Mittwoch, 25. April 2018

HANSESTATEMENT: "Future Hamburg" - ein büschen gestern ... noch morgen.

HAMBURG DIGITAL STATEMENT

Zum "kraftvollen" Messeauftritt von Hamburg Invest auf der Hannover Messe hat Hamburg Marketing sein neues Content Marketing Portal "Future Hamburg" freigeschaltet. Seit rd. einem halben Jahr wird an Videos, Geschichten und einem Portal gebastelt, das Hamburg von seiner innovativen Seite präsentieren soll. 


Digitalisierung ist nur Glasfaser für Privathaushalte.
Foto: Groman123@Flickr

Herausgekommen ist ein klassisches Hamburg Marketing-Portal im klassischen Hamburg Design mit klassischen Hamburg Marketing-News, bekannten Harburger Subventionsrittern und ihren Startups. Dazu ein funkelnagelneuer Imagefilm mit viel Beat. Beat. Beat. - und Elphi, und Speicherstadt, und Hafen, und Schiffssirene. Ein schonungsloses Hamburg Digital Statement:



Jetzt geht's los: Beat. Beat. Beat. Schwarzer Background. Weisse Tagline. This is Hamburg. We are Innovation. Da geht was - denkt man. Ok, Elphi muss sein. Speicherstadt for ever. Tradition meets Innovation. Passt! Und dann das: Nivea Creme, Tesa Film und Hansaplast. Autsch! Jetzt rutscht's ab: Eis am Stiel. Schwimmflossen. Hamburg zeigt, was es kann. Naaa jaaa...

Innovatoren, die Hamburg lieben. Beiersdorf? Waren das die mit der Mauermentalität? Der Spiegel? Gerade suuuper erfolgreich mit seinem Digital-Modell... Deutsche Bahn? Die Mindbox steht immer noch in Berlin... HHLA? Altenwerder ist 18 Jahre alt... Philips? Was ist an einem Coworking innovativ... Wollen wir mal heute nicht so sein. Beat. Beat. Beat.

"Future Hamburg": Growth, Erde, Pflanzen, fader Gag.

Bei 107.542 Innovatoren wird nicht mehr mitgezählt. Zu großzügig. Was braucht es wirklich: Eine Idee - ok. Einen Erfinder - fein. Einen Gründer - passt. Eine Unternehmerin - wir sind ja politisch korrekt. Und dann der Gag: Growth, Erde, Pflanzen, falscher Film. Wir haben alle fast gelacht... Und dieses geistreiche Gesabbel in Text ... Aber jetzt: Beat. Beat. Beat.

Orte zum Wachsen: TU Harburg - mal schauen. TuTech-Haus? Wie bitte? Die Pleitegeier hinterm Fußgängertunnel mit ihren Wuchterpreisen? Viel Spaß in Harburg! Zurück in Hamburg: Hochbahn? Yepp. Hamburg Messe? Wenn's sein muss. DESY? Klar. Und wieder Elphi. Diesmal XFEL: 21, 22, 23 - das geht noch ein bisschen lääänger. Beat. Beat. Beat.

"Future Hamburg": Hamburg Tourismus wollte auch mal...

Jetzt driftets ab: New York Times: Eine der schönsten Hafenstädte Europas. Övelgönne, U-Bahnhof Hafencity Universität, Magellan-Terassen, ein bisschen Schanze, ein paar Styler. Sind wir im falschen Film? Hamburg Tourismus wollte auch mitspielen ;-) Is' ja alles ein Laden... Wir kommen zum Höhepunkt: Beat. Beat. Beat.

Wir sind Innovationen. Lighthouse-Projekt? Cap San Diego an den Landungsbrücken? Das nennt man Text-Bild-Schere... Und dann das Highlight: Das Polizeifoto aus dem Hubschrauber. We are Hamburg. Are wie Innovation? Abbinder. Logo. Schiffssirene. Das ist sooo Hamburch. Das ist so 800 Jahre das Gleiche. Beat. Beat. Beat. Und aus!

Mal ehrlich:

Wo ist die faszinierende 360-Grad-Drohne von Spice VR? Wo ist die lebensrettende AR-Brille von Apoqlar? Wo ist die Spitzenforschung des UKE? Wo ist die zukunftsweisende 5G-Technologie im Hafen? Welcher Dorfredakteur hat hier tief und fest gepennt? Es geht um Menschen, Bilder, Emotionen - nicht um China-Frachter im Hafen.

Ist dieser Film faszinierend? Ist er reizvoll? Ist er mutig? Ist er 'Wir können cool wie Berlin'? Hamburg Marketing macht, was es immer macht: ein büschen gestern noch morgen. Vielleicht erklärt das, warum "Future Hamburg" auf dem toootaaal bekannten Vimeo läuft - und nicht auf YouTube, diesem komischen Google-Dingens.

Mein Tipp: Von Berlin lernen, heißt Promotion lernen. Alles andere endet mit den größten Hits der 70er, 80er und 90er -. bei Hansaplast Pflaster, Nivea Creme und Tesa Film. Aber das hatten wir schon ... In diesem Sinne: Strittmatter - setzen, Sechs! Und jetzt lernen, wie man sich als Wissenschaftsmetropole vermarktet. Los gehts:



Für alle, die lieber "Beat. Beat. Beat." wollen - auch das nur geklaut und kommt aus Berlin:



 Hamburg Digital Views: 

HANSESTATEMENT:
Hamburg - die Möchtegern-Hauptstadt der Besitzstandswahrer:
http://hh.hansevalley.de/2018/04/hansestatement-besitzstandswahrer.html

HANSERANKING: 
Die Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft:

 Hamburg Digital Background: 

"Future Hamburg" von Hamburg Marketing:
www.future.hamburg

"Braincity Berlin" von Berlin Partner:
https://braincity.berlin/

Sonntag, 22. April 2018

HANSESTATEMENT: Hamburg - die Möchtegern-Hauptstadt der Besitzstandswahrer

Ein HAMBURG DIGITAL STATEMENT von
Herausgeber + Chefredakteur Thomas Keup

Es gibt die "Bewegenden" - und es gibt die "Bewahrer". So einfach kann man das Engagement in Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung in Hamburg zusammenfassen. In der über 800-jährigen Tradition von Hafen und Handel sind die Besitzstandswahrer in Netzwerken, Verwaltungen und politischer Kaste erneut in der Überzahl.


Seit mehr als 1,5 Jahren für die Digitalisierung in Hamburg unterwegs:
Herausgeber und Chefredakteur Thomas Keup
Foto: Huawei

In digitalen Zeiten von Kulturwandel, Automatisierung  und Erneuerung entwickeln sich die "Bewahrer" zu "Blockierern". Es wird Zeit, dass die Engagierten und die Ehrlichen das Ruder an Alster und Elbe übernehmen - und die kleinen "König*innen" aus PR-Branche und Onlinemarketing, Hafenwirtschaft und Logistiksektor auf ihre Bedeutung begrenzt werden. Ein Hamburg Digital Statement:

Mittwoch, 11.00 Uhr, auf der Halskestraße am DUSS-Terminal: Wirtschaftssenator Frank Horch überreicht Brummifahrern Franzbrötchen und eine "Logistikhelden"-Karte als Dankeschön. Die zum 3. Mal von der Logistik-Initiative mit Verkehrsbehörde, Speditionsverbänden und Handelskammer veranstaltete Aktion mit 7.000 Zimtschnecken, 64 Unternehmen an knapp einem Dutzend Orten zeigt, wie Hamburg tickt: Die mit rd. 400.000 Beschäftigten dominierende Logistikbranche in der Region feiert ... sich selbst.

So lobenswert Anerkennung und Wertschätzung für den Knochenjob sind: die über 80% osteuropäischen Fahrer mit 40.000 täglichen Fahrten in und rund um den Hafen haben die Aktion oft gar nicht nachvollziehen können. 'Logistikwas? Ok, Plundergebäck for free? Nehm' ich!' Dahinter verbergen sich eine Reihe von Fragen, z. B.: Wieviel Prozent der Trucker haben die aufmunternden Worte des Hafensenators verstanden? Welchen Sinn macht es, einmal im Jahr prekär beschäftigte Fahrer aus der Ukraine zu ehren? und: Was hat Hamburg mit künftig selbstfahrenden Trucks davon?

50 Grußworte und Ehrungen von Senatoren und Staatsräten jede Woche

In kaum einer anderen Stadt finden so viele Empfänge und Ehrungen statt, wie in Hamburg - allein 47 in der kommenden Woche, zeigt der Terminkalender der Senatoren und Staatsräte für die Presse. Wenn man im Jahr für Nachrichten, Magazinbeiträge und Interviews mehr als 400 Termine vor Ort wahrnimmt, fragt man sich: Was soll das? Mit etwas Abstand und Blick auf den Berliner Tiergarten bin ich zu dem Ergebnis gekommen: Eine Stadt, die ansonsten keine Probleme zu haben scheint, beschäftigt sich mit sich selbst - und mit Ehrenkränzen, wenn man schon keine Orden hat.

Man kann einem erkenntnisstarken Innovationssenator, einem überzeugten Mediensenator, einer engagierten Wissenschaftssenatorin und einem bemühten Schulsenator keinen Vorwurf machen. Als Präsides ihrer Behörden müssen sie die ganze Bandbreite der Interessen ihres Bereichs adressieren und berücksichtigen. Spätestens bei den Staatsräten hört die Repräsentationspflicht jedoch auf, ist die Schonzeit vorbei und fängt die Kernerarbeit für die Zukunft der Freien und Hansestadt an. 

Hamburgische Förderpolitik: Inhaltsfrei und ganz viel Spaß dabei

Fehlende Impulse der Staatsräte für ihre Ämter (z. B. in BWVI und BWFG) sind der Anfang vom Ende der Stadt. Gebrochene Versprechen (z. B. im MOVE-Projekt) und chronische Unterfinanzierung (z. B. beim Logistik-Hub) sind der Anfang vom Ende für Rot-Grün. Dauerhafte Subventionsritter und unprofessionelle Umwelt/-Pressesprecher bringen die Provinzialität kleinstädtischer Amateure ans Tageslicht. Desto länger und fokussierter ich als (kritischer) Journalist auf die Scheinaktionen schaue, desto trauriger werde ich.

Das Dilemma Hamburgsicher Selbstbeschäftigung zeigt sich in der Förderung von politisch gewollten, inhaltlichen jedoch z. T. überholten und nicht selten sinnbefreiten Initiativen - von Wirtschafts- bis Standortförderung, von Hochschul- bis Startupförderung. Da verteilt die Stadt neben Riesenetats für eine unproduktive und auch noch unprofessionell auftretende Beratertruppe von Ernst & Young gern mal 50- bis 100.000,- € Tickets als "Schmerzlinderung". Dazu ein paar einfache Fragen, die sich jede*r beantworten kann:
  • Wird ein futuristischer - als "kraftvoll" angepriesener - Messestand von Hamburg Invest auf der Hannover Messe 2018 als simple "Sammeladresse" von DESY und EXFEL, von LZN und ZAL, von HAW und TUHH sowie von Hamburg Innovation und Hamburg Invest irgendeine Strahlkraft auf den mittelmäßigen Wissenschaftsstandort Hamburg besitzen? Dazu die Selbstdarstellung bei der HIW.
  • Kann eine über Behördengrenzen so gut wie unbekannte Startup-Unit bei Hamburg Invest mit aktuell einer Mitarbeiterin und im kommenden Jahr bis zu 3! stolzen Mitarbeiter*innen, mit monatlicher Sprechstunde und einzelnen Konferenzbesuchen irgendeine Wirkung für den abgehangenen Startupstandort Hamburg erzielen? Dazu die Selbstdarstellung bei der HIW
  • Darf ein von Anfang an äußerst sinnvoller, jedoch chronisch unterfinanzierter, von den städtischen Hafenplayern HHLA und HPA bis heute wirtschaftlich im Stich gelassener Digital Hub Logistics Hamburg irgendwelche Innovationen hervorbringen, außer ein subventionierter Coworking-Space für vereinzelte Startups zu sein? Eine Selbstdarstellung gibt es bei der LIHH.
  • Kann eine fast pleite gegangene, bis heute verschwenderische und von Subventionen abhängige Transfergesellschaft TuTech mit ihren Anhängseln Hamburg Innovation und Startup Dock irgendeinen Impuls für mehr als zwei Hände voll Ausgründungen aus allen staatlichen Hamburger Hochschulen hinaus bieten? Die Fakten bei HANSEINVESTIGATION.
Wer nicht auf Grund wohlwollender Fördermittel aka "Schweigegeld" blauäugig durch die Stadt geht, kann zu dem Ergebnis kommen, dass in der Wirtschafts- und Innovationspolitik die größten Hits der 70er, 80er und 90er fortleben. Angesichts der Anstrengungen der "Startup-Hauptstadt" Berlin (Hamburg war nach der KFW-Studie nie "Startupmetropole"), der Technologie-Hauptstadt München, dem Daten-Zentrum Karlsruhe und der Security-Hochburg Darmstadt macht Hamburg im Zweifelsfall als Letzter das Licht aus.

Wollte die BWFG die Informatik eigentlich zusammenstreichen?

Millionenschwere Subventionszahlungen an die TU werden aus einer mittelgroßen Hochschule mit mittelmäßigen Perspektiven im Harburger Wohngebiet sicherlich keine Exzellenz-Hochschule nach Münchener oder Berliner Vorbild werden lassen. Auch wenn eine Informatik-Initiative "Ahoi Digital" der richtige Schritt ist (was nur durch einen überraschend argumentierenden Wissenschaftsrat möglich war) - der Dampfer in Richtung Wissenschaftsmetropole hat abgelegt - und fährt nicht 100 km Elbe aufwärts nach Hamburg.

In einem Gespräch für ein Hamburg Digital Interview bringt der Digitalunternehmer Peter Schmid von WLW in dieser Woche auf den Punkt: Hamburg hat mit der Elbphilharmonie einen internationalen Leuchtturm für Tourismus bekommen. Der Leiter der Landesfachkommission Internet & Digitale Wirtschaft im Wirtschaftsrat fordert: Hamburg braucht einen Leuchtturm für die digitale Entwicklung - inkl. Bildung und Wissenschaft, Fachkräften und Wirtschaft, Infrastruktur und der Hamburger Bürgerschaft. 

Mittelmaß in der Wirtschaftsstruktur, Mittelmaß in der Dynamik.

Ja, Hamburg ist laut Institut der Deutschen Wirtschaft Nr. 3 der digitalsten Städte und Kreise Deutschlands - nach Köln & Stuttgart und vor Berlin & München. Verantwortlich dafür sind 1. die Glasfaser-Infrastruktur und 2. der Grad der Digitalisierung in der Wirtschaft. Punkt Eins berücksichtigt die 71%-ige Versorgung der Privathaushalte. Hafenunternehmen dürfen ihren Mitarbeitern noch immer USB-Sticks mit nach Hause geben... Und Zweitens: Die Digitalisierung bei Otto, Haspa oder Jungheinrich hat sicher nichts mit Impulsen der Wirtschaftspolitik zu tun.

Wenn man das Regional-Ranking 2017 der 401 Städte und Kreise Deutschlands liest, kommt man zu diesem Ergebnis: Aktuelle Wirtschaftsstruktur? Hamburg auf Platz 18. Auf den forderen Plätzen: München und Starnberg, Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis. Dynamik in der Entwicklung? Hamburg auf Platz 108. Vorn weg: der Burgenlandkreis, der Landkreis Dahme-Spreewald und Darmstadt. Zum Mitschreiben: Dahme-Spreewald mit dem Regionalflughafen Berlin-Schönefeld und der kleinen (aber feinen) TH Wildau, die ich viele Jahre unterstützen durfte. Sorry, aber das ist peinlich - für Hamburg.

Die Freie und Wirtschaftsmetropole geht den Weg des HSV.

Es gibt Menschen in Hamburg, die sorgen sich angesichts des Abstiegs in die Mittelklasse um unsere Stadt. Dazu gehört die Unternehmensberaterin und Deutsch-Israelische Netzwerkerin Andrea Frahm, der Wirtschaftsförderer und Hamburg@work-Macher Uwe Jens Neumann, der Business Developer und 12min.me-Gründer Oliver Rößling, der Geschäftsführer und HSBA-Macher Dr. Uve Samuels und der Wissenschaftler und HWWI-Direktor Prof. Henning Vöpel. Sie alle sehen, wie an Rathausmarkt und Adolpshplatz die alten Gefechte gefochten und ansonsten der Kopf in den Sand gesteckt wird.

Und was machen die "Besitzstandwahrer*innen", um sich vor den "Revoluzzern" zu schützen? Sie schreiben justiziable Briefe, führen hinterlistige Telefonate, ignorieren Presseanfragen, lästern hinterrücks und verabreden Ausgrenzung. Man kann gar nicht so blind sein, um die selbstentlarvenden Aktivitäten nicht mitzubekommen. Wie hilflos und dümmlich wirken derartie Sandkastenspiele angesichts der Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft. Mauermentalität hat mit Stolz nichts zu tun - das ist arrogant und erbärmlich.

Hamburg wird weiter abrutschen und verlieren, wenn die ewig Gestrigen aus einer abgewanderten Medienbranche, einer vollautomatisierten Marketingindustrie, einer konsolidierten Handelssparte, einer rückwärts gewandten Logistikbranche und einer schrumpfenden Finanzwirtschaft sich weiter mit Medaillen und Franzbrötchen selbst feiern. Es wäre nich das erste Mal, das ein "Königreich" dem Untergang geweiht wäre - der König is' ja schon weg. Ein Untergang mit gerümpfter Nase, in dunkelblauem Zweireiher und goldenen Manschettenknöpfen. Man gönnt sich ja sonst nichts ...

*  *  *

 Hamburg Digital Background: 

Wirtschaftsrat: Hamburgs Digitalwirtschaft verpasst nationalen Anschluss:
www.wirtschaftsrat.de/wirtschaftsrat.nsf/id/4A81E6BD8B41C27AC1258272004F2BC9/$file/WR%20HH_Digitalwirtschaft%20in%20Hamburg.pdf

IW Consult: Hamburg im Regional-Ranking auf dem Weg in die Mittelmäßigkeit;
www.iwconsult.de/leistungen-themen/branchen-und-regionen/staedteranking-2017/

Abendblatt: Wirtschaftsrat warnt vor digitalem Abstieg Hamburgs:
www.abendblatt.de/hamburg/article214070779/Wirtschaftsrat-warnt-vor-digitalem-Abstieg-Hamburgs.html

 Hamburg Digital Views: 
  
HANSERANKING: Die Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft:

HANSESTATEMENT: Peter's Hamburg - Hafenfolklore oder Hightechmetropole?

HANSESTATEMENT: Dorothee Bär - die richtige Frau zur richtigen Zeit:

Mittwoch, 18. April 2018

HANSECHAMPIONS: Auf dem Weg zur digital-vernetzten Industrie 4.0

HAMBURG DIGITAL REPORT

8. Februar d. J., Albert-Schäfer-Saal in der Handelskammer am Adolphsplatz. Gut 150 Vertreter aus Großindustrie und Mittelstand, Wissenschaft, Kammer und Politik treffen sich zum 2. Dialogforum Industrie 4.0. Die Präsentationen, Workshops und Diskussionen sind das Follow-up der Anfang 2015 aus der Taufe gehobenen Plattform zur Sensibilisierung und Vernetzung der Hamburger Industrie - auf dem Weg in die digital-vernetzte Zukunft.


Industrieller Vordenker an der Alster: Andreas Pfannenberg
Foto: Pfannenberg Group

Diplom-Ingenieur Andreas Pfannenberg sitzt in der 1. Reihe, ist Initiator und Motor der industriellen Vernetzung rund um die Alster. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Industrieholding in Bergedorf und Sprecher der Dialogplattform Industrie 4.0. Was macht Industrie 4.0 aus? Und welche Chancen bieten sich für Hamburger Produzenten auf dem Weg in die Zukunft. Ein Hamburg Digital Report:

"Die Digitalisierung erlaubt, Dinge viel transparenter zu machen und den Kunden zielgerichteter zu analysieren und anzusprechen." Andreas Pfannenberg ist ein offen wirkender Unternehmer. Im Konferenzraum seiner Verwaltung im Industriegebiet von Moorfleet steht er Rede und Antwort. Gut 260 Mitarbeiter arbeiten in Hamburg für den Elektro- und Elektronikspezialisten, rd. 500 Mitarbeiter sind es weltweit in der Firmengruppe. Der Familienunternehmer produziert industrielle Kühlanlagen, Steuerungsanlagen für die Klimatisierung und Signaltechnologie. 


Pfannenberg-Kundenssoftware "PSS" zur Industrieanlagen-Planung
Foto: Pfannenberg Group

Pfannenberg ist Unternehmer in 2. Generation. Der Vater einer 28-jährigen Tochter hat mehr als 35 Jahre Industrieerfahrung. Der studierte Elektrotechniker ist 1987 ins Familienunternehmen eingestiegen. Der Wellingsbütteler ist stolz auf den Industriestandort: mit Kupfer, Aluminium und Stahl, mit Geräten und Maschinen und dem traditionsreichen Schiffs- und Flugzeugbau ist Hamburg der größte Industrieproduktionsstandort der Republik. Dazu kommen neue Kompetenzen, wie der 3D Druck, zunächst mit Metalldruck für Airbus & Co. - mittlerweile auch in Kunststoffen unterwegs. Das Laserzentrum Nord und die Partner im neuen 3D Druck-Netzwerk Hamburg machen's möglich.

Wer schiebt sich zwischen die eigenen Produkte und Kunden?

Industrie 4.0 ist eines der Buzzwords des Jahr: ob Dialogforum, Kompetenzzentrum oder Masterplan - die digital-vernetzte Industrie gilt neben der additiven Fertigung von Kunststoff- und Metallteilen eines der Wachstumsthemen zu sein. "Ich kann nicht verstehen, wenn Unternehmen sich mit der Digitalisierung nicht aktiv beschäftigen", fasst es der stellvertretende Vorsitzende des Industrieverbandes Hamburg zusammen. Es sei keine Zeit zu verlieren, denn die Gefahr ist da: Wer schiebt sich zwischen die eigenen Produkte und Kunden? Globale Plattformen - z. B. in schneller, agressiver Startup-Methodik - erobern immer mehr Bereiche des B2B-Sektors.


Fördern Industrie 4.0 in Hamburg: BWVI, DGB, HK und IVH
Foto: BWVI 

Der Dreh- und Angelpunkt: Wenn eine Plattform reine Leistung statt eines physischen Produkts anbietet, wird der Hersteller zum Lieferanten im Hintergrund - und ist austauschbar. Beispiele, wie Airbnb mit Privatunterkünften und Booking.com mit Hotelzimmern, Uber mit Limousinen und Amazon mit Marktplatzhändlern sprechen eine eigene Sprache. Der (End-)kunde kauft lediglich die Leistung, zusammen mit Kundendienst und Liefergarantien. Wie die Leistung erbracht wird und zu welchem Preis, tritt in den Hintergrund.

Mit veränderten Geschäftsmodellen steht Performance im Mittelpunkt

Andreas Pfannenberg sieht einen eindeutigen Wandel von Verkauf und Dienstleistungen zur Lieferung und Betreuung von Leistungen. Beispiel: Rolls Royce vermietet heute bereits Flugzeugtriebwerke auf Basis von Betriebsstunden. Der Wandel von der reinen Produktion zur Lieferung garantierter Leistung kommt. Und sie setzt industrielle Hersteller unter Druck. Standen bisher die Produktion, Fehlquote und der Absatz im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns nicht nur Hamburger Familienunternehmer, wird's in einer Welt garantierter Leistung knifflig.


Daten stehen im Mittelpunkt in Industrie und Dienstleistung.
Foto: HPA

Plötzlich stehen reale Daten in Echtzeit im Fokus des Interesses, um seinen Job machen zu können. Andreas Pfannenberg, neben Handelskammer und Industrieverband als Vorsitzender des Zentralverbandes der Elektroindustrie in Hamburg und Schleswig-Holstein engagiert, hat genau für die Herausforderung vor 4 Jahren die Dialogplattform Industrie 4.0 gegründet. Grund: Mit veränderten Geschäftsmodellen rund um garantierte Leistungen stehen nicht mehr nur Produkte und Garantien, sondern Performance und Kommunikation im Mittelpunkt des Geschäfts.

"Die Digitalisierung hilft, neue Geschäfte aufzubauen, die nicht möglich waren"

Damit ist weitgehende Transparenz in Fabrikhalle und Geschäftsbetrieb A und O für den Geschäftserfolg. Forschung und Entwicklung, Produktion und Geschäftsführung müssen ganz andere Fragen beantworten: Was muss ich tun, bevor etwas ausfällt? Um das zu wissen ist eine kontinuierliche Erfassung von Produktions- und Betriebsdaten notwendig - und genau das ist jetzt ohne größere Probleme möglich. Denn Daten bieten die Transparenz, mit servicebasierten Geschäftsmodellen nicht Schiffbruch zu erleiden. 


Engagiert für die digital-vernetzte Industrie: Die Handelskammer
Foto: HANSEVALLEY

"Die Digitalisierung hilft, neue Geschäfte aufzubauen, die bislang so nicht möglich waren"; gibt Andreas Pfannenberg im tiefgreifenden Gespräch auf Moorfleet zu Protokoll. In seiner eigenen Firmengruppe investiert er jährlich bis zu 7% weltweit in Forschung und Entwicklung. Und das ist auf Nachfrage ein Millionenbetrag. Zu den Geschäftsmodellen hat er eine logisch aufeinander aufbauende "Produkttreppe" für das künftige Geschäft mit garantierter Leistung zu marktgerechten Konditionen.

"Digitalisierung ist ein Enabler für neue Geschäftsmodelle."

Wurde in der Vergangenheit der Monteur gerufen, wenn die Maschine ausfiel, waren die Kosten durch Produktionsausfall, Reparaturleistung und Ersatzteile hoch. Von der reaktiven Instandsetzung sind wir zu vorausschauender Wartung (Preventive Maintenance) gekommen. Wie bei VW oder Airbus gehen auch Industriemaschinen in regelmäßige Wartung, um Verschleissteile auszutauschen und den Betrieb zu sichern. Dank realer Daten in Echtzeit sind nun vorausschauende Wartung und Pflege (Predictive Maintenance) möglich.


Daten schaffen Transparenz in der vernetzten Industrieproduktion
Foto: nIT Lemgo, Lizenz: CC BY-SA-30

Mit Echtzeit-Daten durch Sensoren und Sender können reale Erfahrungswerte analysiert und zu vorausschauenden Empfehlungen aufgewertet werden. Der Effekt: nicht nur vorausschauende Wartung von Industrieanlagen, sondern auch flexible Wartungsintervalle, wenn sie wirklich nötig ist. Damit erzeugen Hersteller als Betreiber der Maschinen wertvolle Informationen - und die sparen beim Kunden bares Geld. Digitalisierung in der Industrie heißt für den Hamburger Unternehmer Pfannenberg nicht umsonst: Wie erzeuge ich den Pull-Effekt? 

"Was wir lernen müssen, ist übergreifender zu kooperieren."


Bleibt die Frage, welche Rolle Startups spielen in einer Welt Daten und Geschwindigkeit. Andreas Pfannenberg - mit seinem Unternehmen seit 3 Jahren zusammen mit einem strategischen Partner am Hamburger Middleware-Softwarestartup "Cybus" beteiligt - hat einen klaren Blick für das Mögliche: "Die Skalierung im B2B ist wesentlich schwieriger." Zugleich sieht er pfiffige Tech-Startups durchaus als Chance für die Hamburger Wirtschaft. Und ermutigt Startups zugleich: "Die sollen auch ihre eigenen Märkte entwickeln." 

Kundenorientiert, schnell, flexibel: Startups helfen bei Innovationen
Foto: mediaserver.hamburg.de / Timo Sommer + Lee Maas

Wenn sich interessante Perspektiven ergeben, sieht der Familienunternehmer auch in Zukunft die Option, sich selbst zu beteiligen. Als Mentor von Jungunternehmen sieht er Kultur, Arbeitsweisen und die Kommunikation als Chance für traditionelle Firmen. "Was wir lernen müssen, ist übergreifender zu kooperieren." Pfannenberg greift die "Hamburger Bescheidenheit" auf. In kundenzentrierten Märkten spielen Daten und damit verbundene Services die Schlüsselrolle. Sie werden in der eigenen Produktion ebenso erhoben, wie in der Distribution und im Betrieb beim Kunden. Und das bedeutet Kollaboration. 

Hamburger Unternehmen sind nicht besonders gut im verschwinden.

Nachgefasst, wie es mit der Digitalisierung in der Pfannenberg-Gruppe aussieht, ist der Firmenlenker sympathisch direkt: "Das geht nicht von heute auf morgen." Er sieht im eigenen Haus eine offenere Kommunikation, mehr Projektstrukturen und eine übergreifende Zusammenarbeit der IT - im Datenmanagement ebenso, wie im Marketing. Die Herausforderung auf Moorfleet ist ebenso, wie überall der kulturelle Wandel. "Wir haben den Weg bewußt eingeschlagen und wir sind schon ein gutes Stück vorangekommen. Aber wir denken nicht in Quartalen", fasst Andreas Pfannenberg zusammen.


Die Digitalisierung erfasst alle Bereiche der Hamburger Wirtschaft
Foto: mediaserver.hamburg.de / Doublevision

Auf die Herausforderung anderer Hamburger Familienunternehmer in Industrieverband, Elektroindustrie und Handelskammer, nach gut 800 Jahren Tradition erfolgreich in die digital-vernetzte Zukunft zu kommen, hat Andreas Pfannenberg zwei interessante Perspektiven: 1. "Digitalisierung allein kann ein Unternehmen nicht bewegen". Und 2.: "Wenn sie nicht innovativ sind, verschwinden sie. Ich glaube nicht, dass Hamburger Unternehmen besonders gut im verschwinden sind." Das wollen wir alle hoffen.

 Hamburg Digital Background: 

Nachbericht Dialogplattform 08.02.2018:
hwww.hk24.de/servicemarken/presse/pressemeldungen/pm-08-02-18-industrie40-mittelstand/3978100

Hamburger Dialogplattform Industrie 4.0:
www.hk24.de/produktmarken/branchen-cluster-netzwerke/branchen/industrieplatz_hamburg/Industrie_4_0/Hamburger_Dialogplattform_Industrie_4_0/1152124

Mittelstand 4.0 - Kompetenzzentrum Hamburg:
https://kompetenzzentrum-hamburg.digital/

3D Druck-Netzwerk Hamburg:
www.3d-druckhamburg.de/

Branchenüberblick Industrie in Hamburg:
www.hk24.de/produktmarken/branchen-cluster-netzwerke/branchen/industrieplatz_hamburg/branchenueberblick/3162454

Handelskammer-Initiative "Digital Voraus":
www.hk24.de/produktmarken/beratung-service/digitalisierung

Mittwoch, 11. April 2018

HANSECHAMPIONS: Die visionären Trüffelsucher der digitalen Otto Group

HAMBURG DIGITAL REPORT

Am morgigen Donnerstag feiert Michael Otto seinen 75. Geburtstag. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hamburger Otto Group und Ratsvorsitzende der familieneigenen Stiftung hat zusammen mit seinem Sohn Benjamin den Kurs eines der weltgrößten Versandhäuser auf Zukunft ausgerichtet. Anläßlich des Jubiläums schauen wir hinter die Kulissen des Innovationsmanagements und der Business Intelligence in Bramfeld.

Das Hamburger Versandhaus Otto stellt in den kommenden 12 Monaten 580 weitere Techis in den Bereichen E-Commerce und Online Marketing, Business Intelligence und IT-Management ein. Kommunikationschef Martin Frommhold bestätigt: Otto wird zur Tech-Company. Auf einer Tour durch die rd. 300 Mitarbeiter starke Business Intelligence Unit wird klar: Das Familienunternehmen überlässt die digitale Zukunft nicht allein Amazon und Zalando.


Otto-Firmenzentrale in Hamburg-Bramfeld.
Foto: Otto Group
Was mit dem Corporate-Startup "Collins" begann, mit dem Einstieg von Benjamin Otto als "gestaltender Gesellschafter" verankert wurde, ist mit Kulturwandel 4.0 und New Work sichtbar geworden: Der Handels- und Dienstleistungsriese transformiert mit Technologien, Partnerschaften und Beteiligungen sein Geschäft und seine Arbeitswelt für die datenbasierte Zukunft. Ein Hamburg Digital Report aus dem Innovationsmanagement der Otto Group:

Hamburg, Werner-Otto-Straße: Die vier roten Buchstaben überstrahlen alles im Gewerbegebiet. Hinter den grauen Fassaden der 1959 erbauten Firmenzentrale bleibt allerdings kein Stein auf dem anderen. Der 1949 gegründete Versandhändler ist zwischen den milliardenschweren Rivalen Amazon und Zalando eingekeilt. Es ist Familiensproß Benjamin Otto, der 2013 mit "Collins" ein Tech-Startup initiiert, dass als Zalando-Konkurrent Fashion personalisiert an junge Kundinnen bringt und technische Möglichkeiten für den Konzern erarbeitet - der Concept Proof für den Umbau des deutschen Versandhändlers.


Otto-Coworking "Collabor8" in Bramfeld.
Foto: Otto Group
Zwei Jahre später übernimmt der damals 39-Jährige als "gestaltender Gesellschafter" Schlüsselfunktionen bei der tonangebenden Michael-Otto-Stiftung und im Gesellschafterrat der Otto Group. Benjamin Otto ist seit 2003 in Tech-Themen zu Hause, Gründer einer Smart Home-Company und Startup-Investor. Anfang 2017 präsentiert die Otto Group auf ihrem Campus ein 1.700 qm großes Coworkingspace namens "Collabor8", bietet 200 Mitarbeitern im 8. Stock flexibles Arbeiten - ein Meilenstein für "New Work" bei der Otto Group - mit offenen Arbeitsbereichen für die bis zu 7.000 Mitarbeiter auf dem Firmencampus.

Trüffelsucher für den "heissen Scheiss"

Im 6. Stock der Konzernzentrale hat sich eine 30 Mann starke "Task-Force E-Commerce" für die mehr als 120 Konzernfirmen und über 100 Onlineshops in mehr als 30 Ländern strategisch auf den Weg gemacht: Neben Business Intelligence und Data Analytics der Otto Group, User Experience- und Mobile Lab haben im Großraumbüro der Konzernzentrale die Bereiche E-Commerce-Strategie und Innovationsmanagement ihr Zuhause. Die Trüffelsucher bringen den "heissen Scheiss" nach Bramfeld. Kopf des Innovationsmanagements ist Diplom-Medieninformatiker Florian Hermsdorf.


Leitender "Trüffelsucher" der Otto Group: Florian Hermsdorf
Foto: Otto Group
"Ich sehe Technologien als Chance, neue geschäftliche Aktivitäten aufzubauen", betont der 37-jährige Wahl-Hamburger seine Intention, seit 12 Jahren bei der Otto Group neues Geschäft zu entwickeln. Damals kümmerte sich der Absolvent der FH Wedel um das zarte Pflänzchen Mobile, unterstützte den Aufbau eines ersten Mobile Shops und des Mobile Marketings. Es ist die Neugierde, die den 2-fachen Familienvater antreibt: "Was entsteht Neues daraus und was kann man damit machen?", sind für den gebürtigen Frankfurter entscheidende Fragen als Kopf eines 7 Mann starken Teams. Die Innovationen reichen von Kennzahlenoptimierung im Onlineabsatz bis zu neuen Geschäftsfeldern.

Zwischen Kreativität und Konzeption

"Internet macht mir Spaß", antwortet der Co-Founder des E-Commerce-Magazins "Kassenzone". Dabei geht es dem Spezialisten um die Kombination aus Kreativität und Konzeption. Zwei Aufgaben treiben den in Bremen aufgewachsenen Online-Experten an: 1. alle relevanten Innovationen in den drei Otto-Group Geschäftsfeldern Multi Channel-Retail, Logistik und Finanzdienstleistungen rechtzeitig erkennen und 2. die für den Konzern relevanten Themen zusammen mit den Geschäftsbereichen erfolgreich einführen. Rund 3 bis 6 Monate dauern die agil aufgesetzten Projekte im Schnitt.


Brainstorming des Innovations-Teams für neue Services
Foto: Otto Group
Es geht um die Reduzierung einer Idee auf den Kern. Dieser Kern wird im Rahmen eines Proof of Concept mit Usern getestet. Besonders spannend: Die Veränderungen einer Innovation im Laufe der Testphase. Für den Erfolg ist die offene Zusammenarbeit, die Transparenz von Informationen und schlanke Strukturen das A und O. Mit dem Rollout des "Kulturwandel 4.0" seit 2016 hat die Otto Group genau die Voraussetzungen geschaffen, um heute agil an Ideen für die eigene Zukunft zu arbeiten. 

Werteorientiertes Familienunternehmen


Protest gekündigter Zalando-Mitarbeiter
Twitter-Foto: Dimitri Lambrecht, @dilam77
Dreh- und Angelpunkt der Trüffelsuche sind Technologien. "Alle glauben, daß sie die Prozesse stark beeinflußen werden", bestätigt der verheiratete E-Commerce-Profi den Trend. "Maschine ersetzt Mensch" kommentieren die Medien Anfang März d. J. die Kündigungswelle bei Zalando. Bis zu 250 Online-Marketer werden beim Rivalen durch Algorithmen ersetzt, will das börsennotierte Rocket-Growup die Marketing-Automation vorantreiben. Hermsdorf sieht für das werteorientierte Familienunternehmen Otto Group derartige Trends nicht. Obwohl Daten auch für den Hamburger Konzern der entscheidende Treiber für Wachstum sind.

Als Beispiele nennt Hermsdorf die kontextbasierte Auswertung von Renzensionen auf Otto.de. "Aggregated Reviews" bieten Kunden die Chance, schnell einen Überblick über die Beurteilung gesuchter Produkte zu bekommen. Die Hamburger sind weltweit der erste Anbieter, der solch ein System im Einsatz hat - vor Erzrivale Amazon. Auch bei Chatbots müssen sich die Bramfelder nicht verstecken. "Clara" beherrscht die textbasierte Auswertung von Chats in den Otto-Onlineshops. Damit experimentiert der Versandhändler längst mit der Auswertung großer Datenmengen auf dem Weg zu künstlicher Intelligenz.

Augmented Reality-App mit Google

Bei der Tech-Tour durch die Business Intelligence Unit stellt Otto Ende März d. J. seine jüngste Entwicklung vor: eine automatisierte Auswertung von Bildern zur Produktsuche. Eine eigene App bietet Kunden in Kürze die Möglichkeit, Schnappschüsse von Kleidung oder Möbeln aus Prospekten, Schaufenstern oder von der Straße anonymisiert hochzuladen und in Sekundenschnelle relevante Informationen zu Produkt, Eigenschaften, Rezensionen und Preis zu bekommen. Mit der Data Science-Lösung zeigen die Hamburger, Amazon und Zalando in nichts nachzustehen.


AR-App für Möbelkauf per Smartphone und Tablet
Foto: Otto Group
Eine besondere Bedeutung messen die Innovatoren Geräten zu, über die Kunden künftig shoppen werden. Mit "Yourhome AR" hat Otto.de zusammen mit Google auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona eine Augmented Reality-App für Android-Devices gelauncht, um den Möbelkauf zu revolutionieren. Als einer von 5 Partnern des Online-Giganten Google ist Otto zugleich einziger E-Commerce-Launch Partner - und damit auf Augenhöhe mit Amazons AR-App. Die iOS-Version für Apple-Geräte stellten die Hamburger Ende März d. J. der Presse vor.

Das smarte Zuhause als Startpunkt


Das Versandhaus Otto auf dem Weg zur Tech-Company.
Foto: HANSEVALLEY
950 Mio. € setzte Otto im vergangenen Jahr mit Möbeln und Einrichtung um und ist Online-Marktführer in Deutschland - vor Amazon, Ikea, Home 24 und Tchibo. Strukturen, Texturen und die automatische Anpassung des Blickwinkels auf Smartphones und Tablet-PCs machen Möbel-Shopping zum visuellen Erlebnis. Nicht nur beim Möbelkauf ist Otto längst in unseren Wohn- und Schlafzimmern angekommen. Mit eigener "Action" für den Assistent in Google Home hören die Hamburger schon heute unseren Wünschen zu. Darüber hinaus experimentieren der Outletshop Limango und die Pakettochter Hermes in Großbritannien mit "Skills" in Amazon Echo - u. a. zur der Abfrage von Sendungsnummern.

In Zukunft wird das smarte Zuhause Startpunkt für den Kontakt zu den Otto-Onlineshops. Es ist die 3. Phase des Internets - in Waschmaschinen, Lautsprechern und Glühlampen. "Es ist eine Aufgabe für die Otto Group, in dieser Welt Fuß zu fassen", bringt es Visionär Hermsdorf auf den Punkt. Nachdem Geräte online vernetzt wurden und überall gesteuert werden können übernimmt die Hardware in Zukunft Services, vom Verkauf über Kundendienst bis zur -bindung. Die Einkaufsliste von Amazon Alexa zeigt, wo es hingeht. Für den seit 1995 mit PC und HTML aktiven Familienvater ist entscheidend, sich "flexibel auf neue Devices und Services einzustellen, um einen höheren Kundennutzen zu bieten".

300 mögliche Trends auf dem Radar


OTTO-Strategie: Auf dem Weg zur Handelsplattform
Foto: HANSEVALLEY
Mit dem Blick in die Zukunft bearbeitet Florian Hermsdorf mit seinem kleinen Team rd. 6 Fokusthemen pro Halbjahr, initiiert Pilotprojekte, bevor Ideen und Konzepte zu Produkten und Services in den Konzerngesellschaften werden. 3 bis 6 Monate dauert ein Projekt im Schnitt, bevor es produktiv im Konzern umgesetzt oder eingestellt wird. Dabei schaut das Innovationsmanagement der Otto Group durchaus mittel- und längerfristig in die Zukunft, beobachtet mit dem "Innovation Radar" 300 mögliche Trends bis 2030 und darüber hinaus. 

Eines der Themen ist die Blockchain-Technologie - für eine neue Supply Chain aka Lieferkette - von Rohstoff-Lieferanten über Hersteller und Großhändler, Logistiker, Versandhändler bis zum Endkunden. Michael Otto, seit vielen Jahren engagiert für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und eine lebenswerte Zukunft, präsentiert auf dem Symposium "Zukunftswerte" am Montag dieser Woche in der Elbphilharmonie ein ganz praktisches Anwendungsfeld:

Fälschungssichere Lieferketten dank Blockchain

Die Otto Group kann heute die Probleme jedes Rohstofflieferanten, jedes Herstellers und jedes Lieferanten in Sachen Umweltverträglichkeit und Arbeitsbedingungen benennen. Michael Otto bringt auf den Punkt: "Die Blockchain macht den Prozess vom Rohstoff bis zum Endkunden fälschungssicher". Florian Hermsdorf bestätigt: "Blockchain ist eine grundlegende Technologie, mit der man sich auseinandersetzen muss." Eine interessante Aussage eines leitenden Innovationsmanagers bei größtem Onlinehändler "Made in Germany". Wir sind gespannt.

Fast 14 Mrd. Mrd. € setzen die mehr als 52.000 Beschäftigten des Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto Group weltweit mit Multi Channel-Retail, Logistik- und Finanzdienstleistungen um. Mit fast 8 Mrd. € und mehr als 30 Marken ist die Hamburger Firmengruppe global erfolgreich im E-Commerce, 5,5 Mrd. € davon werden in Deutschland erwirtschaftet. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die größte Gesellschaft Otto.de inkl. 7 Spezialshops rd. 3 Mrd. €. 

 Hamburg Digital Reports: 

HANSERANKING: Die digitalen Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft
http://hh.hansevalley.de/2018/04/hanseranking-tops-und-flops.html

HANSEMOBILITY: Das Mobile Lab und die Zukunft der Otto Group
http://hh.hansevalley.de/2017/10/hansemobility-otto-mobile-lab.html

 Hamburg Digital Background: 

Michael Otto schlug Amazon-Angebot über 100 Millionen aus
www.welt.de/wirtschaft/article175249145/Otto-Chefaufseher-Aerger-ueber-ausgeschlagenes-Bezos-Angebot.html

Benjamin Otto wird gestaltender Gesellschafter bei Otto
www.abendblatt.de/wirtschaft/article205265507/Benjamin-Otto-wird-gestaltender-Gesellschafter-bei-Otto.html

OTTO DIGITALSTRATEGIE:


Innovationsmanagement Otto Group:

www.ottogroup.com/de/innovation/

Technologieprojekte Otto Group:

www.ottogroup.com/de/dossier/Technologie-die-den-Menschen-begeistert-2018.php

OTTO INNOVATIONEN:


Kulturwandel 4.0 der Otto Group:
www.ottogroup.com/de/karriere/Unternehmenskultur/Kulturwandel-4.0.php

E-Commerce-Strategie Otto Group:

www.ottogroup.com/de/innovation/E-Commerce-Strategie-der-Otto-Group.php

Task Force E-Commerce Otto Group:
www.ottogroup.com/de/innovation/Exzellenz/Task-Force-fuer-den-E-Commerce.php

OTTO TRANSFORMATION:


Otto.de Market + Brand Connect:

www.otto.market/

Otto.de Developer Blog:

https://dev.otto.de/

Otto Group Konzernzentrale:
www.basicthinking.de/blog/2018/03/31/otto-hamburg/14/

DIE FAMILIE OTTO:

Zukunftswerte - Verantwortung für die Welt von Morgen - Das Buch:
www.zukunftswerte.net/buch.html

Benjamin Otto, Unternehmer und Erbe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Otto

Dr. Michael Otto, Unternehmer und Stifter:
http://michael-otto.info/

Werner Otto, Unternehmer und Mäzen:
http://www.werner-otto.info/

Sonntag, 8. April 2018

HANSEPERSONALITY Dr. Ralf Belusa: Alles wird digitalisiert, was digitalisiert werden kann.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW
*Udate*

"Solange wir das Beamen nicht erfunden haben, brauchen wir physische Transportmittel." Hamburgs Logistikexperte und Handelskammermann Jens Assmann bringt auf den Punkt, was Hamburger Spediteure, Reeder und Transporteure für die nächsten 100 Jahre hoffen. Doch die Digitalisierung ist in Containern, auf Frachtern und an Terminals angekommen. Hapag-Lloyd ist die größte deutsche Linienreederei und mittendrin im Wandel.

In den erwürdigen Gemäuern am Ballindamm arbeiten Programmierer und Digitalisierer an der Zukunft der stolzen Container-Reederei. Mit digitalen Prozessen, digitalisierten Services und einer Kundenorientierung fernab von Commodity entsteht an der Binnenalster mit weltweit 12.000 Mitarbeitern ein digitaler Qualitätsführer unter den Liniendiensten. Ein Hamburg Digital Interview mit Chefidigtalisierer Dr. Ralf Belusa:



Unter den "Top 100" der wichtigsten Digitalisier Deutschlands.
Dr. Rall Belusa, CDO Hapag-Lloyd AG

Hapag-Lloyd hat vor 3,5 Jahren mit einem umfassenden Restrukturierungsprogramm die Kundenorientierung nach vorn gestellt, Ideen und Konzepte aus dem Silicon Valley an die Alster importiert und vor einem halben Jahr mit Dir und Deinem 10-köpfigen Team die Umsetzung der digitalen Strategie begonnen? Seit Ihr noch rechtzeitig oder wird es stürmisch für Euch?


170 Jahre Tradition von der HAPAG zum digitalen Anbieter.
Foto: Hapag-Lloyd
Digitalisierung bedeutet, sich kontinuierlich entlang digitaler Möglichkeiten zu verändern. Veränderung und Unternehmertum sind seit Gründung fest in der DNA von Hapag-Lloyd verankert. Dies zeigt sich heute auch in einer sehr leistungsstarken und modernen IT Infrastruktur. Darüber hinaus wollen wir Prozesse, Produkte und Services Schritt für Schritt mit unseren Kunden weiterentwickeln – das sogenannte "Window of Opportunity" steht dafür jetzt sehr weit offen. 

*Update*
Wir digitalisieren vom Kunden entlang der Wertschöpfungskette. Dabei geht es darum, Prozesse digital abzubilden, zu bündeln, zu vereinfachen oder zu beschleunigen. Dies erfolgt getreu der Methode: Build, Measure, Learn.

Hapag-Lloyd ist 5. größte Linienreederei der Welt mit rd. 220 Container-Frachtern - und damit eher ein mittelgroßer Anbieter im Vergleich zu Maersk, MSC oder CMA CGM. Ihr annonciert keine millionenschweren Blockchain-Projekte und wollt keine Hafenstadt zur Startup-City ausbauen. Wie wird Hapag-Lloyd die Digitalisierung für die eigene Zukunft nutzen?


Die Digitalisierung der Schiffahrtsindustrie ist in vollem Gange.
Grafik: HLAG
Blockchain ist sicher eine Technologie mit Potenzial, wie andere Architekturen beziehungsweise Infrastruktur-Systeme in der Vergangenheit auch. Dies sollte man sich immer sehr genau ansehen und entlang der zunehmenden Marktreife und auf Basis eines agilen "innovativen Best of Ansatz" für die Kunden adaptieren. Das bedeutet, funktionierende Systeme und Innovationen agil aufsetzen, anpassen und dann ständig verbessern. 

*Update*
Dabei nutzen wir insbesondere auch
das Know-how unserer Kolleginnen und Kollegen aus den Regionen. Konkret wird hier mit agilen Arbeitsmethoden wie SCRUM gearbeitet und wir sehen uns beispielsweise auch ein neuartiges schnelles System für die Verteilung von Wissen und Informationen im Unternehmen und für Kunden an.

Du hast umfassende Erfahrungen als Manager, Consultant, Mentor und Investor mit Technologie-Startups, Corporate-Acceleratoren, der Berliner Tech-Szene und namhaften Unternehmen, wie Axel Springer und Microsoft. Wo liegen aus Deiner Sicht bei der Digitalisierung die entscheidenden Unterschiede zwischen Tech-Startups und etablierten Corporates, wie Hapag-Lloyd?
Die digitalisierbare Customer Journey bei Hapag-Lloyd
Grafik: HLAG

Startups „explorieren“, sprich: sie versuchen ihre "Produkte und Services" für noch nicht gefundene Kunden zu entwickeln, um damit Geld zu verdienen. Wenn das geschafft ist, geht man den Schritt zum Corporate und macht dann mit dem "neu geschaffenem Produkt mit Kunden" die "Execution" und skaliert.
Hapag-Lloyd hat mehr als 260 IT-Experten und mit FIS ein eigenes IT-System mit Schnittstellen zu Partnern und Portalen. Du sagst: Die Digitalisierung muss entlang der Customer Journey erfolgen. Zugleich bietet Ihr aktuell nur wenig digital bereitgestellte Tarife und Verträge an. Das klingt nach Telefax und nicht nach Digitalgeschäft?


Geschwindigkeit und Skalierung entlang der Customer Journey sind hier der Schlüssel. Jedoch werden wir Schritt für Schritt mit unseren Kunden gemeinsam neue digitale Services entwickeln und anwenden.
Da sind einige Kunden schon sehr weit, stärker digitalisiert und adaptieren extrem schnell, andere befinden sich auf dem Weg dorthin oder brauchen noch etwas Zeit. Gerade im globalen Kontext sieht man hier interessante Unterschiede in der digitalen Adaption.

*Update*
Weiterhin muss man sich Stück für Stück die gesamte Customer Journey ansehen und dabei jede Komponente von der Online Kundenregistrierung über den Bill of Lading bis zur Bezahlung kontinuierlich verbessern.


Du bist als Chefdigitalisierer ein halbes Jahr mit Deinem Team bei der Hamburger Linienreederei an Board. Du sagst, neue digitale Möglichkeiten müssen einen 10-fachen Output im Vergleich zu analogen Lösungen bieten, um Sinn zu machen. Kannst Du ein paar digitale Projekte skizzieren, die Ihr für Eure Kunden aktuell umsetzt?


*Update*
Wir bauen hier gerade ein Framework an sehr attraktiven Produkten und Services auf, um bessere digitale Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und anzubieten. Beispielsweise schauen wir uns die Bereiche Online Buchungen für Containertransporte an, aber auch Zusatzdienste wie Versicherungen oder einfache und schnelle Kundenbenachrichtigungen. Zentrale Fragestellungen sind: 'Was müssten wir tun, um schnell gemeinsam mit dem Kunden zu Ergebnissen zu kommen?' Da arbeiten wir mit Hochdruck dran und können dann gerne gemeinsam reinschauen, sobald wir die konzeptionelle Phase abgeschlossen haben.
Die Containerschifffahrt ist eher auf "Commodity" ausgerichtet und hat durch Konzentration und Kostenoptimierung agiert. Böse Zunge sprechen von einem Geschäft wie in der Segelschifffahrt. Wo siehst Du die Herausforderungen bei einem 170 Jahre alten Traditionsunternehmen wie Hapag-Lloyd - und zugleich die besonderen Chancen?

Stand der Digitalisierung bei Hapag-Lloyd 2018.
Grafik: HLAG
Es ist wundervoll, auf einer 170-jährigen Gründertradition und damit auch einem enormen Wissen aufzusetzen. Hier zu Veränderungen beizutragen und zugleich die Startup-Kultur im globalen Handel weiter zu etablieren ist herausfordernd und braucht an vielen Stellen einen Kulturwandel. 

Die Welt ist aber nicht nur digital, sondern physische Güter, Transport, Logistik, Schiffe, Geschäftspartner entlang der Wertschöpfungskette in 125 Ländern werden verknüpft mit digitalen Produkten und Services – das macht dieses einzigartige Geschäft aus. Commodity sehe ich hier nicht, sondern genau das Gegenteil. Hier gibt es viele Chancen zur Differenzierung, ganz gleich ob digital, analog oder eben in Kombination.

Unsere Hamburg-Frage: Die Heimat der HAPAG ist geprägt von traditionsreichen Famiiienunternehmen und angestammten Geschäftsmodellen. Mit Deiner nationalen und internationalen Erfahrung: Wo ist unsere Stadt in Sachen Digitalisierung gut aufgestellt, und wo kann der Hamburger Kaufmann noch einen Schippe zulegen?

Wenn der Hamburger etwas macht, dann hat es meistens Hand & Fuß, aber das digitale Verständnis und die Erfahrung und Methoden für ganzheitliche Geschäftsmodelle – vom Kunden über Sales, Marketing, IT bis hin zu HR – die zugleich skalierbar sind und sich kontinuierlich anpassen, ist oft noch ausbaufähig. 

Im internationalen Vergleich mit China, Asien, Südamerika und einigen europäischen Ländern, lernt und skaliert man hier langsamer. Es gibt wichtige Business-Frameworks und Mechaniken im digitalen und nicht-digitalen Geschäft, welche es zu verstehen und anzuwenden gilt. Wer das nicht umsetzt, bleibt zwangsläufig auf der Strecke. 

Am Ende wird alles digitalisiert, was digitalisiert werden kann. Alles was intelligent gemacht werden kann, wird intelligent gemacht (Artificial Intelligence) und somit wird das Verständnis und Erlernen/Trainieren der Transformation für jeden einzelnen erfolgskritisch sein.



Herzlichen Dank für die Antworten!
Das Interview führte Thomas Keup