Mittwoch, 3. Januar 2018

HANSECITYLIFE: Haspa-Schließfächer für reisende Journalisten: Kiekmo - dat geiht!

Wer verprasst in Hamburg Steuergelder?
Montag, 8. Januar '18, 10.00 Uhr
www.hanseinvestigation.de

HAMBURG DIGITAL REPORT

Freitag, 29. Dezember '17, der letzte reguläre Arbeitstag des Jahres an Alster und Elbe. Ich fliege mit dem ICE 806 aus Berlin-Südkreuz ein. Es ist ein voll gepackter Tag: Um 12.00 Uhr berichte ich von der Jahresabschlussveranstaltung der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns, anschließend letzte Geschenke einkaufen im Nivea-Haus am Jungfernstieg, auf Mönckeberg- und Spittaler Straße. Schließlich am Abend ein Zug um die Häuser auf dem Kiez.

Wie managt man drei verschiedene Anlässe mit Anzug, Jeans und Party-Outfit - jedoch ohne die Chance, zwischendurch nach Hause zu kommen? Wie erspart man sich, eine schwere Reisetasche von der Altstadt in die Neustadt und von St. Pauli bis nach Altona zu schleppen. Die Antwort für den reisenden Journalisten und Haspa-Kunden lautet "Kiekmo". Ein Hanburg Digital Report aus der Ottenser Hauptstraße:

Hamburg-Altona, 10.45 Uhr, es ist kalt und und es herrscht "feuchte Luft". Ich laufe mit meinem Gepäck durch den hässlichsten Bahnhof in Richtung Ottensen. Auf der Fußgängerzone wenig hektische Hamburger auf dem Weg in die Geschäfte. Die einen decken sich im Mercado-Center mit Silvester-Leckereien ein, die anderen sind mit Weihnachtsgutscheinen auf Schnäppchenjagd. Am anderen Ende wartet eine rote Parkbank im Schaufenster des 1. Stocks auf mich. Nein, es ist kein Möbelladen ...

Kostenlose Schließfächer in ausgewählten Haspa-Filialen.
Foto: Haspa

"Meine Bank" steht in weißen Lettern weit über die Kreuzung im Stadtteil Ottensen sichtbar. Als Hamburger Journalist, Technologie-Nutzer, erwachsenes Spielkind und Haspa-Neukunde interessieren mich an diesem Vormittag aber weniger Geldautomaten und Auszugsdrucker in der 2-stöckigen Sparkassen-Filiale. Mein Adlerauge sucht nach einer rot-grün-weißen Säule mit hell flackerndem Display und einer frechen Möwe im Logo. Die bunte Stahlsäule im Vorraum hört auf den Namen "Kiekmo" und funktioniert mit einer App auf meinem Handy.

"Kiekmo"-Livetest: Praxistest ohne zweite Chance und doppelten Boden.


Passt perfekt auch für Reisetaschen.
Foto: HANSEVALLEY
Auf dem Weg in die Filiale hatte ich die Stadtteil-App für Altona und Eimsbüttel per E-Mail aktiviert. Noch ist "Kiekmo" ein Versuchsballon. In der App gibt es aktuelle Lokalnachrichten für die Stadtteile, redaktionell betreut von den Eimsbütteler Nachrichten und freien Journalisten. Mein spezielles Interesse gilt an diesem Morgen dem Button "Schließfach", denn die Haspa bietet über die Service-App auf Android- und iPhones in 10 ausgewählten Stadtteil-Filialen die kostenlose Nutzung von Schließfächern an. Womit der reisende Journalist sein Ziel erreicht hat.

Ruck-zuck ist meine große blaue Reisetasche verstaut, mit einem Mausklick das 55 cm tiefe, 35 cm
breite und 45 cm hohe Schließfach reserviert. Das kann man schon vorab erledigen. 11 Fächer hat jede Säule in den 10 Haspa-Filialen. Laut App sind die Fächer meist verfügbar, denn den Service gibt es erst seit Juli '17. Oben und unten warten in der Säule die großen Locker für Reisetaschen, Trolleys und die Familieneinkäufe, vergleichbar den Schließfächern auf Hauptbahnhof und am Bus-Port. Dazwischen auf Augenhöhe 5 schmale Schließfächer mit einer Höhe von 25 cm - für die kleine Ablage von Büdel oder Schlüsseln.

 "Kiekmo"-Strategie: Mit frischen Ideen neue Kunden in neue Filialen.

Die Haspa will Kunden wieder in die Filialen locken und bietet dafür einen Service rund um die Uhr - und nicht nur zu regulären Öffnungszeiten zwischen 9.30 und 18.30 Uhr. Die Fächer können jederzeit reserviert und genutzt werden - und das für volle 24 Stunden, also auch abends, nachts und am Wochenende. So kann man seine Sportklamotten nach dem Training im Studio einfach in der Bank seines Vertrauens deponieren und anschließend mit den Freunden feiern gehen. Oder die Wochenend-Einkäufe sicher einschließen und den Abend mit seiner besten Freundin genießen.

Für den Service hat die Haspa die nachts verschlossenen Vorräume in den ausgewählten Filialen per Bankkarte wieder zugänglich gemacht. Dabei muss man für die Nutzung nicht einmal Haspa-Kunde sein, auch wenn ich seit meinem erschütternden "Yomo-Experiment" zum Kundenkreis gehöre. Die Türen öffnen sich mit jeder Girokarte und die Vorräume sind videoüberwacht. So ist sichergestellt, dass weder mit Schließfächern noch den anvertrauten Wertsachen etwas passiert. Für den Fall der Fälle sind die eingeschlossenen Wertsachen sogar bis zu 250,- € versichert. Sollte etwas mit den Automaten nicht klappen, haben die Mitarbeiter*innen in den Filialen den direkten Draht zum "Kiekmo"-Team und kümmern sich um eine Lösung.

"Kiekmo-App-Bedienung: Mit einem Klick ist es sofort erledigt.


Überraschend einfach zu bedienen.
Screenshot: HANSEVALLEY
Überrascht war ich von der einfachen Nutzung der von "Sinner Schrader Swipe" (vormals "Sinner Schrader Mobile") aus Hamburg und Berlin mitentwickelten App. Mit einem Touch reserviere ich das Schließfach. Genauso kann ich mit einem Klick das Fach öffnen, um etwas herauszuholen oder reinzulegen. Und schließlich hört das "Sesam-Öffne-Dich" mit einem Finger auf mich, wenn ich meine sieben Sachen entgültig abholen will, denn mein Fach ist online-vernetzt mit meiner App gekoppelt. Das Öffnen und Schließen klappt übrigens genau smart, wenn ich für jemand anderen etwas deponieren will.

Ob vergessener Kalender einer Haspa-Kundin in der Filiale Ottenser Hauptstraße, ob das Schlüsselbund für die Airbnb-Wochenendgäste - mit dem vierstelligen Zahlencode zu meiner Miete kann ich Kunden, Partnern, Freunden oder Familie den Zugang zum Fach ermöglichen. So wird die Übergabe von Büdel und Schlüsseln zum Kinderspiel und zeitlich im besten Sinne hanseatisch entspannt. In diesem Jahr werden Filialen in weiteren Stadtteilen mit dem cleveren Service ausgestattet, auch wenn der Pressesprecher patout nicht verraten wollte, wo es bald soweit sein wird.

"Kiekmo"-Schließfächer: Für das, was Haspa-Kunden wichtig ist.


Locksafe-Schließfächer in Mekkah.
Foto: LockTec
Die Schließfächer kommen übrigens vom deutschen Hersteller LockTec aus dem bayerischen Weißenbrunn. Der ist mit seinem "Service-Box"-Programm für die Packstationen von DHL zuständig und hat mit den "Kiekmo"-Säulen schwere Stahlschränke mit dicken Bolzen in den Haspa-Filialen auf Basis seiner "Locksafe"-Anlagen aufgestellt und vernetzt. Vergleichbare Schränke stehen übrigens auch an Bahnhöfen in Deutschland und Österreich, im oberösterreichischen Salzbergwerk sowie in den saudi-arabischen Pilgerstätten Mekkah und Medina.

Noch nutzen die meisten Hamburger die "Kiekmo"-App vor allem als lokale Nachrichtenquelle. Immerhin 45.000 Downloads zählt die z. Zt. nur für Eimsbüttel, Altona und Ottensen sinnvoll nutzbare Mobile-App unter Android und iOS. Hinter der Idee steht die Digital-Tochter der Hamburger Sparkasse. "Haspa Next" kümmert sich mit dem integrierten "Heute in Hamburg"-Team also nicht nur um den jungen Chatbot-Service "Aino", sondern auch um die wahrscheinlich pfiffigsten Schließfächer der Stadt. Die mit der frechen Möwe - für reisende Journalisten wie mich.

 Hamburg Digital Background: 

"Kiekmo" Stadtteil-Service
https://kiekmo.hamburg/

"Kiekmo" Schließfach-App
https://kiekmo.hamburg/app 

"Aino" Chatbot-Service
https://getaino.de/

"Heute in Hamburg"-Service
http://heuteinhamburg.de/

Haspa Next GmbH Hamburg
http://haspa-next.de/

 Hamburg Digital Reports: 

HANSTECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: Die Yomo-App:
http://hh.hansevalley.de/2017/12/hansetechtest-yomo-haspa.html

HANSEFUTURE: AINO - ein "WeChat"-Bot, der Hamburg kann:
http://hh.hansevalley.de/2017/06/hansefuture-aino-app.html

HANSEPERSONALITY Dr. Harald Vogelsang:
Digitale Agenda, Investitionen und Bildungsoffensive für Hamburg 4.0: http://hh.hansevalley.de/2017/03/hanspersonality-dr-harald-vogelsang.html

HANSESTARTUPS: "Next" Chance für "Heute in Hamburg":
http://hh.hansevalley.de/2017/03/hansestartups-haspa-heuteinhamburg.html