Sonntag, 24. März 2019

HANSEPERSONALITY Henning Schneider: Hamburg sollte sich den digitalen Vorsprung nicht nehmen lassen.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW



Digitaler Innovator im Hamburger Krankenhaus-Sektor: CIO Henning Schneider
Foto: Asklepios

Seit Längerem gilt das Universitätsklinikum Eppendorf ein Spitzenreiter der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen zu sein. Mit einer papierlosen Patientenakte auf Rädern und Internet-Touchscreen-PCs am Krankenbett ist das UKE bis heute das Vorzeigeobjekt der Hamburger Politik. Jetzt meldet sich Hamburgs größter Krankenhausverbund Asklepios zu Wort. Mit zwei digitalisierten Kliniken in Rissen und Wandsbek rollt der Hamburger Klinikkonzern das Feld von hinten auf.

Genau jener verantwortlicher IT-Chef des UKE baut seit 2016 hinter den Kulissen an der digitalen Zukunft der Asklepios-Gruppe. Was der Chief Information Officer mit einem Großklinikum in Eppendorf unter Beweis stellte, setzt er nun aus Hamburg in einem bundesweiten Verbund mit 160 Einrichtungen um - vom neuen Klinik-IT-System über digitale Patientenservices bis zur Kollaboration mit wichtigen Partnern im Gesundheitssektor. Unser Hamburg Digital Interview mit Asklepios-CIO Henning Schneider:

Jeder Arzt verbringt am Tag 4 Stunden mit Dokumention von Behandlungen. Jede Krankenschwester verbringt am Tag 3 Stunden mit Dokumentation von Pflegeleistungen. So die Erfahrungswerte aus Ihrem Krankenhausalltag. Und das bei akutem Pflegenotstand und überforderten Ärzten auf den Stationen - nicht nur in Ihren Häusern. Hand auf Herz: Würden Sie noch mit einem guten Gefühl in eines der Krankenhäuser gehen, die Sie kennen?

Ich war selbst schon Patient in „meiner eigenen“ Klinik. Also ein klares 'Ja', weil ich auch weiß, wie sehr sich Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte verausgaben, um Patienten bestmöglich zu behandeln. 

Aber die heutigen Dokumentationsanforderungen im klinischen Alltag, ohne die ein Krankenhaus in Deutschland nicht mehr existieren kann, sind eine riesige Herausforderung, die nicht mehr zu dem Behandlungsprozess passen. Dazu kommt eine riesige Gruppe von Ärzten, die sich aus dem Klinikbetrieb verabschiedet haben und auf der „anderen Seite" beim MDK der Krankenversicherungen jedem Fehler in der Dokumentation nachgehen.

"So lange noch eine Papierdokumentation parallel oder auch nur teilweise dazu läuft, wird der Nutzen der Digitalisierung ausbleiben."


Gerade Dokumentations- und Routineaufgaben sind das, was Computer heute schon sehr gut machen können, wenn man sie richtig einsetzt. Dies bedeutet vor allem, dass man die Dokumentation schnell, direkt und vollständig auf digitale Daten umstellen muss. So lange noch eine Papierdokumentation parallel oder auch nur teilweise dazu läuft, wird der Nutzen der Digitalisierung ausbleiben.

Erst wenn alle Daten digital vorliegen, lassen sich Dokumentationsaufgaben erleichtern und die Suche nach Informationen vollständig vermeiden. Gleichzeit lassen sich dann aber auch Behandlungsprozesse für alle an der Behandlung Beteiligten transparent darstellen, Medikationsprozesse automatisieren und sich die Behandlung der Patienten erheblich verbessern. IT wird dann zu einer vollwertigen Unterstützung von Ärzten und Pflegekräften.

Sie haben in Hamburg 7 Krankenhäuser mit Maximal- und Schwerpunktversorgung und einer Größe von 600 Betten in Rissen und bis zu 1.500 Betten in Langenhorn. Sie führen in Hamburg - einem der größten europäischen Klinikcluster - mit "M-KIS" der Meierhofer AG ein neues, zentrales IT-Dokumentationssystem ein. Warum ist es aus ihrer Sicht wichtig, ein neues IT-System einzuführen. Sollten nicht an 1. Stelle optimale Krankenhausprozesse stehen?


Absolut richtig. Ohne sich zuerst auf einheitliche Prozesse für Behandlung und Dokumentation inkl. eines gemeinschaftlichen Rollen- und Aufgabenverständnis im gesamten Krankenhaus festzulegen, braucht man so ein Projekt gar nicht erst starten - und nicht immer muss dazu ein neues KIS (KIS - Krankenhaus-Informations-System) eingeführt werden. Genauso haben wir auch in Hamburg begonnen. 

Wir waren uns aber bei der Entscheidung 2015 sicher, dass wir diese digitalen Prozesse nur mit einem modernen IT-System erfolgreich abbilden können, das sowohl durch die Architektur, als auch mit Schnittstellen und Oberflächen die Flexibilität in sich trägt, um unseren Anforderungen und noch viel mehr den Erwartungen der Anwender gerecht zu werden.

"Wie muss dokumentiert werden, damit am Ende ein fast automatisch erzeugter Arztbrief entsteht?"

Die Eingabe in ein IT-System ist immer aufwendiger, als das schnelle notieren einer Information auf Papier. An diesem Vergleich scheitern bereits viele IT-Projekte. Erst wenn man wirklich den Dokumentationsprozess dahin verändert, dass Informationen weiter genutzt werden und nicht mehr doppelt und dreifach dokumentiert werden, entsteht der Nutzen durch IT. 

Wir haben daher viele Abläufe von hinten – also vom Dokumentationsabschluss – durchdacht. Wie muss dokumentiert werden, damit am Ende ein fast automatisch erzeugter Arztbrief entsteht? Genau hier und in der Übernahme von Daten aus anderen IT-Subsystemen liegt eine weitere Stärke von "M-KIS".

Neben den Prozessen und dem KIS-System gibt es zwei weitere wichtige Erfolgsfaktoren: Das eine ist die IT-Infrastruktur. Das KIS-System kann noch so gut sein, wenn man es nicht stabil, sicher und schnell betreiben kann. Fehlt das Vertrauen und die Akzeptanz der Anwender, macht sich sehr schnell Frust breit. Wir haben bereits vor dem Projektstart sehr viel in moderne Netz- und Rechenzentrumsinfrastruktur investiert. 

"In jedem Projekt gibt es mindestens das eine tiefe Tal, durch das man zusammen durchkommen muss."

So haben wir z.B. alle Kliniken in Hamburg vollständig mit WLAN ausgestattet, um auch den reibungslosen Einsatz von digitalen Visitenwagen zu ermöglichen. Alle 3.000 Server in unserem Rechenzentrum wurden auf virtuelle Umgebungen umgestellt, um so sehr viel schneller auf Performance-Anforderungen reagieren zu können.

Der zweite und überhaupt wichtigste Erfolgsfaktor sind aber die Menschen und die Organisation. Wenn ein solches Projekt nicht von der Krankenhausführung und - noch viel mehr - von Anwendern gewollt und getrieben wird, kann es nicht funktionieren. In jedem Projekt gibt es mindestens das eine tiefe Tal, durch das man zusammen durchkommen muss, um erfolgreich zu sein. Das geht nur gemeinsam und mit sehr viel Kommunikation und vor allem gemeinsamen Handeln.

Das klingt alles schön und gut. Im UKE brauchten Sie 2 Jahre zur Einführung des neuen KIS-Systems - einschl. angepasster Prozesse, neuer Technik und Akzeptanz der Nutzer in Medizin, Pflege und Verwaltung. In der Asklepios-Klinik in Rissen haben Sie dank Key-Usern die Einführung in 18 Monaten geschafft. Jetzt gehen Sie an die Kliniken in St. Georg und Harburg. Wieviele Jahre nehmen Sie sich Zeit, bis Asklepios in Hamburg digital sein wird?

Ja, das waren zwei harte, aber erfolgreiche und schöne Projekte, die allen Beteiligten viel Schweiß, Nerven und bei mir auch Haare gekostet haben.

In Rissen haben wir den Grundstein für ein Model aus Prozessen und IT gelegt, das nun exakt so auch in allen anderen Hamburger Asklepios-Krankenhäusern funktionieren soll. Bereits im UKE war ich sicher, dass das größte Problem an der Papierdokumentation die hohe Flexibilität ist. Jeder kann es anders nutzen und hat daher eigene Prozesse entwickelt, die nun, wenn man ein einheitliches System gemeinsam nutzen will, auf einmal nicht mehr zusammenpassen. 


"Voraussetzung ist der gemeinsame Wille zur Umsetzung und viel – sehr viel – Führung."

Ich war mir aber auch sicher, dass es möglich ist, wieder zu einer einheitlichen Dokumentation zurückzufinden, die nicht nur für ein Krankenhaus, sondern als Vorbild auch in anderen Krankenhäusern funktioniert. Voraussetzung ist der gemeinsame Wille zur Umsetzung und viel – sehr viel – Führung. In Rissen haben wir 18 harte Monate zusammen mit vielen Anwendern an diesem System gefeilt.

Der große Erfolg war danach der Rollout im Asklepios-Klinikum Wandsbek. Gemeinsam mit den dortigen Key-Usern ist es gelungen, bereits 6 Wochen nach Start des KIS-Systems am 1. Oktober die Papierakten im gesamten Krankenhaus beiseite zu lassen. Das ist ein riesen Erfolg, der sich herumspricht. Nachdem wir in Wandsbek knapp 40 Key-User hatten, melden sich nun für die nächsten Kliniken 100 in St. Georg und 120 Key-User in Harburg als unterstützenden Fachkräfte aus dem Krankenhaus für das Projekt. 

"Wir wechseln die Systeme meist über das Wochenende - aber im laufenden klinischen Betrieb."

Wie gesagt, halte ich diese Unterstützung für den wichtigsten Erfolgsfaktor und sehe dem weiteren Rollout sehr optimistisch entgegen. Trotz dieser sehr großen Unterstützung und dem stark vereinheitlichtem System bedarf es für jedes der einzelnen Krankenhäuser einer genauen Bestandsaufnahme der aktuellen Abläufe und der Organisation. Jeder Fachbereich, jede Station dieser sehr großen Krankenhäuser muss im KIS abgebildet werden. Jeder Benutzer muss einzeln angelegt und seine Rolle festgelegt werden, um die genauen Zugriffsrechte auf Daten und Funktionen haargenau festzulegen, damit auch alle datenschutzrechtlichen Vorgaben abgebildet werden. 

Die Umsetzung der OHKIS – der Datenschutzrichtlinie für IT-Systeme in Krankenhäusern – war ein weiterer Entscheidungsgrund für das M-KIS der Meierhofer AG. Diese Anpassungen müssen sehr genau gemacht und ausführlich getestet werden. Wir wechseln die Systeme meist über das Wochenende - aber im laufenden klinischem Betrieb. Da darf nichts falsch gemacht werden und es muss vorher ausführlich getestet werden. Dieser Aufwand führt dazu, dass wir trotz beschleunigtem und teilweise parallelem Rollout das letzte der sieben Asklepios-Häuser im Februar 2021 umstellen.

Aktuell gilt im Gesundheitswesen "Paragraph 1 - jeder kauft seins." Dies gilt für digitale Patientenakten auf dem Smartphone ebenso wie bei klinischen Informations-Systemen in Krankenhäusern. Sie haben sich für das webbasierte Termin-Management-Tool "Samedi" Ihrer Beteiligung Meierhofer AG entschieden und bereits 18 Häuser bundesweit angeschlossen. Sind Ihre Patienten damit nicht wieder allein auf weiter Flur?

Ja, der Trend geht leider hin zu Insellösungen, weil es in unserem Gesundheitssystem - verglichen mit den Nachbarländern - keine einheitlichen Vorgaben für den Austausch von Patientendaten gibt. Kliniken bauen eigene Patientenportale und Krankenversicherungen eigene Patientenakten für Ihre Versicherten. Auf der Strecke bleibt aus meiner Sicht der Patient, der weiterhin in verteilten Systemen seine Daten suchen muss, ohne dass es ein auf Ihn bezogenes Konzept gibt.


"Die Welt im Gesundheitssystem ist sehr viel vielseitiger, als es durch ein Krankenhausportal oder eine E-Akte abzubilden wäre."

Genau das wollen wir bei Asklepios nicht machen. Wir setzen auf offene Systeme – möglichst „White Label" – die von vielen Leistungserbringern und Patienten auch außerhalb von Asklepios genutzt werden. In der Realität ist ja auch ein Patient meist nicht nur Patient bei uns, sondern hat auch noch bei anderen Ärzten Behandlungen und neben seiner einen Krankenversicherung vielleicht noch eine Zusatzversicherung. Die Welt im Gesundheitssystem ist sehr viel vielseitiger, als es durch ein Krankenhausportal oder eine E-Akte bei einer Versicherung abzubilden wäre.

Wir haben uns für die Nutzung von Samedi entschieden, um dort für alle unsere Einrichtungen eine Online-Terminbuchung zu ermöglichen, weil vor uns dort bereits 1 Mio. anderer Patienten und 19.000 Ärzte bereits seit langem erfolgreich Termine managen. Wir erweitern dieses Angebot und wollen noch in diesem Jahr 100.000 Arzttermine einfach und flexibel über dieses Portal angeboten haben. Heute sind bereits 18 Krankenhäuser an Samedi angeschlossen und es ist bemerkenswert, wie viele Patienten das Angebot wahrnehmen, außerhalb der normalen Öffnungszeiten einer Praxis oder Ambulanz am Wochenende oder Werktags nach 18 Uhr Termine zu buchen.

Blicken wir in die digital-vernetzte Zukunft eines Krankenhaus-Patienten: Werden Sie und ich mit einer Patienten-App Spezialisten finden, Termine buchen, unseren Arztbrief zur Entlassung auf das Smartphone bekommen und einen digitalen Nachsorgeplan haben, der mit Sanitätshäusern und Reha-Einrichtungen vernetzt ist? Was wünschen Sie sich für die Asklepios-Patienten - u. a. in den 7 Hamburger Krankenhäusern?

Als im vorletzten Jahr die Krankenhäuser vom Gesetzgeber verpflichtet wurden, sich verantwortlich um die ordentliche Entlassung eines Patienten in die Nachsorge bzw. Reha zu kümmern, haben wir aus dieser „Not“ eine Tugend gemacht und diese Abläufe direkt zentral, digital und mit der Beteiligung von Krankenkassen und Sanitätshäusern sowie Reha-Einrichtungen geplant. 

Über dieses Entlassmanagement-Portal lassen sich die Entlassprozesse eines Patienten vom ersten Tag nach der Aufnahme in ein Krankenhaus mit dem Patienten und allen Beteiligten gemeinsam und transparent planen und sektorenübergreifend vorbereiten. Wieder fangen wir bei den Prozessen an und haben ein zentrales Entlassmanagement aufgebaut, das gerade diese Prozesse für alle Asklepios-Krankenhäuser einheitlich sicherstellt und durch die neue Plattform unterstützt wird.

Auch bei dieser Plattform gilt, dass wir sie als offene Plattform aufbauen, die genauso auch von anderen Krankenhäusern und Klinikketten genutzt werden kann, um ihren Patienten zukünftig den gleichen Entlass-Service zukünftig bieten zu können. Ich durfte bereits einen Blick auf dieses Portal werfen und kann ihre erste Frage nur ganz sicher mit 'Ja' beantworten.

Zu guter Letzt unsere Hamburg-Frage: Sie haben über 8 Jahre das UKE mit fast 500.000 Patienten/Jahr, davon rd. 100.000 stationären Fällen, 10.000 PC-Arbeitsplätzen und 2 Rechenzentren digitalisiert. Sie haben die Asklepios-Kliniken Rissen und Wandsbek digitalisiert und rollen digital-vernetzte Lösungen in allen 7 Hamburger Häusern aus. Hand aufs Herz: Was läuft in Hamburg schon richtig gut - und wo wünschen Sie sich mehr Unterstützung z. B. des Senats?

Wir haben in Hamburg herausragende Krankenhäuser, die sowohl in der medizinischen Versorgung, der Wissenschaft und insbesondere der Digitalisierung in Deutschland und darüber hinaus zur Spitzengruppe gehören. Diese Leistung findet aber nur innerhalb der Krankenhäuser statt. Die Sektorengrenzen – aber eigentlich das gesamte Gesundheitssystem - fördern die Zusammenarbeit im Sinne des Patienten und der Gesundheitskosten nicht. Doppeluntersuchungen, falsche Medikationsinformationen werden genauso hingenommen, wie getrennte, uneinheitliche IT-Systeme, Daten-Silos, Netz-Infrastrukturen und Rechenzentren. 

Jeder entwickelt eigene Inselkonzepte, die auch alle gefördert werden. Unabhängig davon, ob es nicht schon eine gute und vielleicht günstige Lösung gibt. Aktuell sollen seit 1.1.2019 alle Krankenhäuser ihre Kosten, die für IT-Sicherheit nach neuem IT-Sicherheitsgesetz anfallen, über den Krankenhausstrukturfonds fördern. Auf welche Art und wie teuer diese Maßnahmen werden, kann jedes Krankenhaus selbst und nach eigenem Verhandlungsgeschick mit IT-Dienstleistern bestimmen.

"Einfach darauf zu warten, dass sich die Parteien untereinander vielleicht zusammensetzen und dann noch von sich aus einigen, ist zu wenig." 

Hamburg hat mit dem Hafen bewiesen, dass es Öko-Systeme aufbauen und gedeihen lassen kann. Hamburg hat mit den Krankenhäusern wie UKE, Asklepios und vielen Leistungserbringern mehr, mit der KV, mit den Krankenkassen wie TK, Barmer und DAK und den Herstellern wie Philips, Johnson & Johnson eine starke Gesundheitswirtschaft. Aber einfach darauf zu warten, dass sich die Parteien untereinander vielleicht zusammensetzen und dann noch von sich aus einigen, ist zu wenig. 

Hier bedarf es einer digitalen Gesundheitsagenda, die beschreibt, wie Gesundheit in Hamburg digital für den Bürger, für die Patientenversorgung, die Wissenschaft und Wirtschaft abgebildet werden soll.

Andere Länder wie Dänemark haben es erfolgreich vorgemacht. Auch Bundesländer wie Bayern mit einheitlichen Vorgaben, welche KIS-Systeme an den Uni-Kliniken gemeinsam zu nutzen sind oder Berlin, die eine große Förderzusage planen, die daran geknüpft ist zwischen Charité und Vivantes eine Gesundheitsplattform aufzubauen, zeigen, dass es auch in Deutschland möglich ist, solche Wege zu gehen. Hamburg sollte sich diesen digitalen Vorsprung nicht nehmen lassen …

Herzlichen Dank für Ihre Offenheit!
Das Interview führte Thomas Keup.

 Hamburg Digital Background: 

HANSEPERSONALITY Marco Siebener: 
Ein gemeinsamer Rahmen für "E-Health (in) Hamburg".
https://hh.hansevalley.de/2018/01/hansepersonality-marco-siebener.html

HANSEPERSONALITY Helmut Gerhards: 
Wir erarbeiten für unsere Kunden eine elektronische Gesundheitsakte.


Donnerstag, 28. Februar 2019

HANSECHAMPIONS: Otto.de macht ernst mit digitalem Firmenumbau.

HAMBURG DIGITAL REPORT


Mutige Ankündigung: Hier bleibt kein Hermes-Paket auf dem anderen.
Foto: HANSEVALLEY

Ein leuchtend rotes Hinweisschild mit der Aufschrift "OTTO - Under Construction". Eine Pressetour mit Bauhelm durch ein ehemaliges Lagerhaus. Dazu jede Menge Google Smart Speaker, Uculus VR-Brillen und eine vernetzte Bosch-Spülmaschine mitten im Coworking-Space "Collabor8" auf dem Otto-Campus. Wen man in Hamburg auch immer fragt, bekommt man eine Antwort: 'Bei Otto bewegt sich was'. Doch jetzt scheint Deutschlands Multichannel-Händler aus Bramfeld außer Kontrolle geraten zu sein. Ein Hamburg Digital Report:

Die Vorstandsmitglieder der größten Handelsfirma im Familienkonzern Otto Group verzichten freiwillig auf exklusive Eckbüros. Von 1.800 Mitarbeitern in der künftigen Firmenzentrale an der Werner-Otto-Straße haben nur 1.600 überhaupt einen - nicht einmal feststehenden - Arbeitsplatz. Und dann will Otto.de bis zum Jahr 2020 auch noch 3.000 Handelspartner auf die eigene Plattform bringen und Amazon das Fürchten lehren. Die 3. Generation der Hamburger Vorzeigefamilie Otto will es wissen: Benjamin und der Vorstand der Otto GmbH & Co. KG machen Schluss mit Kleckern - und bauen die Firmenzentrale gleich mit um.


Stolz und aufgefrischt: Die bisherige Zentrale des Multichannel-Händlers otto.de
Foto: HANSEVALLEY

"Facts2Go" steht über der Einladung der Presseabteilung der "Einzelgesellschaft OTTO" - umgangssprachlich als "Otto.de" - bekannt. Es ist die Einladung zur Jahrespressekonferenz - und die Ankündigung jeder Menge interessanter Fakten: 4.900 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr weltweit 3,2 Mrd. € - ein Plus von satten 8%. 3.000 der Mitarbeiter arbeiten auf dem Konzerngelände "Otto Campus" in Bramfeld im Norden der Hansestadt. Das neu verglaste Haus 10 neben dem Haupteingang ist die Verwaltung von Otto.de - allein mit 300 Spezialisten im Business Intelligence. Standen im vergangenen Jahr zur Präsentation der Zahlen die neuen Büros der BI-Experten im Mittelpunkt, geht es in diesem Jahr ans Eingemachte.


Vom Marketing über Otto Office zur neuen Otto.de: Innovator Marc Opelt.
Foto: HANSEVALLEY

Nach einem Fußmarsch über den - zum Boulevard mit Treffpunkten umgestalteten - Campus bekommen die rd.  50 Journalisten, Fotografen und Kameraleute Bauhelme verpasst. Hinter einem Schiebetor des vom bekannten Altonaer Architekten Werner Kallmorgen entworfenen Lagerhauses erwartet die Spitze der Hamburger Medienlandschaft eine ... leere Etage. Freudig verkündigt Otto.de-Vorstand Marc Opelt vor beeindruckender Kulisse: Hier entsteht bis 2022 auf 40.000 qm die neue Zentrale des Amazon-Rivalen und Otto.de-Stammhauses - mit einem gebäudehohen Atrium und Platz für 1.800 Mitarbeiter. Das Ganze bietet allein etwa doppelt so viel Fläche wie eines der zum Familienverbund gehörenden ECE-Shoppingcenter.


Die neue "Nr. 4" - das künftige Headquarter der Otto GmbH & Co. KG
Illustration: Otto

Ohne mit der Wimpel zu zucken präsentiert der seit 1990 im Otto-Konzern beheimatete Topmanager die Meldung des Tages: Im neuen "Haus 4" werden die Bereichsvorstände keine eigenen Büros mehr haben, sondern - wie alle Mitarbeiter - in den Shared Office Spaces ihre Arbeit machen und sich in den Social Spaces vernetzen. "Future Work@Otto Campus" ist den Kollegen eine Headline wert, denn nach bescheidenen Anfängen mit dem hauseigenen Coworking-Space "Collabor8" rollt die Otto-Spitze jetzt mit der Büropalmen-Abrissbirne an. So, wie die anderen berühmten Kallmorgen-Hochhäuser - vom Spiegel-Verlag bis zu IBM in Hamburg - neue Mieter und neues Leben eingehaucht bekommen, geht es nun auch der Hausnr. 4 mit ihren beeindruckenden 100 x 50 Metern und 8 Stockwerken an den Kragen.


Ein echter oder ein computergenerierter Sessel? Das wird die Frage.
Foto: HANSEVALLEY

Während Verwaltung und vor allem die Logistik des Handelsriesen von Alvensleben bis Burkunstadt und von Baur bis Hermes angesiedelt wurde, entwickelt sich der "Otto Campus" mit seinen insgesamt 7.000 Mitarbeitern und den Headquartern von Bon Prix, Hermes und Otto.de immer mehr zum Innovations- und Technologiestandort. So präsentieren die Innovationsmanager zur Jahrespressekonferenz 2019 gleich eine ganze Reihe von technologischen Highlights, die unser künftiges Online-Shopping maßgeblich verändern und begleiten werden: Am weitesten fortgeschritten ist die digitale Bilderstellung CGI (Computer-Generated Images). Der mit über 1 Mrd. € größte Online-Möbelhändler der Republik will mit dieser Technik unser Einkaufserlebnis von Möbeln und Stoffen revolutionieren.



Möbel aus schwedischem Möbelhaus wegschleppen kann ja jeder ...
Foto: HANSEVALLEY

Quälen sich Offline-Kunden am Samstag durch kilometerlange Möbelausstellungen und werden in verschlungenen Markthallen verführt ("Ich wollte doch nur ein paar Teelichter mitnehmen"), genießen Otto-Kunden mit der "Yourhome"-Shopping-App auf Android- und iOS-Smartphones bzw. -Tablets die Möbeleinrichtung zu Hause: 1.400 Möbelstücke in allen Farb- und Materialvarianten können sich 1 Jahr nach dem Launch heute über Smartphone- und Tablet-Display in die eigene Wohnung beamen lassen. Bis 2022 sollen 70% aller angebotenen Möbelstücke verfügbar, rückbar, vergrößerbar und gestaltbar im eigenen Mobile-Device als interaktive, computergenerierte Produkte zu bewundern sein. Ein ganz neuer "Elch-Test" ...


Der Otto-Katalog lebt - in der neuen VR-Welt mit Oculus-Brillen.
Foto: HANSEVALLEY

'Was mit Augmented Reality Realität geworden ist, müsste doch auch in virtuellen Welten funktionieren'', dachten sich die Techis auf dem Campus - und entwarfen eine virtuelle Wohnwelt in 3D. Mit Oculus-VR-Brillen durften Hamburgs Journalisten schon mal einen Blick in die Zukunft wagen - und sich kabellos mit der Fernbedienung in der Hand das neue Wohnzimmer zusammenklicken. Und weil Otto durchaus Spaß versteht (.. find ich gut!), wartete in einer Zeitungsablage des neuen virtuellen Wohnzimmers auch gleich ... der Otto-Katalog. Wie gut, dass man kein Amazon Echo-Lautsprecher versteckt hatte. Schon bald wird die Yourhome-VR-App im Oculus-App Store erhältlich sein - mit Otto Katalog, aber ohne Echo-Lautsprecher ...


Schneller als der Hermes-Bote erlaubt: Paketstatus-Abfrage über Android TV.
Foto: HANSEVALLEY

Womit wir bei einem weiteren Top-Thema sind - der digitalen Zukunft des Kundendienstes bei Deutschlands größtem Online-Möbel- und Bekleidungsanbieter. 1995 mit Otto.de online gegangen, gibt es seit 2013 auf der Website "Clara" - den hauseigenen Chatbot zur Abfrage des Paketstatus bei den Hermes-Boten. Nach der fruchtbaren Zusammenarbeit von Otto.de und Google bei einer der ersten AR-Apps mit dem Android AR-Entwicklerkit "ARCor" in 2018 zünden die in Hamburg beheimateten "Online-Riesen" die nächste Stufe ihrer Zusammenarbeit: Ab sofort kann man mit Google Assistent in Android- und iPhones, in Google Dots und Home-Lautsprechern sowie über Fernseher mit Android-TV-Oberfläche dem Paketstatus abfragen oder den "Deal des Tages" kennenlernen.


Kann jetzt auch mit Otto-Kunden schnacken: Android-TV von Sony.
Foto: HANSEVALLEY

Für wen Augmented- und Virtual Reality schon Alltag geworden ist, oder wer smarten Assistenten in Fernsehern und dem Paketdienst doch nicht so ganz traut, für den hat Hamburgs Handelshaus Nr. 1 noch eine richtige Deutschland-Premiere präsent: Schon vor der Übernahme des Tech-Startups "OrderThis" zum 1. März d. J. bastelte Otto.de mit den jungen Profis aus dem hauseigenen Inkubator-Programm der Otto Digital Solutions eine neue Plattform, um Amazon, Edeka, Rewe & Co. das Leben nicht zu leicht zu machen. Am Freitag vergangener Woche launchten die Hamburger ihren neuen Service "Otto Ready" - gegen Dash Buttons und andere Ideen zum automatischen Nachbestellen von Waschmittel, Kaffeebohnen und Entkalker.


Schöne neue Küche: Mit einer Spülmaschine, die selbst bestellen kann.
Foto: HANSEVALLEY

Gemeinsam mit Bosch-Siemens-Hausgeräten (Bosch, Constructa, Neff, Siemens) stellte Otto.de das Geheimnis der Medienwelt vor: Eingebettet in die Smartphone- und Tablet-App für online-vernetzte Wasch-, Spül- und Kaffeemaschinen können Kunden von Otto.de mit wenigen Mausklicks notwendige Verbrauchsmittel nachbestellen - beginnend mit einer vernetzten Spülmaschine und Tabs aus dem Otto-Shop. Durch die Kooperation mit Herstellern hoffen die Hamburger, zur Bestellplattform für Verbrauchsartikel in Küche und Bad zu werden - und den Dash Button von Amazon in Rente zu schicken.


Diese Spülmaschine ist ein Amazon-Schreck: Mit direktem Draht zu Otto.
Foto: HANSEVALLEY

Bei einer spontanen Umfrage unter Kollegen am Rande des Networkings im Coworking-Space "Collabor8" verrieten einige Medienvertreter, sich bis auf Weiteres doch noch zu Budni, DM & Rossmann schleichen zu wollen, um heimlich, still und leise die guten Hausmarken für Wasch- und Spülmaschine mit nach Hause zu bringen... Allerdings ist die Idee eines starken Online-Händlers mit allen bekannten Marken und ihren online-vernetzten Hausgeräten ein cleveres Konzept, Pulver, Tabs und Bohnen aus einer Hand liefern zu können. Spätestens 2035 erwarten Experten, dass alle Hausgeräte online-vernetzt sind - wenn sie nicht im Museum stehen; und alle Hersteller haben vernetzte Geräte in der Pipeline. Eine schöne Perspektive für ein neues Marktsegment.


Künftig als Self-Service Online-Boarding-Portal präsent: Brand Connect.
Foto: HANSEVALLEY

Das Thema Partnerschaften und Plattformen ist denn auch ein zentrales Thema bei Otto.de: Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen rd. 400 Marktplatz-Händler mit 1 Mio. neuen Produkten auf der sich öffnenden Handelsplattform begrüßen. Auch in diesem Jahr sollen weitere 300-400 Marktplatz-Partner dazu kommen. Rd. 1.500 Kandidaten warten im Moment darauf, ihre Produkte über das künftig vollautomatisierte Partnerportal "Brand Connect" onboarden zu können. Bis zum Jahr 2020 erwarten die Otto-Manager 3.000 Handelspartner, die im Rahmen einer fairen Partnerschaft gemeinsam mit Otto.de wachsen wollen.


Vom Katalog-Versender zur Partner-Plattform: Otto.de baut sich um.
Foto: HANSEVALLEY

Im vergangenen, in diesem und in den nächsten Jahren investiert die wichtigste Handelssparte der Otto Group jedes Jahr rd. 100 Mio. € in neue Technologien, in neue Mitarbeiter und in die Weiterbildung - und damit in die weitere Digitalstrategie des größten deutschen Multichannel-Händlers. 100 Mio. € - das sind mehr oder weniger die gesamten Gewinne von Otto.de in einem Jahr. Damit wird klar: Hier wird geklotzt - als Technologieplattform mit State-of-the-Art-Möglichkeiten und Partnerschaft eines Hamburger Familienunternehmens. Mehr als 7 Mio. aktive Kunden im vergangenen Jahr und über 50% mobiler Bestellungen bestätigen den eingeschlagenen Digitalisierungkurs. Damit setzt Otto mit seiner Stamm-Marke die Messlatte für das digitalste Unternehmen Hamburgs in 2019.


Vorbild für 1.800 Mitarbeiter in der Zentrale: der hauseigene Coworking-Space.
Foto; HANSEVALLEY

 Hamburg Digital Background: 
(chronologische Reihenfolge)

OTTO.de - Vom Versender zur Plattform:
otto.de/newsroom/de/kundenfokus/der-größte-umbruch

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OTTO Future Work - Neubau Firmenzentrale:
otto.de/newsroom/de/kultur/otto-vorstände-geben-ihre-büros-auf

OTTO Future Work - Neues Arbeiten bei Otto.de

hotto.de/newsroom/de/future-work

Otto Group - Collabor8 Shared Office Spaces
collabor8-ottogroup.de/

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OTTO CGI - Virtuelle Bilder bei Otto.de:
otto.de/newsroom/de/technologie/was-macht-eigentlich

Otto Group AR + VR - Praktische Beispiele:
ottogroup.com/de/dossier/Virtual-Reality.php

OTTO Yourhome - 1.400 Möbel in einer App:
otto.de/newsroom/de/technologie/noch-mehr-möbel-in-der-virtuellen-welt

OTTO Conversational Shopping - Google Assistent:
otto.de/unternehmen/de/newsroom/news/2017/Google-Home-Pressemitteilung-OTTO.php

OTTO Ready - Der vernetzte Haushalt:
otto.de/newsroom/de/technologie/der-total-vernetzte-haushalt

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OTTO Market - Brand Connect Portal:
https://www.otto.market/ 

 Hamburg Digital Reports: 

HANSECHAMPIONS: Die visionären Trüffelsucher der digitalen Otto Group
hansevalley.de/2018/04/hansechampions-otto-group-innovationen.html

HANSERANKING: Die digitalen Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft
hansevalley.de/2018/04/hanseranking-tops-und-flops.html

HANSEMOBILITY: Das Mobile Lab und die Zukunft der Otto Group
hansevalley.de/2017/10/hansemobility-otto-mobile-lab.html


Donnerstag, 14. Februar 2019

HANSESTARTUPS: Hackers&Founders@work - der Startup-Treffpunkt für Erwachsene.

HAMBURG STARTUP REPORT


Yarviss - eine 360 Grad-VR-Markenwelt zum Kennenlernen.
Foto: HANSEVALLEY

Es war eine kleine Premiere: Die regelmäßige Eventreihe Hackers&Founders@work des größten norddeutschen Wirtschaftsvereins Hamburg@work feierte am Mittwoch-Abend im 20Scoops-Campus in den Zeisehallen ihren Relaunch. Mit spannenden Gästen zur Zukunft des E-Commerce und einem entspannten Networking hat Hamburg einen neuen Startup-Treffpunkt - allerdings eher für Erwachsene. Ein Hamburg Startup Report:

Gut 2/3 der angemeldeten rd. 60 Teilnehmer von Hackers&Founders@work sind Mitglieder des Digitalclusters Hamburg@work, bestätigt Gastgeberin Jessica Berg im schicken 20Scoops-Campus an diesem spannenden Mittwoch-Abend in Ottensen. Es sind vor allem Informatiker und Ingenieure, Digitalisierungsexperten, Unternehmensberater und natürlich E-Commerce-Spezialisten, die gespannt sind auf die Zukunft des Digital Commerce, die das junge Hamburger Tech-Startup Yarviss mit "Story Shopping" verspricht. Es ist eines der aktuellen finanzierten und unterstützten Jungunternehmen des Hamburger VC's 20Scoops.

Top-Thema des ersten Durchlaufs bei Hackers&Founders@work mit wechselnden lokalen Gastgebern und Medienpartner HANSEVALLEY ist ein neues, virtuelles Einkaufserlebnis mit VR-Brille oder auf dem Smartphone. Yarviss-Gründer Mert Cakar verspricht mit seinem virtuellen 360-Grad-Raum ein besonders emotionales Einkaufserlebnis für Markenhersteller. Das zurecht fokussierte Problem im E-Commerce: Alle Online-Shops sehen beinahe gleich aus, also kaufen die Kunden über den Preis - und große Händler wie Amazon oder Zalando stehlen Markenartikeln die Show und binden Konsumenten an ihre Portale.

Alle Online-Shops sind gleich - so Yarviss-Gründer Mert Cakar.
Foto: HANSEVALLEY

Eine aktuelle Studie des Hamburger Brand Science Instituts bestätigt: 70% aller Onlinekampagnen von Markenartiklern verfehlen ihr Ziel. Der Grund: identischer, austauschbarer Content über alle Kanäle. Das soll sich mit Yarviss ändern: Über das 360-Grad-Erlebnis via VR-Brille oder Mobile-App sollen Videos, Social Media Streams und der eigentliche Online-Shop auf Augenhöhe direkt nebeneinander für den Markenfan präsent sein - angelockt durch spannenden Content via Virtual Reality. Dabei soll der Content für den interaktiven Showroom von den Markenherstellern selbst kommen. Yarviss will die mediale Plattform sein.

In einer lebendigen Diskussion wurde der Softwarentwickler und Gründer Mert Cakar mit spannenden Fragen konfrontiert: Wie passt der standardisierte und über alle Kanäle identisch ausgespielte "13-Sekunden"-Werbespot in eine individuelle Markenwelt? Wie skaliert die noch in der Entwicklung befindliche Marketingplattform - im B2B mit Markenartiklern und im B2C bei potenziellen Konsumenten? Und wie können Kunden mehr als einmal bei Laune gehalten werden, um eine Markenbindung und höhere Umsätze über den 360-Grad-Raum zu erzielen. Fragen, an denen Yarviss mit seinem Investor 20Scoops in den kommenden Monaten intensiv arbeiten wird.


Volles Haus, versiertes Publikum, offene Atmosphäre.
Foto: HANSEVALLEY

Mit einem erstklassigen Networking und vielen neuen Kontakten konnte Hamburg@work mit der Premiere in den Zeisehallen einen erfolgreichen Neustart seiner Startup-Eventreihe vermelden, einem Eventformat mit erwachsenen Gästen, pointierten Fragen in einer entspannten Atmosphäre. Und damit einer aus unserer Sicht echten Bereicherung für die Hamburger Startupszene. Wir freuen uns, mit HANSEVALLEY bei Hackers&Founders@work dabei zu sein. Die ersten spannenden Digitalgeschichten haben wir am Mittwoch-Abend schon kennenlernen können. Bleibt gespannt ...

 Hamburg Digital Background: 

Brand Science Institute, BSI - Presseportal
presseportal.de/pm/58990/4166136

Hackers&Founders@work by Hamburg@work
eventbrite.de/e/hackersfounderswork-unternehmen-40-die-zukunft-des-e-commerce-registrierung-52529035760

HANSESTARTUPS - Das Hamburg Startup Magazin
hansestartups.net

Story Shopping by Yarviss
yarviss.com

20scoops Venture Capital
https://www.20scoops.com/

Montag, 4. Februar 2019

HANSEINVESTIGATIV: Startups chancenlos bei "Schummelei@Reeperbahn"?

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE

Das Spektakel "Startups@Reeperbahn": ein Stück vermeintlich große Welt in einem ehemals berühmten Musikclub. Das Pitch-Event ist Ausgangspunkt für das innige Verhältnis von Hamburg Startups und HANSEVALLEY: Im September 2016 lässt Co-Organisatorin und Dümmel-PR-Frau Sanja S. einen Gastbeitrag unseres Chefredakteurs auf Deutsche Startups nachträglich um 150 vermeintliche Investoren schönen. Ein Eingriff in redaktionelle Inhalte durch eine Hamburger PR-Frau. 




Jetzt kommt heraus: Die beiden Event-Organisatorinnen Sina G. und Sanja S. haben entgegen eigener Beteuerungen offensichtlich Bewerbungen zu "Startups@Reeperbahn" ungelesen unter den Tisch fallen lassen. Ein Gründer geht davon aus: "Unsere Bewerbung wurde wohl nie geöffnet". Ein weiterer Jungunternehmer klagt an: "Der Sieger stand von vorn herein fest." 
Betrügt Hamburg Startups Bewerber, Auswahl-Komitee, Sponsoren und Publikum? Eine Hamburg Digital Recherche:

"Startups@Reeperbahn" - seit mehr als 6 Jahren ein bei Startups beliebter Pitch-Event, sich bekannt zu machen. Nach Angaben der Veranstalter versammelt die Show - Zitat - "450 Investoren, Corporates, Journalisten und Multiplikatoren der deutschen Digital- und Medienbranche" - wo auch immer die neben den Junior-Unternehmern im Grünspan an der Reeperbahn Platz haben sollen. Stolze 110,- € bis 122,- € haben die Tickets für die Nachwuchsparade auf dem Kiez 2018 gekostet. Für eine Werbeveranstaltung.

Große Chancen an der Großen Freiheit? Oder nur großer Bluff?

Das Spektakel '18 startete mit einem 4-stündigen Pitch-Marathon u. a. mit mehr oder weniger lebendigen NMA-Startups. Ein Lückenfüller-Programm, das die in den letzten Jahren halbleere Konferenz ersetzte. Zum Höhepunkt pitchten fünf Startups über volle drei Stunden auf großer Bühne, gefolgt von einem besonders angepriesenen After-Show-Event mit - man höre und staune - "über 80 finanzstarken Investoren". Doch wo Licht ist, ist noch mehr Schatten: Die "Love-Mobile" zum Pitch gegenüber Investoren und Beratern waren teilweise gar nicht besetzt, kritisierten Teilnehmer.

Was 450 annoncierte Investoren, Firmenvertreter, Journalisten und Multiplikatoren nicht ahnen, ist eine offensichtlich unsauber und unfair bestückte Pitch-Show:


Hamburg Startups-Chefin Sina Gritzuhn
Foto: Xing
Sina G., gern mit einer hanseatisch zuvorkommender Atitüde unterwegs, nimmt es mit Transparenz und Korrektheit wohl selbst nicht immer so ganz genau. Die Hobbybloggerin, Kommunikationswissenschaftlerin und Mutter schreibt gern Briefe an Kunden und Partner von Wettbewerbern, um diese schlecht zu reden - praktiziert mit HANSEVALLEY und dem Startup-Magazin "Gründerfreunde". Bei ihrer Arbeit für Hamburgs Startups ist sie offenbar genauso wenig fair unterwegs, wie vorliegende Informationen zeigen.


Von Bewerbern für "Startups@Reeperbahn" ist herausgefunden worden, dass die beiden lieben "Startup-Muttis" Sina G. und Sanja S. Bewerbungen offensichtlich nicht gelesen haben, was Log-Files unterstreichen. Damit hat die bekannte Jury aus honoren und anderen Startup-Förderern offensichtlich keine Chance gehabt, alle Bewerber kennenzulernen. Stattdessen wurden im Vorfeld offensichtlich eigene und andere Lieblinge in die Endauswahl gehieft.

200 Bewerbungen: Wieviele Pitchdecks wurden links liegen gelassen?

Mehr noch: Ein Teilnehmer beurteilt das Pitch-Spektakel als "abgekatertes Spiel". "Der Sieger stand vorher schon fest", sagt der Gründer gegenüber HANSEVALLEY. Kenner der Startup-Szene wundert es nicht, dass im Herbst '18 vor allem Cargonexx und NautilusLog von einem Pitch-Event zum nächsten empfohlen wurden und wechselseitig die Innovations- und Gründerpreise abräumten. Bei aller Wertschätzung für beide Startups - über die HANSEVALLEY berichtetet hat - die Auswahl bei Startups@Reeperbahn erinnert doch eher an einen "Sumpf", denn an ein für alle Startups faires Auswahlverfahren.


Alles mit rechten Dingen? Bewerbung zu "Startups@Reeperbahn".
Grafik: Hamburg Startups

Von gleicher Chance für die - nach PR-Angaben - bis zu 200 in der Vorrunde 2018 beteiligten Startups aus Hamburg und Deutschland kann auf Grund der offensichtlichen Nichtberücksichtigung wohl keine Rede sein. Geschäftsführerin Sina G. tut so, als ob alle Startups gleichberechtigt und korrekt gesichtet worden seien. Leider wurden Bewerbungen im Auswahlverfahren nach HANSEVALLEY vorliegenden Informationen jedoch nicht einmal beantwortet. Wenig verwunderlich, wenn man sowieso nicht reinschauen mag.

"Sorgfältige Sichtung aller abgegebenen Pitchdecks" - Eine Lüge?

Ein wenig fragwürdig erscheint es, dass die Organisatorinnen Startups gezielt aufgefordert haben, sich zu beteiligen. Das Pitchdecks nach Angaben von Startups dann nicht gesichtet wurden, lässt den Schluss zu, dass es sich bei der Einladung um Promotion im Interesse der eigenen KPIs für die Vermarktung handelt. Was einmal mehr den Verdacht aufkommen lässt, dass man bei "HHS Net" u. a. auf Kosten von Startups agiert, und nicht primär für sie. Dafür taucht selbstredend Sanja S. Arbeitgeber, Bratpfannenverkäufer Dümmel, einmal mehr auf.


Hamburgs Gründerszene: Glaubt an ein faires Verfahren bei "Startups@Reeperbahn"
Pressefoto: Hamburg Startups

Besonders peinlich dürfte das Verfahren der Veranstalter für die Sponsoren des Spektakels sein. Laut Blogbeitrag behaupten die Veranstalter/innen steif und fest, korrekt vorgegangen zu sein: "Nach sorgfältiger Sichtung aller abgegeben Pitchdecks hatten wir die vielversprechendsten Bewerber ausgewählt, um über sie auf einer Kuratoriumssitzung zu diskutieren." Können sich Axel Springer, Deutsche Bank, EY, Hamburg Invest, Thalia und QVC eine - u. a. mit öffentlichen Fördermitteln der Wirtschaftsbehörde BWVI unterstützte - "Schummelnummer" leisten?

"Schummelnummer" mit öffentlichen Geldern von Hamburg Invest?


Nimmt Geld von der Stadt und redet über sie:
HHS Net Co-Founderin Sanja Stankovicz.
Foto: Xing
Sina G. und Sanja S. bekräftigen mit der uns angetragenen Nichtbeachtung von Bewerbungen die nicht immer ganz korrekten Mittel und Wege in der VC-getriebenen Startup-Szene, wie sie beteiligte Kuratoren des Auswahlverfahrens - von IFB InnovationsStarter, Next Media Accelerator bis Startup Dock Harburg - durch eigene Machenschaften unterstrichen haben. Es gibt in Hamburg anscheinend zwei Arten von Startup-Förderern: Die fairen und die unfairen Akteur/innen.

Sollte sich der schwere Vorwurf durch weitere Fälle noch erhärten, wären insbesondere die Förderer - wie Hamburg Invest - aufgefordert, Steuergelder unverzüglich zurückzufordern und sich von den unsauberen Machenschaften der Hamburg Startups-Macherinnen zu distanzieren. Für Sponsoren wäre es eine Frage des Anstands, Ungleichbehandlung unmissverständlich zurückzuweisen und nicht mit z. T. erheblichen Mitteln finanziell zu supporten. Aber bei Deutscher Bank & Co. ist Ethik ja eher unterrepräsentiert.

"Schummelei@Reeperbahn": Das hat Hamburg nicht verdient!

Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Es geht nicht um Perfektion in Vorbereitung und Durchführung eines Pitch-Events. Es geht nicht um fehlerfreies Handling auf dem Weg zu einem strahlenden Sieger bei "Startups@Reeperbahn". Es geht schlicht um "Schummelei", Startups nicht zu sichten, bewußt nicht zu berücksichtigen oder andere dafür gezielt zu bevorzugen. Das hat mit offenem und fairen Engagement für Gründer nicht viel zu tun.

Hamburgs Startup-Szene hat jeden Support für mehr Öffentlichkeit, erfolgreiche Investments und neue Geschäftsbeziehungen verdient. Dabei sollten die Akteure - von Förderbank über Wirtschaftsförderung bis zu Geschäftspartnern - genau hinschauen, ob sie auf nicht immer korrekte Geschäftemacher/innen reinfallen, die u. a. angekündigt haben, "belastendes Material" gegen HANSEVALLEY sammeln zu wollen. Für uns ein trauriger Teil Hamburg.

 Hamburg Digital Background: 

HANSESTARTUPS: Next Acceleratoren - Die Durchlauferhitzer des Bodo Kraeter.
hh.hansevalley.de/2018/08/hansestartups-next-acceleratoren.html

HANSEINVESTIGATION: Die Startup-Abzocke von Harburg.

Montag, 28. Januar 2019

HANSEINVESTIGATIV: Faktor 3 + die merkwürdigen Methoden des Monsieur Martens.

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE
* Update *

Sie galt eine der ersten Adressen an Alster und Elbe zu sein: Die Hamburger PR-Agentur Faktor 3. Bekannt und reich geworden dank einst pfiffiger Ideen und renommierter Großkunden, wie Olympus, Samsung oder Sharp. Doch mittlerweile scheint sich die Aktiengesellschaft eher in einen "gierigen Allesfresser" mit "selbstherrlichem Gehabe" und fehlender Kinderstube entwickelt zu haben. 


Eigenwerbung Faktor 3

Was lokale Kunden, wie Beiersdorf mit "Eucerin" und "Nivea", Carlsberg mit "Astra", die Dräger-Werke aus Lübeck, die Otto Group mit "Limango", "MyToys" und "Otto.de" sowie der Senat mit "Next Media Hamburg" wohl nicht wissen: Bei Faktor 3 werden Journalisten ausgesperrt und schriftlich angepöbelt. Zeit, in die Dreckecken einer fragwürdigen Hamburger Erscheinung zu leuchten. Eine Hamburg Digital Recherche:

Mehr als eine Million Euro kassiert die berüchtigte Agentur mit Hipster-Vollbärten, Skimützen- und Basecap-Liebhabern sowie (unerfahrenen) Junior-Beraterinnen im Jahr vom Hamburger Senat, so gut informierte Kreise. Der Auftrag: Betreuung der erfolglosen, relaunchten und immer noch nicht erfolgreicheren Mediennitiative "Next Media Hamburg". Die Summe ist dringend notwendig, denn die vom umtriebigen Volker Martens gegründete Agentur schleppt nach eigenen Angaben 200 Mann mit, die bezahlt werden müssen. 


Vorstand Martens hat gut Lachen - etwa über seine Kunden?
Foto: Next Pressefoto

Also verkauft Faktor 3 vermeintlich den letzten "heissen Scheiss", ob die Kunden der Kunden ihn nutzen - oder auch nicht. Ein für jedermann sichtbares Zeugnis: Die mit großem Aufwand in Studio-Optik produzierten, den Kunden in Rechnung gestellten, jedoch weitgehend nutzlosen - weil schlicht unbekannten - YouTube-Videos für Klienten, wie "Next Media Hamburg" und auf Events, wie "Next Konferenz" und OMR. Das macht aber nichts, denn das merkt im selbstverliebten Marketing-Sumpf rund um Alster und Elbe zwischen all der Selbstbeweihräucherung sowieso (fast) keiner.

"Wir nutzen die gesamte Klaviatur der Kommunikation, um Ihr Unternehmen erfolgreich in der öffentlichen Wahrnehmung zu platzieren." 

Ein besonders raffinierter Trick der Kommunikateure aus der Kattunbleiche in Wandsbek: 1. Die von Innovatoren als "Geschäftemacher" eingestuften PR'ler treten als Co-Veranstalter von Events auf, wie bei der "Next Konferenz" mit der Accenture-Tochter Sinner-Schrader und auf den "IT-Strategietagen" mit dem Hauptveranstalter Digitalcluster Hamburg@work. 2. Organisieren die Junior-/Truppen aus dem Osten Hamburgs dann die Events - einschl. Konzeption, Inhalten, Technik, PR und Marketing. So kassiert die sichtlich nimmersatte PR-Truppe mindestens zweimal ab - als Co-/Veranstalter eine Gewinnbeteiligung und als Exklusiv-/Dienstleister ohne Ausschreibung und Wettbewerb nochmal.


Alles in einen Topf - und dann mehrfach abkassieren.
Video: Next Media Hamburg@Next 2018

Bei der "Next Konferenz" greifen Volker Martens und seine Mannen sogar mind. dreimal in Kasse, da man den Kunden "Next Media Hamburg" als Sponsorpartner mit ins Boot des Events geholt hat. Damit die von Kennern aus Veranstalterkreisen als "Agentur-Abzocke" pointierte Methode nicht auffällt, unterhält man neben der PR-Agentur eine Event-Firma sowie eine Public Affairs-Tochter, die natürlich eigenständig die Kunden bekuscheln. Und damit es finanziell richtig Spaß macht, gibts auch eine eigene "Beratungs-Bude" mit ganz großen Rechnungen für Bertelsmann, Deutsche Messe, Microsoft, Porsche oder Vattenfall.

"Wir können öffentliche Meinung. Wir haben ein Gespür für den Public Sense."*

Insider der Hamburger Tech-Szene und die Grünen in der Bürgerschaft fragen sich seit Jahren nicht nur hinter vor gehaltener Hand, welche Leichen sich Faktor 3 mit dem Senat teilt, um mit "Next Media" die linke Tasche, die rechte Tasche und auch noch die Reisetasche voll zu schaufeln. Ob Kunden, wie Microsoft, Nestlé mit "Bübchen", der Elektronik-Riese Samsung, Zellstoff-Fabrikant SCA mit "Tempo", "Tork" und "Zewa" sowie der schwedische Handelskonzern Stadium über "Martens Machenschaften" Bescheid wissen, dürfte fraglich sein. Umso wichtiger ist es, gründlich hinter die Fassade der Hamburger PR'ler zu schauen.


IT-Strategietage von Hamburg@work: Okkupiert von Faktor 3?
Foto: Hamburg@work

"Wir sorgen für eine strategisch geplante, einheitliche und widerspruchsfreie Kommunikation über alle Kanäle hinweg." *

Anscheinend hat Faktor 3 jedoch nicht nur ein Problem mit offensichtlicher Maßlosigkeit gegenüber Kunden. In den vergangenen 24 Jahren hat sich bei der gern selbst gefeierten "Top-10-Agentur" mit Porsche als Vorzeige-Referenz erkennbar eine Kultur der Überheblichkeit und Selbstverliebtheit entwickelt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der für die "IT-Strategietage" zuständige PR-Betreuer Thomas Pelkmann die Bitte zur problemfreien - weil 2018 verschlampten - Akkreditierung mit einer maßlosen, Berufskodex-brechenden und ganz eigenen Faktor 3-Antwort ablehnt:

 "Ihrer Bitte um Akkreditierung werde ich nicht entsprechen; ich möchte Ihnen nicht erneut „Probleme und Behinderungen seitens der Agentur“ zumuten, die diese Veranstaltung trägt." 

Die Akkreditierung ohne sachliche Begründung verweigern? Interessante PR-Politik seitens Faktor 3. Eine Agentur, die als Dienstleister die IT-Strategietage trägt? Interessante Sicht auf die eigene Agenturarbeit. Ist die ausverschämte Rückmeldung eines angestellten Mitarbeiters ein "bedauerlicher Einzelfall" oder ein "versehentlicher Fehltritt"? Hat die Kommunikation des offensichtlich nicht auf der Höhe der Zeit befindlichen Angestellten etwas mit "unglücklichen Missverständnissen" zu tun? Oder handelt es sich um die "Methode Martens & Co.", der sich ein abhängig Beschäftigter gern annimmt? 

"Unsere Kunden erhalten strategische Beratung auf Augenhöhe und operative Exzellenz in der Umsetzung." *


Künstliche Verknappung und Selektion als Abzock-Methode?
Foto: Next Pressefoto

Die Antwort: Schon 2016 druckste ein Agenturbetreuer bei der Akkreditierung zum "Scoopcamp" von "Next Media Hamburg" herum und schrieb von "begrenzten Plätzen" für Journalisten. Der Pressetisch bei dem von Faktor 3 organisatorisch und PR-seitig betreuten Event war halb leer. 2017 und 2018 lehnten die Agenturbetreuer die Teilnahme unseres Magazins an der - von ihnen mehrfach gechargten - "Next Konferenz" ab. Begründung: "Begrenzung auf ausgewählte, vornehmlich bundesweite Berichterstatter". Dafür tummelte sich - per Imagevideo festgehalten - die halbe digitale Dorfszene mit Kreti & Pleti einschl. Junior-Somethings dank Freitickets auf der geschrumpften und mangels Erfolg aus Berlin geflüchteten und vom Hamburger Senat gepamperten Lokalkonferenz.

"Wir sind überzeugt von glaubwürdiger Kommunikation. Wir formulieren Ihre Botschaften so, dass sie für den einzelnen Menschen bedeutsam sind." *

Nun pöbelt ein Redakteur von Faktor 3 offen gegen die Akkreditierung eines Fachmediums, das mit Veranstalter Hamburg@work vertrauensvoll zusammenarbeitet, zeigt die Agentur ihr wahres, fieses Gesicht. Thomas Pelkmann gehört nicht zum unerfahrenen, ungebrieften Nachwuchs. Er sitzt 5 Jahre auf einem gut gepolsterten Sessel. Heißt: Die so renommierte Agentur betreibt Cherrypicking und Zwei-Klassen-Politik, welche genehmen Hofberichterstatter sie zulässt und welche kritischen Journalisten sie lieber nicht in die Dreckecken der von ihnen mitveranstalteten und abgerechneten Events schauen lässt. Schade, wenn man bedenkt, dass bei der Agentur eigentlich viele nette Leute arbeiten:


Faktor 3-Eigenwerbung Weihnachten 2018
Quelle: Facebook-Seite

Auch wenn die lokale Marketing-Szene rund um Kunde "Next Media Hamburg",  Partner "Next Acceleratoren" und Eventpartner "Online Marketing Rockstars" Applaus klatscht und sich freut, dass jemand HANSEVALLEY mal so richtig eins ausgewischt zu haben scheint: Für eine sich selbst als Top-Agentur mit Top-Kunden feiernde PR-Firma ist die herabsetzende - und von Veranstalter Hamburg@work mit Intervention zurückgewiesene - Kommunikation ihres PR-Mitarbeiters und die Veröffentlichung des Falls ein Fiasko für die eigene Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Kunden. Das Verhalten von Faktor 3 spricht eine eindeutige Sprache, das auch durch Social Media Fanposts nicht besser wird.

Unser persönliches Fazit aus fast 3 Jahren merkwürdiger "Martens-Methoden":

Bei Faktor 3 kommt heute zusammen, was wohl schon immer zusammen gehört: Sichtbar selbstherrlich agierende Vorstandsmitglieder, die meinen, wohl etwas Besseres zu sein. Mitarbeiter, die arrogant ihre Kunden - sprich Journalisten - abkanzeln und der Kultur ihrer Vorstandsmitglieder zu folgen scheinen. 


M. Schrader (li) und V. Martens (re) - lachen Sie sich ins Fäustchen?
Foto: Next Pressefoto

Dazu Partner wie Matthias Schrader, die Selektion und Cherrypicking seit Jahren bei der "Next Konferenz" betreiben. Und Kunden, wie Samsung, die mit ihren Marketing-Mitarbeitern beim Mobile World Congress in Barcelona mit einer Arroganz auftreten, dass man sich wünscht, der chinesische Rivale Huawei hätte sie bereits überholt. Aber das ist ein Thema für die nahe Zukunft.

* Zitate: Eigenwerbung Faktor 3 und verbundene Firmen.

 Hamburg Digital Background: 

HANSESTATEMENT: Der kleine "Philipp" - die neue "Barbara" für Hamburg:
https://hh.hansevalley.de/2019/01/hansestatement-maskottchen-philipp.html

HANSESTARTUPS: Next Acceleratoren - Die Durchlauferhitzer des Bodo Kraeter:
hh.hansevalley.de/2018/08/hansestartups-next-acceleratoren.html

HANSESTATEMENT: Hamburg, #daswarsmitmedien, oder?
https://hh.hansevalley.de/2017/09/hansestatement-medienstandort-hamburg.html