Mittwoch, 19. Juli 2017

HANSELOGISTICS: Die digitalen Seefracht-Spediteure aus der Berliner Backfabrik

HAMBURG DIGITAL REPORT

Die Berliner Backfabrik: Heimat für viele erfolgreiche Startups und ihre VCs. Hier ist das Zuhause von Adjust, Decimo, Hello Fresh, Kochzauber, Lovoo, WestTech Ventures, Wooga und seit knapp 1,5 Jahren von FreightHub. Das überdimensionale Modell eines Hamburg-Süd-Frachters lässt ahnen, worum es in dem Großraum im 1. Stock geht: Das Berliner Startup ist Deutschlands digitaler Spediteur für Container zwischen Asien und Europa.


Berliner Zentrale mit Hamburger Frachter:
FreightHub am Prenzlauer Berg
Foto: HANSEVALLEY
Hamburg-Altona, ein kleines Büro im Westen der Hansestadt. Hier sitzt das operative Herz von FreightHub. 8 Speditionskaufleute managen aus der Logistikmetropole das Tagesgeschäft des digitalen Spediteurs, sorgen dafür, dass Amazon Marketplace-Händler ihre Paletten ebenso auf den Punkt genau ins Lager bekommen, wie industrielle Mittelständler 1.000 oder mehr Standardcontainer im Jahr. Ein Berlin-Hamburg Digital Report.

Die jüngste Geschichte von FreightHub nimmt am 16. Februar d. J. in Hamburg seinen Lauf. Es ist ein verregneter Donnerstag-Nachmittag im Grand Elysée Hotel. DailyDeal-Gründer und Earlybird-Investor Fabian Heilemann gibt HANSEVALLEY ein Interview zu seiner Hamburger Geschichte. Damals, 2003, beginnt Fabian an der Bucerius Law School seine Karriere, baut sich an der Elbe ein bis heute funktionierendes Netzwerk auf. Was niemand ahnt: Nach DailyDeal und Google-Deal zieht es Fabian und seinen jüngeren Bruder Ferry wieder in den Norden.


Hamburger Background und Berliner Drive:
Fabian und Ferry Heilmann
Foto: Sky & Sand
Jener verregneter Donnerstag im Februar, im ehrwürdigen Hafen-Klub an den Landungsbrücken: Das abendliche Event trägt den Titel "Digitale Revolution in Schiffahrt & Logistik – Ist das erst der Anfang?" Zusammen mit Bruder Ferry stellt Klub-Mitglied Fabian Heilemann die digitale Spedition vor. Die Jungunternehmer erhalten viel Zuspruch, gewinnen wertvolle Kontakte, nehmen mit Respekt vereinzelt skeptische Stimmen zur Kenntnis. Unterm Strich wird es ein gelungener Einstand der Berliner Digitalunternehmer in der Hamburger Hafen- und Logistik-Lobby.

Vom Baustoffhandel über Greentech zur Containerlogistik

Ein sonniger Mittwoch-Nachmittag im Juni diesen Jahres, wir sitzen im idyllischen Innenhof der Backfabrik an der Prenzlauer Allee unweit des Berliner Alexanderplatzes. CEO Ferry Heilemann berichtet, wie alles anfing mit FreightHub - im Herbst 2015. Die erfolgreichen Brüder entscheiden sich, eine neue Firma aufzubauen. Im B2B-Bereich sehen sie ungehobene Potenziale und die Chance, ein langfristiges Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell und einem großen Markt aufzubauen. Es ist genau das Gegenteil von DailyDeal, der Marketing-Plattform, die mit vielen Marketing-Dollars "gejazzt" wurde. 

Ferry und Fabian schauen sich verschiedene Branchen an: Baustoffhandel und die Digitalisierung der Baustelle fallen ihnen ins Auge, ebenso wie Greentech, ein Herzensthema des 30-jährigen Ferry. Nach Analyse verschiedener Märkte fällt die Wahl auf Logistik mit Fokus auf die Containerschifffahrt. Die mehr als 7 Jahre Hamburg-Erfahrungen des älteren Bruders Fabian und der Support durch den Roland Berger-Berater und späteren FreightHub-Beirat Prof. Dr. Burkhard Schwenker spielen eine wichtige Rolle. FreightHub geht mit Erik Muttersbach, Ex-CTO von DealyDeal, CCO Michael Wax und ehemaligen Mitarbeitern aus Hamburger Speditionen an den Start.

Der Grundsatz: "One-Stop-Shop"-Partner für die Verlader.


Logistik-Zentrale in der Berliner Backfabrik:
FreightHub-Großraumbüro
Foto: HANSEVALLEY
Heute sitzen in dem roten Backsteinbau an der Saarbrücker Straße mehr als 40 kaufmännische, technische und vertriebliche Mitarbeiter, sorgen rund um die Uhr dafür, dass auf der wichtigen "Far East-Westbound"-Route zwischen Asien und Nordeuropa Palettenware (Less then Container Load - LCL) ebenso zuverlässig ihren Zielort erreicht, wie volle Standard-Container (Full Container Load - FCL). 20 Mio. Container (Twenty-foot Equivalent Units - TEU) werden auf der Import-Route von den drei Reederei-Allianzen im Jahr transportiert. Mehr als 90% des FreightHub-Volumens werden auf der Handels-Route verschifft. 80% macht bei den Berlinern die Seefracht aus, die restlichen 20% sind Luftfracht, der nachlaufende Schienen- und LKW-Verkehr sowie die Binnenschifffahrt.

FreightHub ist mehr als eine Vermittlungsplattform. Das Tech-Startup ist ein vollwertiger "Freight Forwarder", haftet nach den Regularieren wie jeder Spediteur, hat den Durchgriff auf seine Partner, wenn etwas nicht klappt. Als "One-Stop-Shop" für den Verlader übernimmt das Team in Berlin und Hamburg alle Formalitäten, wie Packlisten, Zollbescheinigungen und Transportversicherungen bis hin zum Terminal-Handling, stellt sämtliche Dokumente digital bereit. Die Kunden bekommen von der "digitalen Spedition des 21. Jahrhunderts" bis zu 150 Quotes (Angebote) von 100 Abfahrtshäfen (Ports of Loading) für Port-2-Port- wie Port-2-Door-Shipments - variabel nach Transportdauer, Lieferdaten, Häfen und Frachtraten. 



Ein eigener Algorithmus bietet den KMU-Kunden - von Amazon-Händlern (FBA - "Fullfillment by Amazon") über E-Commerce-Anbietern bis zu Mittelständlern eine Transparenz, die ihres Gleichen sucht. Dazu gehören 5 Mio. Daten- und Preispunkte für die Angebotserstellung, wie 1,8 Mio. Sailing-Schedules mit regelmäßiger Aktualisierung und den günstigsten Frachtraten. Volle Transparenz über Verfügbarkeit und Kosten sind ein Argument von FreightHub, Angebote in Echtzeit über die Onlineplattform ein weiterer Pluspunkt, vergleichbar einer Flugbuchungsmaschine. In Kundenansprache, Angebotserstellung, Echtzeitbuchung und dem Echtzeit-Tracking über die eigene Shipment-Management-Software machen die Heilemann-Brüder den Unterschied. Schon heute spart FreightHub bei Kunden mehrere Stunden ein.

Die "digitale Spedition des 21. Jahrhunderts" aus Berlin

Natürlich haben die Seefrachtspediteure alle Reederei-Allianzen an Board, von der asiatisch-europäischen "Ocean Alliance" mit 37% Marktanteil auf der "Far East-Westbound"-Route,  über "2M" mit Maersk, Hamburg-Süd und MSC bei 34% Asien-Europa-Anteil bis zu "The Alliance" von Hapag-Lloyd, UASC und Partnern mit 29% Marktanteil. Die Logistiker kooperieren mit allen wichtigen Carriern (Linienreedereien), Truckern (Lieferverkehre) & Trains (Intermodal-Verkehre) - in jeglicher Kombination, einschl. der neuen chinesischen Seidenstraße und dem zeitoptimierten Versand per Frachter in die Vereinigten Arabischen Emirate und anschließender Luftfracht nach Nordeuropa. 

Im März vergangenen Jahres starteten Ferry und sein Team ihre digitale Reise in die weitgehend analoge Welt der Speditionen. Vor einem Jahr verschifften die Nachwuchsspediteure ihre ersten Container. Mittlerweile zählen die 50 Mitarbeiter/innen 350 Kunden zu ihrem Stamm. Und das Geschäft? Wenn ein Kunde 1.000 Container im Jahr über FreightHub verschifft, ergibt sich ein Umsatz von durchschnittlich 1,5 Mio. €. Im kommenden Jahr wollen die pfiffigen Jungunternehmer die 10.000 TEU-Marke durchbrechen, rechnen Ende kommenden Jahres mit mehr als 100 Mitarbeitern. 

Digitale DNA aus Berlin + Logistik-Expertise aus Hamburg

Noch zählen Ferry und Fabian Heilemann mit ihrem Team zu den kleinen Anbietern unter den 15.000 Speditionen in Deutschland, können sich nicht vergleichen mit Branchengrößen, wie DB Schenker, DHL oder Kühne+Nagel. Ein "Winner takes it all" ist auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung in der Logistik nicht zu erwarten, doch eine Konsolidierung zugunsten der schnellen, transparenten und kundenfreundlichen Anbieter mit Buchungs- und Serviceplattformen - damit ist zu rechnen. Genau hier wird FreightHub mit seiner digitalen DNA aus Berlin und seiner Logistik-Expertise aus Hamburg punkten.

Nachdem Fabian und Ferry den Hamburger Hafen-Klub von ihrer Leistung überzeugen konnten, wird sich FreightHub auch im Verband Hamburger Spediteure engagieren, dem Zusammenschluss der "Freight Forwarder" an der Elbe. Auf die Frage, wie die Niedersachsen und Wahl-Berliner ihr Verhältnis zu Hamburg umschreiben würden, antwortet Ferry im sommerlichen Berlin: "Wir sehen uns eng verbunden mit Hamburg. Es ist eine der zentralen Städte weltweit in Sachen Schifffahrt." Das ist sicherlich eine gute Einstellung und eine Basis für eine erfolgversprechende Zukunft in Hamburg ... und Berlin.


 Hamburg Digital Background 

FreightHub Digitale Spedition
www.freighthub.com

HANSEPERSONALITY Heilemann-Brüder: Alles Gute von Elbe und Alster.
http://hh.hansevalley.de/2017/03/hansepersonality-heilemann.html

Earlybird Venture Capital
www.earlybird.com


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________



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Sonntag, 16. Juli 2017

HANSEPERSONALITY Michel Billon: Eine Developer School im Herzen der Stadt.

Hamburg Digital Interview

'Fintechs werden das Banking revolutionieren' - sagen die Einen. 'Fintechs sind unsere Partner in der Digitalisierung' - sagen die Anderen. Hamburg ist 2. größter Finanzplatz Deutschlands und die Heimat des Merchant-Bankings. Deutschlands größter Handelskonzern - die Otto Group - hat eine eigene Bank für ihre Kunden - die Hanseatic Bank.

Wie gut ist das Unternehmen auf die fortschreitende Digitalisierung vorbereitet? Was unternimmt die Geschäftsführung der mehrheitlich zu Société Générale gehörenden Verbraucherkreditbank, um den Anschluss zu halten? Und was wünscht sich die Privatkundenbank in Hamburg, damit unsere Stadt digital nach vorn kommt? Unser HANSEPERSONALITY ist Michel Billon, Geschäftsführer der Hanseatic Bank, Hamburg: 


Hanseatic Bank-Chef Michel Billon.
Foto: Hanseatic Bank
Sie sind 1969 als Teilzahlungsbank der Otto Group gegründet und heute eine Vollbank mit starkem Handelsgeschäft und wachsendem Kreditkartenbusiness bei 41 Mio. € Bilanzgewinn. Sie beschäftigen bundesweit gut 420 Mitarbeitern - ohne umfassendes Filialnetz. Wo schlägt das Thema Digitalisierung bei Ihren Beziehungen zu Endkunden und Vertriebspartnern auf?

Wir haben in den vergangenen Jahren das Portfolio unserer vier Segmente stetig angepasst. Neben dem Teilzahlungsgeschäft für Unternehmen innerhalb der Otto Group gehören heute das Konsumentenkreditgeschäft mit Kreditkarten und Privatkrediten, das Einlagengeschäft mit Produkten wie Sparbriefen und Tagesgeld und der Bereich Versicherungen in Verbindung mit Krediten und Kreditkarten zu unseren Geschäftsfeldern.

Unsere Produkte vertreiben wir über unser Filialnetz wie auch über das Internet, via Vertriebspartner und im direkten Kundenkontakt. Und diese Akquisewege werden natürlich zunehmend digital. Wir setzen bei der Kundengewinnung auf die Nutzung eigener sowie externer Online-Plattformen von Kooperationspartnern. Im Bereich Privatkredit kooperieren wir so zum Beispiel mit Europace und Interhyp, die auf ihren Plattformen für Baufinanzierungen unsere Nachrangdarlehen anbieten. Je nach Produktsegment setzen wir entweder auf die Einbettung in bestehende Plattformen oder wir entwickeln eigene Lösungen.

Eigenentwickeltes Finanzierungstool + digitale Anträge

Im Bereich Warenfinanzierung unterstützen wir Partner mit eigenentwickelten Modulen, die leicht in den Payment-Prozess einzubinden sind. Dazu zählt auch unser Finanzierungstool "SoFie", das in das eigene Shopsystem implementiert wird und dem Händler eine sofortige Finanzierungsentscheidung ermöglicht. So wird er hochautomatisiert mit allen Informationen zum Bearbeitungsstatus versorgt. Digitalisierung ist für uns gerade im Vertrieb ein riesiges Thema und überall gegenwärtig: vom Einsatz des Sofortfinanzierungstools bei unseren Partnern am Point of Sale, über die Antragsstrecken im Online-Vertrieb bis hin zum Newsletter-Marketing.
Wenn wir über die Digitalisierung in Unternehmen sprechen, müssen wir über die Art und Weise sprechen, wie Ihre Mitarbeiter in Zukunft zusammenarbeiten werden. Im Dezember vergangenen Jahres haben Sie Ihre Mitarbeiter in einem Workshop aufgefordert zu "Disrupt us". Was unternehmen Sie konkret, um die Silos in Ihrer Organisation zu überwinden?

Ziel des Workshops war es, die Teilnehmer für die zunehmende Geschwindigkeit und Veränderungen am Markt zu sensibilisieren. Mitarbeiter und Führungskräfte aus allen Bereichen der Bank entwickelten gemeinsam nicht nur Ideen, das Silodenken im Unternehmen zu durchbrechen, sondern brachten einige Initiativen soweit voran, dass am Ende der Workshops sogar direkt die Entscheidung für die Umsetzung fiel.

Das Hanseatic Solution Lab für neue Lösungsansätze

Von Beginn an war klar, dass wir unsere interne Kommunikation verbessern und mit neuen Tools und Technologien unsere Zusammenarbeit optimieren möchten. Dazu gehörten selbstverständlich auch Schulungen zu agilen Methoden, wie Scrum, Kanban oder Design Thinking. Hier wurde aber auch die Idee eines eigenen Ideen- bzw. Lösungslabors geboren: Das "Solution Lab", in dem interdisziplinäre Teams die Möglichkeit bekommen, vier Wochen in einer externen Location an einer Idee zu arbeiten mit dem Ziel, eine verwendbare Lösung zu entwickeln. Auch die Entscheidung, eine Open Banking Plattform zu implementieren, wurde dort getroffen.


Sie haben ein eigenes "Solution Lab" eingerichtet, in dem Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen Anfang April d. J. erstmals interdisziplinär an Aufgabenstellungen gearbeitet haben. Sie haben vor Kurzem die 2. Projektphase des Labs abgeschlossen. Welche Themen haben Sie mit dem Lab auf der Agenda und was macht die Qualität der Projekte aus?

Im Solution Lab kommen ganz unterschiedliche Themen auf die Agenda. So wurde bisher zum Beispiel eine Möglichkeit zur internen Präsentation unserer Unternehmenszahlen entwickelt. Unter dem Namen "Heart Beat" werden diese interessant, verständlich und optisch ansprechend aufbereitet angezeigt. Sozusagen der Puls der Hanseatic Bank, der die interne Kommunikation und Informationsverbreitung weiter professionalisiert.


Eigene Ideen, agile Methoden, gemeinsame Umsetzung


Hamburger Zentrale der Hanseatic Bank
Foto: Hanseatic Bank
Ein weiteres Projekt ist die Weiterentwicklung unser Hanseatic Bank-App, die mit ersten Services voraussichtlich im Juli starten wird. Gemeinsam mit Visa haben wir uns im Solution Lab daran gemacht, die neuen Customer Transaction Control-Services in unsere App zu integrieren, um unseren Kunden mehr Kontrolle über ihre Kreditkartenumsätze zu gewähren. Mit einem geplanten zweiten Release im Oktober möchten wir als erste Bank auf dem deutschen Markt diese CTC-Services von Visa direkt in unserer App bündeln.

Wenn Mitarbeiter sich für die Teilnahme im Lab bewerben, können sie selbst Ideen vorschlagen. Gemeinsam arbeiten die Kollegen vier Wochen in vier Sprints mit Unterstützung von Coaches und agilen Methoden an ihrer Idee. Danach wird über eine Umsetzung entschieden. Jedoch fast noch wichtiger als diese Entscheidungen sind die Erfahrungen, die unsere Mitarbeiter sammeln. Wenn sie in ihre Abteilungen zurückkehren, verbreiten sie Learnings und agile Methoden in allen Bereichen und helfen Silos zu vermeiden. Diese vermeintlich kleinen Schritte führen in ihrer Summe zu einem Kulturwandel, der hilft, die Bank zukunftsfähig zu machen.


Eine Strategie und ein Lab sind sicherlich ein guter Anfang, um den Wandel einzuleiten. Andererseits haben Sie nach wie vor eine klassische Organisation mit funktionaler Organisationsstruktur. Wie können Sie aus den ersten positiven Erfahrungen der Lab-Teilnehmer einen systematischen Transformationsprozess hin zu einer agilen Hanseatic Bank meistern?

Der sich verändernde Markt und die zunehmende Digitalisierung stellen hohe Anforderungen an alle Banken. Wir müssen schneller und flexibler in der Zusammenarbeit werden, weniger Reibungsverluste erzeugen. Hier entstehen, gerade aus dem Solution Lab heraus, viele spannende Ideen, mit denen wir uns intensiv beschäftigen. Unser Wunsch ist es, diese interdisziplinäre Zusammenarbeit und das fokussierte, agile Arbeiten an Themengebieten aus dem Lab in unseren Arbeitsalltag zu tragen. Wie das genau aussehen soll, wird sich zeigen. Hier sind wir erst am Anfang des Prozesses.


Sie haben das Glück, mit "Kordoba" seit 2015 ein einheitliches Kernbankensystem zu betreiben, ergänzt durch Ihr Data-Warehouse und das Kreditkarten-Transaktionssystem. Wie können Sie sich in den kommenden Monaten fit machen - für die neuen Chancen bzw. die zu erwartenden Herausforderungen seitens pfiffiger Fintechs?

Wir sehen Fintechs nicht als Konkurrenz, sondern als interessante und wichtige Partner. Die Zusammenarbeit eröffnet uns die Möglichkeit, an neuen Entwicklungen frühzeitig teilzuhaben, unsere Angebote weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu bleiben. Die Herausforderung für Banken ist es, stetig neue digitale Lösungen zu schaffen und sich dafür besser und breiter mit Fintechs zu vernetzen. So können wir von der Kreativität Dritter, der Kraft und Geschwindigkeit bei der Entwicklung von Produkten und Services profitieren und eigene Ressourcen sinnvoll einsetzen.

Effektiver und schneller zusammenarbeiten via Open Banking

Ab August werden wir mit dem Software-Dienstleister "Tesobe" einen ersten Proof of Concept zum Thema Open Banking umsetzen. Dabei geht es darum, Schnittstellen zu schaffen, über die sich externe Dienstleister und Partner mit unseren Systemen verbinden können. Man kann sich das wie eine Art Steckdose als zusätzliche Ebene in unserer Software-Architektur vorstellen. Auf diese Weise können wir viel effektiver und schneller zusammenarbeiten.

Auch im Bereich Artificial Intelligence sind wir in Kooperation mit einem Startup bereits aktiv, um unseren Kunden die bestmögliche Produktempfehlung oder Nutzungsempfehlung für ihre Kreditkarte zu geben.


Sie haben eine eigene IT-Abteilung mit 54 Mitarbeitern und 5 eigenen Softwareentwicklern. Wie können Sie für Ihr Endverbrauchergeschäft neue Ideen, Produkte und Dienstleistungen entwickeln bzw. wie können Sie geschäftlich interessante Entwicklungen mit begrenzten Ressourcen ins Haus holen? Welche Rolle spielen Fintechs in Berlin, Frankfurt oder Hamburg für Sie?

Die Zusammenarbeit mit Fintechs ist eine Win-win-Situation für beide Seiten. Fintechs liefern neue Ansätze, innovative Technik und arbeiten überaus agil. Wir als Bank kennen die Märkte und liefern Kunden und Fachwissen. So können wir viele spannende Trends und Entwicklungen testen und um ein Vielfaches schneller und ressourcenschonender neue Produkte für unsere Kunden entwickeln.

Kooperationen mit Fintechs, Hackathons & Bankathons

Aktuell arbeiten wir mit rund zehn Fintechs zusammen. Zum Beispiel mit den größten deutschen Anbietern im Einlagengeschäft: Weltsparen.de, Savedo und Zinspilot. Durch die Kooperation mit diesen innovativen Partnern sind wir noch besser aufgestellt, um mit unserem Angebot insbesondere internetaffine Kunden zu erreichen. Gemeinsam mit Fino bieten wir Neu- und Bestandskunden erstmalig den exklusiven Hinterlegungs-Service für Kreditkarten, der den Kreditkartenwechsel erleichtert. Gemeinsam mit der Firma Optiopay haben wir das Vorteilsprogramm für unsere Kreditkartenkunden um ein Gutscheinportal erweitert.

Aber neben der Zusammenarbeit mit externen Unternehmen ist es uns natürlich auch wichtig, das Wissen zu ins Haus zu holen und unser Know-how aufzubauen. Dazu tragen unsere engagierten, kreativen Mitarbeiter und Formate wie das Solution Lab oder unser Engagement für Hackathons und Bankathons bei.


Die Hanseatic Bank gehört seit 2005 zu 75% zur französischen Societé General - neben anderen deutschen Unternehmen in den Bereichen Unternehmensfinanzierung,  Mittelstandsfinanzierung, LKW-Leasing, Fleet Management oder Versicherungen. Wie sind die Digitalisierungsaktivitäten der Société Générale in Deutschland miteinander vernetzt - und welche Rolle spielen Sie dabei im Konzern?

Deutschland ist ein wichtiger Markt für die Société Générale, und auch wenn die deutschen Töchter der Gruppe nicht unter einem einheitlichen Namen auftreten, sind wir sehr gut untereinander vernetzt und der Erfahrungsaustausch wird großgeschrieben. Auch der Austausch mit Start-ups und Fintechs wird in der gesamten Gruppe intensiv betrieben.

Research in Berlin und Zusammenarbeit der Gruppe

So gab es zum Beispiel im vergangen Jahr ein von der Société Générale organisiertes Treffen aller deutschen Gesellschaften mit verschiedenen Fintechs, Inkubatoren und Venture Capitals in Berlin. Hier entstand zum Bespiel der Kontakt zu Tesobe. Anfang Juni hat die Société Générale ein eigenes Innovation Lab in der Factory in Berlin eröffnet. Aufgabe ist es, den deutschen Markt zu scannen, um innovative und relevante Services und Produkte für alle Unternehmen der Gruppe zu identifizieren und ein Netzwerk zu Fintechs und Investoren aufzubauen und zu pflegen.

Innerhalb der Gruppe ist die Hanseatic Bank auf einem guten Weg in Richtung Digitalisierung. Gerade im Hinblick auf die Entwicklung neuer Arbeitsweisen und Prozesse wollen wir hier auch innerhalb des Konzerns ein Treiber und Innovator sein.


Kommen wir zurück nach Hamburg und zu unserer traditionellen Standort-Beurteilung: Wie gut ist Hamburg für Ihr Geschäft aufgestellt, z. B. im Bereich Nachwuchs- und Spezialistenrekrutierung? Und was können Hamburg und engagiere Player in der Stadt unternehmen, um den Firmenstandort hinsichtlich ihrer Anforderungen weiter nach vorn zu bringen?

Hamburg ist erst einmal eine wunderschöne Stadt mit hoher Lebensqualität, die viel zu bieten hat. Aber im Vergleich zu München, Frankfurt und Berlin gelingt es Hamburg nicht, sich auch international zu positionieren und zu vermarkten. Gerade junge Entwickler aus Spanien, Portugal, Brasilien oder Neuseeland gehen lieber nach Berlin. Dort ist das Leben kostengünstiger, internationaler und man kommt mit der englischen Sprache überall gut zurecht. Und die Partyszene ist sicher auch ein wichtiges Marketingargument für die Stadt. Hamburg zieht im "War of Talents" oft den Kürzeren.

Dabei sitzen hier in Hamburg nicht nur große Handelskonzerne, wie die Otto Group, Tchibo oder Beiersdorf, sondern auch große Digital Player wie Google, Facebook oder Xing. Letztere positionieren hier jedoch eher Vertriebseinheiten, als ihre Entwickler. Als Hamburger Unternehmen sind wir daran interessiert, dass die Stadt gerade im Digitalsektor attraktiver wird. Schließlich wollen auch wir Digitaltalente für uns gewinnen. Deswegen wollen wir uns im Employer Branding noch deutlicher positionieren, um für Nachwuchskräfte und Professionals ein attraktiver Player zu sein.

Eine Hamburger "Developer School" im Herzen Stadt

Sicherlich könnte die Stadt Hamburg hier aktiver werden. Es gibt bereits Kooperationen zwischen Wirtschaftsunternehmen und Hochschulen, in Form von Stiftungsprofessuren oder Stipendien. Der Aufbau einer Hamburger „Developer School“ im Herzen der Stadt mit dazugehörigen kostengünstigen Wohnmöglichkeiten könnte ein zusätzlicher Weg sein, junge Entwickler in die Stadt zu holen bzw. sie direkt hier auszubilden. Als Keimzelle für den Entwicklernachwuchs und damit auch für die Digitalisierung in Hamburg. Partner auf Unternehmensseite könnten für den Praxisbezug der Ausbildung sorgen und Talente fördern.“


Vielen Dank für die große Offenheit!

Das Interview führte Thomas Keup.


*  *  *

 Hamburg Digital Background: 

Die Hanseatic Bank im Überblick
www.hanseaticbank.de/wir-ueber-uns/in-stichworten.html

Die Societé General Group in Deutschland
www.societegenerale.de/de/gesellschaften.php

Societé General Open Innovation global
www.societegenerale.com/en/digital-and-innovation/more-open-innovation

Societé General Innovation Network global
www.societegenerale.com/en/digital-and-innovation/more-open-innovation/international-innovation-network

Die Hanseatic Bank in der Otto Group
www.ottogroup.com/de/die-otto-group/konzernfirmen.php



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Mittwoch, 12. Juli 2017

HANSEREALITY: "Etwas Geiles kreieren" - Panoramen in 360 Grad.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Im Hamburg Startup Magazin stellen wir junge Firmen vor, die etwas Besonderes haben: eine visionäre Technologie, ein zukunftsweisendes Geschäftsmodell und engagierte Gründer. Denn nur die besten Startups sind HANSESTARTUPS.



Herausgezoomte 360 Grad Aufnahme mit der Videokamera VUZE.
Foto: Omnia360

Augmented Reality ist in aller Munde. Virtual Reality ist Stadtgespräch. Die Medientechnologien bieten viele neue Chancen. Die Experten schwärmen: Dreidimensionale Welten, interaktive Kommunikation, erweiterte Möglichkeiten. Doch die Demoversionen an den Messenständen erinnern häufig einem Computerspiel aus den früheren 2000er Jahren. Ist die Medienmetropole Hamburg reif für die virtuelle Realität? Und wo liegen die Chancen der Handelsmetropole an Alster und Elbe?

Drei junge Hamburger gehen den nächsten Schritt: Mit virtuellen Rundgängen in 360 Grad durch Fitnessstudio oder Werkstatt begeistern sie auf ihrer Homepage, was mit Technologie alles machbar ist. Sie wollen dem Marketing eine vollständig neue Perspektive geben - und damit ein zukunftsweisendes Business aufbauen. Ein virtueller Hamburg Digital Report über ein echtes HANSESTARTUP:


Für Claudia und Reza ist es ein Herzensthema: In den Augen des 29-jährigen Betriebswirts Reza und seiner 1 Jahr jüngeren Partnern funkelt es: "In Virtual und Augmented Reality haben wir die nächste große Möglichkeit gesehen." Kein Wunder, ist Reza Kiani doch technikbegeistert: VR, AR, Nanotechnologien sind seine Welt. 2014 wechselt er aus der Mineralölwirtschaft in die "Goodgames Studios". Die "Oculus Rift" bringt sie 2014 auf der CeBIT auf die Idee. Für den Co-Foudner des Hamburger Tech-Startups "Omnia 360" steht fest: ""Virtual Reality wird Unternehmen und Konsumenten zahlreiche neue Türen öffnen." 

Partnerin Claudia Berger geht einen Schritt weiter. "Mit den neuen Technologien haben wir die Chance, Geschichten ganz anders zu erzählen." Zu den neuen, noch ungenutzten Möglichkeiten sagt sie: "Es ist weit mehr, als das, wofür es verkauft wird." Die Absolventin für technische Betriebswirtschaft und Marketing ist ebenso technikbegeisert: "Ich fand es spannend, im Studium einen technischen Background zu machen." Dabei ist sie absolute Expertin in Sachen "neuer Realitäten", hat ihre Masterarbeit gemeinsam mit Reza über die Möglichkeiten von AR und VR im Marketing geschrieben

Vier zentrale Ergebnisse findet die Absolventen der HAW Hamburg heraus:
  • Die Technologien eignen sich dazu, die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erregen  und sich aus der aktuellen Werbeflut abzuheben
  • Virtual und Augmented Reality ermöglichen eine direkte Beteiligung, sodass die Konsumenten stärker involviert werden und sich bewusster mit den Inhalten des Mediums auseinander setzen
  • Mit den neuen Möglichkeiten lassen sich Emotionen wecken. Denn Bilder emotionalisieren stärker, als Text oder Sprache.
  • Die Technologien professionell eingesetzt, können damit Kundenerlebnisse produziert werden, die bislang nicht möglich waren.

Hamburger 360 Grad-Panorama-Team
Foto: Omnia360
Das, was Claudia und Reza zusammen mit ihrem Co-Founder und studierten Medientechniker Tobias Rempe im Team erschaffen, ist eine neue Dimension - zwischen direkter Erfahrung im täglichen Leben (Primärerfahrung) und indirekter Erfahrung über Medien, wie Fernsehen (Sekundärerfahrung). Die neue 360 Grad-Erfahrung ist zwar indirekt (weil vorproduziert), berührt uns jedoch, weil wir uns in der virtuellen Umgebung bewegen, z. B. per Brille oder Joystick, und damit neue Erfahrungen sammeln. Man könnte es so formulieren: Früher gab es Bilder, dann gab es Bilder in 360 Grad und jetzt gibt es 360 Grad-Bilder, in denen wir uns bewegen können.


Ein zentrales Werkzeug von "Omnia360" stellt eine 3D-Kamera dar. Sie ist ein US-­Import und fotografiert den Standort mit 6 Linsen gleichzeitig aus 36 Perspektiven. Die 36 Aufnahmen bilden ein Kugelpanorama von einem Standpunkt. Mehrere Standorte nacheinander ergeben schießlich mehrere Kugelpanoramen und miteinander verknüpft die Möglichkeit für einen virtuellen Rundgang durch Räume. Dazu kommen 3 Infrarot-Sensoren, die den Raum nach oben, zur Mitte und nach unten vermessen. Im nächsten Schritt werden die Infrarot-Daten mit den Panorama-Bilddaten gematcht. Es entsteht ein 2D-Floor Plan und das 3D-Modell zum hineinzoomen.


Vom 2D Bild zum virtuellen 3D-Rundgang
Grafik: Omnia360

Medienexperte Tobi, selbst Absolvent der HAW, hat die Erfahrungen mit Video- und Postproduktion, kümmerte sich bis zum aus von Freezers und HSV Handball um die Videoproduktionen der Sportereignisse in der Barclaycard-Arena. Die Mattport-Kamera fotografiert nicht nur Kugelpanoramen. Nachträglich lassen sich in die Aufnahmen auch Multimedia-Tags einbauen, z. B. Textinformationen, Backlinks und Erklärvideos. Damit wird die 360 Grad-Welt der drei Jungunternehmer zu einem Multimedia-Marketinginstrument. Und sie erobern sie die Freie und Marketingstadt Hamburg.


Das 360 Grad-Panorama-Team im Vor Ort-Einsatz
Foto: Omnia360
Für eine 100 qm-Fäche brauchen die Experten bei kleinteiliger Aufnahme (z. B. in einem Museum) rd. 1,5-2 Stunden vor Ort, bei großflächiger Aufnahme (z. B. einem Fitnessstudio) rd. 1 Stund. Dabei müssen die drei Sensoren für die exakte Darstellung alle auch noch so kleinen Flächen scannen, z. B. unter einem Tisch. Neben der Aufnahme kommt die Postproduktion dazu: Welche Geschichte soll mit dem Rundgang erzählt werden? Möchte der Kunde Texte oder Multimedia-Elemente eingebunden haben? Soll es Gamification-Elemente geben, die das virtuelle Erlebnis steigern helfen?

Als Einsatzmöglichkeiten sehen sie u. a. Fitnessstudios und Wellnesstempel, um ihre Wohlfühloasen künftigen Gästen näher zu bringen, wie das Beispiel aus Hammerbrook zeigt. Zudem kann die Technologie die Lücke zwischen stationärem Einzelhandel und E-Commerce füllen und das Online-Shopping emotionalisieren. Die Panorama-Rundgänge können online ebenso ausgespielt werden, wie mobil oder social. So lassen sich die 360-Visulisierungen z. B. in die eigene Facebook-Präsenz einbinden und mit Links als Lead-Generator für den eigenen Online-Shop nutzen. Ein weiteres spannender Einsatzbereich in das Brand Marketing.

Standortmarketing, Personalrecruiting & Tourismuswerbung.

Innovative Companies, wie Facebook, Google, Twitter, Snap & Co. schaffen für ihre Mitarbeiter Wohlfühlwelten mit Wohnküche, Relaxingareas und Videospielstationen. Coole Büros künftigen Mitarbeitern näher zu bringen, ist ein spannender Einsatzbereich für die virtuellen Rundgänge der 3 jungen Hamburger. Für die Tourismusmetropole könnten die begehbaren Panoramen eine effektvolle Ergänzung sein, für die "Elphi" und die Hafencity ebenso, wie für die Speicherstadt, ihre Museen oder die Deichtorhallen.

Mit der visionären Technologie, ihrem professionellen Handling und ihrem Drive, die Marketingwelt ein Stück visueller zu machen, sind die drei jungen Tech-Unternehmer auf dem richtigen Weg. Die engagierte Marketing-Expertin Claudia bringt es so auf den Punkt: 
"Hamburg ist ein dankbarer Standort, da es hier zahlreiche innovationsfreudige Unternehmen und spannende Projekte gibt." In diesem Sommer ergänzen sie ihr Angebot um 360-Grad-Videos und werden damit für Marketing und Medien noch interessanter. Wir wünschen dem HANSESTARTUP viel Erfolg auf ihrem Weg.




 Hamburg Digital Background: 

Omnia 360 Hamburg
www.omnia360.de

Evolution Bild-Content
https://omnia360.de/blog/3d-scans-die-zukunft-von-real-estate/

3D-Scan in Real Estate
https://omnia360.de/blog/3d-scans-die-zukunft-von-real-estate/

Next Step: 360 Grad Videos
https://youtu.be/EcBCuF4DrpI

NextReality.Hamburg
www.nextreality.hamburg/


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Mittwoch, 5. Juli 2017

HANSEELBVALLEY: Die Dropbox von der Elbphilharmonie.

"Snapchat kommt nach Hamburg" strahlte Anfang Juni eine der bekannten Hamburger Presseansprechpartnerinnen im Sitzungssaal der Hamburgischen Bürgerschaft. Die Wirtschaftshauptstadt Hamburg trug ihren Stolz an diesem Tag nur ein wenig nach außen. Und doch: Nach Dropbox, Facebook, Google, Twitch, Twitter und Yelp hatte sich ein weiterer US-Internetriese für das "Elbvalley" entschieden. Hamburg konnte wieder einmal punkten - als Medien- und Marketingmetropole der Republik. 

Doch warum kommen die Internetriesen nach Hamburg? Von geplatzten Baugenehmigungen für den Berliner Google-Campus einmal abgesehen. Seit einem Jahr fühlt sich auch der amerikanische Speicherdienst Dropbox aus San Francisco in der Hafencity äußerst wohl. Eine gute Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, was die Großen des Internets an Alster und Elbe zieht. Ein Hamburg Digital Report direkt von der Elbphilharmonie:


500 Millionen Menschen nutzen Dropbox weltweit, 200.000 Unternehmen haben den Speicherdienst in ihr Geschäft eingebunden. 16.000 Firmenkunden zählt der amerikanische Clouddienst in der DACH-Region. Zu den Großkunden mit mehr als 2.500 Mitarbeitern gehört Adidas mit seinen Marken Adidas, Reebok und TaylorMade und seiner Konzern- und IT-Zentrale in Herzogenaurach. Hier werkelt Dropbox als umfassende Kollaborationslösung, arbeiten rd. 50% aller Mitarbeiter mit der Speicherlösung. Bei weltweit 60.000 Mitarbeitern dürfte Dropbox allein beim deutschen Sportartikelhersteller rd. 30.000 Accounts betreiben. Dagegen wird die Dropbox bei Mittelständlern eher als einzelnes Tool eingesetzt.


Schnappschuss aus dem Konferenzraum auf die Elphi:
Dropbox DACH-Zentrale in der HafenCity.
Foto: HANSEVALLEY
Drei Teams kümmern sich bei Dropbox um die Geschäftskunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Die Vertriebspartner für den KMU-Sektor - z. B. IT-Systemhäuser - werden von Deutschlands IT-Standort München aus betreut, die mittelständischen Direktkunden in der Europazentrale in Dublin und Großkunden wie Adidas in Hamburg. Die Zahl der Key Accounts hat sich in nur einem Jahr auf 16.000 nahezu verdoppelt, dank des gebürtigen Berliners und langjährigen Vertriebsprofis Oliver Blüher. Seit gut 2 Jahren steuert der Country-Manager aus seinem Büro gegenüber der Elbphilharmonie in der HafenCity das Geschäft in der DACH-Region und den Nordics.

Oliver Blüher: "Der Tag hält viele Überasschungen bereit."

Zu den offiziell nicht bestätigten Referenzen an Alster und Elbe gehören wohl auch die Otto Group und MyTaxi vor seiner Übernahme durch Daimler. Aus Hamburg werden nicht nur deutsche Kunden betreut. Entscheidend ist der Sitz von Geschäftsführung und IT-Abteilung, wie bei der Adidas-Group. Über weitere Zahlen schweigt man sich in den lichtdurchfluteten Büros des Business Centers am Johannes-Dalmann-Haus am Kaispeicher A aus, um Analysten keine unnötigen Anhaltspunkte für Spekulationen und damit Bewertungsgrundlagen bei einem späteren Börsengang zu geben.

Für den 2-fachen Familienvater Blüher scheint Hamburg nur eine Station zu sein. Es ist sein 8. Umzug in 15 Jahren. Zuvor war er gut 2 Jahre für die SAP in Heidelberg, verantwortlich für Cloud Services des deutschen Softwareriesen - in Themen wie HR und Procuremnet, davor mehr als 4 Jahre für das internationale Geschäft der SAP als Chief Operation Officer in Moskau. Er sieht sich selbst als 'Aufbauer' bzw. 'Doer'. "Ich finde es spannender, Dinge in ihre Bahnen reinzubringen", bringt er es im Recherche-Gespräch auf den Punkt. Dropbox ist für ihn eine neue Herausforderung, beginnend Mitte 2015 in der Europa-Zentrale in Dublin.

Dropbox-Kultur: "Es ist ein Mix von Facebook, Google & Linkedin."


Dropbox-Countrymanager Oliver Blüher
Foto: Dropbox
"Da treffen sie Menschen, die sprechen 5 Sprachen fließend", ist der Country-Manager auch heute begeistert von den Fähigkeiten eines 28-jährigen Deutschen im Telefon-Vertrieb, in Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und Rumänisch kommunizieren zu können. Auf die Frage, was für den erfahrenen Vertriebsmann das Besondere bei Dropbox ausmacht, kommt wie aus der Pistole geschossen: "Es sind die Leute, mit denen sie zusammenarbeiten." Bescheiden, intelligent, klar strukturiert, teamorientiert und zugleich erfahren seien sie. Das klingt ein wenig wie aus einer Stellenanzeige.

Tatsächlich scheint Hamburg aus diesem Grund ein nahezu ideales Pflaster für den US-Service zu sein. Auf die Frage, warum sich Dropbox für Hamburg entschieden habe, nennt der langjährige Westphale den Mitarbeiter-Austausch an Alster und Elbe - nicht zuletzt mit anderen Cloud-Anbietern und ihren Sales-Offices, wie Facebook, Google oder Twitter. Zudem ist Hamburg für den konzernerfahrenen Manager ein hervorragender Standort für die Akquise, schließlich ist die Hansestadt ein Hotspot für Medien, Marketing, Handel, Logistik und andere Dienstleistungen.

Dropbox für analytische, schöpferische und kreative Kopfarbeiter.


Für Dropbox ist der Dienstleistungsstandort Hamburg besonders interessant, denn das Speichertool richtet sich vornehmlich an Information- bzw. Knowledge-Worker, die "fallzentrisch" Aufgaben in Engineering, Design, Produktionsplanung, Marketing, PR, Event, Business Development oder Vertrieb erledigten. Dazu kommen koordinierende Berufsgruppen, wie Projektmanager, Linienmanager oder Executive Manager. Dabei positioniert sich der amerikanische Speicherdienst mit seinem Businessangebot vornehmlich an mittelgroße Kunden.

Kleinbetriebe scheint Dropbox an Google mit Gmail und Google Drive verloren zu haben, während Konzerne mit Office 365 und Sharepoint-Servern Microsofts Infrastrukturlösungen nutzen. Dropbox kommt von unten in die Organisationen: "Der Nutzer bringt es mit, weil es ihm hilft, seine Arbeit besser zu machen," erklärt Oliver Blüher den Erfolg des kalifornischen Anbieters. Deutsche Kunden können ihre Dropbox-Daten auf Wunsch auch bei Amazon in Frankfurt/Main hosten lassen. Man hat die deutschen Befindlichkeiten verstanden.

Bis zu 60% der Arbeitszeit gehen für deren Organisation drauf.

Drei eigene Rechenzentren betreibt Dropbox heute an Ost- und Westküste sowie im Landesinneren der USA. 2016 migrierte das kalifornische Speicher-Startup seine rd. 600 Petabyte Daten aus den Amazon Data Centern auf eigene Server. Hier dürften vor allem Kostengründe eine Rolle gespielt haben. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Amazon Web Services bei großen Datenmengen auch einen "großen Schluck aus der Pulle" gönnt. So laufen die Backupspeicher 10 Jahre nach ihrer Gründung in eigenen Rechenzentren günstiger.

Mit seinen Account-Managern, Solution Architects und Service Mitarbeitern kümmert sich der Wahl-Hamburger um den Großkundenvertrieb und das Key Account-Management. Ein halber Gang des Hamburger Business Centers wird von Dropbox belegt. Mehr ist zum Thema Personalstamm auch nach hartnäckigem Nachfragen nicht zu entlocken. Laut Blüher arbeiten weltweit insgesamt weniger als 2.000 Mitarbeiter bei Dropbox, um die 500 Mio. Nutzer-Accounts zu managen. 

Status Quo Mittelstand: Blech unter der Treppe und im Abstellraum.

Als Beispiel für den professionellen Einsatz der cloudbasierten Kollaborationslösung zeichnet der Countrymanager die Supply Chain bei der Produktentwicklung nach - beginnend bei Ingenieuren und Designern, über Projektmanagern und Einkäufern bis zu Logistikern und Controllern. Verschiedene Disziplinen, Beteiligte, Daten und Inhalte - so werden im Zweifelsfall bis zu 60% der Arbeitszeit für die Organisation der Arbeit aufgewandt, fand McKinsey heraus. Im Fokus der Kritik: Unterschiedliche Tools, wie E-Mail, Messenger und File-Server.

Oliver Blüher wird noch deutlich, nicht ohne Hintergedanken. Zur IT-Infrastrukur bei einem typischen deutschen Mittelständler stellt er fest: "Da steht an 80 Standorten Blech (Anmerkung: IT-Jargon für Server) rum - unter der Treppe oder in Abstellräumen." Womit das in Deutschland gern genutzte Datenschutzargument an dieser Stelle keine Chance mehr haben dürfte. Der clevere Manager setzt noch einen drauf: "Bis 2030 werden bis 98% aller Fileserver in der Cloud erwartet." Vor allem bei neu aufgesetzten Speichern dürfte er recht behalten.

"Wir wollen der Leim sein, die verschiedenen Dienste zu nutzen."

Die wichtigsten Argumente für Dropbox im Unternehmenseinsatz sind u. a. die Integration in Microsofts Verzeichnisdienst Active Directory oder in das Salesforce-CRM. Genauso werden Adobe-, Autocat- und Google-Services unterstützt.  800-1.000 verschiedene Cloud-Services werden in einem Großunternehmen genutzt, viele davon müssen mit dem Datenspeicher harmonieren.  Das Hamburger Team wird für die Migration der Daten und die Integration von Dropbox von bekannten Partner unterstützt, wie Comparex, Ingram oder HP Enterprises. 150 Partner umfassend das Netzwerk über alle Businessservices und Marktsegmente hinweg.

Dropbox ist - wie bei einer US-Tech-Company zu erwarten - äußerst datengetrieben. Im Zweifelsfall gilt : "Was sagen die Daten dazu." Dropbox ist Cash Flow-positiv, EBITDA-profitabel und hat im Moment wohl (noch) nicht vor, einen Exit an der Börse hinzulegen. Stattdessen geht der Dienst mit seiner jüngsten Funktion "Paper" auf Konfrontationskurs zu Google Docs und Microsofts Office 365. "Paper" bietet mit einer Brainstorming-Funktion ein weißes Blatt Papier mit hinterlegten Office-Funktionen, ein Projektmanagementtool mit Basisfunktionen zur Organisation der Arbeit und eine Protokollfunktion, schnell, einfach und interaktiv Meeting-Minutes zur erstellen.

Der nächste große Office-Player neben Microsoft und Google.

Noch sieht die IT-Landschaft - nicht nur in der DACH-Region - äußerst bunt aus. Auf der einen Seite der bekannte "Software-Zoo" unzähliger Fachanwendungen auf Server und Clients. Auf der anderen Seite eine neue "Wölkchen-Bildung", bei der jeder Software-Anbieter die Kunden über hauseigene Speicher an sich bindet - von A wie Adobe über zu S wie SAP. 3 Millionen Organisationen gibt es allein in Deutschland, die ihre Daten speichern müssen. Zieht man 1 Mio. Organisationen ohne Mitarbeiter ab, verbleibt genug zu tun für Oliver Blüher und sein Team an der Elbphilharmonie. Doch davor hat der Speicherexperte aus der Hafencity keine Angst: "Ich bin hier, um etwas aufzubauen." Dafür hat er sich einen guten Standort ausgesucht.

Die schicken Räume der Dropbox in Hamburg:




 Hamburg Digital Background: 

Dropbox Business:
https://www.dropbox.com/de/business

Dropbox Paper:
https://www.dropbox.com/paper

Business Speicher:
https://trusted.de/business-cloud-speicher


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________


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Sonntag, 2. Juli 2017

HANSEPERSONALITY Prof. Dr. Ralf Strauß: "Am liebsten wollen alle alles auf einmal, und das morgen."

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

"Erfolgreich im modernen Dreikampf." Mit dieser Headline öffnet der "Marketing Innovation Day" 2017 von Deutschem Marketing Verband und der Wirtschaftshochschule HSBA in 10 Tagen in der Handelskammer seine Pforten. Mehr als 1 Dutzend namhafter Sprecher bringen die digitalen Herausforderungen von Marketing, Sales und IT auf die Bühne. Am 12. Juli bleibt nichts verborgen - von Mind-Set und Kollaboration über Fachwissen bis zum Zeitmanagement.


Marketing-Präsident Prof. Dr. Ralf Strauß
Foto: DMV / Thorsten Schmidtkorn
Wie sieht das Mindset bei "Otto" aus? Wie funktioniert die Zusammenarbeit bei "Jung von Matt/Next Alster"? Welche Akzente setzt man bei "Xing"? Und wie sieht der Deutschland-Direktor von "Google" die aktuellen Herausforderungen? Wir haben den Präsidenten des Deutschen Marketing Verbandes gebeten, schon heute ein Spotlight auf Deutschlands Marketing-Abteilungen zu werfen. Unser HANSEPERSONALITY ist Prof. Dr. Ralf Strauß:

Sie sind langjähriger Marketing-Experte - u. a. bei SAP und Volkswagen -, Geschäftsführer einer Marketing-Beratung und Präsident des Deutschen Marketing Verbandes. Sind sich die verantwortlichen Mitarbeiter in den Marketing- und Vertriebsabteilungen Hamburger und bundesweiter Unternehmen der Herausforderungen durch die Digitalisierung bewusst?

Absolut, ja! Die Frage ist ja eine andere: Es dreht sich in den Augen der meisten Unternehmen ja mehr darum a) zu verstehen, was die vielen Begriffe denn tatsächlich alles bedeuten und b), wie diese Konzepte jeweils auf den unternehmensspezifischen Anwendungskontext übersetzt werden können. Und dies im Spannungsfeld zwischen den seit vielen Jahren etablierten Funktionsbereichen Marketing, Vertrieb und IT, den wir ja auch im Rahmen des Marketing Innovation Days aufgreifen werden. Da gibt es auch wenig Unterschiede zwischen dem Mittelstand und größeren Unternehmen.

In welchen Wirtschaftsbranchen sehen Sie mit Ihrer Erfahrung als Marketing-Manager - aber auch als Präsident des Marketing-Verbandes - rundherum ordentlich erledigte Hausaufgaben in Sachen Digitalisierung des Marketings und des Vertriebs? Und in welchen Branchen würden Sie eher mit Alarm-Glocken schellen?

Aus mehr als 40 Projekten und Workshops zum Thema "Best Practices Digitale Transformation" kann man eigentlich sagen, dass es hier keine klare Trennung gibt – beispielsweise gibt es Konsumgüterhersteller, welche Marketing und Vertrieb schon sehr weit digitalisiert haben, gleichzeitig im gleichen Branchensegment wiederum Unternehmen, die hier erst ganz am Anfang stehen. Der größte Hinderungsgrund: Oftmals sind in der Vergangenheit Projekte im Spannungsfeld zwischen Fachbereichen und IT alles andere als erfolgreich gelaufen. Was teilweise für eine nur gedämpfte Euphorie sorgt.


HSBA-Marketing-Professor Dr. Ralf Strauß
Foto: DMV
Als Professor für Digital Marketing und E-Business an der Hamburger Wirtschaftshochschule HSBA, aber auch als Geschäftsführer der Marketing-Beratung "Customer Excellence" beschäftigen Sie sich mit den technologischen Herausforderungen im Marketing. Welche Themen stehen bei den Entscheidern heute auf der Agenda?

Am liebsten wollen alle alles auf einmal, und das morgen. Teilweise geht es zuerst einmal darum, Hausaufgaben zu machen und ein CRM-System einzuführen oder anhand einer Zielgruppenmatrix zu verstehen, welche Kunden und Interessenten am besten über welche Kanäle zu erreichen sind. Oder aber es geht um Performance Marketing bis hin zum Programmatic Advertisement. Das Spektrum an Themen ist ehrlich gesagt komplett unterschiedlich und reicht bis in die IT-Strategie hinein – also die Frage, wie schrittweise moderne IT-Anwendungsarchitekturen realisiert werden können.

Wenn es ein 'One fits all' für die Digitalisierung des Marketings und des Vertriebs für mittelständische wie größere Unternehmen nicht gibt, welchen Weg empfehlen Sie open-minded Entscheidern? Gibt es so etwas wie einen Fahrplan, der helfen kann, die großen Veränderungen systematisch und schrittweise anzupacken?

Aus der Vielzahl an Projekten und Workshops zeigt sich immer wieder, dass es auch hier auf einen Mix ankommt: auf der einen Seite mit anderen Unternehmen auszutauschen und anhand von Best Practices zu lernen, auf der anderen Seite einmal strukturiert das eigene Unternehmen im Rahmen eines Digital Audits zu durchleuchten, die eigenen Handlungsfelder herauszuarbeiten und im Einzelnen mit Best Practices zu vergleichen.

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Große Unternehmen wie die Otto Group sprechen von einem "Kulturwandel 4.0", um die eigene Organisation mit 50.000 Mitarbeitern in die digitalisierte Geschäftswelt mitzunehmen. Wo würden Sie als Marketing-Berater in einem Unternehmen anfangen: bei der Kultur, bei den Prozessen oder gar bei den Tools?

Von dem bekannten Management-Professor Peter Drucker gibt es das wahre Wort: 'Culture eats Strategy for Breakfast'. Mit anderen Worten: Wir können uns noch so tolle Strategien überlegen, wenn die Kultur und interne Widerstände deren Umsetzung verhindern, werden wir kaum erfolgreich sein. Daher empfehle ich immer einen Zangenangriff: Auf der einen Seite aus der Sicht des Fachbereichs einmal strukturiert die Handlungsfelder herausarbeiten.

Dazu den Abgleich mit der bestehenden IT-Applikationslandschaft durchführen, dies zu sekundieren mit einer Analyse der - bestehenden vs. erforderlichen - Kompetenzfelder und schließlich der Kultur. Damit verbunden also die Frage aufgreifen, wie bislang Projekte durchgeführt worden sind und was hier jeweils gut oder schlecht gelaufen ist. Oftmals ist die Digitalisierung auch ein guter und willkommener Anlass und "Feigenblatt“, langjährig etablierte Strukturen und Prozesse aufzuräumen. 

Lassen Sie uns an dieser Stelle einen Blick in die Glaskugel wagen: Online Marketing, Performance Marketing, Programmatic Marketing und Content Marketing? Was erwartet die Marketer Hamburger und deutscher Unternehmen als Nächstes und welchen Trend finden Sie persönlich mit Ihrer Erfahrung besonderes interessant?

Ich weiß nicht, welcher Trend absehbar vorherrschend sein wird. Ich denke nur, dass die Beherrschung des Dreikampfs, den wir diskutieren, uns noch in der Grundstruktur lange erhalten bleiben wird. Damit geht es weniger um den nächsten heissen Trend, als vielmehr darum, Strukturen und Prozesse zu schaffen, welche die nächsten Trends und Entwicklungen aufnehmen können.


Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Wo sehen Sie als Marketing-Repräsentant, als Marketing-Ausbilder und Marketing-Berater die Chancen in der Digitalisierung der Hamburger Wirtschaft und wo sehen Sie besondere Herausforderungen, womöglich die "Schlafende Schöne" aus ihren Träumen reißen zu müssen?

Ich denke – und das ist kein Hamburger Phänomen – wir müssen alle Themen im Umfeld Digitalisierung strukturiert und professionell angehen. Hierzu brauchen wir erfahrene Projektmanager und Best Practices. Was mir eher Sorge macht, sind Social Media-Agenturen, die versuchen, mit den Unternehmen Geschäftsprozesse und IT-Applikationslandschaften unter dem Label „Digitale Transformation“ zu diskutieren. 


Die hier produzierte heisse Luft entweicht aus den Projekten meist sehr schnell und das Projekt erfährt ein Reboot ... verbunden mit hohen Kosten und Frustpotential auf der Seite der handelnden Akteure. Kommunikation, Austausch und Lernen aus Best Practices - wie auf dem Marketing Innovation Day - ist das Gebot der Stunde.

Vielen Dank für die direkten Worte!

Das Interview führte Thomas Keup.


* * *

 Hamburg Digital Background: 

Marketing Innovation Day Hamburg, 12. Juli 2017
http://www.marketingverband.de/veranstaltungen/marketing-innovation-day/

Prof. Dr. Ralf Strauss beim Deutschen Marketing-Verband, DMV
http://www.marketingverband.de/der-dmv/vorstand/

Prof. Dr. Ralf Strauss an der Wirtschaftshochschule HSBA
https://www.hsba.de/hsba/unsere-hochschule/team/professoren/prof-dr-ralf-strauss/


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________


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