Samstag, 20. Oktober 2018

HANSEFINANCE: Alles Fintech - oder was?

HAMBURG DIGITAL STATEMENT
- von Autor Gerd Kotoll -

Fintechs bieten smarte, schnelle und schlanke Lösungen für…. ja, für wen eigentlich? Ah, na klar: für die Digital Natives, also den vermutlich nicht ganz so hoffnungslosen Teil der Generation Y. Mit mantraartigen Beteuerungen wird auf das Wachstum in dieser Zielgruppe verwiesen – auch wenn das im Widerspruch zur demografischen Realität steht. Aber was soll’s, Storytelling halt. 

Eigenwerbung N26 Bank, Berlin

Mit Blick auf die Demografie im Lande wird deutlich, dass die einzig wirklich stetig wachsende Bevölkerungsgruppe die der Generation 60+ ist. Für die ist das Internet zwar nicht mehr grundsätzlich Neuland, aber wirklich internetaffin sind diese Menschen in der Regel eben nicht. Ein Hamburg Digital Statement von Gerd Kotoll anläßlich der Fintech Week in Hamburg:


Die Zielgruppe, die Fintechs ansprechen wollen, sind Individualisten, die Wert auf Nachhaltigkeit legen und alles Mögliche sein wollen – nur nicht Teil der anonymen Masse, Mainstream wohlmöglich (Oh, wie gruselig!). Man fühlt sich hingezogen zu den Trendsettern und Meinungsmachern, die sich natürlich auch politisch engagieren – also bei Hanseatic Help oder so, in Parteien aber lieber nicht, denn die sind "bäh". 

Startups: "Fake it till you make it."

Also, anders sein ist wichtig, auf Seiten der potentiellen Kunden wie bei den Fintechs selbst, denn DAS ist das disruptive Element: anders sein. Das ist dann automatisch auch besser. Ganz bestimmt. Tatsächlich kommt fast täglich, naja: wöchentlich, also… monatlich aber bestimmt eine neue Idee raus, die dann mit viel Marketing-Dollars (irgendwie mit Medien) durch den virtuellen Markt getrieben wird. Und manchmal, das muss man sagen, gehen die echt viral!

Bei genauerer Betrachtung sind das dann aber oft doch nur Produkte von der Stange: standardisiert - und zwar maximal. Das kann auch nicht anders sein, wenn das Geschäftsmodell auf Skalierung angelegt ist. Das ist völlig in Ordnung. Nur, Individualität ist es eben nicht. Macht aber nichts, ist bislang kaum jemandem aufgefallen. Wichtig ist ja, beim "neuen heißen Scheiss" dabei zu sein.

N26: "Bullshit without Banking?"

Nur dass diese scheinbar so verantwortungsbewusste Generation der Digital Natives sich derart veralbern lässt, wundert dann schon. Beispiel gefällig? Gern! N26 zum Beispiel. Vor drei Jahren hätte man die noch fürs dritte Programm eines Nachrichtensenders gehalten. Die laut Fachjargon "Neo-Bank" plakatiert derzeit „Deine Bank verarscht Dich“, und versucht damit WAS zu werden? Genau, die Bank der Plakat-Leser. Wirklich, #nobullshit. 

Eigenwerbung N26 Bank, Berlin

N26 versteht sich als Mobile-Bank, also eine Bank - mit Bank-Lizenz. Und wie jede andere Bank auch, wird N26 Geld verdienen müssen, #nobullshit. Man mag das irritierend finden, aber N26 sagt: Eure (bisherige) Bank verarscht Euch. Lasst uns doch Eure neue Bank sein. Wir machen dann weiter (mit der "Verarsche"?). 

Wie schwer Bank sein ist, erfahren die österreichischen Gründer gerade durch die BaFin, die das in Deutschland unzulässige Foto-ID-Verfahren von N26 hochnimmt. Da gesellen sie sich gleich mal in eine Reihe mit Revolut, der britischen Version einer - Zitat T3N - "Challenger Bank". Aber mit Produkten, die einen klitzekleinen, aberentscheidenden Denkfehler haben, kennen sich die Wiener Eliteabsolventen ja bereits aus - Stichwort: Kinderkreditkarte "Papayer". Lohnt sich zu googeln ...

Eigenwerbung Haftpflichthelden, Hamburg

Da sind die Hamburger Haftpflichthelden schon ein gutes Stück weiter. Zunächst mal ist das ein sehr ordentliches, gutes und leistungsstarkes Produkt. Aber mit finanziellem Konzept hat das eben nichts zu tun. Beratung? Fehlanzeige! Hier werden Policen der NV-Versicherung an die Generation Y vertrieben. Okay, es sind nur Haftpflichtversicherungen, aber auch da kann man, mit dem Blick lediglich auf die Prämie, ärgerliche Fehler machen. Da kommt die Disruption dann von völlig unerwarteter Seite.

Alles jetzt so schön online und digital.

Getsurance bringt dafür jetzt die erste voll online abschließbare Versicherung gegen Berufsunfähigkeit auf den Markt. Okay, bei einigen etablierten Versicherern kann man das auch schon, auch schon vor Getsurance. Aber hey, irgendeine Story muss ja erzählt werden. War auch höchste Zeit, dass das jetzt ganz ohne Berater geht mit diesen BU-Versicherungen, von denen die Mehrzahl der Menschen glaubt, dass die im Zweifel eh nicht zahlen. Und auf "Only pur" ist sogar die Stiftung Warentest im "Schnelltest" reingefallen.

Eigenwerbung Getsurance, Berlin

Seht mal, was für Versager diese Versicherungsfritzen sind! Nichtskönner! Das wird jetzt alles anders. Der Markt wird mal so richtig durchgeschüttelt und die Durchdringung dieses Produktes mit ekelig langen und in unverständlichem Versicherungsdeutsch verfassten Bedingungswerken von derzeit mageren gut 25% BU-versicherter Bevölkerung auf, also mindestens…, wenn nicht noch mehr angehoben. Per Mausklick. Eben mal so. Wenn die Verbraucherzentrale Hamburg die Versicherung nicht auseinandergenommen hätte ... Kann ja keiner ahnen, dass der Teufel in den Vertragsdetails steckt.

Vielleicht ist der Bottleneck aber nicht so sehr die Technik, sondern doch die – größtenteils immer noch fehlende - Erkenntnis der Menschen, dass es Sinn macht, um die 100,- € im Monat in die Hand zu nehmen zur konzeptionellen Absicherung ihres relevantesten Risikos im Erwerbsleben. Und zwar wohl wissend, dass die gezahlten Prämien weg sind, wenn das Risiko nicht eintritt. Beratung? Konzept? Im Streitfall sitzt die Squarelife-Versicherung des Vermittlers Getsurance in Liechtenstein. Dumm gelaufen - für den Versicherten.

Eigenwerbung Ottonova, München

Kommen wir zur privaten Krankenversicherung, auch da gibt es Neuigkeiten: z. B. von Ottonova. Schick, frech, online. So unerklärlich wie die Namensgebung ist es dann wohl auch, dass die Tarife dieses neuen Versicherers eher digitale Ladenhüter sind (kann man den Begriff noch nehmen?). Am Bedingungswerk kann es nicht liegen. Höchstens zu Anfang, da waren die nicht sooo toll. Aber da hat man nachgebessert, auch nicht unintelligent. Damit sind die Tarife aber erklärungsbedürftig geworden. 

Ob das der Grund ist, warum die Beitragseinnahmen in 2017 rund 31.000,- € betragen haben? Im Bereich der privaten Krankenvollversicherung bei angenommenen 500,- € Beitrag im Monat sind das immerhin…. äh, ja, doch 5, also in Worten: fünf Versicherte. Hey, keine Häme bitte, jeder hat mal klein angefangen und private Krankenversicherung ist ein hartes Vertriebspflaster, keine Frage. Vielleicht kann Fernseh-Löwe Frank Thelen nach Flugtaxis und Blockchain ja auch Krankenversicherungen hochjazzen.

"Scale or Fail" - man weiß es nicht genau ...

Zur Wahrheit gehört, dass die Lunte der Skalierungsrakete oftmals ziemlich lang oder zwischendrin ein klein bisschen nass geworden ist, von verspätetem Nachtanken - sprich nächster VC-Runde - einmal abgesehen. Denn die für 2018 in der Bilanz abgegrenzten Vertriebskosten von etwa gut 250.000,- € bedeuten etwa 50 bis 60 neue Kunden. Mal sehen, wie dieses Jahr läuft für "Otto" und ob er dann noch "nova" aussieht.

Bezeichnender Weise ist laut einer jüngsten Umfrage die Zielgruppe dieser Unternehmen - also Hipster-Vollbärte - in Geldangelegenheiten immer noch erstaunlich spießig. So wollen sich zwei Drittel der 24 bis 39-Jährigen zwar im Internet informieren, dann aber mit diesem so erworbenen "Wissen“ (das kann ich jetzt kaum so nennen) erstaunlicher und erschreckender Weise bei ihrem Bankberater die Anlagen tätigen. Was wohl die Berater bei N26 dazu sagen? Ach ja: Die haben ja gar keine. Filiale ist ja so Neunziger, #nobullshit.

Klassische Haspa-Werbeträger Parkbank und "Manni", die Maus
Foto: HANSEVALLY

Wie nötig gute und konzeptionelle Beratung tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Jahresstatistik der Bundesbank: Die vielleicht nicht beliebtesten aber dennoch volumenstärksten Anlagen sind ... Tagesgelder und Sparbücher. Sicher ist sicher! Man will ja kein Geld verlieren. Deswegen ist man schlau und legt nichts auf dem Aktienmarkt an. Viel zu unsicher. Auf der Bank, da weiß man, was man hat. Einen sicheren Zins nämlich. Da stört die Inflation auch nicht, die real das Geld vernichtet. Inflation hat man ja nur beim Einkaufen.

Vielleicht ist es ein PISA-Problem. Denn es hat sich offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen, dass mit 0,03% p.a. Guthabenzins eine Inflation von 1,8% p.a. eben nicht zu schlagen ist: 'Wo ist das Problem, mein Geld ist doch noch da', winkt der clevere Kleinanleger mit seinem guten alten Sparbuch. Garantiert ist hier nur, dass das Geld am Ende des Jahres weniger wert ist. Das ist die Cash-Burn-Rate des kleinen Mannes.

Hippe Produkte für die Generation Hipster?

Während keine Lebensversicherung ein Problem mit dem Rentenversprechen hat, also tatsächlich lebenslang die Rente zahlen wird und von klassischen Lebensversicherungen aktuell noch 2,5 % p.a. Kunden gutschrieben wird, ist diese Produktart natürlich Teufelszeug. Denn eine Rentenversicherung ist träge und behäbig - und kein hippes Produkt für die Generation Y.

Frisches Geld fließt daher vor allem in Produkte mit Fonds oder Index-Orientierung – und das sind ja die guten Produkte, sagen jedenfalls die Experten. Genau deshalb gibt es auch kein Insuretech-Startup, keine Neugründung, die nicht Abspaltung und Anhängsel etablierter Gesellschaften wäre – oder in ihrem Auftrag Produkte unter die Leute bringt. Ist das die schöne neue Startupwelt der disruptiven Nachwuchsunternehmer, die unsere Welt retten wollen?

Eigenwerbung MyLife, Göttingen
Sicherheit oder mal was richtig Neues?

Moment…. Da ist doch die MyLife. Erst wenige Jahre am Markt, mit Netto-Tarifen, also Tarifen, die fast ohne Vertriebskosten daherkommen, hat MyLife sich wiederholt Platz 1 in der Statistik gesichert. Ups! Das ist ja die Statistik der höchsten Storno-Quoten. Und wenn diese Quote 20% und mehr beträgt, dann ist die Kundenabstimmung mit den Füßen sicher kein Zeichen für Qualität und Rendite-Ergebnisse.

Tatsächlich lassen sich für jedes Produkt genauso viele Argumente dafür wie dagegen finden. Es hängt ganz wesentlich von der jeweils individuellen Situation des Kunden - des Anlegers oder Versicherten - ab. Eine Beratung, die aktiv den sich wandelnden Lebenssituationen der Kunden in den Blick nimmt, findet aber nicht statt. Weil man Individualität eben nicht skalieren kann.

Deswegen sind Single-Product- oder Single-Solution-Startups gut beraten, wenn sie das erste Exit-Angebot annehmen, das ihnen auf den Tisch flattert. Dauerhaft allein am Markt zu bestehen wird den allerwenigsten gelingen. Nur wer wirklich Nutzen schafft oder Probleme für Kunden nachhaltig löst, wird dauerhaft bestehen können – immer unterstellt, dass man es schafft, sich an die wandelnden Bedürfnisse der Kunden und anderer Markterfordernisse anzupassen. Wer das nicht schafft, wird schnell feststellen, dass es nicht ausreicht, mit einer Menge Marketing-Wirbel ein Fintech hochjazzen zu wollen.
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Über Gerd Kotoll:

Hamburg Digital Autor Gerd Kotoll
Foto: HANSEVALLEY
Als unabhängiger Makler berät Gerd Kotoll hauptberuflich Vereine, Verbände und Unternehmen in Fragen der Absicherung. Besonderen Fokus legt er auf junge Unternehmen und Startups. Parallel vernetzt er Entrepreneure mit Partnern und Kunden - und berichtet von ausgewählten Events im Ökosystem der Hamburger Startup-Szene. 


Gerd Kotoll bei XING
Bernhard Assekuranzmakler





 Hamburg Digital Autoren: 

HANSECRIME: Cybercrime - das vermeintliche Risiko fürs Unternehmen!?hh.hansevalley.de/2018/08/hansecrme-cybercrime-das-vermeintliche.html

HANSESTARTUPS: Sperrig – dreckig – schwer: Movemates@Hackers & Founders
hh.hansevalley.de/2018/05/hansestartups-movemates.html

HANSEREPORT: #HanselabX – Hier wird Zukunft gemacht ...

Dienstag, 16. Oktober 2018

HANSERANKING: Das sind die digitalen Banken Hamburgs 2018.

HAMBURG DIGITAL RANKING
- Teil 2 -

Hier wurde die Commerzbank gegründet, hier wurde die Vereinsbank auf den Weg gebracht. Hier entstand Deutschlands größte Sparkasse. Die Freie und Hansestadt ist Heimat namhafter Handelsbanken und diskreter Privatbanken Hamburger Kaufleute. Unsere Stadt ist Deutschlands Bankenstandort Nr. 2 - und mitten in der digitalen Sturmflut. Wenn eine Sparkasse zum Games zocken einlädt und eine Privatbank Apps für "Rich Kids" codet, steht das Hochwasser im Wohnzimmer.


Die Binnenalster: Heimat führender Privat- und Retailbanken.
Foto: HANSEVALLEY 

Zur Fintech Week 2018 hat das Hamburg Digital Magazin die vorhandenen Digitalkonzepte Hamburger Retailbanken unter die Lupe genommen, mit Digitalexperten gesprochen und Fragen gestellt. Welche Filialbank hat sich auf den Weg gemacht? Welche Direktbank muss noch mal nachjustieren? Und welche Regionalbanken haben die Flutwarnung überhört? Hier sind sie - Hamburgs Banken mit und ohne digitale Zukunft:

Hamburg-Altona: In der Haspa-Filiale an der Ottenser Landstraße scheint die Welt noch in Ordnung: Eine rote Parkbank grüßt aus dem Schaufenster im 1. Stock. Und Manni - die berühmt-berüchtigte graue Maus - macht es sich im Wartebereich gemütlich. Hier lebt die gute alte Sparkasse, hier wird der Kunde mit Namen begrüßt. Die Betonung liegt auf noch: Denn in den nächsten Jahren wird nicht mehr viel davon übrig bleiben. Die Haspa ist auf dem Weg - und der Sieger des Hamburg Digital Rankings am Bankenstandort Hamburg.


 Die digitalen Spitzenreiter: Hamburgs Digitale Banken 

Zwei Hamburger Banken haben es in die Spitzengruppe geschafft: 
  • Die Hamburger Sparkasse ist die digitale Großbank 2018 an Alster und Elbe. 
  • Die Hanseatic Bank ist die digitale Kreditbank 2018 aus der Bankenstadt. 

 Nr. 1 - Der Gesamtsieger Hamburger Sparkasse 


Der Hamburger Branchenprimus Haspa ist auf Zukunftskurs.
Foto: Haspa

Gesamtsieger des Hamburg Digital Ranking mit einer überzeugenden, langfristigen Digitalstrategie ist die Haspa als größte Sparkasse Deutschlands mit 43,5 Mrd. € Bilanzvolumen, rd. 5.000 Mitarbeitern und 130 Filialen. Unsere Wertung:

"Die Haspa hat sich rechtzeitig, umfassend und überzeugend auf den Weg gemacht - in Digitalisierung, Transformationen und Kulturwandel."

Die Haspa hat mit dem Filialkonzept 4.0, der Nachbarschaftsplattform Kiekmo und der Jugendplattform Aino Grundlagen für ihr Geschäft in der digitalen Welt geschaffen. Für die Entwicklung sind das Innovationslabor Haspa Next, das Engagement im Sparkassen Innovation Hub und die Beteiligung an Startup-Garagen von Bedeutung. Der digitale Kurs ist überzeugend durch den Kulturwandel: Nach Personalisierung und Individualisierung treibt die Haspa mit einem Zukunftscampus die Weiterbildung der Mitarbeiter für ein offen-vernetztes Mindset voran. Das Gesamtpaket ist die digitale Bank Hamburgs 2018.

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 Nr. 2 - Der Spitzenreiter Hanseatic Bank 

Umfassender Umbau hinter der Fassade - überzeugend.
Foto: Hanseatic Bank

Überraschungssieger unter Hamburgs Geldhäusern ist die Hanseatic Bank. Die einstige Teilzahlungsbank ist heute Tochter der Société Général mit 2,9 Mrd. € Bilanzsumme, 500 Mitarbeitern und bundesweit 10 Filialen. Unsere Wertung:

"Die Hanseatic Bank gewinnt mit konsequentem Kultur- und Organisationswandel sowie offen-vernetzter Zusammenarbeit auf vielen Ebenen."

Mit gemischten Teams in der Produktentwicklung und einem eigenen Lab, agilen Methoden und Design-Sprints, mit übergreifender Zusammenarbeit, kollaborativen Arbeitsplätzen und einer Zukunftswerkstatt für die vernetzte Arbeitswelt ist die Hanseatic Bank überzeugend auf dem Weg. Dazu die Kooperation im Innovation-Lab der 8 Partnerbanken, Projekte mit Startups und Support maßgeblicher Fintech-Plattformen. Für die Mitarbeiter individuelle Weiterbildung, Zugang zur Otto Group mit digital-vernetzten Angeboten sowie eine digitale Gesundheitsplattform. So sieht ein überzeugender Sieger aus.

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 Die digitalen Aufsteiger: Hamburgs Chancen Banken 

Zwei Hamburger Banken sind die Verfolger auf digitalem Kurs: 
  • Die Comdirect Bank ist mit starkem Digital-Kurs auf Kundenseite vorn dabei.
  • Die Hamburger Volksbank geht mit immer größeren Schritten digital nach vorn.

 Nr. 3 - Der Aufsteiger Comdirect Bank 

Mit eigenem Digitalkurs in Richtung Zukunft: Die Comdirect Bank.
Foto: Comdirect Bank, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Aufsteiger des Hamburg Digital Ranking mit starken Angeboten für Kunden, Partner und Mitarbeiter ist die Comdirect Bank, Tochter der Commerzbank AG mit 23 Mrd. € Bilanzsumme, rd. 1.400 Mitarbeitern und 3,3 Mio. Online-Kunden. Unsere Wertung:

"Die Comdirect ist auf klarem Digitalkurs - mit Kunden-Tools, Online-Akademie, offener Vernetzung und zunehmendem Kulturwandel."

Die Comdirect Bank spielt unter den digitalen Banken Hamburgs ganz vorn mit: Eigene Jugend-Banking- und prämierte Vollbank-App, ausgezeichnete Trading-App, eigene Banking-Assistenten für Amazon Alexa und Google Assistent - damit treiben die Quickborner Startup-Banken vor sich her. Ein Inkubator-Programm, ein Innovationstag und die Startup-Garage, dazu Partner des Bankathon und offener Dialog im eigenen Barcamp. Seminare für Kunden und Zielgruppen. Die Comdirect ist sehr gut aufgestellt. Mit dem zunehmenden Kulturwandel ein heißer Kandidat auf den Thron.


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 Nr. 4 - Der Aufsteiger Hamburger Volksbank 

Der Anfang ist gemacht: Die Hamburger Volksbank auf dem Weg.
Foto: Hamburger Volksbank

Die noch junge Hamburger Volksbank ist auf Wachstumskurs - mit immer mehr digitalen Perspektiven. Erst 2007 fusioniert ist die Genossenschaftsbank mit 3,3 Mrd. € Bilanzsumme, fast 500 Mitarbeitern und fast 40 Filialen präsent. Unsere Wertung:

"Die Hamburger Volksbank hat begonnen, zur digitalen Volksbank zu werden. Der Anfang ist gemacht - und damit wird die Genossenschaftsbank gewinnen."

Digitale Kundenberatung außerhalb von Arbeits- und Schalterzeiten, Weiterentwicklung des Bankings in Co-Creation mit Bankteihabern, Kunden und Mitarbeitern, Einführung agiler und kreativer Prozesse und übergreifender Teams, ein eigener Work- und Eventspace für Mitarbeiter und Gäste, Vernetzung mit Fintech-Szene und digitalen Nutzern und Kooperation mit Startups. Mit Online-Weiterbildung und Verbund-Angeboten nimmt die Volksbank auch ihre Mitarbeiter mit. Hier wächst perspektivisch eine digitale Bank heran.

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 Die digitalen Fragezeichen: Hamburgs Klassik Banken 

Einige Hamburger Banken haben noch deutlichen Nachholbedarf:
  • Die Sutor Bank hat digital was vorzuweisen, vergisst jedoch zu kommunizieren.
  • Viele Genossenschaftsbanken offensichtlich ohne Interesse an Digitalisierung.


 Nr. 5 - Das digitale Fragezeichen Sutor Bank: 


Die Digitalisierung ist bei der Sutor Bank angekommen. Sie vernetzt sich mit der Fintech-Szene, kooperiert mit Fintech-Startups und öffnet ihr Kernbanksystem für junge Anbieter, um neue Produkte und Services für End- und Geschäftskunden zur Verfügung zu stellen. Leider vergisst die Privatbank, dies einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Damit verpasst die Bank die Chance, sich mit ihren Stärken zu präsentieren. Schade und damit leider keine offen-vernetzte Bank. Offensichtlich ist der Kulturwandel bei den Privatbankiers an der Hermannstraße noch nicht angekommen.

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 Nr. 6-9 - Die genossenschaftlichen Fragezeichen: 


Enttäuschend sind vor allem die verschiedenen Genossenschaftsbanken in Hamburg und der Region: Die PSD Bank Nord schaffte es kurzfristig leider nicht, auf unsere Fragen überzeugende Antworten zu liefern, will dies aber nachholen. Die Sparda-Bank Hamburg meinte, erst gar nicht antworten zu müssen. Und die Edekabank pflegt die Kommunikation der Zentral-AG: Im Zweifelsfall einfach mal untertauchen. Auch wenn Sie sich auf der Fintech Week in diesem Jahr mit ihren Aktivitäten präsentieren will - Barclaycard und die Barclays Bank punkten in Hamburg noch nicht als digital-vernetzte Bank, anders als in London.

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 Das Hamburg Digital Ranking im Überblick: 


  • Nr. 1 - Die Haspa: Der Branchenprimus punktet mit digitalen Plattformen. Der Kulturwandel der Großbank ist eingeläutet. Den Gesamtsieg gibts dank eines überzeugendes Gesamtpakets. Interview mit Haspa-Chef Harald Vogelsang
  • Nr. 2 - Die Hanseatic Bank: Die Spezialbank überzeugt mit digitalem Kulturwandel. Die Vebraucherbank ist auf Kurs. Das Siegertreppchen belohnt die weitreichenden Maßnahmen. Interview mit Hanseatic-Chef Michél Billon
  • Nr. 3 - Die Comdirect Bank: Die Direktbank glänzt mit digitalen Tools auf Kundenseite. Hier ist die Bank Vorreiter. Mit weitergehendem Kulturwandel ist sie ein heißer Siegerkandidat. DUB-Interview mit Comdirect-Chef Arno Walter
  • Nr. 4 - Die Hamburger Volksbank: Die Genossenschaftsbank hat sich auf den Weg gemacht. Damit kann sie nur gewinnen. Mit immer mehr Mut wächst ein digitaler Herausforderer heran. Nachhaltigkeitsbericht
  • Nr. 5 - Die Sutor Bank: Die Privatbank ist mit Fintechs unterwegs und hat ihr Kernbanksystem für neue Geschäftsmodelle geöffnet. Leider verliert die Privatbank durch Schweigen im Walde an Sympathie und Glaubwürdigkeit.
  • Nr. 6-9 - Die analogen Banken: Die drei Genossenschaftbanken Edekabank, PSD Bank Nord und Sparda-Bank Hamburg scheinen noch den Schlaf der Gerechten zu schlafen. Und Barclaycard bietet in Hamburg nichts, was erwähnenswert ist. 
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HANSERANKING: Das Digital Ranking Hamburger Banken 2018:

HANSERANKING: Die digitalen Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft
hh.hansevalley.de/2018/04/hanseranking-tops-und-flops.html

 Hamburg Digital Background: 

HANSEBANKING: Osterstraße 4.0 - eine Bank für Menschen, und ihr Geld.
http://hh.hansevalley.de/2018/02/hansebanking-haspa-filiale40.html

HANSECITYLIFE: Haspa-Schließfächer für reisende Journalisten: Kiekmo - dat geiht!
http://hh.hansevalley.de/2018/01/hansecitylife-kiekmo-schliefacher.html

HANSEFUTURE: AINO - ein "WeChat"-Bot, der Hamburg kann.
http://hh.hansevalley.de/2017/06/hansefuture-aino-app.html

Montag, 15. Oktober 2018

HANSERANKING: Das Digital Ranking Hamburger Banken 2018.

HAMBURG DIGITAL RANKING
- Teil 1- 

Hamburg: Bankenstandort Nr. 2 in Deutschland - mit 25.000 Mitarbeitern, fast 50 Banken und mehr als 40 Fintechs. Bekannte Namen, wie Berenberg, Donner & Reuschel oder Warburg sind rund um die Alster zu Hause. Doch die Gründerstadt von Commerz- und Vereinsbank muss aufwachen: Startup-Banken und Mobile Services, Direktangebote und Online-Transparenz machen Hamburgs Geldhäusern das Leben schwer. Die Digitalisierung ist in der Hamburger Bankenwelt angekommen.


Bankenplatz Hamburg: Wie digital sind die Geldhäuser an der Alster?
Foto: HANSEVALLEY

Die Heimat der ersten Aktienbörse Deutschlands, der ältesten Privatbank Berenberg und der größten Sparkasse der Republik ist im Umbruch: Bankschalter werden geschlossen, Filialen zu Gamingzonen, Senioren lernen Banking auf dem iPad und lokale Onlineplattformen ebnen den Weg zu neuen Geschäftsmodellen. Wie digital sind Hamburgs Banken? Wer ist auch digital noch plietsch? Und wer ist ein Schnacker? Zur Fintech Week 2018 fühlen wir Hamburgs Banken auf den Zahn -  Hamburgs Banken mit und ohne digitale Zukunft:

Wer ist Hamburgs digitale Filialbank? Wer ist Hamburg digitale Onlinebank? Das sind die entscheidenden Fragen im Hamburg Digital Ranking zum Bankenstandort Hamburg. Welche Banken sind echte Aufsteiger? Welche Banken haben gute Zukunftschancen? Welche Banken müssen noch ihre Hausaufgaben machen? Und welche Banken sind mehr analog als zukunftsfähig. Das Hamburg Digital Magazin wollte es wissen. Und hat die Retailbanken vor Ort und im Netz angeschrieben, sich ein eigenes Bild gemacht und ohne Einfluss von Außen gewertet. Zur Fintech Week 2018 veröffentlichen wir das erste Hamburg Digital Ranking zum Bankenplatz Hamburg.

2 Typen, 2 Seiten, 3 Themen, 8 Kategorien.

Für den Bankentest haben wir zusammen mit Bank- und Digitalexperten acht Kategorien zu Digitalisierung, Transformation und Kulturwandel in Filial- und Onlinebanken erarbeitet. In einem Brainstorming wurden interne und externe Faktoren evaluiert und nach Banking- und Nonbanking-Angeboten sowie Vor-Ort und Online- bzw. Mobile-Services kategorisiert. Zur Beurteilung wurden die Presseabteilungen aller neun ausgewählten Geldinstitute mit einem Fragenkatalog zu den acht Kategorien angeschrieben, verbunden mit einer Woche Zeit, uns mit Informationen, Einordnungen und Nachweisen zu überzeugen.



Fragebogen, Recherche + Erfahrungen.

Die Bewertung der digitalen Aktivitäten Hamburger Filial- und Onlinebanken basiert auf drei Säulen: 1. den Antworten der Pressestellen der Hamburger Geldinstitute, 2. der Recherche des Hamburg Digital Magazins in den vergangenen 12 Monaten und 3. den eigenen positiven und kritischen Erfahrungen der Redaktion mit Produkten und Services beteiligter Geldinstitute. Die Auswertung ist eine Kombination der Informationen und Nachweise aus den drei Bereichen der Recherche. Sie erfolgt unabhängig von finanziellen bzw. unternehmerischen Interessen der Geldinstitute.

Fokus: Retailbanken in und aus Hamburg.

Hier sind die neun Geldinstitute: Sind Filial- und Onlinebanken für jedermann, privat oder genossenschaftlich organisiert. Sie bieten Zahlungsverkehr, Geldanlagen und Verbraucherkredite. Sie sind in Hamburg zu Hause, mit Gründern aus Handel oder Handwerk, mit Müttern aus Frankfurt, Frankreich oder Großbritannien. Sie sind lokal, regional oder bundesweit aktiv. Sie sind Partner der Fintech Week - und auch nicht. Diese neun Banken haben wir unter die Lupe genommen und bewertet:

Die HANSERANKING-Teilnehmer:

Barclaycard/Barclays Bank
Comdirect Bank
Edekabank
Hamburger Sparkasse
Hamburger Volksbank
Hanseatic Bank
PSD Bank Nord
Sparda-Bank Hamburg
Sutor Bank

(alphabetisch, Blau: Online- bzw. Direktbanken, Rot: Filial- bzw. Multikanalbanken)

Mit vier Direkt- bzw. Onlinebanken und fünf Filial- bzw. Multikanalbanken haben wir zwei starke Gruppen im Rennen. Mit Edekabank, Hamburger Volksbank, PSD Bank Nord und Sparda-Bank Hamburg sind vier unterschiedliche regionale Genossenschaftsinstitute dabei. Hinzu kommen fünf privatrechtliche Banken einschließlich einer Privatbank (Sutor Bank), einer börsennotierten Aktiengesellschaft (Comdirect Bank), einer freien Sparkasse (Haspa) sowie zwei deutschlandweit aktiven Verbraucherkreditbanken mit französischem und britischem Gesellschafter (Hanseatic Bank und Barclaycard).


Rund um die Alster ist das Merchant- und Private Banking zu Hause.
Aber werden Hamburgs Banken auch die Digitalisierung überleben?
Foto: HANSEVALLEY

Die HANSERANKING-Bedingungen:

Beim Hamburg Digital Ranking sind nur Kreditinstitute teilnahmeberechtigt, die ihren Sitz in der Freien und Hansestadt Hamburg oder der Metropolregion Hamburg haben. Bei Überschneidungen mit benachbarten Städten und Kreisen werden die in Hamburg beheimateten und primär im Stadtgebiet aktiven Institute berücksichtigt. Dies betrifft eine Reihe von Volksbanken und Sparkassen in der Metropolregion, z. T. auch mit Filialen im Hamburger Stadtgebiet.

Zur Teilnahme berechtigt sind nur Geldinstitute mit einem für jedermann zugänglichen Endkundengeschäft mit Zahlungsverkehr, Einlagen und Krediten, sprich Retailbanking. Hamburger Institute, die ausschließlich Private Banking oder Wealth Management für Privat- oder Geschäftskunden sowie Investmentbanking anbieten, sind bei diesem HANSERANKING leider ausgeschlossen, auch wenn Sie eigene Digitalaktivitäten in Hamburg unternehmen.

Die HANSERANKING-Kategorien:

EXTERNE DIGITALE FAKTOREN - Alles Digitale für die Kunden:

BANKING

NON-BANKING

Filiale / Vor Ort
Online / Mobile
Filiale / Vor Ort
Online / Mobile
- App-Schulungen?
- Mobile Apps?
- Community-Bereich?
- Vorteilsprogramm?
- Selbstbedienung?
- Onlinebanking?
- Stadtteiltreffpunkt?
- Lokale Plattformen?


INTERNE DIGITALE FAKTOREN - Alles Digitale in der Bank:

INNOVATIONEN

MITARBEITER

F+E Intern
F+E Extern
Filiale / Vor Ort
Online / Mobile
- Eigene Programme?
- Partnerprogramme?
- Offene Kollaboration?
- Online-Akademie?
- Verbundhubs/-labs?
- Startup-/Beteiligung?
- Digitale Weiterbildung?
- Team-Interaktion?

Am Dienstag veröffentlichen wir die Sieger und Verlierer, die Aufsteiger und die Absteiger, die Macher und die Schnacker - mit spannenden Insides, welche Banken am Standort Hamburg auch in Zukunft nah an den Kunden sein wollen, welche Banken rund um Alster und Elbe schon jetzt hinterher laufen und welche Banken noch gar nicht begonnen haben, von ihrem hohen Ross herunterzukommen. 

Sind Sparkassen tatsächlich so altbacken, wie "graue Mäuse" auf roten Parkbänken signalisieren? Sind Volksbanken tatsächlich so zukunftsfähig, wie das Gemeinschaftsprinzip verspricht? Und können Direktbanken gegen die neue Konkurrenz von dynamischen Startup-Banken mithalten? Am Dienstag - Das HAMBURG DIGITAL RANKING zum Bankenplatz Hamburg. Das wird eine Überraschung ...

HANSERANKING: Das sind die digitalen Banken Hamburg 2018

Montag, 8. Oktober 2018

HANSEPERSONALITY Angela Titzrath: Maulkorb-Erlass für die Königin des Hafens?

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW


Angela Titzrath: Ist sie die digitale Visionärin im Hafen?
Foto: Nele Martensen

Die Digitalisierung des Hamburger Hafens. Senator Frank Horch weiß: Ein 'weiter so' führt in die Bedeutungslosigkeit des nur noch 3. größten Containerhafens in Europa. Der langjährige Unternehmer und Kenner bringt auf den Punkt, worauf es jetzt ankommt: "Wir sind bereit, neue Wege zu gehen - sowohl bei der Nutzung und bei der Art der Entwicklung als auch bei den Partnern, mit denen wir das umsetzen."

Ein Blick ins "Haifischbecken" zwischen Norder- und Süderelbe zeigt: Die einen machen es, die anderen "sabbeln" darüber: Die staatliche Hafenbehörde HPA schraubt mit Next Reality, digitaler Vernetzung und künftig automatisierten Schleppern am "Hafen 4.0". Mit "Chain Port" vernetzt die Port Authority Hamburg über Zukunftsthemen wie Blockchain mit den Häfen der Welt. 


Die HHLA bei St. Annen: Ein Zuhause für Innovationen?.
Foto: HANSEVALLEY

Das Hamburg Digital Magazin wartet seit Mai 2017 auf Antworten von HHLA-Chefin Angela Tizrath. 18 Monate ohne eine klare Visionen des größten Hamburger Terminalbetreibers. Nach unserem Hamburg Digital Interview mit HPA-Chef Jens Meier ist es Zeit, das die HHLA Farbe bekennt - über eine Tankreinigungs-App hinaus, über eine Ankündigung für selbstfahrende LKW ab Mitte 2020 hinaus.

In der kommenden Woche lädt Hamburg Hafen Marketing zur großen Digitalisierungs-Pressekonferenz für den Hafen. Auch wenn die Hafenwirtschaft nicht begeistert war: Auf dem Podium sitzen DAKOSY, HHLA und HPA sowie Vessel Coordination Center, Digital Hub Logistics und Hamburg Hafen Marketing e. V. Seite und Seite. Beste Gelegenheit, die entscheidenden Fragen an HHLA-Unternehmenslenkerin Angela Titzrath zur Diskussion zu stellen.


Unsere Fragen an HANSEPERSONALITY und die "Königin des Hafens", HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath: 


Sie haben mit Altenwerder seit 2002 eines der modernsten Terminals in Europa im Betrieb, am Burchardkai seit 2013 die größten und modernsten Containerbrücken im Einsatz. Wie lassen sich bei diesen Superlativen weitere, hausinterne Effizienzsteigerungen mit digitaler Unterstützung erreichen? Welche konkreten Projekte betreiben Sie aktuell - Stichwort "KI an der Kaikante"?



Angela Titzrath: Will sie nicht oder darf sie womöglich nicht?
Foto: HANSEVALLEY

Die HHLA ist in den vergangenen Jahren vor allem durch den Ausbau des Güterschienenverkehrs gewachsen. Sie haben in den vergangenen Monaten die IT und Projekte auf den Prüfstand stellen lassen. Was ist bei der Prüfung herausgekommen - und dürfen wir mit Ihnen eine neue HHLA mit neuen Geschäftsfeldern erwarten, wie Senator Horch es fordert?



Hamburg ist nur noch die Nr. 3 unter Europas Seehäfen. Mit 3D-Druck wird die Wertschöpfung in der Produktion neu geordnet, wie UPS in Singapur beweist. Bei Ihnen spielen nach Ihren Worten die Azubis mit 3D-Druckern. Braucht es nicht eine "Hamburger Hafen Logistik und Produktions AG"?



Mit Jan Bovermann haben Sie zum 1. August 2017 einen Head of Corporate Development and Digital berufen. Was hat Ihr neuer CDO in einem Jahr auf die Beine gestellt - abgesehen von einer beim IBM-Hackathon entwickelten App für die Koordination der Waschanlagen für Tankcontainer?


Digitalisierung bei der HHLA: Erst gemeint oder noch in Planung?
Foto: HHLA

Sie beteiligen sich sowohl am "Digital Hub Logistics" in der Speicherstadt, als auch am VC-orientierten "Next Logistics Accelerator" von Logistik-Initiative Hamburg und Partnern. Welche Ziele knüpfen Sie an den neu aufgestellten Logistik-Hub und an den nach eigenen Worten auf Endkundensoftware ausgerichteten Logistik-Accelerator?



Werden Sie sich auch an den weiteren Initiativen in Hamburg beteiligen, wie dem Digital-Space "Hammerbrooklyn" sowie dem "Deutschen Maritimen Zentrum" in Hamburg? Welche Kompetenzen bringen Sie - außer Dortmunder Drohnen mit HHLA-Logo bei Presseterminen - in die Initiativen real mit ein?



Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Digitale Innovatoren sagen eine Konsolidierung der Startup-Szene voraus. Zwischen den städtischen "Hafenschwestern" HHLA und HPA gibt es regelmäßig "Gesprächsbedarf". Wo sehen Sie Herausforderungen in der Digitalisierung des Hamburger Hafengeschäfts, die angepackt werden sollten? 



Digitalisierung in hummanistischen Dosen: Gibt es noch mehr?
Foto: HANSEVALLEY

Schade, dass die HHLA nicht antwortet!

Die Fragen stellt Thomas Keup.


Redaktionelle Schlussbemerkung:

Leider hat uns die Pressestelle unbegründet aus dem Presseverteiler gestrichen und verwehrt uns aktuelle Informationen. Kommunikationschef Hans-Jörg Heims verweigert zudem Antworten auf E-Mails. HHLA-PR-Chef Heims machte erstmals im Herbst 2017 von sich reden. Damals zweifelte er unsere Integrität in Journalismus und Kommunikation an. Wir weisen das Verhalten zurück und verweisen auf den HANSECODEX.

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 Hamburg Digital Background: 
Interview Angela Titzrath bei "Blue Rocket" (DVZ)

Vita Angela Titzrath bei der HHLA

Übersicht HHLA in der Wikipedia

HHLA-Team-App mit Betriebsinterna