Donnerstag, 14. Februar 2019

HANSESTARTUPS: Hackers&Founders@work - der Startup-Treffpunkt für Erwachsene.

HAMBURG STARTUP REPORT


Yarviss - eine 360 Grad-VR-Markenwelt zum Kennenlernen.
Foto: HANSEVALLEY

Es war eine kleine Premiere: Die regelmäßige Eventreihe Hackers&Founders@work des größten norddeutschen Wirtschaftsvereins Hamburg@work feierte am Mittwoch-Abend im 20Scoops-Campus in den Zeisehallen ihren Relaunch. Mit spannenden Gästen zur Zukunft des E-Commerce und einem entspannten Networking hat Hamburg einen neuen Startup-Treffpunkt - allerdings eher für Erwachsene. Ein Hamburg Startup Report:

Gut 2/3 der angemeldeten rd. 60 Teilnehmer von Hackers&Founders@work sind Mitglieder des Digitalclusters Hamburg@work, bestätigt Gastgeberin Jessica Berg im schicken 20Scoops-Campus an diesem spannenden Mittwoch-Abend in Ottensen. Es sind vor allem Informatiker und Ingenieure, Digitalisierungsexperten, Unternehmensberater und natürlich E-Commerce-Spezialisten, die gespannt sind auf die Zukunft des Digital Commerce, die das junge Hamburger Tech-Startup Yarviss mit "Story Shopping" verspricht. Es ist eines der aktuellen finanzierten und unterstützten Jungunternehmen des Hamburger VC's 20Scoops.

Top-Thema des ersten Durchlaufs bei Hackers&Founders@work mit wechselnden lokalen Gastgebern und Medienpartner HANSEVALLEY ist ein neues, virtuelles Einkaufserlebnis mit VR-Brille oder auf dem Smartphone. Yarviss-Gründer Mert Cakar verspricht mit seinem virtuellen 360-Grad-Raum ein besonders emotionales Einkaufserlebnis für Markenhersteller. Das zurecht fokussierte Problem im E-Commerce: Alle Online-Shops sehen beinahe gleich aus, also kaufen die Kunden über den Preis - und große Händler wie Amazon oder Zalando stehlen Markenartikeln die Show und binden Konsumenten an ihre Portale.

Alle Online-Shops sind gleich - so Yarviss-Gründer Mert Cakar.
Foto: HANSEVALLEY

Eine aktuelle Studie des Hamburger Brand Science Instituts bestätigt: 70% aller Onlinekampagnen von Markenartiklern verfehlen ihr Ziel. Der Grund: identischer, austauschbarer Content über alle Kanäle. Das soll sich mit Yarviss ändern: Über das 360-Grad-Erlebnis via VR-Brille oder Mobile-App sollen Videos, Social Media Streams und der eigentliche Online-Shop auf Augenhöhe direkt nebeneinander für den Markenfan präsent sein - angelockt durch spannenden Content via Virtual Reality. Dabei soll der Content für den interaktiven Showroom von den Markenherstellern selbst kommen. Yarviss will die mediale Plattform sein.

In einer lebendigen Diskussion wurde der Softwarentwickler und Gründer Mert Cakar mit spannenden Fragen konfrontiert: Wie passt der standardisierte und über alle Kanäle identisch ausgespielte "13-Sekunden"-Werbespot in eine individuelle Markenwelt? Wie skaliert die noch in der Entwicklung befindliche Marketingplattform - im B2B mit Markenartiklern und im B2C bei potenziellen Konsumenten? Und wie können Kunden mehr als einmal bei Laune gehalten werden, um eine Markenbindung und höhere Umsätze über den 360-Grad-Raum zu erzielen. Fragen, an denen Yarviss mit seinem Investor 20Scoops in den kommenden Monaten intensiv arbeiten wird.


Volles Haus, versiertes Publikum, offene Atmosphäre.
Foto: HANSEVALLEY

Mit einem erstklassigen Networking und vielen neuen Kontakten konnte Hamburg@work mit der Premiere in den Zeisehallen einen erfolgreichen Neustart seiner Startup-Eventreihe vermelden, einem Eventformat mit erwachsenen Gästen, pointierten Fragen in einer entspannten Atmosphäre. Und damit einer aus unserer Sicht echten Bereicherung für die Hamburger Startupszene. Wir freuen uns, mit HANSEVALLEY bei Hackers&Founders@work dabei zu sein. Die ersten spannenden Digitalgeschichten haben wir am Mittwoch-Abend schon kennenlernen können. Bleibt gespannt ...

 Hamburg Digital Background: 

Brand Science Institute, BSI - Presseportal
presseportal.de/pm/58990/4166136

Hackers&Founders@work by Hamburg@work
eventbrite.de/e/hackersfounderswork-unternehmen-40-die-zukunft-des-e-commerce-registrierung-52529035760

HANSESTARTUPS - Das Hamburg Startup Magazin
hansestartups.net

Story Shopping by Yarviss
yarviss.com

20scoops Venture Capital
https://www.20scoops.com/

Montag, 4. Februar 2019

HANSEINVESTIGATIV: Startups chancenlos bei "Schummelei@Reeperbahn"?

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE

Das Spektakel "Startups@Reeperbahn": ein Stück vermeintlich große Welt in einem ehemals berühmten Musikclub. Das Pitch-Event ist Ausgangspunkt für das innige Verhältnis von Hamburg Startups und HANSEVALLEY: Im September 2016 lässt Co-Organisatorin und Dümmel-PR-Frau Sanja S. einen Gastbeitrag unseres Chefredakteurs auf Deutsche Startups nachträglich um 150 vermeintliche Investoren schönen. Ein Eingriff in redaktionelle Inhalte durch eine Hamburger PR-Frau. 




Jetzt kommt heraus: Die beiden Event-Organisatorinnen Sina G. und Sanja S. haben entgegen eigener Beteuerungen offensichtlich Bewerbungen zu "Startups@Reeperbahn" ungelesen unter den Tisch fallen lassen. Ein Gründer geht davon aus: "Unsere Bewerbung wurde wohl nie geöffnet". Ein weiterer Jungunternehmer klagt an: "Der Sieger stand von vorn herein fest." 
Betrügt Hamburg Startups Bewerber, Auswahl-Komitee, Sponsoren und Publikum? Eine Hamburg Digital Recherche:

"Startups@Reeperbahn" - seit mehr als 6 Jahren ein bei Startups beliebter Pitch-Event, sich bekannt zu machen. Nach Angaben der Veranstalter versammelt die Show - Zitat - "450 Investoren, Corporates, Journalisten und Multiplikatoren der deutschen Digital- und Medienbranche" - wo auch immer die neben den Junior-Unternehmern im Grünspan an der Reeperbahn Platz haben sollen. Stolze 110,- € bis 122,- € haben die Tickets für die Nachwuchsparade auf dem Kiez 2018 gekostet. Für eine Werbeveranstaltung.

Große Chancen an der Großen Freiheit? Oder nur großer Bluff?

Das Spektakel '18 startete mit einem 4-stündigen Pitch-Marathon u. a. mit mehr oder weniger lebendigen NMA-Startups. Ein Lückenfüller-Programm, das die in den letzten Jahren halbleere Konferenz ersetzte. Zum Höhepunkt pitchten fünf Startups über volle drei Stunden auf großer Bühne, gefolgt von einem besonders angepriesenen After-Show-Event mit - man höre und staune - "über 80 finanzstarken Investoren". Doch wo Licht ist, ist noch mehr Schatten: Die "Love-Mobile" zum Pitch gegenüber Investoren und Beratern waren teilweise gar nicht besetzt, kritisierten Teilnehmer.

Was 450 annoncierte Investoren, Firmenvertreter, Journalisten und Multiplikatoren nicht ahnen, ist eine offensichtlich unsauber und unfair bestückte Pitch-Show:


Hamburg Startups-Chefin Sina Gritzuhn
Foto: Xing
Sina G., gern mit einer hanseatisch zuvorkommender Atitüde unterwegs, nimmt es mit Transparenz und Korrektheit wohl selbst nicht immer so ganz genau. Die Hobbybloggerin, Kommunikationswissenschaftlerin und Mutter schreibt gern Briefe an Kunden und Partner von Wettbewerbern, um diese schlecht zu reden - praktiziert mit HANSEVALLEY und dem Startup-Magazin "Gründerfreunde". Bei ihrer Arbeit für Hamburgs Startups ist sie offenbar genauso wenig fair unterwegs, wie vorliegende Informationen zeigen.


Von Bewerbern für "Startups@Reeperbahn" ist herausgefunden worden, dass die beiden lieben "Startup-Muttis" Sina G. und Sanja S. Bewerbungen offensichtlich nicht gelesen haben, was Log-Files unterstreichen. Damit hat die bekannte Jury aus honoren und anderen Startup-Förderern offensichtlich keine Chance gehabt, alle Bewerber kennenzulernen. Stattdessen wurden im Vorfeld offensichtlich eigene und andere Lieblinge in die Endauswahl gehieft.

200 Bewerbungen: Wieviele Pitchdecks wurden links liegen gelassen?

Mehr noch: Ein Teilnehmer beurteilt das Pitch-Spektakel als "abgekatertes Spiel". "Der Sieger stand vorher schon fest", sagt der Gründer gegenüber HANSEVALLEY. Kenner der Startup-Szene wundert es nicht, dass im Herbst '18 vor allem Cargonexx und NautilusLog von einem Pitch-Event zum nächsten empfohlen wurden und wechselseitig die Innovations- und Gründerpreise abräumten. Bei aller Wertschätzung für beide Startups - über die HANSEVALLEY berichtetet hat - die Auswahl bei Startups@Reeperbahn erinnert doch eher an einen "Sumpf", denn an ein für alle Startups faires Auswahlverfahren.


Alles mit rechten Dingen? Bewerbung zu "Startups@Reeperbahn".
Grafik: Hamburg Startups

Von gleicher Chance für die - nach PR-Angaben - bis zu 200 in der Vorrunde 2018 beteiligten Startups aus Hamburg und Deutschland kann auf Grund der offensichtlichen Nichtberücksichtigung wohl keine Rede sein. Geschäftsführerin Sina G. tut so, als ob alle Startups gleichberechtigt und korrekt gesichtet worden seien. Leider wurden Bewerbungen im Auswahlverfahren nach HANSEVALLEY vorliegenden Informationen jedoch nicht einmal beantwortet. Wenig verwunderlich, wenn man sowieso nicht reinschauen mag.

"Sorgfältige Sichtung aller abgegebenen Pitchdecks" - Eine Lüge?

Ein wenig fragwürdig erscheint es, dass die Organisatorinnen Startups gezielt aufgefordert haben, sich zu beteiligen. Das Pitchdecks nach Angaben von Startups dann nicht gesichtet wurden, lässt den Schluss zu, dass es sich bei der Einladung um Promotion im Interesse der eigenen KPIs für die Vermarktung handelt. Was einmal mehr den Verdacht aufkommen lässt, dass man bei "HHS Net" u. a. auf Kosten von Startups agiert, und nicht primär für sie. Dafür taucht selbstredend Sanja S. Arbeitgeber, Bratpfannenverkäufer Dümmel, einmal mehr auf.


Hamburgs Gründerszene: Glaubt an ein faires Verfahren bei "Startups@Reeperbahn"
Pressefoto: Hamburg Startups

Besonders peinlich dürfte das Verfahren der Veranstalter für die Sponsoren des Spektakels sein. Laut Blogbeitrag behaupten die Veranstalter/innen steif und fest, korrekt vorgegangen zu sein: "Nach sorgfältiger Sichtung aller abgegeben Pitchdecks hatten wir die vielversprechendsten Bewerber ausgewählt, um über sie auf einer Kuratoriumssitzung zu diskutieren." Können sich Axel Springer, Deutsche Bank, EY, Hamburg Invest, Thalia und QVC eine - u. a. mit öffentlichen Fördermitteln der Wirtschaftsbehörde BWVI unterstützte - "Schummelnummer" leisten?

"Schummelnummer" mit öffentlichen Geldern von Hamburg Invest?


Nimmt Geld von der Stadt und redet über sie:
HHS Net Co-Founderin Sanja Stankovicz.
Foto: Xing
Sina G. und Sanja S. bekräftigen mit der uns angetragenen Nichtbeachtung von Bewerbungen die nicht immer ganz korrekten Mittel und Wege in der VC-getriebenen Startup-Szene, wie sie beteiligte Kuratoren des Auswahlverfahrens - von IFB InnovationsStarter, Next Media Accelerator bis Startup Dock Harburg - durch eigene Machenschaften unterstrichen haben. Es gibt in Hamburg anscheinend zwei Arten von Startup-Förderern: Die fairen und die unfairen Akteur/innen.

Sollte sich der schwere Vorwurf durch weitere Fälle noch erhärten, wären insbesondere die Förderer - wie Hamburg Invest - aufgefordert, Steuergelder unverzüglich zurückzufordern und sich von den unsauberen Machenschaften der Hamburg Startups-Macherinnen zu distanzieren. Für Sponsoren wäre es eine Frage des Anstands, Ungleichbehandlung unmissverständlich zurückzuweisen und nicht mit z. T. erheblichen Mitteln finanziell zu supporten. Aber bei Deutscher Bank & Co. ist Ethik ja eher unterrepräsentiert.

"Schummelei@Reeperbahn": Das hat Hamburg nicht verdient!

Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Es geht nicht um Perfektion in Vorbereitung und Durchführung eines Pitch-Events. Es geht nicht um fehlerfreies Handling auf dem Weg zu einem strahlenden Sieger bei "Startups@Reeperbahn". Es geht schlicht um "Schummelei", Startups nicht zu sichten, bewußt nicht zu berücksichtigen oder andere dafür gezielt zu bevorzugen. Das hat mit offenem und fairen Engagement für Gründer nicht viel zu tun.

Hamburgs Startup-Szene hat jeden Support für mehr Öffentlichkeit, erfolgreiche Investments und neue Geschäftsbeziehungen verdient. Dabei sollten die Akteure - von Förderbank über Wirtschaftsförderung bis zu Geschäftspartnern - genau hinschauen, ob sie auf nicht immer korrekte Geschäftemacher/innen reinfallen, die u. a. angekündigt haben, "belastendes Material" gegen HANSEVALLEY sammeln zu wollen. Für uns ein trauriger Teil Hamburg.

 Hamburg Digital Background: 

HANSESTARTUPS: Next Acceleratoren - Die Durchlauferhitzer des Bodo Kraeter.
hh.hansevalley.de/2018/08/hansestartups-next-acceleratoren.html

HANSEINVESTIGATION: Die Startup-Abzocke von Harburg.

Montag, 28. Januar 2019

HANSEINVESTIGATIV: Faktor 3 + die merkwürdigen Methoden des Monsieur Martens.

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE
* Update *

Sie galt eine der ersten Adressen an Alster und Elbe zu sein: Die Hamburger PR-Agentur Faktor 3. Bekannt und reich geworden dank einst pfiffiger Ideen und renommierter Großkunden, wie Olympus, Samsung oder Sharp. Doch mittlerweile scheint sich die Aktiengesellschaft eher in einen "gierigen Allesfresser" mit "selbstherrlichem Gehabe" und fehlender Kinderstube entwickelt zu haben. 


Eigenwerbung Faktor 3

Was lokale Kunden, wie Beiersdorf mit "Eucerin" und "Nivea", Carlsberg mit "Astra", die Dräger-Werke aus Lübeck, die Otto Group mit "Limango", "MyToys" und "Otto.de" sowie der Senat mit "Next Media Hamburg" wohl nicht wissen: Bei Faktor 3 werden Journalisten ausgesperrt und schriftlich angepöbelt. Zeit, in die Dreckecken einer fragwürdigen Hamburger Erscheinung zu leuchten. Eine Hamburg Digital Recherche:

Mehr als eine Million Euro kassiert die berüchtigte Agentur mit Hipster-Vollbärten, Skimützen- und Basecap-Liebhabern sowie (unerfahrenen) Junior-Beraterinnen im Jahr vom Hamburger Senat, so gut informierte Kreise. Der Auftrag: Betreuung der erfolglosen, relaunchten und immer noch nicht erfolgreicheren Mediennitiative "Next Media Hamburg". Die Summe ist dringend notwendig, denn die vom umtriebigen Volker Martens gegründete Agentur schleppt nach eigenen Angaben 200 Mann mit, die bezahlt werden müssen. 


Vorstand Martens hat gut Lachen - etwa über seine Kunden?
Foto: Next Pressefoto

Also verkauft Faktor 3 vermeintlich den letzten "heissen Scheiss", ob die Kunden der Kunden ihn nutzen - oder auch nicht. Ein für jedermann sichtbares Zeugnis: Die mit großem Aufwand in Studio-Optik produzierten, den Kunden in Rechnung gestellten, jedoch weitgehend nutzlosen - weil schlicht unbekannten - YouTube-Videos für Klienten, wie "Next Media Hamburg" und auf Events, wie "Next Konferenz" und OMR. Das macht aber nichts, denn das merkt im selbstverliebten Marketing-Sumpf rund um Alster und Elbe zwischen all der Selbstbeweihräucherung sowieso (fast) keiner.

"Wir nutzen die gesamte Klaviatur der Kommunikation, um Ihr Unternehmen erfolgreich in der öffentlichen Wahrnehmung zu platzieren." 

Ein besonders raffinierter Trick der Kommunikateure aus der Kattunbleiche in Wandsbek: 1. Die von Innovatoren als "Geschäftemacher" eingestuften PR'ler treten als Co-Veranstalter von Events auf, wie bei der "Next Konferenz" mit der Accenture-Tochter Sinner-Schrader und auf den "IT-Strategietagen" mit dem Hauptveranstalter Digitalcluster Hamburg@work. 2. Organisieren die Junior-/Truppen aus dem Osten Hamburgs dann die Events - einschl. Konzeption, Inhalten, Technik, PR und Marketing. So kassiert die sichtlich nimmersatte PR-Truppe mindestens zweimal ab - als Co-/Veranstalter eine Gewinnbeteiligung und als Exklusiv-/Dienstleister ohne Ausschreibung und Wettbewerb nochmal.


Alles in einen Topf - und dann mehrfach abkassieren.
Video: Next Media Hamburg@Next 2018

Bei der "Next Konferenz" greifen Volker Martens und seine Mannen sogar mind. dreimal in Kasse, da man den Kunden "Next Media Hamburg" als Sponsorpartner mit ins Boot des Events geholt hat. Damit die von Kennern aus Veranstalterkreisen als "Agentur-Abzocke" pointierte Methode nicht auffällt, unterhält man neben der PR-Agentur eine Event-Firma sowie eine Public Affairs-Tochter, die natürlich eigenständig die Kunden bekuscheln. Und damit es finanziell richtig Spaß macht, gibts auch eine eigene "Beratungs-Bude" mit ganz großen Rechnungen für Bertelsmann, Deutsche Messe, Microsoft, Porsche oder Vattenfall.

"Wir können öffentliche Meinung. Wir haben ein Gespür für den Public Sense."*

Insider der Hamburger Tech-Szene und die Grünen in der Bürgerschaft fragen sich seit Jahren nicht nur hinter vor gehaltener Hand, welche Leichen sich Faktor 3 mit dem Senat teilt, um mit "Next Media" die linke Tasche, die rechte Tasche und auch noch die Reisetasche voll zu schaufeln. Ob Kunden, wie Microsoft, Nestlé mit "Bübchen", der Elektronik-Riese Samsung, Zellstoff-Fabrikant SCA mit "Tempo", "Tork" und "Zewa" sowie der schwedische Handelskonzern Stadium über "Martens Machenschaften" Bescheid wissen, dürfte fraglich sein. Umso wichtiger ist es, gründlich hinter die Fassade der Hamburger PR'ler zu schauen.


IT-Strategietage von Hamburg@work: Okkupiert von Faktor 3?
Foto: Hamburg@work

"Wir sorgen für eine strategisch geplante, einheitliche und widerspruchsfreie Kommunikation über alle Kanäle hinweg." *

Anscheinend hat Faktor 3 jedoch nicht nur ein Problem mit offensichtlicher Maßlosigkeit gegenüber Kunden. In den vergangenen 24 Jahren hat sich bei der gern selbst gefeierten "Top-10-Agentur" mit Porsche als Vorzeige-Referenz erkennbar eine Kultur der Überheblichkeit und Selbstverliebtheit entwickelt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der für die "IT-Strategietage" zuständige PR-Betreuer Thomas Pelkmann die Bitte zur problemfreien - weil 2018 verschlampten - Akkreditierung mit einer maßlosen, Berufskodex-brechenden und ganz eigenen Faktor 3-Antwort ablehnt:

 "Ihrer Bitte um Akkreditierung werde ich nicht entsprechen; ich möchte Ihnen nicht erneut „Probleme und Behinderungen seitens der Agentur“ zumuten, die diese Veranstaltung trägt." 

Die Akkreditierung ohne sachliche Begründung verweigern? Interessante PR-Politik seitens Faktor 3. Eine Agentur, die als Dienstleister die IT-Strategietage trägt? Interessante Sicht auf die eigene Agenturarbeit. Ist die ausverschämte Rückmeldung eines angestellten Mitarbeiters ein "bedauerlicher Einzelfall" oder ein "versehentlicher Fehltritt"? Hat die Kommunikation des offensichtlich nicht auf der Höhe der Zeit befindlichen Angestellten etwas mit "unglücklichen Missverständnissen" zu tun? Oder handelt es sich um die "Methode Martens & Co.", der sich ein abhängig Beschäftigter gern annimmt? 

"Unsere Kunden erhalten strategische Beratung auf Augenhöhe und operative Exzellenz in der Umsetzung." *


Künstliche Verknappung und Selektion als Abzock-Methode?
Foto: Next Pressefoto

Die Antwort: Schon 2016 druckste ein Agenturbetreuer bei der Akkreditierung zum "Scoopcamp" von "Next Media Hamburg" herum und schrieb von "begrenzten Plätzen" für Journalisten. Der Pressetisch bei dem von Faktor 3 organisatorisch und PR-seitig betreuten Event war halb leer. 2017 und 2018 lehnten die Agenturbetreuer die Teilnahme unseres Magazins an der - von ihnen mehrfach gechargten - "Next Konferenz" ab. Begründung: "Begrenzung auf ausgewählte, vornehmlich bundesweite Berichterstatter". Dafür tummelte sich - per Imagevideo festgehalten - die halbe digitale Dorfszene mit Kreti & Pleti einschl. Junior-Somethings dank Freitickets auf der geschrumpften und mangels Erfolg aus Berlin geflüchteten und vom Hamburger Senat gepamperten Lokalkonferenz.

"Wir sind überzeugt von glaubwürdiger Kommunikation. Wir formulieren Ihre Botschaften so, dass sie für den einzelnen Menschen bedeutsam sind." *

Nun pöbelt ein Redakteur von Faktor 3 offen gegen die Akkreditierung eines Fachmediums, das mit Veranstalter Hamburg@work vertrauensvoll zusammenarbeitet, zeigt die Agentur ihr wahres, fieses Gesicht. Thomas Pelkmann gehört nicht zum unerfahrenen, ungebrieften Nachwuchs. Er sitzt 5 Jahre auf einem gut gepolsterten Sessel. Heißt: Die so renommierte Agentur betreibt Cherrypicking und Zwei-Klassen-Politik, welche genehmen Hofberichterstatter sie zulässt und welche kritischen Journalisten sie lieber nicht in die Dreckecken der von ihnen mitveranstalteten und abgerechneten Events schauen lässt. Schade, wenn man bedenkt, dass bei der Agentur eigentlich viele nette Leute arbeiten:


Faktor 3-Eigenwerbung Weihnachten 2018
Quelle: Facebook-Seite

Auch wenn die lokale Marketing-Szene rund um Kunde "Next Media Hamburg",  Partner "Next Acceleratoren" und Eventpartner "Online Marketing Rockstars" Applaus klatscht und sich freut, dass jemand HANSEVALLEY mal so richtig eins ausgewischt zu haben scheint: Für eine sich selbst als Top-Agentur mit Top-Kunden feiernde PR-Firma ist die herabsetzende - und von Veranstalter Hamburg@work mit Intervention zurückgewiesene - Kommunikation ihres PR-Mitarbeiters und die Veröffentlichung des Falls ein Fiasko für die eigene Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Kunden. Das Verhalten von Faktor 3 spricht eine eindeutige Sprache, das auch durch Social Media Fanposts nicht besser wird.

Unser persönliches Fazit aus fast 3 Jahren merkwürdiger "Martens-Methoden":

Bei Faktor 3 kommt heute zusammen, was wohl schon immer zusammen gehört: Sichtbar selbstherrlich agierende Vorstandsmitglieder, die meinen, wohl etwas Besseres zu sein. Mitarbeiter, die arrogant ihre Kunden - sprich Journalisten - abkanzeln und der Kultur ihrer Vorstandsmitglieder zu folgen scheinen. 


M. Schrader (li) und V. Martens (re) - lachen Sie sich ins Fäustchen?
Foto: Next Pressefoto

Dazu Partner wie Matthias Schrader, die Selektion und Cherrypicking seit Jahren bei der "Next Konferenz" betreiben. Und Kunden, wie Samsung, die mit ihren Marketing-Mitarbeitern beim Mobile World Congress in Barcelona mit einer Arroganz auftreten, dass man sich wünscht, der chinesische Rivale Huawei hätte sie bereits überholt. Aber das ist ein Thema für die nahe Zukunft.

* Zitate: Eigenwerbung Faktor 3 und verbundene Firmen.

 Hamburg Digital Background: 

HANSESTATEMENT: Der kleine "Philipp" - die neue "Barbara" für Hamburg:
https://hh.hansevalley.de/2019/01/hansestatement-maskottchen-philipp.html

HANSESTARTUPS: Next Acceleratoren - Die Durchlauferhitzer des Bodo Kraeter:
hh.hansevalley.de/2018/08/hansestartups-next-acceleratoren.html

HANSESTATEMENT: Hamburg, #daswarsmitmedien, oder?
https://hh.hansevalley.de/2017/09/hansestatement-medienstandort-hamburg.html

Freitag, 11. Januar 2019

HANSESTATEMENT: Der kleine "Philipp" - die neue "Barbara" für Hamburg.

HAMBURG DIGITAL STATEMENT
* Update *


Maskottchen müsste man sein: Philipp Westermeyer hat jetzt die Chance.
Foto: HANSEVALLEY

Jetzt ist es also passiert: Die Hamburger Online-Werbeszene bekommt ein eigenes Maskottchen: Nach dem Vorbild der großen "Barbara" wird der kleine "Philipp" in Hamburg im Mai d. J. kurzzeitig Inbegriff für digitales Gedödel aus der lokalen Reklameszene. Philipp Westermeyer soll mit breitem Ruhrpott-Grinsen auf dem Cover eines Maskottchen-Magazins pranken - so der korrekte Fachjargon der Personality-Postille für fast 10,- € Verkaufspreis - und der Halbwertzeit einer Zigarettenlänge. Was können wir vom "ersten Magazin für das digitale Hamburg" erwarten? Ein Hamburg Digital Statement:

Wenn er den Mund aufmacht, klingt dass alles andere als hanseatisch-zurückhaltend - auch wenn der nun 40-jährige Podcaster an einer Hamburger Marketinghochschule die ersten Gehversuche unternahm. Der leidenschaftliche Selbst-/Vermarkter mag es durchaus lauter und deftiger. Da kommt der Deal mit der unter Erfolgszwang stehenden Zeitungsgruppe Hamburg aka Hamburger Abendblatt genau richtig. Getrieben von Anerkennung und Bestätigung wagt sich unser Diplom-Kaufmann unter die Herausgeber - mit einem bunten Stapel totem Holz.

Zu den "Online Marketing Rockstars" Anfang Mai d. J. wird der Veranstalter des Spektakels das vom - seit 70 Jahren ewig jung-dynamischen - Abendblatt wahrscheinlich in Times New Roman auf Zeitungspapier gedruckte Lokalblättchen an den feiernden Branchennachwuchs aus Berlin, Hamburg und Köln verteilen ... und den Rest der 20.000 nicht verkauften Exemplare anschließend heimlich in einem Papiercontainer hinter der Eventhalle entsorgen. Dann fällt es nicht so auf, dass der kleine "Philipp" am Kiosk doch eher ein Nischenprodukt war und es nicht über die Elbe hinaus geschafft hat.

Aber das macht nichts: Denn Dank der Hamburger Online-Marketing-Agentur-Berater-Clique wird die Premiere mit großzügigen Anzeigen zu besonders billigen Preisen mehr oder weniger kostendeckend durch die Druckerpresse laufen. So dürfen wir uns wohl auf eine Anzeige der Stadt und einem Bruch des Neutralitätsgebots ebenso freuen, wie auf bunte Reklame von all' den Acceleratoren, Agenturen und Events, die schon heute in der Kategorie "Marketing und was sonst noch weg kann" zu Hause sind. Irgendwie müssen sich geistige Tiefflieger ja auch bemerkbar machen. Fällt aber unter der Basecap vom kleinen "Philipp" gar nicht auf...

Armes Abendblatt: Von Rollator-Riege zu Food-Bloggern

Interessant ist beim neuen Traumpaar von Onlinewerber Philipp (Westermeyer) und Blattmacher Lars (Haider) die Wahl des Hamburger Abendblatts, jetzt auf "jung-dynamisch-erfolglos" zu machen. Hat die Klientel des Abendblatts beim jährlichen Neujahrsempfang im Atlantic Hotel den Rollator an der Garderobe versteckt, versucht das Freie und Hanseatische Staatsblättchen  mit "Philipp" eine neue, jüngere Klientel zu rocken. Nicht verwunderlich, wenn man die stetig sinkende Auflage auf unter 100.000 Exemplare und die reihenweise "herauswachsenden" - sprich wegsterbenden - Abonnenten sieht.     

Und was können wir inhaltlich vom höher-schneller-weiter "Philipp" unabhängig von dem - Original-Zitat Philipp Westermeyer - "Rummel" aka OMR publizistisch erwarten? Ein Mimimi-Magazin, dass die digitalen Themen an Alster und Elbe covern will-soll-versucht. So gut, so glaubwürdig? Schauen wir auf die Friends & Family-Liste im Dunstkreis von Philipp W., sind wir bei bekannten und nicht nur beliebten Provinzpromis und anderen möchtegern-digitalen Alsterperl(ch)en angelangt, die es mit hamburgisch-bescheidenen Visionen leider nicht immer über die Norderelbe hinaus geschafft haben:


Vollteffer versenkt? Philipp Westermeyer will hoch hinaus.
Foto: HANSEVALLEY

Wir freuen uns schon auf den Altsozi im Subventionssumpf Nico L. - mit einem neuen Märchen über die Startup-VC-Abzocke. Wir freuen uns auf die Clique "Küche, Kirche, Kinder" von Sina & Sanja - mit einem Werbeblock für sich und sich. Wir freuen uns auf Otto's Chef-Pöbler Tarek Müller, der Kunden auf Facebook beleidigt (kein Scherz!). Wir freuen uns auf den Future-Innovation-21th Century-Hub "MLove" aka Container-Abstellplatz. Wir freuen uns auf Next-Konferenz-Veranstalter mit merkwürdigen Manieren. Dazu ein bisschen Google für die weite Welt und Xing für das Lokalkolorit - fertich ist der fast digitale Kaffeeklatsch.

Philipp go Print: Von Stilikonen bis zu Hamburger Stilblüten

Wir können uns natürlich irren, und der kleine "Philipp" wandelt sich von der podcastenden Sabbelbacke zum stilsicheren Schreiberling - mit Themen und Typen seines weltberühmten Streams. Dann freuen wir uns auf die Highlights seiner audiophilen Karriere, wie die einzig ehrliche Deutsche Bank, China-Bratpfannen-Verkäufer Ralph Dümmel (man kann ja nicht nur im TV rumgammeln), Karstadt-Werbestar Silvie Meis und Karstadt-Ausplünderer Thomas Middelhof, die fast schon Digital-Company Müller Milch, Porno-Marketingexperte Daniel S. und den ein wenig digitalen Thermomix. Und natürlich Stammgast Sven Schmidt, Sven Schmidt und Sven Schmidt (wer auch immer das sein mag...).

Funke Medien bestätigt die Themen: "Hidden digital Champions" (nördlich der Elbe steckengeblieben?), "Porträts der interessantesten Online-Firmen" (ein China-Brapfannen-Verkäufer?), der "Aufstieg der Podcasts" (Sabbeln für Anfänger?) und "Finanzierungstipps für Startups". Ratet mal, wer da auftaucht... Das Branchenblatt Horizont titelt "OMR go Print". Treffer! Wieder einmal versucht die Werbebranche, sich der Publizistik zu bedienen, um mit fadenscheinigen Argumenten redaktionelle Reichweite für billige Reklame zu missbrauchen.

So wie damals, als die Werber die integrierte Kommunikation ausriefen und versuchten, die Pressearbeit einzuheimsen. Oder der Versuch, mit Storytelling und Content Marketing redaktionelle Möglichkeiten zu benutzen, um hinterlistige Schleichwerbung zu verpacken. Nun kommt die Reklameabteilung also im niedlichen Outfit eines Maskottchen-Magazins um die Ecke. Die Copycat kostet 8-10,- €. Mit den altbekannten Themen und Typen wird "Philipp" jedoch möglicherweise schnell zum Einwickelpapier auf dem Fischmarkt. Dann haben aber wenigstens die volltrunkenen Party-People vom Kiez was abzulästern.

Ein Maskottchen mehr: Wir stehen eher auf die "Barbara"

Es ist ein wichtiges Learning zu verstehen, dass der Rummel bis Wahnsinn von Online-Werbung aka Online-Marketing mit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen herzlich wenig zu tun hat. Die Werbebranche ist dank Facebook und Google frühzeitig umgebrochen worden. Deshalb sind Marketingfuzzis jedoch doch noch lange keine glaubwürdigen Digitalisierungsexperten, wie es Berater, Agenturvertreter und Emporkömmlinge meinen behaupten zu dürfen. Genau hier liegt der Unterschied zwischen unserem kleinen "Philipp" und dem industriell geprägten Hamburg.

Bis zu 100 Seiten soll das Kompendium aus der Kategorie Klatschpresse umfassen. Der durch einen kurzzeitigen Job bei Radio Essen weltweit bekannte Spitzenjournalist will selbst (intellektuell wie auch immer anspruchsvolle) Interviews führen und Beiträge texten. Wir fiebern mit Spannung dem Spaß entgegen, die preisverdächtigen Meisterwerke der zugezogenen Edelfeder zu überfliegen. Schließlich belebt "Wettbewerb" das Geschäft. Und es war schon richtig langweilig, allein auf weiter Flur über die digital-vernetzte Zukunft der Freien und Hansestadt zu berichten... 

200 Corporate Innovatoren aka Chief Digital Officer sind in der Hamburg Digital Community NEXTHANSE zusammengeschlossen. Sie sind das Rückgrat des digitalen Hamburgs, über das wir seit fast 2,5 Jahren und in mehr als 800 Nachrichten täglich berichten. Zur Beruhigung des jetzt auch ein wenig etablierten und dann womöglich bald verblassten Philipp: Unternehmen, Geschäftsabläufe, Produktionsprozesse, Vertriebswege und Kundenkommunikation werden sich digitalisieren - mit flüchtigen Maskottchen, wie "Barbara", "Guido", "Joko" oder den kleinen "Philipp" - und ohne sie. Nur als Trost, wenn das monumentale Meisterwerk wider erwarten doch überraschend eingestampft werden sollte.

Freiwillige vor: Ideen und Themen jetzt für lau abliefern

Übrigens: Die Redaktion des Abendblatts sucht noch Freiwillige, die unserem schon heute viel geliebten Maskottchen-Magazin gratis Ideen und Eigenreklame zuliefern. Interessenten können sich per E-Mail an chefredaktion@abendblatt.de wenden. Wir haben da so einen leisen Schimmer, welche Kategorie von Spezialisten womöglich (still und heimlich) "Hier!" schreit, weil sie in den Hamburg Digital Nachrichten und im Hamburg Digital Magazin mangels Qualität eher nicht vorkommen würde. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden und wir versprechen, zum Freitag-Feierabendbier auch mal einen Blick auf das tote Holz zu werfen.

Viel Glück, kleiner "Philipp"! Auch wenn wir Maskottchen "Barbara" doch ein bisschen cooler finden.

*  *  *

Dienstag, 8. Januar 2019

HANSEBUSINESS: Digitale Lösungen für Einzelhandel und Handwerk in Hamburg.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Die Freie und Hansestadt in Digitalisierung und Transformation
Grafik: Handelskammer Hamburg/gutentag-hamburg.de

Das WeltWirtschaftsInstitut HWWI hat in einer aktuellen Studie für das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Hamburg Rahmenbedingungen für die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in der Hansestadt erarbeitet. Zu den Hauptforderungen gehören die Kooperation des Einzelhandels wie auch das Handwerks untereinander, verbunden mit dem Aufbau gemeinsamer Onlineplattformen für den Vertrieb und gemeinsamer, digitaler Infrastrukturen für Fertigung und Logistik. Dazu sollten KMU ihre Mitarbeiter für das Geschäft in der digital-vernetzten Welt flexibel und fortlaufend schulen. Ein Hamburg Digital Report:

Für den lokalen Einzelhandel schlägt die Studie eine Digitalisierungstrategie mit gemeinsamen Vertriebsplattformen vor (vgl. "Online City Wuppertal") - inkl. gemeinsamer Shopsysteme, Schulungen und Lieferservices. So können lokale Betriebe auf der "letzten Meile" durch gemeinsame Lager vor Ort, taggleiche Lieferung, gemeinsame Paketstationen (vgl. "Kiekmo") und Kuriere mit Lastenfahrrädern (vgl. "City-Logistik" Hamburg) gegen Online-Riesen und nationale Paketdienste punkten.

Auch im regional verankerten Handwerk gehen die Wissenschaftler für die Zukunft von gemeinsamen digitalen Vertriebsplattformen aus. Die digitalen Systeme sollten auch Online-Schnittstellen für die Wartung von technischen Anlagen bei Kunden besitzen. Als besonders erfolgversprechend nennen die Autoren der Studie die Kooperation verschiedener Gewerke in einem Quartier mit dem Ziel eines ganzheitlichen, abgestimmten Angebots auf lokaler Ebene.

Vernetzung und Kooperation, Plattformen und Shared Services

In Sachen Infrastruktur schlagen die Herausgeber produzierenden Betrieben vor, sich in lokalen Gewerbehöfen (vgl. "Handwerkerhof Ottensen") zusammenzuschließen und dort digitale Technologien wie den 3D-Druck zu nutzen. 3D-Druckzentren könnten sowohl für gewerbliche wie für private Aufträge vor Ort zur Verfügung stehen und die Entwicklung von Konsumenten als Produzenten (vgl. "Prosumenten") im Quartier fördern.

Im Bereich Verkehr schlägt das Papier die Einführung einer City-Maut und ein Peak-Load-Pricing vor, um Stadtteile von Parksuchverkehr durch Pendler und unnötigen Lieferverkehren seitens LKW und Kleintransportern zu entlasten. Neben gemeinsamen Lagern und Zustellern lokaler Händler können z. B. Restaurants außerhalb der Öffnungszeiten als Abholstationen für Pakete dienen (vgl. "Shared Spaces"). Generell sollte die Stadt bei Ihren ITS-Moblitätsanstrengungen Arbeitsstätten und Einzelhandel in den Stadtteilen mit berücksichtigen.

HWWI-Direktor Prof. Dr. Henning Vöpel spricht Klartext.
Foto: HWWI

HWWI-Direktor Prof. Dr. Henning Vöpel sagt gegenüber HANSEVALLEY zu den Kernpunkten der Studie: 

"Die digitale Transformation von Unternehmen und Städten weist viele gemeinsame Handlungsfelder auf, so dass eine gemeinsame Strategie sinnvoll ist, um die Transformation wechselseitig zu beschleunigen. Quartiere können die Potenziale der Dezentralisierung, die aus der Digitalisierung resultieren, nutzen, um über Communities und Plattformen integrierte Lösungen zu entwickeln, z. B. im Bereich der Logistik und des Handwerks.

Als Bindeglied können laut Studie z. B. die öffentliche Verwaltung, Mobilitätsangebote und die Energieversorger dienen.

Als besondere Herausforderungen für Unternehmen nennt die Studie die zunehmende Geschwindigkeit der Veränderungen durch digitale Entwicklungen sowie parallel stattfindende Umbrüche. Dies birgt ebenso Risiken durch steigende Komplexität wie auch Chancen durch mögliche Synergien. Bei den Lösungen pointiert das HWWI sowohl auf branchenspezifische Veränderungen wie auf die Auflösung klassischer Branchengrenzen, z. B. durch Plattformen.

Geschwindigkeit und Komplexität, Branchen und Plattformen 

Die Studie legt ihren Schwerpunkt auf kleine und mittelständische Unternehmen. Mit 102.000 Betrieben stellen KMU mehr als 99% aller Unternehmen an Alster und Elbe. Die Studie beleuchtet u. a. die Chancen für 16.000 Einzelhandelsbetriebe und 5.200 Gastronomieeinrichtungen in den Bezirken. Mit 16.000 Handwerksbetrieben und 10.200 Produktionsunternehmen ist das verarbeitende Gewerbe ein weiterer wichtiger Faktor zur Transformation der Wirtschaft in Hamburg.

Damit kleine und mittelständische Unternehmen ihre Chancen wahrnehmen können, fordert die Erhebung im Auftrag des Hamburger Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0 berufs- und lebensbegleitende Bildungs- und Qualifizierungsangebote. Diese müssen zunehmend von Unternehmen selbst angeboten werden. Daneben sollte die Stadt öffentliche Angebote mit der betrieblichen Weiterbildung stärker abstimmen. Vermittler zwischen städtischen und privaten Aktivitäten können branchenübergreifende "Cross-Cluster"-Initiativen sein.

Ergebnisse und Herausforderungen, Lösungen und Best Practices

Am 31. Januar d. J. lädt das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Hamburg unter dem Titel "Die intelligente Stadt" zu einer Informationsveranstaltung in das HWWI ein. Dort werden die Ergebnisse der Studie sowie Lösungen und Best Practices im Detail vorgestellt und anschließend Chancen sowie Herausforderungen für Handel, Handwerk und Logistik diskutiert. Interessenten können sich online kostenlos anmelden. Die Studie "Mittelständische Unternehmen als Teil der Smart City" kann beim beim HWWi heruntergeladen werden. 

 Hamburg Digital Background: 

Studie "Mittelständische Unternehmen als Teil der Smart City" - HWWI:

Veranstaltung "Die intelligente Stadt" - Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Hamburg:

Infoportal Digitalisierung - Handelskammer Hamburg: