Dienstag, 28. Februar 2017

HANSESTARTUPS: Fashion aus der Cloud - Made in Hamburg.

Shopping-Bummel auf der Spittaler Straße
Foto: Dirk Eubel, CC-Lizenz BY-SA 2.0
DER HAMBURG DIGITAL REPORT

Mode ist "Big Business". Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist nach Lebensmitteln die zweitgrößte Konsumgüterbranche. Rd. 50 Mrd. erwirtschaftet die Modeindustrie pro Jahr in Deutschland. Gut 130.000 Menschen arbeiten in rd. 20.000 Unternehmen - bis hin zum kleinen Modegeschäft. 

Größter Wachstumstreiber ist der Modehandel im Internet. Mehr als 13 Mrd. Euro setzten die Moderiesen online 2015 in Deutschland um. 15% jährliches Wachstum sind für die Onlinebranche ganz normal.

Aus Hamburg mit dabei: Bon Prix, der Otto Versand und seine jungen Ableger von Project Collins, allen voran About You. Die Zuwachsraten und Neugründungen zeigen: da geht was! Das haben sich auch die 3 Gründer der Hamburger "Fashion Cloud" gedacht. Ein spannendes Startup mit einer noch spannenderen Geschichte:

Alles fängt an, wie immer: Drei junge Gründer haben Lust, in Hamburg ihr Ding zu machen. Startup-Berater Felix vom StartupDock der TU Hamburg bringt sie mit ihren Ideen zusammen. 2014 entwickeln sie eine App, um Lieblingsklamotten in der Fußgängerzone zu finden. 

3 Monate probieren sie die Idee aus - und stoßen auf ein gewaltiges Problem, dass ihren weiteren Weg prägen wird: Die Händler vor Ort finden die App klasse, wollen sie gern einsetzen, haben aber keine Produktfotos für die Datenbank. Was niemand ahnt: Hinter dem unscheinbaren Problem verbirgt sich eine Industrie, die in der Steinzeit stehen geblieben zu sein scheint.


Co-Founder der Hamburger "Fashion Cloud": Martin Brücher
Foto: Fashion Cloud
Von Endkunden-App zur B2B-Plattform

Florian, Martin und René stoßen auf eine Goldmine - eine Industrie, die junge Talente und digitale Ideen gebrauchen kann. In der Textilindustrie gelten alte Regeln, werden fröhlich Faxe verschickt. Die drei Gründer gehen 2015 in den "SpeedUP! Europe" Accelerator der Europäischen Union, bekommen 50.000,- €, ohne Anteile abgeben zu müssen. 

In den folgenden Monaten wird aus der App eine Plattform, aus der Endkunden-Sicht ein B2B-Business. Die Modegrößen Daniel Hechter und Marc O'Polo sowie das norddeutsche Modehaus Ramelow aus Elmshorn mit seinen 7 Standorten gehören zu den ersten Kunden.

Textilindustrie, Software und Wirtschaft

Das junge Team bringt alles mit, was man braucht: Know-how aus der Textilindustrie, aus der Softwareentwicklung und der Betriebswirtschaft. Textilbetriebswirt und LDT Nagold-Absolvent René Schnellen ist dank seiner Beraterlaufbahn ein echter Branchenkenner, Dipl.-Ingenieur und TU Hamburg-Absolvent Martin Brücher kümmert sich um Finanzen und Marketing, Informatik-Ingenieur und Software-Entwickler Florian Klemt ist das "Tech-Brain" im Team. Im Sommer 2015 kommen 2 Business Angels aus der Modebranche an Board, die das junge Team mit Know how und wertvollem Support nach vorn bringen.

Eine Plattform für Hersteller und Modehäuser

Nach der Lean Startup-Methode baut das Hamburger Team eine Plattform für Modehersteller und Handelshäuser auf, entwickelt nach und nach weitere Features, muss bis heute kein einziges Modul einstampfen. Der Nutzwert: Hochwertige Produktfotos der neuen Kollektionen für die Modehäuser vor Ort, die keine eigenen Produktfotografen haben. 

Im Januar 2016 launchen sie auf der Berliner Fachhandels-Modemesse "Panorama" die B2B-"Fashion Cloud"-Plattform. Das Geschäftsmodell: Händler können über die "Fashion Cloud" die aktuellsten Produktfotos herunterladen, in ihre Warenwirtschaft einbinden und für die Werbung nutzen.

Die Nachfrage gibt ihnen Recht. Mehr noch: "Wir waren uns sicher, das es genutzt wird," bekräftigt Geschäftsführer Martin Brücher im Interview mit HANSEVALLEY. Mehr als 30 stationäre Händler einschl. der Branchenriesen AppelrathCüpper und Peek & Cloppenburg Hamburg macht den drei Startuppern von Anfang an Mut. 

Mit dem neuen Jahr zünden sie die nächste Stufe: Ab sofort können Markenhersteller mit einem Premium-Account zusätzliche Services in Anspruch nehmen. Aktuell sind auf der Plattform mehr als 200 Marken - wie die Bestseller-Group, Betty Barclay, Brax, Mac, Marc O'Polo, S. Oliver oder Seidensticker.

Von Schnappschüssen zum Moderegal

Order auf der Modemesse "Supreme Kids"
Foto: Mrybka Visualizing Photography
CC-Lizenz BY ND 2.0

600 Händler aus 20 Ländern nutzen die "Fashion Cloud" für ERP und Marketing, 80% z. Zt. aus Deutschland. Es sind regionale 
Platzhirsche, wie Engelhorn in Mannheim, L&T in Osnabrück, Leffers in Oldenburg oder der Modepark Röther aus Michelfeld bei Schwäbisch Hall. 

Als nächsten Schritt planen die drei cleveren Hamburger Jungunternehmer ein "Endlos-Regal". Die Idee dahinter: Händler können vor Ort im Laden für ihre Kunden gewünschte Artikel, Varianten und Größen bei den Herstellern sofort nachbestellen - bevor diese ins Internet gehen, um ihr neues Lieblingsteil zu bekommen.

Kundenbindung durch schnelle Verfügbarkeit

Das Ziel ist klar: Mit Hilfe intelligenter Onlinedienste können Modehändler Kunden vor Ort halten, die Servicequalität erhöhen und dem Druck von Billigproduzenten, Modeketten und Onlineschnäppchen Stand halten. Über eigens entwickelte Schnittstellen sind Markenhersteller und Modehäuser schon heute mit der "Fashion Cloud" verbunden. Nun kommen neben Stammdaten auch Bestands- und Verkaufsdaten hinzu. Im nächsten Monat stellt das Hamburger Team seine Neuerungen auf der führenden Handels-Tech-Messe "EuroShop" in Düsseldorf vor.


Mayoral-Messestand für Kindemode
Foto: Mrybka Visualizing Photography
CC-Lizenz BY ND 2.0
Es ist der Anfang einer spannenden Reise. Ein durchschnittliches Modehaus führt 150 bis 200 Modemarken, große Händler bis zu 600 und mehr. Zweimal im Jahr reisen die Einkäufer heute zu den Handelsmessen "Panorama" in Berlin und "CPD" in Düsseldorf

Die Zukunft hat gerade erst begonnen

Anschließend stehen Besuche in den Showrooms der Hersteller auf dem Plan. Allein im "ModeCentrum" Hamburg sind rd. 350 Hersteller präsent, dazu in der Speicherstadt noch einmal 150 Anbieter. Jedes Modehaus hat seine Einkäufer, die jedes Jahr den eingelaufenen Trampelpfad zur neuen Kollektion nehmen.

Mit dem ersten digitalen Showroom am Firmensitz in Amsterdam und dem Roll-out für alle 40 Showrooms zeigt Tommy Hilfiger, wohin die Reise geht: Auswahl und Bestellung der neuen Kollektionen können in einer Reihe von Schritten digitalisiert werden. So kann die branchenübliche "Vor-Order" mit Hilfe digitaler Plattformen aus der Steinzeit ins Heute, Hier und Jetzt transferiert werden. Der Wettstreit um die Zukunft der Mode hat gerade erst begonnen. 

Die drei sympathischen "Fashion Cloud"-Gründer haben mit ihrem 17-köpfigen Team gute Chancen, diese Zukunft aus Hamburg aktiv mitzugestalten - und unsere Stadt auch in der nächsten Generation als Deutschlands Handelsmetropole im Internet zu platzieren.






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Montag, 27. Februar 2017

HANSEMEDIA: Kultursenator Carsten Brosda eröffnet Social Media Week Hamburg.

Debatte über Glaubwürdigkeit: Social Media Plattformen in der Verantwortung.


"Chief Digital Officer" der Stadt Hamburg: Dr. Carsten Brosda
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda hat heute Vormittag im Handelskammer InnovationsCampus am Adolphsplatz die diesjährige Social Media Week Hamburg eröffnet. Der “Chief Digital Officer” der Freien und Hansestadt fokussierte in seinem Grußwort auf die aktuellen Entwicklungen in den Sozialen Medien im Kontext Glaubwürdigkeit, Fakenews und Chatbots.

Der für die Medienwirtschaft an Alster und Elbe zuständige Senator hob vor der Hamburger Medien- und Marketing-Community auf die Freiheitsoptionen im Social Web ab. “Wie sehen künftig Regeln aus?” fragte Carsten Brosda im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen in der Welt und dem Wahrheitsgehalt von Nachrichten. Die Forderung, dass der Staat festlegen solle, was richtig sei und was nicht, bezeichnete der langjährige Journalist als wenig hilfreiche, “regulatorische Übersprunghandlung”.


Volles Haus zur Eröffnung der Social Media Week Hamburg
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
Carsten Brosda sieht die Betreiber von Social Media Plattformen in der Verantwortung. Das Ziel sollte sein, glaubwürdige Plattformen für Milliarden von Nutzern zu erhalten, da diese sonst abwandern würden. Unterm Strich könnten die Regeln zum Erhalt der Glaubwürdigkeit in Sozialen Medien vor allem von aktiven Teilnehmern Sozialer Dienste entwickelt werden, wie den Teilnehmern der Social Media Week 2017 in Hamburg.




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Sonntag, 26. Februar 2017

HANSEPERSONALITY Senator Frank Horch: Hamburg bekommt Next Logistics Accelerator.

DAS HAMBURG DIGITAL INTERVIEW.

Exlusive Meldungen und Highlights im Überblick:

Hamburgs Startups:
  • Hamburgs Startup-Szene bekommt weiteren Branchen-Accelerator: Bis Jahresende Next Logistics Accelerator zusammen mit Skillnet geplant
  • Innovations-Wachstumsfonds wird im April in der Bürgerschaft beraten. Anschließend Ausschreibung und Auswahl des Fondsmanagements
Tech-Innovationen:
  • Hamburg bekommt einen "Digital Hub Logistics" für die Zusammenarbeit von Großunternehmen, KMUs, Wissenschaft, Investoren und Startups
  • Hamburg als Kompetenzzentrum für 3D-Metalldruck gestärkt: Laser Zentrum Nord wird zum Institut im Fraunhofer-Verbund ausgebaut
Hamburger Hafen:
  • Hamburger Hafen soll endlich Breitband bekommen: 1&1 Versatel baut auf eigene Kosten. Cluster Stenzelring wird in 1. Jahreshälfte angeschlossen
  • Hamburger Hafen wird virtualisiert: Hafenbehörde HPA prüft AR- und VR-Nutzung für Katastropheneinsatz, Planungs- und Entwicklungsvorhaben 

Zuständig für Wirtschaft, Hafen und Innovationen:
Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch
Foto: BWVI
HANSEEXKLUSIV: Das große Hamburg Digital Interview zum Digitalen Standort, zum Digitalen Hafen und zur Digitalen Zukunft. 

Im Mittelpunkt die aktuellen Themen der politischen Diskussion: Wie fördert die Wirtschaftsbehörde die wachsende Startupszene? Wann kommt der Innovations-Wachstumsfonds? 

Dazu Themen, die unter den Nägeln brennen: Wann wird der Hafen endlich mit Breitband-Internet erschlossen? Und was plant die HPA hinter verschlossenen Türen mit Augmented- und Virtual Reality?

Unser HANSEPERSONALITY ist Wirtschaftssenator Frank Horch:

 Thema Digitaler Standort 

Die Digitalisierung der Hansestadt steht im Mittelpunkt des Regierungsprogramms zur "Digitalen Stadt". Die Digitalisierung der Verwaltung mit der "Digitalen Leitstelle" und der Ausbau des IT-Standorts mit der Plattform "Ahoi Digital" sind zwei aktuelle Beispiele.

Hamburg ist Mitinitiator der "Digital Hub Initiative" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In Hamburg soll ein "Digital Hub Logistics" mit internationaler Strahlkraft entstehen. Was kann man sich darunter vorstellen und wie ist der Stand der Dinge?

Die Logistik ist und bleibt eine der bedeutendsten Branchen unserer Stadt, unserer Region sowie der gesamten Bundesrepublik. Aber: Schon heute hat der digitale Wandel die Logistikbranche erfasst und verändert grundlegend Wertschöpfungsketten, Organisationsstrukturen, operative Prozesse, Geschäftsmodelle und sogar gesamte Unternehmen.


In dem Hub werden wir Gründer, KMUs, Wissenschaft und Forschung, Großunternehmen sowie Kapitalgeber an einem Ort zusammenbringen um die digitale Transformation der Logistikbranche zu befeuern. Wir prüfen derzeit verschiedenen Standortmöglichkeiten und sprechen mit potentiellen Partnern und Investoren. Die ersten Gespräche verliefen sehr vielversprechend.

Hamburg soll im Rahmen der "3D-Druckstrategie" beim Metalldruck vorn mitspielen. Wann kann die Wirtschaft mit konkreten Möglichkeiten rechnen?

Mit dem Laser Zentrum Nord (LZN) existiert bereits seit 2009 eine Forschungseinrichtung, die das 3D-Druckverfahren bei Metallen anwendet und Kooperationspartner für die Wirtschaft ist. Für einen - zusammen mit den Partnern Airbus und Concept Laser - entwickelten Kabinenhalter aus Titan, der bereits serienmäßig verbaut wird, wurde das LZN als einer von drei Finalisten für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. 

Der Hamburger Senat hat das LZN in den vergangenen Jahren mit einer Förderung in Höhe von 1,16 Mio. € unterstützt. Der Senat bereitet derzeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft die Überführung des LZN in eine Fraunhofer-Einrichtung vor. Unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft würde nicht nur die Förderung dieses wichtigen Forschungsbereiches verstetigt, sondern auch ein Ausbau der Aktivitäten ermöglicht.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion - Michael Kruse - kritisiert fehlende digitale Innovationen bei den städtischen Betrieben und Beteiligungen. Wie können Sie hier nachjustieren?

Wir haben eine ganze Reihe aktueller Initiativen bei städtischen Betrieben, die ich hier der Einfachheit halber auszugsweise tabellarisch aufliste:

Beispiel 1 - HVV/Hochbahn 
  • Einführung eines elektronischen Ticketings (Mit Umsetzung ab Sommer 2017) 
  • Entwicklung und Einführung von "Check in–Be out"-Funktionen über das Smartphone
  • Echtzeitinformationen und Anschlusssicherung für Busse und Bahnen (größtenteils umgesetzt) 
  • Entwicklung einer Dispositionsplattform für Bedarfsverkehre (Ein Forschungsprojekt - gefördert im Rahmen der "Road Map Digitalisierung" durch das BMV)
  • Weiterentwicklung der HVV-App
  • Verknüpfung aller kundenrelevanten Beziehungen über eine zentrale Kundenschnittstelle
Beispiel 2 - Hamburg Airport 

Der Hamburg Airport verfolgt seit 2013 eine Digitalisierungsstrategie mit einer stetig aktualisierten Roadmap für digitale Innovationsprojekte. Unter anderem wurde seitdem umgesetzt:

Extern:

  • Einführung des kostenfreien 24h WLAN Angebots
  • Launch der mobilen "Passngr"-App "Make it your flight“ als Gemeinschaftsprojekt mit den Flughäfen Düsseldorf und München
  • Relaunch der Hamburg Airport Website in responsivem Design.
  • Launch und Test des Food-Pre-Order Konzepts „Fill-my-Fridge“, bei dem sich Passagiere individuell zusammengestellte Einkaufstüten direkt am Airport abholen konnten und
  • Start der Endkundenkommunikation über SnapChat und WhatsApp als erster deutscher Airport
Intern:
  • Gründung eines fachbereichsübergreifenden Think Tanks (#Ideenfabrik) zur Ausarbeitung und Bewertung digitaler Projektideen 
  • Entwicklung eines Facebook Messenger-Chatbots

 Thema Digitaler Hafen 

Der Hafen ist nach wie vor der Wirtschaftsmotor der Hansestadt und mit 750 Mio. € eine der wichtigsten Steuereinnahmequellen. Mit "SmartPort" will die Hafenbehörde HPA unter Aufsicht der Wirtschaftsbehörde das Hafengeschehen weitgehend digitalisieren und lässt derzeit den Hafen umfassend virtualisieren.

Wie weit ist die Virtualisierung des Hafens durch das AR-/VR-Projekt der HPA fortgeschritten und welches Ziel verfolgt Herr Meier von der Hafenbehörde?

Das smartPORT-Konzept zielt darauf ab, die Effizienz des Hamburger Hafens als wichtigen Teil der Lieferkette zu erhöhen. Dabei werden sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Im Rahmen der Digitalisierung glauben wir, dass auch das Thema Augmented und Virtual Reality (AR und VR) eine große Rolle spielen wird. 

So führt die HPA derzeit ein Pilotprojekt zu den Themen Virtual und Augmented Reality durch, das sich noch in einer sehr frühen, internen Entwicklungsphase befindet. Hier prüft die HPA, wie man diese neuartigen Visualisierungsmöglichkeiten in die Prozessabläufe im Hafen einbeziehen und nutzen kann. Mögliche Anwendungsszenarien wären zum Beispiel Planungsaufgaben, Entwicklungsvorhaben oder auch der Einsatz im Katastrophenfall im Hafen.

Die Hafenwirtschaft fühlt sich mit ihrem Port Community System unter Druck gesetzt. Soll die Hafenbehörde künftig alle Geschäftsdaten managen dürfen?

Der Austausch von Geschäftsdaten ist ein wichtiger Baustein innerhalb der Geschäftsprozesse der an der Transport- und Logistikkette Beteiligten. Dabei müssen entlang dieser Transportkette derzeit viele Informationen mehrmals durch verschiedenen Prozessbeteiligten manuell (per E-Mail, Fax, Telefon etc.) oder per systemische Schnittstelle weitergegeben werden. In Europa arbeiten Wirtschaft und Wissenschaft daher seit Jahrzehnten daran, den „Re-Use“ dieser Daten geltend zu machen. Die initiale Richtlinie ist die Meldeformalitätsrichtlinie oder auch "National Single Window" genannt.

Europaweit gibt es Initiativen und Projekte, die daran arbeiten, die Transport- und Logistikkette durch verbesserten Austausch der Daten effizienter zu gestalten. Ein konkretes Handlungsfeld ist die Sicherheit in der maritimen Schifffahrt. Jeder eingetretene Vorfall verursacht großen volks- und betriebswirtschaftlichen Schaden. Um effiziente Prozesse zu ermöglichen und schnell geeignete Maßnahmen einleiten zu können, sind die entsprechenden Daten unverzichtbar. Dies gilt auch für öffentliche Stellen wie Port State Control, Havarie Kommando, Nautische Zentrale, Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, etc. Je schneller z. B. Informationen über die Ladung an Bord bekannt sind, desto schneller können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Welche Daten auszutauschen sind, müssen die Beteiligten gemeinsam ausarbeiten und definieren, damit Synergien und Mehrwerte entstehen können.

Die Container-Logistik steckt seit 2008 in der Krise - Hamburg muss um seine Zukunft bangen. Wo liegen künftige, digitale Geschäftsmodelle im Hafen?

Es gibt unzählige Digitalisierungsstreiber und -megatrends, die wir beobachten und für den Hamburger Hafen evaluieren. Neben dem 3D-Druck, Internet of Things oder VR und AR ist hier auch das effektive Management von Leercontainern zu nennen. All diese Dinge führen langfristig zu einer Optimierung der internen Abläufe des Hafens und wirken sich auch auf die Hinterlandanbindung aus. Um auch zukünftig neue digitale Geschäftsmodelle zu identifizieren, stehen wir im stetigen Austausch mit der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Warum haben heute nur 4% aller Internet-Anschlüsse im Hafen Breitband und wie können Sie die seit 2 Jahren bereitstehenden Fördermittel dafür aktiv nutzen?

Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung ist eine funktionierende Sprach- und Datenverbindung für unsere Unternehmen unerlässlich, und daher setzt sich die HPA in Gesprächen mit Providern dafür ein, den Ausbau von Internet- und Telefonleitungen im Hafen voranzutreiben.

Erst kürzlich hat ein Treffen zwischen der Deutschen Telekom, 1&1 Versatel, der BWVI, dem Verband Hamburger Spediteure, dem Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V., dem Verein Hamburgischer Quartiersleute und der HPA stattgefunden. In dem sehr konstruktiven Austausch zur Ist-Situation der Internet- und Telefonleitungen im Hamburger Hafen sind sich die Teilnehmer darüber einig geworden, dass eine Verbesserung notwendig ist und haben beschlossen, gemeinsam daran arbeiten. 

Zudem stellten die Deutsche Telekom und 1&1 Versatel jeweils ihre konkreten Konzepte zum Ausbau Breitbandanbindung im Hafen vor und warben um Interessenten. Der Kreis war sich zudem einig, dass das neue Förderprogramm für den Breitbandausbau in Gewerbegebieten, das von Minister Dobrindt vorgestellt wurde, eine Möglichkeit für den Hamburger Hafen sein könnte, Fördermittel für den Leitungsausbau zu erhalten und damit langfristig dessen Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ein konkreter Antrag für Fördermittel zum Ausbau der Netzinfrastruktur für Hamburg und insbesondere auch für den Hamburger Hafen wurde mittlerweile gestellt. 

Parallel dazu hat der Provider 1&1 Versatel bereits mit diversen Unternehmen der Hafenwirtschaft Kontakt aufgenommen und teils auch Breitbandverträge unterzeichnet. Bereits für die erste Jahreshälfte 2017 plant der Telekommunikationsanbieter weite Teile des Hafen Hamburgs an ein hochmodernes Glasfasernetz anzubinden, mit dem Internet-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Gbit/s ermöglicht werden – das ist bis zu 1.000-facher VDSL-Speed. Dabei sollen den Unternehmen keine Baukosten entstehen: Im Angebotszeitraum übernimmt 1&1 Versatel die Kosten für die Tiefbauarbeiten, den Hausanschluss sowie die Installation und das Freischalten des technischen Equipments. 

Voraussetzung für die Erschließung ist, dass sich ausreichend Unternehmen in einem Gewerbegebiet für die Anbindung an das Glasfasernetz entscheiden. Dabei wurde der Hafen in verschiedene Cluster unterteilt. Nach aktuellem Stand ist der erste Cluster (Stenzelring) bereits soweit mit Anträgen, dass er ausgebaut werden kann.

 Thema Digitale Zukunft 

Der Startup-Standort Hamburg wächst. Unternehmen, wie Deutsche See, Haspa, die HSH Nordbank, Otto und Philips engagieren sich. Hamburgs Familienunternehmer sind bereit, zukunftsweisende Startups mit Wissen und Kapital zu unterstützen und bauen eigene Standorte auf.

Hamburg unterstützt den Next Media und den Next Commerce Accelerator. Können wir in diesem Jahr mit weiteren "Branchen-Beschleunigern" rechnen?

In Hamburg haben sich in der jüngeren Vergangenheit diverse Acceleratoren herausgebildet. Wir begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich, denn Acceleratoren bieten innovativen Startups ein Umfeld, in dem Geschäftsmodelle schneller und mit größerer Aussicht auf Erfolg umgesetzt werden können. Im Wesentlichen handelt es sich bei den Acceleratoren um private Initiativen. Mit attraktiven Standortbedingungen in Bezug auf Fachkräfte, Forschung & Entwicklung, Gründungsförderung und nicht zuletzt eine hervorragende Infrastruktur schafft der Senat die Voraussetzungen für erfolgreiche privatwirtschaftlichen Initiativen. Die vitale Entwicklung in diesem Bereich zeigt, dass wir hier auf einem guten Weg sind.

Daher freuen wir uns auch, dass es in diesem Jahr einen weiteren Accelerator geben wird. Seit dem 01.01.2017 arbeitet die Firma Skillnet, die bereits sehr erfolgreich den Next-Media-Accelerator für die Senatskanzlei realisiert hat, an der Konzeption und Umsetzung des Next-Logistics-Accelerators. Ziel ist es, bis zum 4. Quartal 2017 einen Accelerator zu implementieren, der innovative Startups aus dem Bereich Logistik bei der Unternehmensgründung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle begleitet. Damit ist Hamburg Vorreiter in Deutschland und unterstreicht seine Bedeutung als bedeutendster Logistikstandort in Nordeuropa.

Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hansjörg Schmidt, hat uns gegenüber angekündigt, dass der Innovations-Wachstumsfonds in Kürze kommt. Wann können Startups damit rechnen?

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank hat im Auftrag und in Abstimmung mit der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation einen Prüfbericht erstellt und die Schlussfassung im Oktober des Jahres 2016 vorgelegt. Die Ergebnisse wurden unter Einbeziehung externer Experten erarbeitet. Die Mitteilung an die Bürgerschaft wird voraussichtlich Anfang des 2. Quartals erfolgen. Wann der Innovations-Wachstumsfonds kommt, werden die Ausschreibung und Auswahl des Fondsmanagements zeigen. Außerdem erfordert das Fundraising noch etwas Zeit, bevor die erste Investitionsentscheidung getätigt werden kann.

Erste private Initiativen vernetzen Hamburger Familienunternehmer mit erfolgversprechenden Tech-Startups. Wie können Sie dies weiter befördern?

Hamburg ist mittelständisch geprägt und mehr als 95 Prozent der Unternehmen zählen zum Mittelstand, die überwiegend Familienunternehmen bzw. inhabergeführt sind. Der Senat hat in den letzten Jahren viel unternommen, um die mittelstandsfreundlichen Rahmenbedingungen weiter zu optimieren. Beispiele hierfür sind die Stärkung der Innovationsförderung in der Hamburgischen Investitions- und Förderbank und die nachhaltige Verbesserung der Standortbedingungen für den innovativen Mittelstand im Rahmen der "InnovationsAllianz Hamburg". Wir werden diese bewährten Arbeitszusammenhänge nutzen, um die Rahmenbedingungen im Dialog mit den Stakeholdern kontinuierlich weiter zu entwickeln.


Welche Schritte sind für die geplante "Digitale Gründerplattform" bereits umgesetzt worden und wann können Startups mit der Plattform rechnen?

Die digitale Plattform wird Gründungswilligen das Gründen erleichtern, deren Produktidee wissensbasiert und innovativ ist. Auf der Plattform finden die potenziellen Gründer Antworten auf und Ansprechpartner für die drängendsten Fragen, die sich ihnen stellen. Sie finden Kontakte und können sich miteinander und mit den Institutionen vernetzen, die Angebote für sie bereithalten. Wir haben dazu mit den wichtigsten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hamburg gesprochen und ein Konzept entwickelt, das auch Betrieb und Weiterentwicklung der Plattform umfasst, da wir nachhaltige Strukturen schaffen wollen. Wenn dies die Zustimmung aller Beteiligten findet, kann die Programmierung der Plattform bald ausgeschrieben werden und online gehen.

Vielen Dank für dieses Interview!

Das Interview führte Thomas Keup.


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Samstag, 25. Februar 2017

HANSEEXKLUSIV: Das große Hamburg Digital Interview mit Wirtschaftssenator Frank Horch.



Hamburg ist auf dem Weg zur Digitalen Stadt. Im Mittelpunkt: Die Digitalisierung der Wirtschaft, des Hafens und der Verwaltung. Für die Themenfelder Startupförderung, Hafenentwicklung und städtische Betriebe zuständig: Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Wir haben mit Hamburgs Spitzenpolitiker gesprochen. Das Ergebnis: Das große Hamburg Digital Interview zur Zukunft der Digitalen Stadt:

 Thema Digitale Gründer 

Frank Horch steht Rede und Antwort, wie der Senat Hamburgs Startups weiter fördern wird: Wann kommt der angekündigte Innovations-Wachstumsfonds? Wie weit ist die Digitale Gründerplattform für wissensbasierte Jungunternehmen - in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen? Und: Macht das Hamburger Modell der Branchen-Acelleratoren Schule? Bekommt die Hansestadt nach Next Media und Next Commerce einen weiteren Accelerator?

 Thema Digitaler Standort 

Hamburgs Standortförderer bringt die entscheidenden Themen auf den Punkt: Was ist der "Digital Hub Logistics" Hamburg? Wer ist mit dabei und welches Ziel verfolgt der neue Innovationsstandort? Welche Rolle spielt 3D-Metalldruck am Luftfahrtstandort Hamburg - und wie fördert die Stadt die Kompetenz an unserem Standort? Und: Welche städtischen Betriebe sind in Sachen Digitalisierung weit vorn? Und was können wir von ihnen in diesem Jahr erwarten?

 Thema Digitaler Hafen 

Der Hafenunternehmer  spricht Klartext, wenn es um den Hafen geht: Welche Technologien machen aus dem Hamburger Hafen einen Digitalen Hafen? Was macht die Hafenbehörde HPA hinter verschlossenen Türen mit Augmented und Virtual Reality? Wie kann der Hamburger Hafen mit "Smart-Port" im Wettbewerb mit Rotterdam und Antwerpen standhalten? Und: Was sagt der Wirtschaftssenator zur Diskussion der Hafenwirtschaft um ihr Port Communication System? 

Das große Hamburg Digital Interview mit Wirtschaftssenator Frank Horch und Antworten, die wir nicht erwartet haben. Morgen - Sonntag - exklusiv im Hamburg Digital Magazin HANSEVALLEY.


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Donnerstag, 23. Februar 2017

HANSEINVENT: Hamburg macht in 3 Dimensionen Druck.

Die Handelskammer am Adolphsplatz. Es ist Freitag, der 30. Dezember vergangenen Jahres, im großen Börsensaal der Neuen Börse. Der scheidende Präses der einflussreichen Wirtschaftsvertretung - Fritz Horst Melsheimer - kündigt vor den gut 2.000 Spitzenvertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Einrichtung eines 3D-Demonstrationszentrums an. Immerhin hat die Hamburger Koalition in ihrem Koalitionsvertrag 2015 die Entwicklung einer 3D-Strategie angekündigt. Ein einer ersten Stellungnahme kritisieren wir ein mögliches Demonstrationszentrum. Doch das Thema ist in Hamburg wichtiger, als gedacht:

Nach der Ankündigung stellen wir uns die Frage, was unsere Handelsmetropole und Medienhauptstadt mit 3D-Druck zu tun hat. Augmented und Virtual Reality in Hamburg? Das macht Sinn. Die Medientechnologien erweitern die Chancen Hamburgs im boomenden Tourismus, in der Gamesindustrie und mit der Virtualisierung von Logistikprozessen, z. B. durch die HPA im Hafen. Aber 3D-Druck in Hamburg? Was hat unsere Wirtschaftshauptstadt damit zu tun, Bau- und Ersatzteile zu drucken?


Aus dem 3D-Drucker: Halterung im Airbus A350 XWB
Foto: Airbus
Während in Handelskammer und Wirtschaftsförderung die Gespräche für das Demonstrationszentrum laufen, bekommen wir eine  Empfehlung von "Medienlotse" Jan Rode für ein bestehendes 3D-Projekt. Der Titel der Projektseite der Technischen Universität lautet "Secure Additive Manufactoring Platform". 

5 der 9 Partner kommen aus Hamburg: Der IT-Dienstleister "consider it", der Halbleiterproduzent "NXP", das Institut für Flugzeug-Kabinensysteme der TU Harburg, das Forschungszentrum für Informationssysteme - HARCIS - der Uni Hamburg und ... Airbus in Finkenwerder.

Industrieller 3D-Druck - ein Hamburger Airbus-Thema.

Wenn 5 von 9 Partnern aus Hamburg kommen, ist es ein Thema für unser Magazin. Stellt sich die Frage: Wo ist 3D-Druck für Airbus interessant und was hat das Thema mit Sicherheitstechnologien zu tun? Prototyping in Architektur, in der Automobilindustrie und im Maschinenbau - nachvollziehbar; Einzelanfertigungen von Zahnkronen und Kleinserien von Hörgeräten - vorstellbar. In Zeiten zunehmender Protektion - von Großbritannien bis zu den Vereinigten Staaten - wird die lokale Produktion von Konsumgütern ein Thema, z. B. von Turnschuhen. Aber Flugzeuge?

Im Recherche-Interview mit dem Geschäftsführer des Hamburger IT-Dienstleisters und Software-Entwicklers "consider it" - Christopher Nigischer - kommt Licht ins Dunkel: Wenn Bau- und Ersatzteile - z. B. von Flugzeugkabinen für Airbus-Jets - aus dem 3D-Drucker kommen, wer garantiert, das alles mit rechten Dingen zugeht? Wer stellt sicher, dass es der echte Bauplan für ein Kunststoff- oder Metallteil ist, dass auch nach vielen Flugstunden zuverlässig seinen Dienst tut? Wer gewährleistet, dass die Drucker ein Original fertigen, und keine minderwertige Fälschung?

Sneakers aus dem Drucker - Horror für Adidas & Co.?


Dresdner Frauenkirche als 3D-Präzisionsdruck
Foto: 3D Microprint, Chemnitz
Wenn ein Drucker hunderte Kilometer entfernt von der Produktentwicklung Kabinenelemente für einen Airbus produzieren kann, wird klar, dass es einige Unsicherheitsfaktoren gibt: Werden in herkömmlichen Fabriken Bauteile in einem geschütztem Raum für ihren Bestimmungszweck produziert, kann in Zeiten dezentraler 3D-Industriedrucker jeder seine persönliche Armlehne für den Flugzeugsitz ausdrucken. Von militärischen Anwendungen im Airbus-Konzern ganz zu schweigen.

Die intelligente Lösung in einem Produkt Produkt ist im 3D-Druck von der Fertigung getrennt. Schwere Zeiten für Adidas, Puma und Nike, wenn jeder von uns im 3D-Copy-Center künftig seine Sneakers nach Feierabend drucken lassen kann. Vom künftig überflüssigen 2,5 Mrd. US-Dollar Werbebudget allein bei der Adidas-Group einmal abgesehen: Was bedeutet es für die Sicherheit in der Luft, im Auto, mit Impantaten oder Geräten im Ohr, wenn  - wie bei Musik, Filmen und Software - der materielle Wert des Produkts durch Technologien auf ein Minimum fällt?

Bauteile für Airbus, Lufthansa und Hapag-Lloyd.

Damit Produzenten, Lieferanten und Abnehmern in der Industrie nicht das Gleiche passiert, was Musik- und Filmindustrie hinter sich gebracht haben, denken Industriegrößen wie Airbus heute über die Auswirkungen des 3D-Drucks nach. Im gemeinsamen "SAMPL-Projekt" mit Hardware-, Software-, Forschungs- und Anwendungspartnern aus Chemnitz, Hamburg, Hannover und Ulm geht es genau um dieses Thema: Trusted 3D-Druck. Wie kann und wird sichere Produktion von Bauteilen für Airbus, Ersatzteilen für Lufthansa Technik oder für Hapag-Lloyd-Frachter aussehen?


Querschnitt der Raumgitterstruktur eines 3D-Drucks
Foto: 3D Microprint, Chemnitz
Die Qualität eines Produkts steckt im "Intellectual Property" - sprich: sie ist Wissen und Können. Im
3D-Druck ist dieses geistige Eigentum getrennt von der Produktion - in Druckdateien. Im 3D-Druck muss dieses Wissen wieder mit dem Produkt verbunden werden - und zwar sicher und zuverlässig. Dazu müssen die Druckdateien gesichert werden und geschützt bleiben, um nur Originale zu produzieren, und keinen minderwertigen Ausschuss. Und dazu müssen 3D-Drucker wissen, dass sie echte Dateien empfangen haben und die Daten in Kunststoff oder Metall drucken können und dürfen.

Sichere Daten für sichere Produkte im Leben.

Hier benötigt es einerseits ein intelligentes, digitales Lizenzmanagement, wie wir es heute bei Mediendiensten für Text, Audio, Bild und Video kennen, z. B. bei Audible, Kindle, Netflix, Shutterstock oder Spotify. Andererseits bedarf es Sicherungsmethoden, um auch nach Jahrzehnten nachweisen zu können, dass die Bauteile eines A 350 mit Originaldaten gedruckt wurden. Dies können RFID-Chips. speziell angeordnete Mikropartikel im Material oder ein bestimmtes Verhalten des Materials sein, wenn man es mit physischen Methoden konfrontiert wird (Physical Unclonable Function).

Zwischen den Orginaldaten zu Produktspezifikation und Druckauftrag sowie den Sicherheitsabfragen von 3D-Security-Drucker und fertigen Produkten liegen 2 maßgebliche Prozesse. 1. Die abgesicherte Übertragung der Auftrags- und Produktionsdaten und 2. die abgesicherte Übertragung der Lizenz- und Zertifizierungsdaten. Genau um darum kümmern sich die insgesamt 9 Partner aus Industrie, IT-Branche und Wissenschaft seit November vergangenen Jahres und noch bis Oktober 2019.

Industrie, IT & Forschung an einem Tisch.


3D-Industriedrucker aus Deutschland
Foto: 3D Microprint, Chemnitz
Der Chemnitzer Drucker-Hersteller "3D Microprint" kümmert sich im gemeinsamen Projekt um die Erweiterung seiner Drucker um Sicherheitskomponenten, wie RFID-Chips und die Einbindung der Universal-Verbindung "UPC-OA" in die Gerätesoftware. Das Hamburger Softwarehaus "consider it" entwickelt die Software im Bereich Lizenzmanagement - in Verbindung mit dezentralen Blockchain-Systemen. Das Chemnitzer Fraunhofer ENAS-Institut gewährleistet die Anbindung der 3D-Drucker über die Schnittstelle.

Der Hamburger Halbleiterproduzent NXP entwickelt und produziert die eingesetzten RFID- und Kryptochips für die Drucker. Das Darmstädter IT-Haus "Prostep" engagiert sich in der sicheren Übertragung von Auftrags- und Produktdaten ins Additive Manufactoring. Der Fachbereich der TU Hamburg ist verantwortlich für die Securityprozesse und das Risikomanagement. Das Forschungszentrum der Universität Hamburg beleuchtet künftige Geschäftsmodelle und die Universität Ulm ist federführend beteiligt bei der Entwicklung der Blockchain-Architektur.

Trusted 3D-Printing als exzellentes Beispiel.


Präsentation der 3D-Druck-Aktivitäten von Airbus
bei der Startup-Night Luft- und Raumfahrt in Berlin
Foto: Thomas Keup
Für die Hamburger Airbus Operations ist das mit rd. 4 Mio. Euro budgetierte Gemeinschaftsprojekt ein exzellenter Pilot, um Erfahrungen mit künftigen Produktionsmethoden und deren Absicherung zu sammeln und diese zusammen mit den Lieferanten in neue, abgesicherte Produktionsverfahren für die Airbus-Zulieferung einfließen zu lassen. Damit ist das Projekt ein exzellentes Beispiel, wie 3D-Technologien ganz praktisch in der Industrie am Standort Hamburg zum Einsatz kommen. SAMPL könnte damit eine Basis für das geplante 3D-Demonstrationszentrum sein.

Genauso spannend ist die Blockchain-Komponente in dem Projekt: Die Hamburger "consider it" ist der führende Partner in der Implementierung von Blockchain-Systemen zum Lizenzabgleich im Druckprozess. Zudem plant der IT-Dienstleister eine Blockchain-Initiative für die Hansestadt. Die Fragestellung: Wie können Technologien, Anwendungen und Akteure aus Industrie und Mittelstand, Produktion und Dienstleistungen, Finanzbranche und Wirtschaftsförderern, Forschung und Wissenschaft sowie Verbraucherschutz und Verwaltung Hamburg zu einem Blockchain-Zentrum entwickeln? Mit Bitcoin hat das nur noch wenig zu tun. Aber dazu ein andermal mehr ...


* * *

SAMPL-Projekt im Rahmen des PAiCE-Programms:

https://www.tuhh.de/fks/010_research/projects/sampl/de/index.html

Info-Veranstaltung zu additiver Fertigung am 23.3.2017:
http://kompetenzzentrum-hh.digital/web/termine/event/index/5


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Dienstag, 21. Februar 2017

HANSEPOLITICS Michael Kruse: Cluster für Unternehmensgründer öffnen!

Das Hamburg Digital Magazin bietet Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Möglichkeit, interessante Positionen z. B. zu Technologien, Digitalisierung, Wirtschaftsförderung und digitalem Leben in als Gastbeitrag vorzustellen.


FDP-Digital- und Startupexperte Michael Kruse:
Foto: Patrick Lux
Michael Kruse ist als wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion einer der führenden Ansprechpartner, wenn es um die Förderung der Gründerszene geht. 

Aus aktuellen Anlass schreibt der parlamentarische Geschäftsführer und Digitalexperte heute als Gastautor auf HANSEVALLEY:


Hamburg hat sehr gute Voraussetzungen, zur Gründerhauptstadt Deutschlands zu werden. Allerdings muss der Senat dafür erheblich mehr tun. Was wir brauchen ist eine echte Gründeroffensive.

FDP möchte freien Zugang für Startups zu Hamburger Clustern

Ein wesentlicher Vorteil Hamburgs gegenüber anderen Standorten wie Berlin ist die starke, gewachsene Wirtschaftsstruktur. In der Vernetzung von Startups mit bereits etablierten Unternehmern liegt daher ein wesentlicher Schlüssel für erfolgreiche Unternehmensgründungen. Das wollen wir stärker unterstützen.

Wir Freie Demokraten wollen deshalb die bestehenden Cluster für Gründer öffnen und ihnen zwei Jahre kostenfreien Zugang zu den Branchennetzwerken bieten. So finden Gründer leichter Pilotkunden, Investoren, Geschäftspartner und Mentoren.

Es ist gut, dass auch Rot-Grün diese Notwendigkeit erkannt hat und den Forderungen der Freien Demokraten folgt. Die Öffnung der Cluster für Gründer ist ein wichtiger Schritt für die Startup-Stadt Hamburg und ein notwendiger Impuls für die Startup-Szene.

Öffnung der Cluster nutzt Gründern und Etablierten

Durch die schnellere Vernetzung von Old Economy und New Economy schaffen wir Vorteile für beide Seiten. Gründer können von Etablierten Unternehmen im Bereich Entrepreneurship lernen und junge Unternehmen helfen etablierten beispielsweise dabei, die richtigen Antworten in Sachen Digitalisierung zu finden.

Nicht zuletzt brauchen innovative Startups Kapital, wobei der kostenfreie Zugang zu relevante Branchennetzwerken wie den Hamburger Clustern helfen kann.

Hamburg zur Startup Hauptstadt machen

Neben dem Zugang zu Netzwerken und Kapital müssen weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Unternehmensgründer kommen. Beispielsweise die einfache und digitale Anmeldung von Startups, weniger Bürokratiepflichten in der Gründungsphase und die stärkere unternehmerische Bildung bereits in Schulen und später in den Universitäten, z.B. durch Gründertage und Praxisseminare.

Bestehende Angebote der Gründungsförderung müssen in Hamburg zudem besser miteinander verknüpft werden. Die Unübersichtlichkeit der Fördermöglichkeiten spricht für die Schaffung eines einheitlichen Ansprechpartners für Gründer.

Ebenso dringend muss der Ausbau der digitalen Infrastruktur, des Breitbandnetzes voran gebracht werden. Denn gerade für Startups ist eine schnelle und zuverlässige Internetverbindung essenziell.

Mit all diesen Maßnahmen unterstützen wir die Hamburger Gründer dabei, dass sie die erfolgreichen Unternehmer von morgen werden.

Die redaktionelle Verantwortung des Beitrags liegt beim Autor. Haben Sie ein interessantes Thema zu Digitaler Wirtschaft, Verwaltung oder Stadtleben in Hamburg? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter hamburg@hansevalley.de.


 Redaktionelle Ergänzung: 


Am heutigen Dienstag beschäftigt sich der Wirtschaftsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft auf Antrag der FDP-Fraktion mit dem Thema. Die Kernforderungen des heute beratenen FDP-Antrags zur Clusteröffnung sind:

Die Bürgerschaft möge beschließen,
Der Senat wird aufgefordert,
  • eine Gesamtstrategie für die Hamburger Gründerpolitik zu entwickeln,
  • die Hamburger Cluster auf die Förderung von Unternehmensgründungen auszu- richten und dabei Zielzahlen 
  • für die Cluster im Bereich Aufnahme und Unterstüt- zung von Start-ups zu definieren,
  • Unternehmensgründern eine zweijährige kostenlose Mitgliedschaft in für sie beruflich relevanten Clustern zu ermöglichen,
  • in Absprache mit der Handelskammer, den Clustern und anderen Standortinitiativen einen einheitlichen Ansprechpartner für alle gründungsrelevanten Fragestellungen zu etablieren

Die rot-grüne Koalition hat einen eigenen Antrag zum Thema Clusteröffnung eingebracht. Die Forderungen orientieren sich am FDP-Antrag und werden so im Interesse Hamburger Startups verabschiedet werden:

Die Bürgerschaft möge beschließen,
Der Senat wird ersucht,

  • innerhalb der Cluster zu prüfen, wie junge Unternehmen in die jeweilige Branche zum beidseitigen Nutzen für etablierte Unternehmen sowie für Gründerinnen und Gründer eingebunden werden können.
  • die Einführung von Sonderkonditionen für die Mitgliedschaft von Startups (z.B. Startup-Tarife, Betragsfreiheit im ersten Jahr) flächendeckend für alle bestehenden Clustervereine bzw. deren Fördervereine anzuregen.
  • das Alleinstellungsmerkmal Hamburgs als Wirtschaftsstandort mit starken Clustern in die Marketingstrategie der FHH einzubeziehen.

Terminhinweis: Wer sich für das Thema interessiert, kann am Wirtschaftsausschuss als Zuhörer teilnehmen. Der Ausschuss tagt heute (Di) um 17.00 Uhr im Rathaus, Raum 186.


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