Wie könnt Ihr konkret Startups unterstützen und welche Rahmenbedingungen müssen Startups erfüllen?

Der Innovationsstarter Fonds ist ein Venture Capital Fonds, der sich an Startups beteiligt und ihnen Eigenkapital zur Verfügung stellt. Dabei geht es um besonders innovative Hamburger Unternehmen, die jünger als fünf Jahre sind. Auch Unternehmen in der Wachstumsphase kommen in Frage. Geldgeber des Fonds sind zu 50 % die Freie und Hansestadt Hamburg und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Aufgrund der guten Nachfrage wurde der Fonds bereits aufgestockt.

Der Innovationsstarter Fonds investiert bis zu 1 Mio. EUR pro Startup. Voraussetzung ist eine wachstumsstarke Geschäftsidee, die auf einer selbstentwickelten Innovation basiert und von einem überzeugenden Team vorangetrieben wird. Idealerweise kommen die Startups zu uns, wenn sie bereits erste Kunden und Umsätze haben, insbesondere bei Deep-Tech Unternehmen ist das aber nicht erforderlich. Auch beim Innovationsstarter Fonds freuen wir uns, wenn die Gründer uns zuerst ihr Pitch Deck schicken.

So gut wie jedes Bundesland setzt heute auf Startups und innovative Firmengründungen in ihrer Förderpolitik. Ihr seid mit Euren Programmen seit 2012 aktiv, Startups und fortschrittliche Technologien zu unterstützen. Wie sieht Euer ganz persönlicher "Track-Record" als Förder- und Beteiligungsgesellschaft nach 5 Jahren aus?

Wir sind 2012 mit dem Innovationsstarter Fonds die ersten Beteiligungen eingegangen. In 2013 kam InnoRampUp dazu. Die beiden Programme ergänzen sich ideal: Viele ganz junge Unternehmen starten mit InnoRampUp und, wenn es passt, investiert später der Innovationsstarter Fonds weiteres Kapital. Mit InnoRampUp haben wir bisher 66 Startups gefördert, und der Innovationsstarter Fonds ist 27 Beteiligungen eingegangen. Damit sind wir der aktivste Kapitalgeber für Hamburger Startups. Zu den von uns unterstützen Unternehmen zählen z.B. Sonormed (Tinnitracks), Familonet, eBlocker, Connected Health (Lifetime), Channelpilot, bentekk, Baqend, Sofaconcerts und Nect.

Der Senat plant einen Innovations-Wachstums-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 100 Mio. €, 10 Mio. € davon aus dem Stadtsäckel. Wie weit sind die Planungen für das Public-Private-Partnership-Projekt mit privaten Investoren aus der Hamburger Wirtschaft fortgeschritten und wann können Hamburger Startups mit zusätzlicher Wachstumsfinanzierung rechnen?

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank hat in Abstimmung mit der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation einen Bericht zum Innovations-Wachstumsfonds erstellt. Dabei haben wir mit externen Experten zusammengearbeitet. Nach meinem Kenntnisstand soll die Bürgerschaft vom Senat im zweiten Quartal 2017 informiert werden. Dann erfahren wir mehr.

Zu guter Letzt unsere Hamburg-Frage: In den vergangenen gut 3 Jahren hat sich in der Hamburger Startupszene viel getan - dank privater und öffentlicher Initiativen. Heute haben wir rd. 600 bekannte Startups in Hamburg. Wie beurteilst Du den Startup-Standort Hamburg und wo können Politik, Verwaltung, Investoren und Wirtschaft noch eine "Schüppe drauflegen"?

Es ist richtig, in den letzten Jahren hat sich viel getan: Unternehmen wie Kreditech, Facelift, Statista, Finanzcheck und Dreamlines haben stattliche Finanzierungsrunden eingeworben, und Smatoo hat einen schönen Exit hingelegt. Mit den Online Marketing Rockstars, Startups@Reeperbahn, dem Hamburg Innovation Summit, der Solutions.Hamburg und der d3con haben sich erfolgreiche neue Veranstaltungsformate etabliert. Eine große Anzahl von Co-Working Spaces wurde eröffnet und verschiedene Acceleratoren wie z.B. der New Media Accelerator sind gestartet. Zur Vernetzung der Startup-Szene trägt Hamburg Startups bei. 


Aber auch die öffentliche Förderung wurde massiv ausgebaut: NextMedia.Hamburg wurde gestartet und mit InnoRampUp und dem Innovationsstarter Fonds haben wir ein erfolgreiches Fördertandem aufgestellt, das deutschlandweit seinesgleichen sucht. Hamburg ist daher sicherlich ein sehr attraktiver Standort für Startups. 

Die in der ganzen Stadt herrschende Aufbruchsstimmung sollten wir nutzen und dabei noch mehr auf Hamburgs Stärken setzen. Ich denke da primär an Luftfahrt, Hafen und Logistik aber auch an das private Kapital, das sich gegenüber Startups stärker öffnen könnte. Zudem wird es spannend zu sehen, was aus den Aktivitäten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen wird, die sich gerade alle mit dem Thema Startups befassen.

Vielen Dank für das tolle Interview!

Das Interview führte Thomas Keup.
*  *  *

 Hamburg Digital Background: 

Heiko Milde bei Linkedin

IFB Innovationsstarter


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Donnerstag, 20. April 2017

HANSESHIPPING: Hapag-Lloyd - Vom Gießkannendienst zu Data in Action.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Hamburg, Binnen-Alster: Das Ballinhaus mit der Nr. 25 am gleichnamigen Damm weist stolz auf die globale Präsenz der "Hamburg America Linie" von Dampfschiffen bis Containerriesen hin. Die Zentrale der Hapag-Lloyd AG ist nach dem Hamburger Dampfschiff-Reeder Alfred Ballin benannt, der 1888 in den Vorstand der HAPAG berufen wurde und die Linie ab 1899 zur weltweiten Nr. 1 machte.


Hamburg, Ballindamm 26, die Zentrale der Hapag-Lloyd AG.
Foto: Hapag-Lloyd
Damals wie heute geht es am Ballindamm um den Linienverkehr rund um den Globus. 163 Hapag-Lloyd-Containerschiffe laufen die Häfen der Welt an - viele davon mit dem Hamburger Wappen voran. Mehr als 160 Direktverbindungen zählt die weltweit fünftgrößte Reederei. In Zeiten schwankender Märkte, fusionierender Anbieter und globaler Allianzen geht es am Ballindamm auch um die eigene Zukunft. 

Diskutieren Politiker über die Digitalisierung der Logistik, die Auswirkungen auf die Seefahrt und die Unterstützung durch digitale Logistiklabs, hat am Ballindamm die Zukunft bereits begonnen. Hinter den dicken Mauern schlägt im Fleet Support Center der Hapag-Lloyd das digitale Herz der Hamburger Weltreeder. Ein Hamburg Digital Report:

Alle 3 Minuten senden die Datenpunkte von den weltweit vernetzten Containerschiffen aktuelle Informationen, alle 10 Minuten empfängt das Fleet Support Center in Hamburg Positionsdaten der 163 Hapag-Lloyd-Frachter sowie aller Schiffe in den Allianz-Liniendiensten. Alle 15 Minuten wissen die Ingenieure im abgeschotteten Kontrollzentrum, wie es um Schiffsschrauben, Maschinen und Ruderanlagen steht. 


Das Fleet Support Center der Hapag-Lloyd in Hamburg.
Foto: Hapag-Lloyd
Wären die sekundengenauen Erhebungen über die Flotte mit dem Hamburger Wappen bereits eine spannende Geschichte, machen die Satellitendaten für 1.700 Schiffe mit HLAG-Containern rund um den Globus aus einem Hausbesuch eine digitale Big-Data-Story. 

Es ist eine Geschichte über 1,6 Mio. orangefarbene Hapag-Lloyd-Container mit insgesamt 7,5 Mio. Transporten pro Jahr, eine Geschichte um Containerpositionen, Erschütterungen, Klima und Temperaturen. Es ist die digitale Echtzeitüberwachung eines weltweit elektronisch gemanagten Business "Made in Hamburg".

Es war einmal: Datensilos und das berüchtigte Laufwerk:C

2013 fängt alles an: In einem Projekt sollen Schiffsmechaniker, nautischer Offizier Jörn Springer und eine handvoll Kollegen herausfinden, wie man mehr Ladung mit weniger Brennstoff transportieren kann. Das Projekt beginnt wie jedes Projekt: Informationen sammeln. Von gedruckten Kopien bis elektronischen Sensordaten ist alles dabei. Die Daten sind fragmentiert - verstreut in Excel-Tabellen, Diagrammen und Word-Listen, gebunkert in den Datensilos der Fachabteilungen und dem berüchtigten "Laufwerk:C". Neben einmaligen Informationen liegen regelmäßige Erhebungen auf dem Tisch. Aus der scheinbar einfachen Frage nach mehr Wirtschaftlichkeit wird ein Großprojekt.


Die vollbeladene "Antwerpen" mit 13.167 Containern.
Foto: Hapag-Lloyd
Die Herausforderungen: Welche Daten sind für welche Anwendungsfälle relevant? Wie sind die Daten zu bewerten? Welche Daten können automatisch verarbeitet werden? In welcher Zeitzone sind sie erhoben worden? Wie können sie in die richtige Reihenfolge gebracht werden? Und: Nach welchen Standards sind Daten und Zustände weltweit erhoben worden? 

Dazu kommen die baulichen Besonderheiten unterschiedlichster Frachter unterschiedlicher Klassen unterschiedlicher Historie? Keine Kleinigkeit bei Schiffen von 2.300 TEU bis zu Megafrachtern des Fusionspartners UASC mit bis zu 19.000 Containern auf bis zu 400 Metern Länge und 60 Metern Breite. 

Vom Teilprojekt zum Support Center zur strategischen Abteilung

Aus der einmaligen Erhebung wird ein kontinuierliches Monitoring, aus dem Projektteam Ende 2013 das Fleet Support Center, aus dem Center im Sommer 2014 eine entscheidende Abteilung in der Firmenzentrale am Ballindamm. Ein Dutzend Spezialisten arbeiten heute in der NASA-gleichen Kommandozentrale, bis zum Jahresende werden es 17 sein. Und die Herausforderungen steigen: Neben eigenen Schiffen müssen die Controller auch die rd. 120 gecharterten Schiffe monitoren, neben selbst bewirtschafteten auch fremd gemanagte Schiffe im Blick behalten.

Viele Schiffe werden befristet gechartert. Wie bei Bahn und Bus ändern sich Ziele, Routen und Termine. War und ist die "Hamburg-Amerika-Linie" Marktführer zwischen Europa und Nordamerika, sind die Hamburger mit Übernahme von CP Ships zunehmend in Richtung Kanada, Australien und Asien unterwegs. Mit der neuen "THE Alliance" werden Linien neu geplant. Im Fokus: Mehr Direktverbindungen zwischen Port-Pairs und weniger Dienste von "Gießkanne" zu "Gießkanne", so ein HLAG-Manager augenzwinkernd bei der Vorstellung der neuen Allianz.

Die "Yantian Express" am Container-Terminal in Altenwerder
Foto: Hapag-Lloyd
2015 holt sich das Team um Dipl.-Ing. Jörn Springer und Logistikspezialistin Julia Kühnbaum wertvolles Know how aus anderen Segementen: ob PKW oder Stückgut, ob Öl oder Gas, ob Fischerei oder Militär - die Besonderheiten der Seelogistiksparten helfen auch der hoch standardisierten Containerlogistik, mit Hilfe feingranularer Daten umfassende Optimierungen vorzunehmen. 

Wie können die Hapag-Frachter optimal be- und entladen werden? Gibt es zusätzlich verfügbares Volumen oder Gewicht, dass gemakelt werden kann? Malten die Ausbilder des HLAG-Offiziers einst Container für die einzelnen Häfen mit Buntstiften in große Pläne, sorgen die Daten des Fleet Support Centers heute automatisiert für optimale Beladungsplanung.

Aus Optimierern werden Analysten für Entscheidungen an Board

Was passiert zwischen den Häfen auf hoher See? Im Fleet Support Center geht es längst um vorausschauende Planungen: Reichen die bestehenden Kapazitäten auf eigenen und verbundenen Schiffen aus? Muss ich Routen mit kleineren oder größeren Schiffsklassen bedienen? Kann ich die Nachfrage mit einem eigenen Liniendienst betreiben? Brauche ich zusätzliche Charterschiffe oder muss ich die Flotte eher verkleinern?

Das Messingschild am Ballinhaus in Hamburg.
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
Ging es früher in 5-Jahres-Plänen um die kontinuierliche Entwicklung des eigenen Geschäfts, führen Wettbewerbsdruck und Rahmenbedingungen heute zu ständiger Volatilität. Heftige Ausschläge in der Geschäftsentwicklung können schnell zum unkalkulierbaren Risiko werden. Die Brennstoff-, Ladungs-, Routen- und Umschlagsoptimierer sind zu hochspezialisierten Datenanalysten geworden, die den Tanker Hapag-Lloyd auf den Weltmeeren auf Kurs halten. 

All dies wäre ohne Millionen Datensätze undenkbar. Gut zu wissen, dass in Zeiten von "Industrie 4.0" Hapag-Lloyd die "Schifffahrt 4.0" bereits aktiv lebt. Am Schluss geht es aber vor allem um die Seefahrt. Und der frühere Schiffsoffizier Jörn Springer fasst treffend zusammen: "Wir wollen die beste Entscheidung an Bord ermöglichen." Damit das Hamburger Wappen noch lange sicher und erfolgreich in die Häfen der Welt einläuft.




 Hamburg Digital Background: 

Hapag-Lloyd AG, Hamburg:
https://www.hapag-lloyd.com/de/home.html

NDR-Heimatkunde: Reedereien:
www.ndr.de/kultur/geschichte/hamj21671.html


 Hamburg Digital Reports: 

HANSEBUSINESS: DAKOSY - Der digitale Lotse im Hamburger Hafen.
http://hh.hansevalley.de/2017/04/hansebusiness-dakosy.html

HANSEPERSONALITY Willem van der Schalk: "Das Rad nicht neu erfinden!"
http://hh.hansevalley.de/2017/03/HANSEPERSONALITY-van-der-Schalk.html



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