Dienstag, 28. März 2017

HANSETECHWOMAN Anja Schumann: Einfach machen.

Ein Gastbeitrag von Anja Schumann

Einfach Machen - das Ziel ist eine ausgewogenere Gruppe an Menschen in einer unserer wichtigsten Zukunftsbranchen. Ein Beitrag von Anja Schumann, Gründerin und Macherin der "Women Techmakers" und "moinword" in Hamburg:


Women Techmaker Anja Schumann.
Foto: Lilja Polak
'Einfach machen' ist die Devise und meine Message an andere Frauen. Mit meiner Initiative Women Techmakers Hamburg bzw. jetzt moinworld e.V. möchte ich mit einem guten Beispiel voran gehen. Es ist nicht das Deutschland, in dem ich leben möchte, in dem Frauen und Männer nicht die gleichen Chancen haben, unsere Zukunft zu gestalten. Ich glaube das möchte niemand von uns.

Beschäftigt man sich ein wenig mit der Materie, wird offensichtlich, dass wir noch nicht so weit sind, wie wir gerne wären. Wir beschäftigen uns mit künstlicher Intelligenz, aber die Genderforschung steckt noch in den Kinderschuhen. Was wir wissen ist, dass kein Geschlecht intelligenter ist als das andere, wir aber große Unterschiede haben, was das Selbstbewusstsein in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten angeht. Die Frage ist, wie wir damit umgehen wollen.

Ich habe mich entschieden, für etwas mehr Gleichgewicht in einem Bereich zu sorgen, der mich persönlich sehr interessiert - und das ist der Bereich IT. Ich würde mich freuen, wenn ich gleichzeitig meinen Beitrag dazu liefere, dass Deutschland seine digitale Transformation schafft, und wir nicht aufgrund des fehlenden Fachwissens daran scheitern.

Nach dem BWL-Studium hatte ich wie die meisten meiner Mitstudenten das Ziel, in einem der namenhaften Unternehmen die Karriereleiter hochzuklettern. Dort angekommen habe ich irgendwann gemerkt, dass ich eine Auszeit aus dem politischen - für mich wenig vorwärtsgerichteten Konzernhandeln - nehmen möchte. Vielleicht haben mich auch die impliziten Fragen genervt, warum ich nicht mit meinen potenziellen Kindern zu Hause sitze.

Nach dem Austritt aus meiner Konzernkarriere habe ich drei Monate in Tel Aviv gelebt und versucht, Hebräisch zu lernen. Tel Aviv ist einer der für mich inspirierenden Orte auf der Welt. In Israel ist bestimmt nicht alles positiv, aber die Energie und die Start-up-Mentalität finde ich sehr inspirierend. Jeder hat dort für mich gefühlt mindestens ein Start-up. Man scheitert, steht wieder auf und startet neu. Während meiner Zeit in Israel habe ich eine Initiative kennen gelernt, die sich "She Codes" nennt und die sehr erfolgreich damit ist, aus Frauen verschiedener Hintergründe Entwicklerinnen zu machen.

Zurück aus Israel und inspiriert von der Start-up Mentalität habe ich ebenfalls mein erstes eigenes Unternehmen gegründet. Das Start-up hieß "Fashion Fellows App", war eine Mischung aus sozialem Netzwerk und Marktplatz und hatte den Kleidertausch zum Inhalt. Dieses Start-up gibt es nicht mehr, da ich gemerkt habe, dass derartige B2C-Geschäftsmodelle sehr schwer am Markt zu etablieren sind. Es war trotzdem eine sehr gute und bereichernde Zeit, bei der ich auch gelernt habe, wie Offshore-Entwicklung erfolgreich funktionieren kann.

Als Gründerin war ich plötzlich nicht mehr in meinem sozialen Konzernumfeld und musste mir das soziale Netzwerk und Leute, mit denen ich Erfahrungen austauschen konnte, suchen. In dem Zusammenhang musste ich feststellen, dass sowohl im Start-up-Bereich als auch in der Tech-Szene mein Geschlecht kaum vertreten ist.

In Berlin bin ich zufällig auf "Women Techmakers" aufmerksam geworden, Google’s globale Diversity Initiative. Mit der Vision von "She Codes" im Hinterkopf habe ich dann mit der Unterstützung von Google wenige Zeit später mein eigenes Meetup unter dem Namen "Women Techmakers" in Hamburg gegründet.

Ein Jahr später haben wir über 1.100 Mitglieder, sind mittlerer Weile ein gemeinnütziger Verein mit dem Namen moinworld e.V. und starten gerade unsere eigene Programmierschule. Wir haben vier erste Firmen an Bord, die unsere Initiative monetär unterstützen (esailors IT Solutions, Ubilabs, Yelp und Otto) und sind mit weiteren im Gespräch.

Während meiner Zeit als Managerin meiner Community bin ich auf viele lustige Vorurteile gestoßen und kann mir teilweise einige Phänomene auch nicht erklären. Auf jeden Fall habe ich bewiesen, dass es nicht stimmt, dass Frauen sich nicht für Technik interessieren. Ich lade zu den gleichen Themen ein, wie andere Tech Meetups und schaffe es, einen sehr hohen Frauenanteil zu haben. Ich glaube nicht, dass wir die Themen für Frauen ändern und „etwas Kreativeres“ anbieten müssen.

Was ich hoffentlich ebenfalls bewiesen habe ist, dass wir als Frauen auch eine Verantwortung haben, was unser Umfeld angeht und unseren Teil dazu beitragen können, dass wir unsere Zukunft gemeinsam mit dem männlichen Geschlecht gestalten können. Haben wir es schwerer in manchen Bereichen? Bestimmt. Das liegt aber auch daran, dass wir, genauso wie Männer, unbewusste Vorurteile gegenüber unserem eigenen Geschlecht haben. Ich persönlich fühle mich wohler in der Täterrolle, als in der Opferrolle, weil sie mir die Möglichkeit bietet, zu handeln.

Müssen wir immer perfekt sein? Nein. Wir müssen erst einmal aus der passiven Rolle heraus kommen. Das ist schwer, weil wir es nicht gelernt haben, aber machbar. Also einfach machen Ladies, wenn es am Anfang nicht perfekt ist, weitermachen und lernen!


*  *  *

Weitergehende Informationen zu den Women Techmakers Hamburg:

New Year Kick-off 2017 - Fotoalbum:

Meetup-Seite - aktuelle Event-Termine:

Programmierkurse, Events, Mentoring:

Twitter-Stream - Women Techmakers:
https://twitter.com/WTM_Hamburg


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Montag, 27. März 2017

NEXTHANSE: Die Premiere der Hamburg Digital Community.



Die nächste Hanse ist digital. 

Mit dieser zentralen Aussage lädt HANSEVALLEY zusammen mit dem DI-Lab@HSBA am 25. April d. J. zur Premiere der NEXTHANSE - der Hamburg Digital Community - ein. Auf Initiative des Hamburg Digital Magazins und der Wirtschaftshochschule HSBA treffen sich Corporate Innovatoren und Digital Advisor im Handelskammer InnovationCampus, um die digitale Zukunft Hamburgs zu gestalten.

Alles bleibt weiterhin anders. 

Vor mehr als 750 Jahre führten Hamburger Kaufleute die Hanse federführend an, seit 500 Jahren treffen sie sich in der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns, seit mehr als 350 Jahren organisiert in der Commerz-Diputation und der Handelskammer Hamburg. Sie gegründeten Handelskontore und Reedereien, Banken und Versicherungen.

Von der Hanse zur Plattform. 

Mitte des 12. Jahrhunderts entstand mit der Hanse ein globaler Kaufmannsverbund - mit Bremen, Hamburg, Köln und Lübeck als wichtigen Handelszentren. Seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts bestimmen globale Marktplätze - wie Alibaba, Amazon und Ebay - den weltweiten Handel sowie globale Plattformen - wie Facebook und Google - die weltweite Kundenansprache.


Innovatoren-Treffpunkt am 01.02.2017 beim DAB Summit
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
Gemeinsam voran gehen. 

Heute sind es Branchen-Netzwerke - initiiert von Informatikern und Ingenieuren, Kaufleuten und Multiplikatoren - wie HANSEPARTNER 12min.me, Hamburg@Work und das Hamburg Digital Netzwerk NEXTHANSE, die unsere Stadt nach vorn bringen können. Es sind erneut Unternehmer, die die neuen, digitalen Chancen in die Hand nehmen und gestalten.

Es geht um unser Hamburg.

Es geht um die nächste Stufe der Hamburger Kaufmannszunft - mit digitalen Prozessen und Plattformen, um den nächsten Schritt der Hamburger Medienindustrie - mit Augmented und Virtual Reality und um die Zukunft Hamburger Banken und Versicherungen - mit Bitcoin und Blockchain. Es geht um nicht weniger, als die Zukunft der Hamburger Wirtschaft.

Am 25. April d. J. bieten führende Hamburg Digital Innovationen im Rahmen der Premiere von NEXTHANSE im Handelskammer InnovationCampus qualifizierte Einblicke, wo es hingeht:


Handelskammer InnovationCampus
Foto: Daniel Sumesgutner
Von der Hafenkante nach Hammerbrooklyn:
Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor des HWWI

Vom Mittelständler zum Digitalen Vorreiter:
Prof. Dr. Michael Höbig, Leiter des DI-Lab@HSBA

Aus dem Marketing in die Virtuelle Realität:
Nick Sohnemann, Geschäftsführer der Future Candy GmbH


Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz bringt es am 2. Mai 2016 vor der Universitätsgesellschaft Hamburg auf den Punkt:

“Die Digitalisierung der großen Stadt ist kein Wettbewerb um die abgefahrensten Zukunftsvisionen, es ist ein ganz realistisches Projekt für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ein Projekt, das alle Bereiche des Lebens, Arbeitens und Lernens durchdringt und in einer Vielzahl konkreter Schritte vollzogen wird.” 

Für die digitale Zukunft Hamburgs. 

Wenn die historische Speicherstadt mit Company-Buildern und Coworking-Spaces zur zukunftsweisenden Hafencity wird, ist die Zeit für die nächste Stufe gekommen. Wenn Blockchain und virtuelle Realität für Hamburg wichtiger werden, als Reeperbahn und Rotlichtmilieu, dann haben an Alster und Elbe unwiderruflich neue Zeiten begonnen.

Das Hamburg Digital Magazin HANSEVALLEY und das DI-Lab@HSBA laden Unternehmensvertreter aus Hamburg, Deutschland und der DACH-Region herzlich ein:

NEXTHANSE - Die Hamburg Digital Community
Premiere: Dienstag, 25. April 2017, 19.00 Uhr

DI-Lab@HSBA - Handelskammer InnovationCampus
Adolphsplatz 6, 20457 Hamburg, www.hsba.de



Firmenvertreter, die eigene oder gemeinsame Innovationsprogramme betreiben, können sich unter premiere@nexthanse.net in den geschlossenen Gästeverteiler aufnehmen lassen und am 25. April d. J. an der Premiere des exklusiven Netzwerkevents teilnehmen. Anmeldeschluss ist Montag, der 17.04.2017. Auf Grund begrenzter Kapazitäten erfolgt die Bestätigung in der Reihenfolge der Anmeldung.

Ein etabliertes Event-Netzwerk.

Mehr als 360 Corporate-Innovatoren zählt der geschlossene Verteiler bereits, davon 70 Vorstände, Geschäftsführer, Chief Digital Officer und Innovationsmanager Hamburger Unternehmen - von Airbus bis Haspa, von Hapag-Lloyd bis Otto Group und von Philips bis Tchibo. Alle Informationen unter www.nexthanse.net. Außerdem gibt es eine Einladung zur Weitergabe und Anmeldung.

Ein "Corporate only"-Event.

Vertreter von Startups, Beratungen, Interessenvertretungen und der öffentlicher Hand außerhalb des Eventverteilers können an dem geschlossenen Netzwerkevent leider nicht teilnehmen. Für Rückfragen steht NEXTHANSE-Veranstalter und HANSEVALLEY-Herausgeber Thomas Keup gern unter events@hansevalley.de persönlich Rede und Antwort.

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Sonntag, 26. März 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Harald Vogelsang: Digitale Agenda, Investitionen und Bildungsoffensive für Hamburg 4.0.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

'Hamburg für Hamburg' könnte man einen Grundsatz an Alster und Elbe nennen. Die Haspa ist eine Hamburger Institution, die dazu gehört. Deutschlands größte und eine der ältesten Sparkassen ist die Nr. 1 am Platz: mit 1,5 Mio. Hamburger Kunden, 60.000 Hamburger Firmen und einem der größten Private Banking Angebote Hamburger Banken. Doch die Digitalisierung macht auch vor der Hamburger Sparkasse nicht halt.

Haspa-Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang.
Foto: Haspa
Mit dem neuen Digital-Inkubator "Haspa Next", dem künftigen Startup-Beschleuniger "Next Commerce Accelerator", gezielter Vernetzung mit jungen Kunden und der Beteiligung am S-Hub der Sparkassen-Finanzgruppe setzt die Haspa auf die digitale Zukunft. Für die Entwicklung des Hamburger Bankenprimus ist ein gebürtiger Hanseat verantwortlich. Unser HANSEPERSONALITY ist Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang:

Sie sind seit 10 Jahren Vorstand der Hamburger Sparkasse, 9 Jahre davon in der fortdauernden Finanzkrise. Wie stark ist die Haspa von den Umbrüchen betroffen? Und wie sehen Sie Ihr Institut und die Gruppe bei den digitalen Herausforderungen u. a. durch Fintech-Entwicklungen aufgestellt?


Die Finanzkrise und die anhaltende extreme Niedrigzinsphase sind für alle Institute und ihre Kunden eine große Belastung. Auch die digitale Transformation hat die Finanzwirtschaft voll erfasst. Und sie wird noch weiter an Fahrt aufnehmen. Um sich für die Herausforderungen der Zukunft gut aufzustellen, investiert die Haspa bis 2020 mehr als 200 Millionen Euro in ihre Filialen, in digitale Angebote und ihre IT. 

Filiale 4.0: 200 Mio. € für lokale Treffpunkte im Stadtteil

Eine zentrale Säule dieses größten Investitionsprogramms in der Haspa-Geschichte ist die neue strategische Ausrichtung der Filialen von morgen. Sie verbinden die digitale mit der realen Welt und sollen zu einem Treffpunkt für die Menschen im Stadtteil werden. Regionalität wird noch intensiver erlebbar. Damit stärken wir die strategische Positionierung der Haspa als persönlichste Multikanalbank in der Metropolregion Hamburg.

Haspa 4.0: 25 Mio. € Investitionen in digitale Angebote

Unsere Kunden wünschen sich heute persönliche Beratung und Services auf allen Kanälen. Deshalb investieren wir allein 25 Millionen Euro in innovative digitale Angebote. Dabei kooperieren wir auch mit FinTechs und nutzen die Chance, die eine oder andere gute Idee zu adaptieren. Die erfolgreiche Umsetzung der Fotoüberweisung mit GiniPay und des Kontowechselservices mit FinReach sind nur zwei Beispiele, die zeigen, dass Banken und FinTechs von einander profitieren können.

Sie haben mit der "Filiale 4.0" und der Gründung der "Haspa Next GmbH" Schlüsselelemente für Ihre künftige Kundenansprache vorgestellt. Wenn Haspa-Kunden persönlich in "Stadtteilzentren" und online im Lifestyle-Umfeld angesprochen werden, hat der klassische Filialmitarbeiter mit den klassischen Produkten ausgedient?

Unsere Mitarbeiter sind für den Erfolg der Haspa wichtiger denn je. Denn die Filiale 4.0 lebt von unseren Mitarbeitern. Ihre Rolle erweitert sich sogar noch, auch über das klassische Banking hinaus. Sie sind Gastgeber, Hamburg-Kenner und Tipp-Geber. Dieses Wissen über alles, was im Stadtteil passiert, teilen wir künftig noch viel stärker mit unseren Kunden.

Mitarbeiter: Veränderte Anforderungen auf digitalem Weg

Die neue Filialgeneration bietet dafür den Rahmen. Hinzu kommt: Die digitale Transformation macht natürlich bei unseren Mitarbeitern nicht halt. Auch hier haben sich die Anforderungen an sie spürbar verändert. Sie müssen mit den digitalen Angeboten bestens vertraut sein und in der Lage sein, unsere Kunden auf dem digitalen Weg professionell zu begleiten.

Wie gut ist die IT der Haspa und das Zusammenspiel mit Ihrem zentralen IT-Dienstleister Finanz Informatik auf den Fintech-Wettbewerb vorbereitet? Können Sie gegen schnelle, flexible und fokussierte Tech-Startups mit gewachsenen IT-Landschaften der Sparkassenorgansation mithalten?

Absolut. Denn unsere IT-Landschaft wird die Flexibilität eines Schnellbootes mit der Sicherheit eines modernen Tankers verbinden. Deshalb werden wir 2019 zur FI migrieren. OSPlus der Finanz IT ist ein wichtiger Baustein auf unserem Weg zur persönlichsten Multikanalbank in unserer Metropolregion. Prozesse werden stärker digitalisiert und damit einfacher für unsere Kunden. 

2019: Wechsel zur zentralen Sparkassen-IT in Frankfurt

Außerdem können wir für viele regulatorische Anforderungen und Lösungen der Finanz Informatik übernehmen und müssen diese nicht selbst entwickeln. Das gibt uns die Möglichkeit, Kosten mit anderen Sparkassen zu teilen und eigene Ressourcen stärker und schneller für die Entwicklung zusätzlicher Angebote einzusetzen, zum Nutzen unserer Kunden.

Sie haben drei Kinder im Alter zwischen 18 und 28 Jahren. Wie können Sie Ihren Nachwuchs in Zeiten der Berliner Startup-Bank "N26" und anderer Online-Angebote überzeugen, zur Hamburger Sparkasse zu kommen, und nicht zu reinen Online-Banken, wie Comdirekt, DKB oder ING-DiBa zu gehen?

Da mussten wir gar keine große Überzeugungsarbeit leisten. Natürlich erledigen unsere Töchter ihre Bankgeschäfte vorwiegend über das mobile Banking der Haspa und über die SparkassenApp. Damit haben sie ihre Finanzen immer und überall im Blick und können auch im Ausland ganz bequem ein sehr sicheres und modernes Online-Banking nutzen. Zusätzlich haben sie sich die HaspaJoker-App runtergeladen. Darüber können sie via Smartphone auf alle Angebote unseres erfolgreichen Mehrwertkontos zugreifen.

Familie Vogelsang: Keine Chance für Startup-Bank & Co.

Aber auch unsere Kinder möchten für eine umfassendere Beratung immer noch in der Filiale einen persönlichen Ansprechpartner haben. Und Geldautomaten an jeder Ecke sind ihnen total wichtig. Da unterscheiden sich ihre Wünsche übrigens nicht von den Anforderungen des Großteils unserer Kunden. Und genau das zeichnet die Haspa ja aus. Wir wollen unseren Kunden das Beste aus beiden Welten bieten – als persönlichste Multikanalbank in Hamburg.

Mit Ihren Digital-Aktivitäten, Ihrer internen digitalen Plattform "Haspa Next" und Ihrem externen Startup-Accelerator "NCA" forcieren Sie digitale Kundenkontakte, Geschäftsmodelle und Branchenentwicklungen. Wieviel Risiko nehmen Sie in Kauf, als Bank mit einem Teil dieser Aktivitäten nicht erfolgreich zu sein?

Kalkulierte Risiken einzugehen gehört zum Unternehmertum seit jeher dazu. Wer nicht bereit ist, mit der Zeit zu gehen und immer wieder Neues auszuprobieren, wird auf lange Sicht nicht erfolgreich sein können. So hat es die Haspa seit fast 190 Jahren erfolgreich gehandhabt. 


Nicht alle neuen Angebote werden am Markt bestehen.

Als wir vor 17 Jahren völlig gegen den Trend der Gratiskonten den HaspaJoker einführten, waren wir ziemlich allein damit. Heute hat sich herausgestellt, dass wir Trendsetter waren. Fast alle Finanzinstitute haben sich mittlerweile von Gratiskonten verabschiedet. Eines ist aber gerade in Zeiten des schnellen Wandels gewiss – und da können wir nur von Fintechs lernen: Es werden nicht alle neuen Angebote erfolgreich am Markt bestehen. Und das ist auch nicht weiter tragisch. 

Auch die Hamburger Wirtschaft verändert sich: Medien- und Musikindustrie sind digitalisiert worden. Reeder und Charterer stehen mit Überkapazitäten weiter unter Druck. Wo sehen Sie die besonderen Chancen für die Hamburger Wirtschaft, im globalen Wettbewerb die Zukunft zu meistern?


Hamburg ist wirtschaftlich stark, breit aufgestellt und ein beliebter Standort für Unternehmen und Arbeitnehmer. Das ist ein großes Plus. Darauf allein wird man sich natürlich nicht ausruhen können. Für die Hansestadt muss es vor allem darum gehen, die Wissensbasis zu verbreitern, die Digitalisierung zu fördern und die Internationalisierung weiter voranzutreiben. 

Hamburg 4.0: Klareres Profil im internationalen Vergleich

Die „neue Globalisierung“ erfordert eine extrem hohe Anpassungsfähigkeit. Unsere Stadt könnte ein noch klareres Profil vertragen, das auch international Beachtung findet. Hier ist Hamburg auf einem guten Weg.

Zu guter Letzt unsere Hamburg-Digital-Frage: In welchen Bereichen sehen Sie die Wirtschaft und die Politik der Hansestadt gut aufgestellt, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern? Und wo sehen Sie kritische Aspekte, auf die Senat, Handelskammer und Unternehmen reagieren sollten?

Aktuell ist es um die Wettbewerbsfähigkeit Hamburgs gut bestellt. Damit das so bleibt, muss sich die Wirtschaft noch stärker digital transformieren. Hierfür brauchen wir eine digitale Agenda und steigende öffentliche Investitionen in die digitale Infrastruktur. 

Hamburg 4.0: Digitale Agenda, Investitionen und Bildung

Auch bei den privaten Investitionen in Innovationen gibt es noch Luft nach oben. All das sollte Hand in Hand gehen mit einer digitalen Bildungsoffensive. Gut ausgebildete Fachkräfte sind das A&O für die erfolgreiche Positionierung eines Wirtschaftsstandorts Hamburg 4.0.

Vielen Dank für die gute Beratung!

Das Interview führte Thomas Keup.

 Weitergehende Informationen: 



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Donnerstag, 23. März 2017

HANSESERVICE: Alle Kontakte in den Hamburger Hafen.

HAMBURG DIGITAL HAFEN
Die CMA CGM Alexander von Humboldt und
die CSCL Venus im Waltershofer Hafen
Foto: Hafen Hamburg Marketing / Peter Glaubitt
Im Rahmen unserer Recherchen zu Hafen- und Logistik-Themen haben wir viele aktuelle Quellen mit Zahlen und Fakten sowie Fotos und Video gefunden, die einen exzellenten Überblick zum Hamburger Hafen geben.

Mit HANSESERVICE veröffentlichen wir eine umfassende Aufstellung zu Stakeholdern, Branchenkontakten, Vermarktern, Zahlen und Fakten, interaktiven Übersichten, Fotos, Videos, Broschüren, historischen Fotos und Hintergründen seit Anfang des 9. Jahrhunderts. 

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken von Großcontainerschiffen und Kreuzfahrtriesen, interessanten Kontakten und Netzwerken, Fakten und faszinierenden Momenten im HANSESERVICE zum Hamburger Hafen:

 Stakeholder: 

Infrastruktur:

Hamburg Port Authority, HPA
www.hamburg-port-authority.de/
de.wikipedia.org/wiki/Hamburg_Port_Authority

Cruise Gate Hamburg, CGH (HPA+FHG)
www.cruisegate-hamburg.de/
de.wikipedia.org/wiki/Hamburg_Cruise_Center

Nautische Zentrale Hamburg, GER (HPA)
Koordination aller Schiffsbewegungen 
www.hafen-hamburg.de/de/firma/nautische-zentrale-hamburg-hamburg---11633

IT-Services:

DAKOSY mit Port Community System Hamburg, PCS
www.dakosy.de/loesungen/pcs-seehafen/

HPA Smartport Logistics + Energy
www.hamburg-port-authority.de/de/smartport/Seiten/Unterbereich.aspx

Transport Rail Info Hafenbahn Hamburg (HPA)
www.hamburg-port-authority.de/de/hafenkunden/hafenbahn/transport-rail/info/Seiten/default.aspx

Shipping:

Verein Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten, VHSS
www.vhss.de/

Deutscher Reederverband, VDR
www.reederverband.de/

Verein Hamburger Rheder, VHR
www.hamburger-rheder.de/


Hamburg Vessel Coordination Center, HVCC
www.hvcc-hamburg.de/

Terminals:

Hamburger Lager und Logistik, HHLA
www.hhla.de/
de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Hafen_und_Logistik

Eurogate Container Terminal Hamburg
www1.eurogate.de/Terminals/Hamburg

Übersicht aller Terminals in Hamburg
https://www.hafen-hamburg.de/de/terminals

Logistics:

Verein Hamburger Spediteure, VHSP
www.vhsp.de/

Unternehmerverband Hafen Hamburg, UVHH
www.uvhh.de/

Das Komitee Deutscher Seehafenspediteure im DSLV, KDS
www.kds-im-dslv.de/

Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg, VSH
www.vshhamburg.de/

Commerce:

Unternehmerverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung, AGA
www.aga.de 

Railway:

Bahnhafen Hamburg (HHLA)
hhla.de/de/intermodal/bahnhafen-hamburg.html

Bahnterminal Altenwerder, CTA (HHLA)
hhla.de/de/intermodal/bahnhafen-hamburg/cta-bahnhof.html

Hafenbahn Hamburg (HPA)
hwww.hamburg-port-authority.de/de/hafenkunden/hafenbahn/Seiten/default.aspx

Rangierbahnhof Maschen (DB)
www.deutschebahn.com/presse/hamburg/de/hintergrund/themendienste/8597856/faktenblatt_rangierbahnhof_maschen.html
de.wikipedia.org/wiki/Maschen_Rangierbahnhof

Güterumgehungsbahn Hamburg (DB)
de.wikipedia.org/wiki/Güterumgehungsbahn_Hamburg

Metrans (HHLA)
hhla.de/de/intermodal/metrans.html

Standort:

HafenCity Hamburg, HCH

www.hafencity.com/
de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-HafenCity

Hamburg Tourismus
www.hamburg-tourism.de/sehenswertes/hamburg-maritim/

Hamburg Convention Bureau
www.hamburg-convention.com/

 Kontakte:

Umschlag, Lager & Logistik bei HHM PortLog
www.hafen-hamburg.de/de/portlog
Die AIDAprima zum 1. Mal in Hamburg
Foto: AIDA Curises

Kreuzfahrtbranche bei CruiseNet Hamburg
www.hamburgcruisecenter.eu/de/cruisenet/branchenguide

Branchenkoordinator Schifffahrt der Handelskammer
www.hk24.de/produktmarken/branchen/logistik/schifffahrt-branche/3163884

 Treffpunkte: 


Hafen-Klub Hamburg
Landungsbrücken
www.hafen-klub.de/

Anglo-German Club
Harvestehuder Weg
www.anglo-german-club.de/

Business Club Hamburg
Altonaer Balkon
www.bch.de/

Hanse Lounge
Neuer Wall
www.hanse-lounge.de/

Übersee-Club
Neuer Jungfernstieg
www.ueberseeclub.de/

 Vermarkter:

Hafen Hamburg Marketing, HHM
www.hafen-hamburg.de/de

de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Hafen

Hamburg Cruise Center, HCC 
www.hamburgcruisecenter.eu/de

Hamburg CruiseNet, HCN
www.hamburgcruisecenter.eu/de/cruisenet/branchenguide

Hamburg Tourismus Hafen-Marketing
www.hamburg-tourism.de/sehenswertes/hamburg-maritim/hamburger-hafen/

HafenCity InfoCenter im Kesselhaus
www.hamburg-tourism.de/sehenswertes/kultur-in-hamburg/kultur-von-a-bis-z/hafencity-infocenter-im-kesselhaus/

 Promotion: 

Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen, CMI
http://www.cml.fraunhofer.de/

Logistik-Initiative Hamburg, LIHH
www.hamburg-logistik.net/

Maritimes Cluster Norddeutschland, MCN
www.maritimes-cluster.de/

DE.HUB Logistics Hamburg
www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Standardartikel/IT-Gipfel/digital-hub-initiative-hamburg.html

 Hintergründe: 

Fakten zum Hafen der HPA
www.hamburg-port-authority.de/de/der-hafen-hamburg/zahlen-und-fakten/

Fakten zum Hafen der HHM
www.hafen-hamburg.de/de

Fakten zu Kreuzfahrten des HCC
www.hamburgcruisecenter.eu/de/facts/passagierverkehr-und-calls-ab-hamburg

Fakten zu Kreuzfahrtankünften von Hamburg Tourismus
www.hamburg-tourism.de/sehenswertes/schiff-und-kreuzfahrt-in-hamburg/schiffsankuenfte/

Fakten zur Hafencity von Hamburg Tourismus
www.hamburg-tourism.de/sehenswertes/hamburg-maritim/hafencity/

Die Zukunft des Hafens bei HPA
www.hafen-hamburg-2025.de/de/Seiten/default.aspx

 Interaktiv: 
Die Elbphilharmonie im Hafen
Foto: mediaserver.hamburg.de / Thies Raetzke

Livecams im Hamburger Hafen
www.hamburg.de/livecam-hafen/
www.hamburg.de/kreuzfahrtschiffe/3163108/kreuzfahrtschiffe-webcams/

Radar der Schiffsbewegungen
www.hamburg.de/schiffsradar/

Schiffsabfahrten Hamburger Hafen

www.dakosy-direct.de/ships/

Interaktiver Hafenplan der HHLA
www.hhla.de/de/kontakt/interaktiver-hafenplan.html


Interaktiver Stadtpan von Hamburg Tourismus
www.hamburg-tourism.de/infos/unterwegs-in-hamburg/stadtplan/

 Fotos: 

Schnappschüsse der HPA
www.instagram.com/hamburgerhafen/

Pressefotos + Filme der HHLA

www.hhla.de/de/foto-film.html

Pressefotos + Filme der HHM
www.hafen-hamburg.de/de/presse/media

Broschüren + Filme des Hamburg Cruise Center
www.hamburgcruisecenter.eu/de/article/medien-downloads

Pressefotos + Filme von Hamburg Marketing
http://marketing.hamburg.de/mediaserver.html

 Videos: 

Videos auf Hamburg.de
www.hamburg.de/hafen-heute/


Hafenfilme der HHLA 
www.youtube.com/hhladehamburgerhafen

SmartPort-TV der HPA
www.youtube.com/hamburgportauthority


Filme der HafenCity Hamburg
http://vimeo.com/hafencity

 Historie: 

Historische + aktuelle Fotos

Historie zur Speicherstadt
https://hhla.de/de/historie/speicherstadt.html

(c) 2017 HANSEVALLEY, Redaktion: Thomas Keup, Alle Rechte vorbehalten.
Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.


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Dienstag, 21. März 2017

HANSEPERSONALITY Willem van der Schalk: "Das Rad nicht neu erfinden!"

HAMBURG DIGITAL HAFEN


Die CMA CGM Alexander von Humboldt und
die CSCL Venus im Waltershofer Hafen
Foto: Hafen Hamburg Marketing / Peter Glaubitt
Er ist der größte Seehafen Deutschlands, nach Rotterdam und Antwerpen die Nr. 3 in Europa. Fast 10.000 Seeschiffe sowie 171 Kreuzfahrtschiffen mit 710.000 Passagieren machten an den 4 Containerterminals und 3 Passagierterminals 2016 fest.

Für den reibungslosen Betrieb im Hamburger Hafen sorgt das "Port Community System" der DAKOSY AG, dem IT-Zusammenschluss der Reedereien, Terminals und Spediteure in Hamburg.

Das "PCS" liefert alle Informationen über Im- und Export im Hamburger Hafen an private und öffentliche Partner der Logistik - vom Lotsendienst über Zollbehörde bis zum Güterbahnhof. Ein aktiver Partner des "PCS" ist der Geschäftsführer der Hamburger Logistikfirma A. Hartrodt. Unser HANSEPERSONALITY ist Willem van der Schalk:


Unternehmer und Branchenvertreter:
Willem van der Schalk
Foto: A. Hartrodt
Sie sind ein engagierter Unternehmer und zugleich neuen Technologien aufgeschlossener Spediteur im Hamburger Hafen. Wie groß ist der Einfluss digitaler Systeme heute für Spediteure, Reeder, Terminalbetreiber, Transporteure und Behörden, wie Zoll oder Gesundheitsbehörde?

Spediteure sind die Architekten der Supply Chain und ohne die Digitalisierung können heute die Schnittstellen von Auftragserteilung beim Endkunden, Bestellannahme, Planung bei der Produktion, Versandmanagement und Transportabläufe nicht mehr optimal abgestimmt werden.

Digitale Systeme sind für uns heute kaum noch wegzudenken, sie bestimmen unsere tägliche Arbeit. Bei der heutigen Komplexität der Abläufe im Hafen könnten die Mengen mit analogen und manuellen Prozessen nicht mehr bewältigt werden. Digitale Prozesse gibt es im Hafen bereits seit 1982 und früher hiess es Elektronische Datenintegration (EDI) und nicht Digitalisierung.

Gibt es mit einem weitgehend automatischen Hafen-Kommunikationssystem, wie dem "Port Community System" der DAKOSY - dem gemeinsamen IT-Anbieter der Reedereien, Terminalbetreiber und Spediteure -, überhaupt eine "digitale Revolution" im Hafen?


Sie fällt hier sicherlich deutlich geringer aus als in Bereichen, in denen die Digitalisierung noch nicht derart umfangreich Einzug gehalten hat. Digitalisierung gehört für Seeschifffahrt und Häfen schon seit Jahrzehnten dazu, damals hatte man dafür nur noch keinen richtigen Namen, man sprach noch nicht von Digitalisierung sondern eher von EDI-Datenaustausch.

Speditionsunternehmen haben mit einer Selbstverständlichkeit Daten zwischen den eigenen Tochtergesellschaften und Büros ausgetauscht. Unternehmen und Behörden sind es gewohnt, Informationen über Unternehmensgrenzen hinweg auszutauschen, um ihre Prozesse effektiv zu planen und durchzuführen. Natürlich ist die Digitalisierung damit nicht abgeschlossen. Die Plattformen werden ständig um neue Funktionen erweitert, wie z. B. die jüngsten Projekte zur Truckabwicklung zeigen.

Die Hafenbehörde HPA entwickelt mit "Smart Port" ein "New Single Window"-System für die im Hafen tätigen Branchen. In wiefern kollidieren die Aktivitäten der Hamburger Infrastrukturbehörde mit dem "Port Community System" von DAKOSY?


Es sollte darauf geachtet werden, dass das Rad nicht neu erfunden wird, sondern allenfalls komplementäre Services entstehen. Die Einbeziehung der Verkehrsinfrastrukturen wie die Belegungssituation von Parkplätzen in die digitalen Prozesse ist dafür ein Beispiel. Es ist sinnvoll die Verkehrsinfrastruktur wie Bahn, Binnenschiff und LKW zu fördern und die Abläufe zu virtualisieren und weiter zu digitalisieren. Die Daten sollten dann aber den privatwirtschaftlichen Systemen auch zur Verfügung gestellt werden und nicht umgekehrt.

Was können die gemeinsam an DAKOSY beteiligten und das "Port Community System" nutzenden Unternehmen der Hafenwirtschaft tun, um nicht von einem mit staatlichen Fördermitteln aufgebauten Konkurrenzsystem überrollt zu werden?

Zunächst einmal würde es ja keinen Sinn ergeben, eines der weltweit führenden Systeme durch ein anderes abzulösen. Die Akzeptanz ist ja auch deswegen so hoch, weil alle involvierten Rollen an der Gestaltung der Plattformen mitwirken.

Die nachträgliche Verstaatlichung des Informationsaustausches zwischen privatwirtschaftlichen Unternehmen wäre aus meiner Sicht auch eine merkwürdige Entwicklung. Wo immer es um behördlich relevante Daten geht, bestehen ja Schnittstellen zu DAKOSY. Wir müssen hier vielleicht noch mehr Aufklärungsarbeit leisten.

Wo sehen Sie als Hamburger Unternehmer, Spediteur und Hafenpartner die Grenzen einer Hafenbehörde HPA und wie könnten die Aktivitäten der HPA mit Virtualisierung und Datenauswertung mit dem Hafen-Kommunikationssystem kooperieren?



Engagiert in Speditionsverband und Handelskammer:
Geschäftsführer Willem van der Schalk
Foto: A. Hartrodt
Es wäre kontraproduktiv, wenn die HPA ein bereits hervorragend durch die Privatwirtschaft finanziertes und betriebenes System durch ein neues, staatliches System auszutauschen versucht.

Die Privatwirtschaft hat mit ihrem eigenen Geld 1982 mit DAKOSY ein heute in der Welt führendes System der Hafenkommunikation entwickelt. Daten unserer Kunden als Spediteur sind zu schützen und nicht jedem zugänglich zu machen.
Der Aufgabenbereich der HPA hat sich auf die Daten der technischen Anwendungen zu konzentrieren, die dann auch mit dem bereits vorhandenen System ergänzt und ausgetauscht werden können. Virtualisierung des Hafens sollte die HPA betreiben, ob das jedoch für den Absender einer Sendung in München von Bedeutung ist, wage ich zu bezweifeln. „Must have oder nice to have“ gehört in diesen Entscheidungsprozess mit herein.


Zu guter Letzt unsere Hamburg-Frage: Wie gut sind die Hamburger Hafenunternehmer mit dem "Port Community System" der DAKOSY im Vergleich mit Rotterdam, Antwerpen oder anderen europäischen Wettbewerbern aus Ihrer Sicht als Nutzer aufgestellt?

Auch wenn es keine direkte Vergleichsmöglichkeit der Systeme in Antwerpen, Rotterdam oder anderer Häfen gibt, da die Prozesse in den Häfen immer etwas unterschiedlich sind, so ist objektiv gesehen das System in Hamburg schon zu den weltweit führenden zu zählen. Es unterstützt alle relevanten Prozesse. 


Spediteure, die mit ihren Kunden im In- und Ausland bereits einen digitalen Datenverbund aufgebaut haben, können dabei mit der "Datensammlung" schon deutlich außerhalb von Hamburg beginnen - sowohl auf der Landseite als auch auf dem Wasser. Auch wenn das System keine Pflichtveranstaltung ist, wird es trotzdem von so gut wie allen Unternehmen genutzt.

Es wäre wünschenswert, wenn einige große Reedereien sich dem System anschliessen, statt das Rad neu erfinden zu wollen, um die Nutzer des Hafens in ihr eigenes System zu zwingen.

Vielen Dank für die offenen Worte!

Das Interview führte Thomas Keup.

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