Dienstag, 4. Dezember 2018

HAMMERBROOKLYN: Das digitale Feigenblatt und der 50 Millionen-Reibach.

HAMBURG DIGITAL EXKLUSIV
*Update*

Die Machenschaften um den geplanten Digital-Space "Hammerbrooklyn" - die Topstory bei Hamburger Abendblatt und Welt Hamburg. Seit Wochen diskutierte es die Hamburger Digitalszene: Der Initiator des Vorzeigeprojektes - HWWI-Direktor Prof. Dr. Henning Vöpel - ist ebenso raus, wie der Roland Berger-Digitalexperte Björn Bloching. Mit Nordpol-Chef Matthias Müller-Using und dem umstrittenen Kölner Immobilienentwickler Art Invest hat eine Garde Geschäftemacher das Ruder übernommen, denen es primär nicht um Digitalisierung geht.


Schicke Fassade, großer Bluff? Digital-Space "Hammerbrooklyn"
Illustration: Art Invest

HANSEVALLEY liegen Informationen vor, worum es sich wirklich dreht. Der Digital-Space "Hammerbrooklyn" ist in dem Konzept der neuen Eigentümer - der Hammerbrooklyn Immobilien GmbH - offensichtlich nur ein günstiges Feigenblatt mit eingemietetem Coworking-Space. Es geht um Millionengewinne und einen Ex-Staatsrat, der sich sehenden Auges über den Tisch hat ziehen lassen. Ein Hamburg Digital Exklusiv zum umstrittenen Innovationspace "Hammerbrooklyn" - und was dahinter steckt:

Der Digital-Campus "Hammerbrooklyn" am Stadtdeich zwischen Fruchtkontor und Oberhafen: Er sollte zu einem Leuchtturm des neuen, digitalen Hamburgs werden. Mit dem an der Elbe wieder aufgebauten US-Pavillon der Expo 2015 aus Mailand bekam das visionäre Projekt ein Gesicht. Die ursprünglichen Initiatoren: Das renommierte Wissenschaftsinstitut HWWI, der Roland Berger Innovationshub "Spielfeld" und die zur Nordpol-Gruppe gehörende Innovationsagentur "Interpol". Doch nun ist die Katze aus dem Sack.


Schöne Worte, heiße Luft? Die Hausherren präsentieren "Hammerbrooklyn"
Foto: HANSEVALLEY

Auf der diesjährigen Digitalkonferenz "Solutions Hamburg" präsentierten sich die neuen Hausherren des von Henning Vöpel mit Senator Carsten Brosda angeschobenen Projektes erstmals auf großer Bühne. Noch dabei: Nordpol-Chef Matthias Müller-Using. Neu dabei: der langjährige G+J-Auslandschef und Investor Torsten-Jörn Klein sowie der Hamburger Niederlassungsleiter des Kölner Immobilienentwicklers Art Invest, Johannes Lichtenthaler. Mit bunten Broschüren und noch bunteren Worten warben die Macher für ihre kostenpflichtigen Mitgliedschaften im neuen "Digital Space".

Warum übernimmt ein Immobilienentwickler bei Hammerbrooklyn die Führung?

Warum waren Initiator Henning Vöpel und Digitalexperte Björn Bloching nicht dabei? Warum spielt ein Kölner Immobilienentwickler eine Schlüsselrolle - bei einem Pavillon in Fertigbauweise? Und wie wird das Geld für den bereits in Deutschland zwischengelagerten "Digital Pavillon", das benachbarte geplante "ITS-Solution Building" und den Betrieb verdient? Ein Blick auf die Homepage des nicht nur in Köln in die Schlagzeilen geratenen Immobilienentwicklers Art Invest gibt die Antwort: "Erkennen. Entwickeln. Erschaffen." lautet das Motto der Geschäftemacher.


Vorn Fassade, hinten Millionendeal? Das Areal von "Hammerbrooklyn"
Grafik: Nordpol

Die beiden geplanten Pavillons auf dem Parkplatz vor dem Fruchthof nehmen eine Fläche von 10.000 qm ein. So weit, so bekannt. Doch in dem zwischen der Hammerbrooklyn Immobilien GmbH und der Freien und Hansestadt Hamburg geschlossenen Pachtvertrag im Erbbaurecht stehen laut Informationen 50.000 qm Bruttogeschossfläche entlang des Oberhafens - und nicht nur die 18.000 qm Grundstück für Pavillons und Parkplätze aus der Antwort auf die Kleine Senatsanfrage von CDU-Digitalexperte Carsten Ovens vom 6.11.2018. Und damit bekommen die zweifelhaften Aktivitäten der neuen Bauherren Sinn, denn: 

Warum haben sich die Projektgründer aus der Immobilien GmbH drängen lassen?

Die hinter den Pavillons liegende Fläche ist das eigentliche Highlight: 40.000 qm mehrstöckige Immobilienfläche in St. Georg-Süd, 800 Meter vom Verkehrsknotenpunkt Hauptbahnhof entfernt und über die Oberhafenbrücke direkt mit der östlichen Hafencity verbunden: "Erkennen. Entwickeln. Erschaffen." Plötzlich stehen die Aktivitäten des Immobilienentwicklers Art Invest in einem anderen Licht, die Initiatoren aus der Digitalszene - Henning Vöpel und Björn Bloching - aus dem Projekt zu drängen. Die könnten stören, wenn die Immobilienentwickler Büros, Wohnungen und Gewerbeflächen "hochprügeln", statt einen Digital-Campus zum Fliegen zu bringen.

Warum hat sich die Senatskanzlei von Art Invest über den Tisch ziehen lassen?

Während vor den Kulissen von den 3 Geschäftsführern für lau mit großen Namen, wie Deutsche Bahn, Hochbahn, HPA, ITS, Siemens und Volkswagen geworben wird, plant man hinter den Kulissen offenbar mit Büros und Wohnungen den ganz großen Reibach: Experten schätzen den Wert des Grundstücksstreifens bei einem Verkauf auf 50 Mio. € - verschenkt von Ex-Staatsrat Christoph Krupp (SPD) in freihändiger Vergabe, von der der Landesrechnungshof noch nichts wissen dürfte. Zwar wollte der Ex-Chef der Senatskanzlei eine Stiftungslösung, um den "Digital Space" zum Leben zu erwecken, doch die neuen Eigentümer lehnen eiskalt ab. Der Senat lässt sich über den Tisch ziehen.


Hier soll einmal der US-Pavillon der Expo 2015 als "Digital Space" stehen.
Foto: HANSVALLEY

Heute mauert der Senat und antwortet dem CDU-Abgeordneten Carsten Ovens schriftlich:

... "der Senat sieht zur Wahrung seiner Verhandlungsposition und der Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Vertragspartner grundsätzlich davon ab, Einzelheiten von Vertragsinhalten offen zu legen." 

Laut Kleiner Anfrage saßen alle mit am Tisch, die sich jetzt ducken wollen-werden-müssen: die Senatskanzlei unter Scholz-Liebling Dr. Christoph Krupp, die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation unter Frank Horch, die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen von Dr. Dorothee Stapelfeldt, die Behörde für Kultur und Medien von Dr. Carsten Brosda, die Finanzbehörde mit dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) von Ex-Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher, das Bezirksamt Hamburg-Mitte und der Landesbetrieb Großmarkt Obst, Gemüse und Blumen.

Vom Digital-Space der Hansestadt zum Design-/Coworking von "Ganoven"?

Hinter vorgehaltener Hand werden die drei Verantwortlichen der Immobilien GmbH bereits als "Ganoven" bezeichnet. Schließlich haben sie die Initiatoren des Projektes mehr oder weniger vor die Tür gesetzt, mit zweifelhaften Angeboten für lächerliche 10% Beteiligung abspeisen wollen und verkaufen sich gegenüber der Öffentlichkeit als Gutmenschen in Sachen Digitalisierung. Die Wahrheit sieht wohl anders aus: Mit Stand heute soll ein bekannter Design-/Coworking-Betreiber den "Digital-Space" bewirtschaften. Von wissenschaftlicher Begleitung digitaler Innovationsprojekte ist weder schriftlich noch öffentlich was zu erfahren.

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann ist gefordert, den Schmuddeldeal der Senatskanzlei in Ordnung zu bringen. Wie FDP-Fraktionschef Michael Kruse zurecht fordert, gehören alle Beteiligten an einen Tisch. Dabei muss der Senat den "schlechten Deal" korrigieren, den wohl nicht immer ehrbaren Immobilienentwickler Art Invest in die Schranken weisen und eine für Hamburg vorbildliche Lösung finden. Ansonsten könnte dem rot-grünen Senat ein gewaltiger Immobilienskandal die kommende Bürgerschaftswahl verhageln und die SPD auch in Hamburg auf ihren Bundestrend einschwenken.

 Hamburg Digital Background: 

Welt Hamburg: Zerwürfnis bei Hamburgs Digital Vorzeigeprojekt
welt.de/regionales/hamburg/article184949164/Hammerbrooklyn-Zerwuerfnis-bei-Hamburgs-Digital-Vorzeigeprojekt.html

Kleine Anfrage Abgeordneter Carsten Ovens (CDU): Seiten 4 ff:
buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/64252/wie_erfolgreich_ist_die_innovationsmetropole_hamburg_tatsaechlich_und_was_hat_die_rot_gruene_politik_damit_zu_tun.pdf

HANSEEXCLUSIV: Hamburg bekommt Logistik-Innovations-Park "Hammerbrooklyn"
hh.hansevalley.de/2017/03/hanseexlusiv-hammerbrooklyn.html

Montag, 19. November 2018

HANSESERVICE: Von Black Friday bis Cyber Monday - die Jagd ist eröffnet.

HAMBURG DIGITAL SERVICE
* Täglich Aktualisiert *

Werbung von Black-Friday.de zur Shopping-Week in Hamburg

Die Schnäppchenjagd ist eröffnet: Mit smarten Lautsprechern und günstigen Fernsehern sowie Spielzeug- und Imagewerbung platzierte sich der Online-Marktplatz  Amazon in der vergangenen Woche als Primus für unseren Weihnachtseinkauf. Mehr als 55.000 Blitzangebote im 5-Minuten-Takt für max. 6 Stunden und Tagesangebote mit durchschnittlich 20-25% Rabatt schaltet Amazon.de vom 19. bis 26. November frei, wie das Computermagagzin Chip.de meldet.

Bis zu 70% auf Apps und Software, 43% auf Lebensmittel und Delikatessen, fast 41% preiswertere Filme und Spiele, 40% günstigere Urlaubsangebote, fast genauso viel Ersparnis auf Möbel und Dekoartikel sowie 35% auf Sportartikel und Mode plus 30% auf Drogerieartikel und Parfüms: Bis zum Cyber Montag erwartet uns ein Feuerwerk der Sonderangebote im Internet. Mit 30% bilden Spielzeug und 25% Elektroartikel die Schlusslichter der Rabattparade, errechnete das Schnäppchenportal MyDealz.de bei der Auswertung von rd. 45.000 Angeboten der vergangenen 5 Jahre.

Das Hamburg Digital Magazin hat im Vorfeld der Schnäppchenwoche online recherchiert, wer in diesem Jahr online mit verlockenden Angeboten winkt, wann es sich wirklich lohnt, vorbei zu schauen - und wie man mit ein wenig Planung keine attraktiven Angebote bei Amazon, Ebay, Otto & Co. verpasst. Bis zum Cyber Monday gibt es bei uns täglich neue Seiten mit den besten Angeboten. Ein Hamburg Digital Service zu Black Friday, Cyber Monday und einer ganzen Woche Weihnachtsshopping:

 PREISVERGLEICH 

Bevor Sie in diesen Tagen zuschlagen, sollten Sie die Preise vergleichen. Die Stiftung Warentest empfiehlt dazu Preissuchmaschinen. Zu den größten Anbietern gehören Billiger.de, Geizhals.deIdealo.de und Preis.de. Wir empfehlen, auf den Suchmaschinen die Preishistorie der letzten 3, 6 oder 12 Monate anzuschauen und für Wunschprodukte automatische Preiswecker einzurichten. So fallen Sie nicht auf Scheinrabatte rein und werden per E-Mail informiert, wenn Ihr Wunschpreis erreicht ist.

Kühlen Kopf bewahren: Preishistorie kennen + Wecker stellen.

Für Amazon gilt: Die Cyber-Monday-Angebote werden 3 Stunden vorher veröffentlicht. Prime-Kunden können Schnäppchen 30 Minuten früher ergattern. Zeiten für die besten Preise sind neben dem Auftakt am Montag, dem Black Friday-Countdown am Donnerstag-Abend, dem kommenden Wochenende und dem Abschluss am Cyber Monday vor allem die Nachmittags- und Abendstunden. Dann schauen Kunden nach dem Bummel durch die Stadt besonders gern nach Onlinepreisen und gehen auf Schnäppchenjagd. 

Profi-Tipp: Cyber Monday Deal + Rabatt-Gutschein + Cashback.

Um den besten Preis zu bekommen, sollten Sie nicht gleich auf "Kaufen" klicken. Schauen Sie zuvor auf Gutscheinportalen nach gültigen Rabattcodes der Händler. Bekannte Portale sind u. a. Gutscheine.de, Gutscheinpony.de, Gutscheinsammler.de und Sparwelt.de. Erfahrene Schnäppchenjäger erhöhen durch einen kleinen Umweg über ein Cashbackportal noch einmal den Rabatt - so gibt es bei Ebay, Media Markt oder Saturn 2% auf den Nettopreis. Das rechnet sich bei einem neuen Smartphone, Tablet oder Fernseher sofort. Über 7 Jahre haben wir bei Shoop.de mehr als 1.000,- € beim Online-Shopping als Cashback zurückgeholt.

 WUNSCHLISTEN 
* Update *


43% der Deutschen kaufen zu Black Friday und Cyber Monday
gezielt, was Sie schon auf dem Wunschzettel haben.
Quelle: Oliver Wyman, Nov. 2018

Um Artikel im Blick zu behalten, empfehlen wir online Merkzettel bzw. Wunschlisten anzulegen. Erste Adressen sind hier die Wunschliste bei Amazon.de, die Beobachtungsliste auf Ebay.de und die digitalen Merkzettel der Preisvergleiche. Die Shoppingliste kann man vom Smartphone-Browser als Lesezeichen auf den Homescreen legen. So behalten Sie Ihre Wunschartikel im Blick - z. B. auf dem Weg zur Arbeit, beim Mittagslunch oder zum Feierabend. Alternativ laden Sie sich die kostenlosen Apps der Anbieter aufs Handy.

 HÄNDLERSEITEN 
* Update *

Über die Woche gibt es für Black Friday und Cyber Monday spezielle Aktionsseiten. Die Händler und Marktplätze starten offiziell an unterschiedlichen Tagen: Amazon am Montag-Morgen, Otto.de am Dienstag-Morgen, Media Markt und Saturn am Donnerstag-Abend und Ebay.de am Freitag. Aber Vorsicht: Während der Schlussredaktion am Montag-Morgen haben sich Cyberport, Gravis, Saturn & Co. schon die ersten Wettrennen geliefert. Hier finden Sie eine Auswahl von Händlern mit ihren Aktionsseiten für die Schnäppchenjagd:

In alphabetischer Reihenfolge:

Für Media Markt und ihre Schwester Saturn war der
Black Friday 2017 umsatzstärkster Tag - allerdings
zu Lasten eines schwachen Weihnachtsgeschäfts.
Amazon.de Cyber-Monday-Woche
amazon.de/gp/angebote

Apple Online Shop
apple.com/de/shop/gifts/shopping-event

Ebay.de Cyber Week
ebay.de/deals

Google Store
store.google.com/de/category/black_friday_cyber_monday_promos?hl=de-DE

Notebooksbilliger.de Black Weekend
notebooksbilliger.de/black+weekend

Media Markt Red Friday
mediamarkt.de/de/shop/redfriday.html

Otto.de Black Friday Sale
otto.de/black-friday/

Saturn.de Black Weekend
saturn.de/de/shop/angebote/black-weekend.html

 HAMBURGISCH 
* Update*

Nicht nur Onlinemarktplätze oder Elektromärkte locken zum Black Friday mit Attraktionen. Zahlreiche Händler in Hamburg sind on- und offline ebenfalls mit dabei. Die Seite Black-Friday.de hat eine Reihe von teilnehmenden Shops an Alster und Elbe aufgelistet. Diese können besonders interessant sein, wenn es Angebote bei Filialisten sowohl on- als auch offline gibt. Zudem winken die Kreuzfahrtreedereien Aida, Costa und MSC mit ihren Hamburg-Anläufen ab Donnerstag zu attraktiven Pauschalpreisen:

In chronologischer Reihenfolge:

Black Friday in Hamburg
black-friday.de/hamburg

Aida Black Friday
aida.de/kreuzfahrt/angebote/black-friday

Costa Kreuzfahrten Black Friday
costakreuzfahrten.de/angebote/black-friday.html

MSC Cruises Black Friday
msc-kreuzfahrten.de/de-de/Kreuzfahrt-Angebote/MSC-Black-Friday-Special.aspx

 RABATTSEITEN 
* Update *

Neben den bekannten Onlineriesen versprechen zahlreiche weitere Händler im Netz zu Black Friday und Cyber Monday hohe Rabatte. Mit dabei sind u. a. Fashionshops und Sportartikelanbieter, Fußballfanshops und Erotikartikelversender, Softwarehersteller und Möbelhändler. Die Angebote sind am schnellsten über spezielle Aktionsseiten, Schnäppchenblogs und Medienportale zu finden. 

In alphabetischer Reihenfolge:

Black-Friday.de Shops 2018
black-friday.de/shops

Blackfridaysale.de
blackfridaysale.de/

Chip.de Cyber Monday
chip.de/tests/cyber-monday,113931

Computer Bild Deals *Tipp*
computerbild.de/schnaeppchen/

MyTopDeals.de Black Freitag 2018
mytopdeals.net/blackfreitag/

MyDealz Black Friday *Tipp*
mydealz.de/black-friday

Schnäppchenfuchs Black Friday + Cyber Monday *Tipp*
schnaeppchenfuchs.com/cyber-monday

Shoop.de Black Week Cashback 

shoop.de/special/blackweek

T-Online Cyberweek Liveticker *Tipp*
t-online.de/ratgeber/id_82705088/cyber-week-2018-live-ticker-mit-den-besten-amazon-deals.html

 TIEFPREISKAUF 
* Update *

Für Privatkunden ist die Schnäppchenjagd zu Cyber-Monday-Week und Black-Friday-Weekend preislich weitgehend risikofrei. So bieten Media Markt und Saturn im Kundenkonto ein Storno der Bestellung per Mausklick an. Gleiches bietet Amazon bis die Sendung auf dem Weg ist. Verweigert ein Onlinehändler Ihnen ein Storno, können Sie die Annahme des Pakets ggü. Postbote oder im Paketshop verweigern. Damit geht der Artikel an den Verkäufer zurück und der Verkauf wird storniert. Übrigens: In Spitzenzeiten werden zur Weihnachtszeit täglich bis zu 18 Mio. Pakete in Deutschland ausgeliefert.

Kostenlose Rückgabe bei Amazon.de bis 31. Januar '19

Bei Online-Primus Amazon können Sie Artikel aus Weihnachtskäufen seit 1. November d. J. risikolos bis zum 31.01.2019 zurückschicken. Damit haben Sie die Chance, evtl. attraktivere Angebote aus Weihnachts- und Neujahrssale von Amazon oder anderen Händlern mitzunehmen. Bei Ebay gibt es auf die offiziellen WOW!-Angebote bei günstigeren Preisen bekannter Wettbewerber bis zu 48 Stunden nach dem Ebay-Kauf die Differenz und 10% obendrauf erstattet.


48 Stunden-Tiefpreisgarantie für Ebay-WOW-Angebote mit 10% Entschädigung

Grundsätzlich haben Sie als Privatkunde - sprich Endverbraucher - bei allen Onlinekäufen in deutschen Shops 14 Tage Widerrufsrecht, um ihre Bestellung rückgängig zu machen. Bei einer Reihe von Onlineshops müssen Sie den Widerruf schriftlich erklären, bei großen Händlern und Marktplätzen reicht z. T. die rechtzeitige Rücksendung. Auf jeden Fall sollten Sie gekaufte Artikel vorsichtig auspacken, nur kurz testen oder anprobieren, nicht beschädigen und wieder original verpacken. Händler werden Ihnen dann den Kaufpreis und die Versandkosten zurückerstatten. Sie tragen aber in den meisten Fällen den Rückversand.

Amazon Rückgaben
amazon.de/gp/help/customer/display.html/

Ebay Preisgarantie
pages.ebay.de/wow-tiefpreisgarantie

Verbraucherzentrale: Widerrufsrecht
verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/widerruf-wann-kann-ich-beim-onlineshopping-die-ware-zurueckgeben-8363

Händlerbund: Widerruf und Annahmeverweigerung
haendlerbund.de/de/downloads/widerrufsrecht-im-online-handel-faq.pdf

 BETRÜGEREIEN 
* Update *

Zur beliebten Schnäppchenjagd vor Weihnachten gesellen sich leider immer mehr unseriöse Händler. Kunden werden von ihnen u. a. mit Vorkasse-Überweisungen oder minderwertigen Artikeln über den Tisch gezogen. Dabei locken die Abzocker vor allem mit überzogen niedrigen Preisen, die bei uns Gier auslösen sollen und dafür sorgen, dass wir nicht mehr genau hinschauen, ob es sich wirklich um einen ehrbaren Kaufmann handelt, der sein Versprechen einhält.

Gehen Sie auf Nr. Sicher: Zahlen Sie nicht per Vorkasse.

Zahlen Sie nur über sichere Zahlungsmöglichkeiten, wie Amazon Payments, Paypal auf Ebay oder Paydirekt, Lastschrift, Rechnungskauf oder mit Ihrer Kreditkarte. Dann genießen Sie Käuferschutz und haben die Chance, im Falle eines Falles Ihr Geld wieder zu bekommen. Auf keinen Fall sollten Sie per Vorkasse zahlen - schon gar nicht auf Marktplätzen. Achten Sie auf Bewertungen, Gütesiegel wie Trusted Shop, geprüfter EHI- oder TÜV-geprüfter Online-Shop und vollständige Angaben mit Impressum, AGB's und Versandkosten sowie Widerrufserklärung und Datenschutzbestimmungen.

Weitergehende Informationsquellen zu Ihrer Sicherheit:

Verbraucherzentrale: 5 Tipps zur Schnäppchenjagd am Black Friday
verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/digitale-welt/5-tipps-fuer-die-sichere-schnaeppchenjagd-an-black-friday-und-co-13224

Verbraucherzentrale: Wie zahlen beim Online-Shopping
vzhh.de/themen/einkauf-reise-freizeit/online-shopping/wie-zahlen-beim-online-shopping

BSI für Bürger: Seriosität und Sicherheit bei Onlineshops
bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Service/Aktuell/Informationen/Artikel/Sicherheit_Onlineshopping_22112017.html



Tipps des BSI zur Sicherheit beim Onlineshopping.

 GEHEIMTIPP 
* Update *

Zu guter Letzt ein Geheimtipp: Amazon bietet bis zum Cyber Monday am 26.11.18 auf seine Warehouse-Deals 20% Extrarabatt. Wer mit bereits geöffneter Verpackung oder kleinen Fehlern leben kann, sollte nach Warehouse-Deals schauen und sich diese mit anderen Angeboten vergleichen. Das Ganze ist risikofrei, denn Sie haben 30 Tage Rückgaberecht und 2 Jahre Gewährleistung. Extra-Tipp: Den Warehouse-Rabatt gibt es parallel auch in den Amazon-Shops in Frankreich, Großbritannien, Italien oder Spanien. 

Übersicht Amazon.de Warehouse Deals
amazon.de/Warehouse-Deals/b?ie=UTF8&node=3581963031

Mit Ihrem deutschen Amazon-Konto und einer Kreditkarte können Sie auch in den Warehouse-Deals der anderen EU-Shops stöbern, haben z. T. eine noch größere Auswahl und können im Einzelfall noch mehr sparen, als auf der deutschen Seite. Bestimmte Produkte können vom Versand nach Deutschland ausgeschlossen sein. Wir haben auf diesem Weg schon einen Laserdrucker aus Großbritannien und einen Minilautsprecher aus Italien liefern lassen. Auch unsere neue Telefonanlage haben wir über einen Warehouse-Deal bestellt.

Bis zum Black Friday kamen bereits zwei smarte Lautsprecher mit echten 50% Nachlass aus einem der 13 deutschen Amazon-Logistikzentren zu uns, ein aktuelles Smartphone lächelte uns mit 50,- € Extrarabatt eines Preisvergleichsportals an und ein Tablet winkte uns mit fast 30% echtem Rabatt auf Ebay zu. Dazu haben wir ein Paar Kopfhörer noch einmal günstiger bestellt und den smarten Retourenprozess des größten deutschen Marktplatzes genutzt.

Auf der Wunschliste der Redaktion stehen bis zum kommenden Cyber Monday noch ein neuer Streaming-Mediaplayer und smarte Heizkörperventile. Fazit: Unsere Wunschlisten sind geschrieben, die Preiswecker gestellt und in Aktion, die Links zu den Schnäppchenseiten gespeichert und attraktive Schnapper bereits bei uns. Spätestens nach Black Friday und Cyber Monday werden vor allem Elektroartikel wieder teurer. Dann werden Schnäppchen bis zum Fest eher zur Ausnahme.

Wir wünschen Ihnen am Cyber Weekend und am kommenden Cyber Monday viele tolle Schnäppchen, dass alle Pakete schnell und bequem zu Ihnen kommen und natürlich jede Menge Freude mit Ihren Online- und Vor Ort-Einkäufen zum Fest der Liebe 2018!


 Hamburg Digital Background 
* Update *

Black Friday ist in den USA der Brückentag nach dem arbeitsfreien Erntedankfest, das auf den letzten Donnerstag im November fällt. Der Tag läutet eines der wenigen langen Wochenenden ein. Es steht im Zeichen der Familie und wird gern für Weihnachtseinkäufe genutzt. Am 24.11.1961 lockten Händler in Philadelphia erstmals unzählige  Kunden am Tag nach Thanksgiving in die Läden. Die Polizei sah nur noch eine "schwarze Masse" in der Innenstadt - der Black Friday war geboren. 

Dem Black Friday folgt der Cyber Monday - der Montag nach Thanksgiving. Er ist die Antwort der Onlinehändler auf den Black Friday. Am 24.11.2006 führte Apple den Black Friday in Deutschland mit seinem Online-Shop ein, um iPods zu verkaufen. Seit 2010 wird auch der Cyber Monday in Europa zelebriert - vor allem Dank Amazon mit der Cyber-Monday-Woche. Im Durchschnitt konnten deutsche Kunden in den vergangenen Jahren zwischen Freitag und Montag rd. 40% gegenüber regulären Preisen sparen, ermittelte MyDealz.de.

Im vergangenen Jahr setzten die Onlinehändler in Deutschland an den 4 Tagen von Black Friday bis Cyber Monday rd. 1,3 Mrd. € um. In diesem Jahr erwartet der Handelsverband zum 13. Black Friday und dem Cyber Weekend bis zu 1,8 Mrd. €. Der stärkste Einkaufstag im Weihnachtsfest ist jedoch der Panic Day am 23.12., gefolgt vom Cyber Monday und auf Platz 3 dem Black Friday. Dieses Jahr wollen die Hamburger im Schnitt 482,- € für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind 22,- € mehr als der Bundesdurchschnitt, fand die FOM-Hochschule Hamburg heraus. 100 Mrd. €  wird der Handel zu Weihnachten 2018 insgesamt einnehmen, weiß Statista.

 Hamburg Digital Lesetipps 

MyDealz.de: Ratgeber zur Cyberweek - 15 Tipps für Verbraucher

Hamburger Abendblatt: Black Friday - So findet man die echten Schnäppchen


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Redaktioneller Hinweis: Alle Informationen wurden sorgfältig auf Grundlage veröffentlichter Angaben und unabhängig von Marketingzuwendungen recherchiert. Dennoch kann es zu Änderungen, Irrtümern oder Fehlern kommen, für die HANSEVALLEY keine Haftung übernimmt. Sollten Sie eine falsche Information entdecken, freuen wir uns auf einen kurzen Hinweis an hamburg@hansevalley.de. So können wir den Fehlerteufel nach Hause schicken und allen Leserinnen und Lesern helfen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und wünschen Ihnen eine erfolgreiche Shopping-Week!

Montag, 12. November 2018

HANSEEXKLUSIV: Teamsport und KI in der Digitalen Stadt.

HAMBURG DIGITAL SPEZIAL

'Ich glaube aber im Bereich der Digitalisierung haben wir riesen Potenziale - und die durchziehen alle Bereiche, sowohl den Hafen wie den Verkehr wie auch die Mobilität.' Hamburgs neuer Wirtschaftssenator Michael Westhagemann macht in seinem ersten Interview klar: Digitalisierung, Transformation und Kulturwandel sind in der Freien und Hansestadt angekommen. Die "Digitale Stadt" kommt - mit Projekten im Hafen, rund um die Alster und für jeden einzelnen Hamburger.



Die Hamburger CDOs Christian Pfromm und Dr. Sebastian Saxe
wollen Hamburg zusammen digitalisieren. (v.l.n.r.)
Foto: HANSEVALLEY

Während die bürgerliche Opposition auf der Suche nach Wahlkampfthemen mit der Kuchengabel in IT-Projekten herumstochert, haben die Chief Digital Officer von Senatskanzlei, Wirtschaftsbehörde und Hafenmanagement eine andere Blickrichtung: nach vorn. Im Hamburg Digital Magazin stehen Christian Pfromm und Dr. Sebastian Saxe erstmals gemeinsam Rede und Antwort - in einem Hamburg Digital Spezial zu Zukunftsprojekten, einem Schulterschluss und einer Vision:

HANSEVALLEY: Wir haben Sie beide auf der "Solutions Hamburg" erleben dürfen. Erstmals haben Sie dort gemeinsam die Aktivitäten Hamburgs in Sachen Digitalisierung vorgestellt. Auffällig war, dass Sie nicht nur den Gemeinschaftsstand "Hamburg Digital“ unterstützt haben, sondern auch zusammen auf der Bühne waren und mit einer Stimme sprachen. Was hat es auf sich mit „Hamburg gemeinsam digitalisieren“ - Ihrem Titel für die Präsentation?

Christian Pfromm: Das Motto der "Solutions Hamburg" lautete in diesem Jahr „Digitalisierung ist Teamsport“. Dies sehen wir in der Stadtverwaltung ganz genauso. Digitalisierung ist ein Thema, das die gesamte Gesellschaft beeinflusst. Wichtig ist, dass wir die Chance nutzen und die Player auf Seiten der Verwaltung sensibilisieren und fit machen, um mit der Digitalisierung positive Effekte zu erzeugen, die Lebensqualität zu verbessern und wirtschaftliche Attraktivität zu steigern. 


Hamburgs CDOs im Schulterschluss für die "Digitale Stadt".
Foto: HANSEVALLEY

Mit dem gemeinsamen Auftritt "Hamburg Digital“ haben wir gezeigt, dass Zusammenarbeit ein entscheidender Aspekt der Digitalisierung ist. Hier zeigen sich Institutionen, die sich aktiv in die "Digitale Stadt" einbringen. So unterstreicht der Hafen - vertreten durch die Hamburg Port Authority - seine Rolle als Motor der Veränderung und Impulsgeber. Und dies nicht nur aufgrund seiner historischer Bedeutung für die Stadt, sondern eben auch mit Blick auf digitale Themen.

"Zusammenarbeit ein entscheidender Aspekt der Digitalisierung."

Dr. Sebastian Saxe: Wir erleben gerade einen digitalen Wandel, dem wir uns stellen müssen – und zwar in allen Lebenslagen und -bereichen. Der Hafen war und ist vielfältigen Einflüssen ausgesetzt, national wie international. Es liegt an uns, die Veränderungen zu steuern und geeignete Impulse zu setzen, dass sie zum Wohle der Stadt gedeihen. Wir haben in der Vergangenheit wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die die Basis unseres jetzigen Handelns sind. Solides Vorgehen schafft hier Vertrauen und dies müssen wir auch der Öffentlichkeit gegenüber deutlich machen. 

"Verwaltung arbeitet solide, aber aus Sicht vieler nicht besonders innovativ."

Die gemeinsame Präsentation demonstriert das funktionierende Zusammenspiel zwischen den Playern der Stadt und wie sich die Aktivitäten in die Gesamtstrategie einordnen. Das Stichwort lautet "Digitale Stadt“ - mit dem Teilaspekt Hafen und vielschichtigen Innovationen. Schauen wir einmal genauer hin: Was ist denn konkret neu oder anders als vorher? Die Verwaltung arbeitet solide, verlässlich aber aus Sicht vieler Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen nicht besonders innovativ. Was muss getan werden, um dies zu ändern?

HANSEVALLEY: Der Fachsprecher der CDU hat mit seiner kleinen Anfrage zu den IT-Projekten in der Hamburger Verwaltung und der Organisation des neu gegründeten Amts für IT und Digitalisierung auf operative Projekte und die Personalstruktur Ihrer Organisation abgehoben. Ist das neue Amt mit seinen Projekten doch eher 'alter Wein in neuen Schläuchen'? 

Christian Pfromm: Mit dem Amt für IT und Digitalisierung hat die Verwaltung an zentraler Stelle ein Team zusammengestellt, bestehend aus der Leitstelle "Digitale Stadt“ und insbesondere aus den Bereichen der "IT- und E-Government-Strategie“ (ehemals Finanzbehörde). Dies ist die Steuerungseinheit für die Digitalisierung der Stadt. Für das Gelingen einer strategischen Umsetzung der Digitalisierung ist es zwingend, dass verschiedene Akteure - innerhalb und außerhalb der Verwaltung - zusammenfinden, sich austauschen und Herangehensweise und Lösungen entwickeln.

Hamburgs CDO Christian Pfromm auf dem "Hamburg Digital"-Stand.
Foto: HANSEVALLEY

Aus unserer Sicht haben sich vier Eckpfeiler herauskristallisiert, die maßgeblich für eine erfolgreiche Digitalisierung stehen: 1. Die Transformation der Beziehung zwischen Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen mit der Verwaltung. 2. Die Gestaltung des Arbeitsalltags der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 3. Der weitere Ausbau der "Digitalen Stadt" und 4. die Automatisierung der Verwaltung – Stichwort ist hier unter anderem KI.

HANSEVALLEY: Da muss ich nachfragen: Künstliche Intelligenz - ein Thema für die Hamburger Verwaltung?

Christian Pfromm: KI ist ein großes Thema. Ich sehe hier das Zusammenspiel zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. In vielen Bereichen wird KI diskutiert und nach Einsatzmöglichkeiten geschaut. Ein typisches, scheinbar eher staubiges Thema in der Verwaltung ist das Dokumentenmanagement. Also die Frage, wie wir unsere Akten rechtssicher archivieren und Inhalte auffindbar und damit langfristig zugänglich halten. Dafür müssen die Akten verschlagwortet und im richtigen Aktenzeichen elektronisch abgelegt sein. Dabei kann uns KI sehr gut unterstützen. Wir arbeiten in meinem Amt an einem Proof of Concept, der darauf abzielt, dass eine KI künftig in weiten Teilen die Archivierung von Dokumenten unterstützen oder übernehmen kann. 

"Die Mitarbeiter werden uns eine solche Lösung aus den Händen reißen."

Konkret: Aus Textzusammenhängen heraus werden Schlagworte generiert und das passende Aktenzeichen vorgeschlagen. Auf diese Weise werden Dokumente einheitlich abgelegt, übergreifend auffindbar und ein echter Mehrwert hinsichtlich der Verfügbarkeit geschaffen. Und die Mitarbeiter, die Akten nicht länger händisch verschlagworten müssen, werden uns eine solche Lösung vermutlich aus den Händen reißen. Auch bei der Auswertung von Stellungnahmen aus Beteiligungsverfahren kann der Einsatz von KI unterstützen. Algorithmen sollen die Auswertung vornehmen, aufbereiten und so mit ihren Analysen Anhaltspunkte geben.

Topthema Elbbefahrung: Sedimentmanagement mit KI statt Umlaufbaggern.

Dr. Sebastian Saxe: Um auch aus dem Hafen noch ein anschauliches Beispiel einzustreuen: Auch für uns ist die Künstliche Intelligenz eine sehr spannende und vielseitig einsetzbare Basistechnologie, die enorm viel Potenzial für künftige Fortschritte in verschiedenen Bereichen birgt. So evaluieren wir derzeit beispielsweise, ob das Sedimentmanagement mittels KI-Entscheidungsvorschlägen auf Basis vorhandener Daten -  u. a. Wetter- und Strömungsdaten - möglich ist. Genauso lassen sich aber auch diverse Verwaltungsprozesse unterstützen und hier stehen wir mit der Senatskanzlei im engen Austausch, um voneinander zu lernen und zu profitieren.

HANSEVALLEY: Bislang galt in der öffentlichen Verwaltung generell eher der Grundsatz 'Paragraph Eins: Jeder macht seins'. Nicht selten spielten dabei Budgets, Ressourcen und persönliche Anerkennung eine nicht ganz unwichtige Rolle. Wie wollen und können Sie die übergreifenden Vorhaben in der "Digitalen Stadt" über "liebgewonnene Gewohnheiten" hinweg anschieben und abstimmen?

Keine Angst vor offenen Fragen:
CDO Christian Pfromm (li.) auf der "Solutions Hamburg".
Foto: HANSEVALLEY

Christian Pfromm: Die Digitalisierung ist ein exzellentes Beispiel, an dem deutlich wird, wie wichtig es ist, dass Behörden selbst aktiv werden und Teilstrategien entwickeln. Bei allem Überblick, was die Entwicklung der Stadt angeht, sind wir auf das Zusammenspiel mit den fachlich zuständigen Behörden angewiesen, um echten Nutzen zu schaffen. Die Senatskanzlei nimmt dabei die Rolle des „Ermöglichers“ ein, die versucht durch strategische, technische oder rechtliche Beratung Hindernisse zu erkennen und aus dem Weg zu räumen, so dass ein Gesamtbild entsteht.

"Digitale Stadt": Gesamtbild, Teilstrategien, thematische Umsetzung.

Dr. Sebastian Saxe: Konkret leiten sich die Aktivitäten der Wirtschaftsbehörde BWVI aus den Leitplanken der Senatskanzlei ab. Übergreifende Impulse werden von uns im Diskurs erarbeitet. Da ich in Personalunion für das Hafenmanagement als CDO zuständig bin, kenne ich wiederum den Prozess aus Sicht der HPA - und deren Digitalisierungsaktivitäten leiten sich entsprechend von den BWVI-Leitplanken ab. Die Themenbereiche aber sind von der jeweiligen Behörde selbst zu füllen.

HANSEVALLEY: Das klingt ein wenig so, dass die Verwaltung in Hamburg schon „digital ready“ ist - oder zumindest den Einsatz ganz aktueller Entwicklungen und Möglichkeiten plant. Jetzt mal 'Butter bei die Fische': Wie sieht das konkret aus?

Christian Pfromm: Die Digitalisierung hat längst begonnen und wir sind mitten drin, wie das Stichwort „Urbane Daten“ zeigt. Als es darum ging, Flächen in der Hansestadt zu identifizieren, um mögliche Unterkünfte für Flüchtlinge zu planen, musste auf unterschiedliche Daten zurückgegriffen werden. Es hat sich gezeigt, dass wir über eine Vielzahl von Daten verfügen, diese bislang aber nicht vernetzt genutzt wurden. 'Wir befreien die Daten aus ihren Silos' klingt plakativ, ist aber genau das erforderliche Mittel. Die Vernetzung bestehender IT-Systeme macht urbane Daten erst fachübergreifend nutzbar. 

"Ein Vielzahl von Daten, bislang aber nicht vernetzt genutzt."

Als Institution hierfür haben wir Mitte 2017 den "Urban Data Hub" gegründet. Als Kooperationsvorhaben zwischen dem "City Science Lab" an der Hafencity Universität und dem Landesbetrieb für Geoinformation und Vermessung kümmert er sich technisch und organisatorisch darum, städtische Datenquellen übergreifend nutzbar zu machen. Und wir können schon jetzt erkennen, dass damit immer neue Themen im Sinne der "Digitalen Stadt" vorangetrieben werden können. So wird dort auch das genannte Vorhaben zu Flüchtlingsunterkünften für generelle Stadtentwicklungsprozesse weiterentwickelt.


"Viele Schritte sind ohne Wissenschaft und Wirtschaft nicht möglich."

Dr. Sebastian Saxe: Gerade im Bereich Verkehrswege und Logistik kann sich die Handels- und Logistikmetropole keinen Stillstand erlauben. Für manche wirkt der Hafen wie ein Experimentierfeld, was nicht von ungefähr kommt. Dabei müssen wir abwägen, welche Trends sich tatsächlich für die praktische Umsetzung eignen. Dies muss mit Augenmaß erfolgen, so dass es nicht zu Störungen im Betrieb kommt. Wir setzen an dieser Stelle ganz ausdrücklich auf Kollaboration. Viele Schritte sind ohne Beteiligung von Wissenschaft und Wirtschaft nicht möglich. 

Ein eingespieltes Hamburg Digital-Team (v.l.n.r.):
Christian Pfromm (FHH) und Dr. Sebastian Saxe (BWVI, HPA)
Foto: HANSEVALLEY

Das Hamburg hier auf dem richtigen Weg ist, zeigt der Gewinn des E-Government-Preises 2018 sowie die Ausrichtung des Weltkongresses für Intelligente Verkehrs- und Transportsysteme (ITS) in 2021. 

HANSEVALLEY: Zurück zu dem, was uns in naher Zukunft betrifft: Die Verwaltung bietet eine Vielzahl an Leistungen an, viele dieser Services finde ich heute aber noch nicht online. Was passiert, um wirklich zu einer "Digitalen Stadt" Hamburg für uns als Einwohner, für die Hamburger Wirtschaft und die Verwaltung zu kommen?

Christian Pfromm: Das Onlinezugangsgesetz des Bundes entfaltet gerade seine Wirkung. Es bedeutet, dass Bund und Länder dazu verpflichtet sind, alle Verwaltungsleistungen bis zum Jahr 2022 auch elektronisch zur Verfügung stellen zu müssen. Das sind gerade einmal 4 Jahre. Hier sehen wir eine Chance des Aufbruchs. Es ist wichtig, jetzt die Weichen zu stellen und Behörden zu befähigen, ihre Dienstleistungen online zu konsolidieren. Mit dem Programm "Digital First“ schaffen wir als Freie und Hansestadt eine „Factory“, die die Komplexität reduziert, so dass Services standardisiert online gehen können. 

Das Onlinezugangsgesetz: eine Chance des Aufbruchs.

Mit der Asbestmeldung und dem Anwohnerparken ist der Anfang gemacht. Darüber hinaus ist es eine gute und wichtige Gelegenheit, Kooperationen voranzutreiben. Hamburg hat da keine Berührungsängste und entwickelt gemeinsam mit Bremen „Kinderleicht zum Kindergeld“. Ein initialer Antrag stößt Dienste wie Namenbestimmung, Anzeige der Geburt, Bestellung der Geburtsurkunde und den Antrag auf Kindergeld an. Junge Eltern wissen, wie beschwerlich die Beantragung sein kann. 

Schon jetzt haben rund 500 Eltern ihr Kindergeld auf diesem Weg beantragt und sind begeistert, wie schnell dies funktioniert, wenn sich alle Beteiligten in den Verwaltungen an einen Tisch setzen. Obwohl der Prozess im Moment noch auf Papier ablaufen muss.

HANSEVALLEY: Lassen Sie uns in guter Tradition unserer Interviews einen praktischen Blick in die Zukunft wagen: 

Dr. Sebastian Saxe: Hinter vielen Erfolgen der Digitalisierung stehen nicht zuletzt Netzwerke mit ganz unterschiedlichen Disziplinen. Bereits in der Vergangenheit sind hier außergewöhnliche Ergebnisse erzielt worden, die Hamburg nach vorn gebracht haben. Urban Data hat beispielsweise bei der Frage nach Wohnungen bzw. Unterkünften entscheidende Impulse gegeben. Genauso haben wir bei der HPA erhebliche Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung im operativen Geschäft erwirkt. 

Robotergestützte Dienstleistungen mit autonomen Unterwasserdrohnen

Hier lohnt sich ein Blick auf den Multi-Touch-Tisch in der Nautischen Zentrale zur Schiffssimulation oder "Port Protect" zur Unterstützung von Lagebesprechungen im Katastrophenfall. Beides sind hervorragende Beispiele für erfolgreiche Digitalisierung. Ganz neu ist das Verbundprojekt "RoboVaaS" (Robotic Vessels-as-a-Service), bei dem wir uns auf robotergestützte Dienstleistungen mit autonomen und ferngesteuerten Schwimm- bzw. Unterwasserdrohnen konzentrieren.

CDO Dr. Sebastian Saxe mit einer klaren Botschaft: Teamwork.
Foto: HANSEVALLEY

Diese Services könnten in einem Hafen der Zukunft küstennahe maritime Operationen wie die Inspektion unterstützen oder sogar vollständig übernehmen. Etwaige Projekte sind ohne das Zusammenspiel von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft jedoch nicht möglich. Digitalisierung ist Teamsport und verpflichtet zum Mitmachen und Mitgestalten. Wir haben auf der "Solutions Hamburg" ein Zeichen gesetzt und hoffen, dass dieser Impuls inspiriert und zum Mitmachen animiert.

HANSEVALLEY: Herzlichen Dank für die offenen Worte und die konkreten Einblicke in Ihre Arbeit!

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 Hamburg Digital Background: 

"Hamburg Digital": Gemeinschaftsstand Digitales Know-how auf der "Solutions Hamburg"

"Digitale Stadt": Steuerung, Projekte und Daten der Freien und Hansestadt Hamburg

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Hamburger Abendblatt: "Die Digitalisierung der Hamburger Verwaltung stockt" (26.10.2018)
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HANSEPERSONALITY Jens Meier: "Wir leben in einem Zeitalter der Veränderung – und das sollten wir als Chance sehen."
hh.hansevalley.de/2018/09/hansepersonality-jens-meier.html

HANSEPERSONALITY Christian Pfromm: "Digitalisierung ist Chefsache!"
hhansevalley.de/2018/06/hansepersonality-christian-pfromm.html

HANSEVISION: Von ehrbarer Kaufmannssiedlung zur Digitalen Metropole Hamburg.
hh.hansevalley.de/2018/01/hansevision-hamburg-digital-metropole.html

HANSEPERSONALITY Dr. Sebastian Saxe: Erfolgsfaktoren für Digitalen Hafen und Digitale Stadt. 

Sonntag, 28. Oktober 2018

HANSEPERSONALITY Fabian Friedrich: "Hamburg als Blockchain-Standort an Europas Spitze bringen"

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

In Zukunft werden wir mehrheitlich über die Blockchain bezahlen. Viele Banken wird es nicht mehr geben. Kommunikation zwischen Maschinen wird über Distributed Ledger-Technologien abgesichert. Der Chief Digital Officer der Hafenverwaltung HPA und der Wirtschaftsbehörde BWVI Sebastian Saxe sagt: In 2019 werden neben Künstlicher Intelligenz vor allem Blockchain-Anwendungen ins Blickfeld der digitalen Innovationen auch in Hamburg rücken. 


Blockchain-Vordenker Fabian Friedrich.
Foto: Skyfi

Fabian Friedrich ist Blockchain-Experte und First Mover seit 2013. Der 35-jährige Reitbrooker hat die größte Blockchain-Konferenz an der Elbe organisiert - mit durchschlagendem Erfolg. Mit "Blockchance" hat er den Treffpunkt für die verteilte Datenbank-Technik in Hamburg verankert. Der Informatiker macht Hamburg zu einem Hotspot der Blockchain-Szene. Unser HANSEPERSONALITY ist Innovator und Unternehmer Fabian Friedrich:

Du hast 2010 erstmals vom Bitcoin gehört. Damals stand die Kryptowährung bei einem Wechselkurs von 3,- €. Vor 5 Jahren hast Du zusammen mit Deiner Freundin in Hamburg den ersten veganen Weihnachtsmarkt organisiert und fürs Bezahlen Bitcoins akzeptiert. Bist Du heute Millionär? Und wenn nein, würdest Du bei 3,- € jetzt einsteigen?

Mein Wunsch ist es, Karma-Millionär zu werden und mit meinem Handeln Millionen Menschen positiv zu beeinflussen. Angekommen bin ich dort noch nicht, aber ich bin auf einem guten Weg. Wenn ich auf diesem Weg als Energieausgleich auch den einen oder anderen Bitcoin, Skycoin oder Euro verdiene, bestärkt mich das und ich nehme diese Unterstützung dankend entgegen. Aber Millionär im herkömmlichen Sinne bin ich nicht, nein.

Fabian Friedrich mit "Synth" (Skycoin Foudner und früherer Bitcoin Entwickler)
Foto: Karsten Eichhorn

Die Frage, ob ich heute bei 3,- € einsteigen würde, beantworte ich mit einem klaren 'Ja'. Damals war mir das Ausmaß der technologischen Neuerung bewusst. Heute weiß ich zudem, dass die Technologie funktioniert. Solide Kryptowährungs- und Blockchain-Projekte sind ein gutes Investment. Die gängigen Wachstumsprognosen sprechen für sich und ich sehe, dass sogar diese viel zu konservativ gedacht werden. 2020 werden wir den Bitcoin-Kurs wohl schon bei über 100.000,- € und den gesamten Kryptowährungsmarkt bei über 1 Trillion Euro sehen.

Ende August d. J. hast Du mit Deiner Firma Skyfi zusammen mit dem Mlove-Campus aus dem Stand die größte Blockchain-Konferenz Hamburgs organisiert - mit internationaler Besetzung und ohne Hamburger Lametta-Mentalität. Was hast Du selbst auf der "Blockchance"-Konferenz gelernt, das Du gern in die Stadt tragen möchtest?



Chief Digital Officer von BWVI und HPA Sebastian Saxe.
Foto: HANSEVALLEY

Die "Blockchance Conference Hamburg 2018" war ein riesiger Erfolg. Mit mehr als 350 Teilnehmern, 35 Sprechern und mehr als 25 Pressevertretern haben wir starke Aufmerksamkeit auf die Themen Blockchain, Kryptowährungen, die Zukunft des Wirtschaftens und der Zusammenarbeit lenken können. Die Gäste kamen aus der ganzen Welt. Neben Wirtschaftsvertretern und Blockchainern waren auch Vertreter aus dem Hamburger Rathaus und der Bürgerschaft zu Gast.


"In 10 Jahren werden wir die Welt nicht wiedererkennen."

Ich durfte auf der Konferenz lernen, dass Hamburg innovativer und zukunftsorientierter ist, als so manch einer gedacht hat. Es fehlt dem Hamburger nicht an Mut, neue Wirtschaftsbereiche zu erschließen, er freut sich aber darüber, bei den ersten Schritten an die Hand genommen zu werden. Deswegen liegt 2019 unser Fokus auch noch mehr darauf, diese technologische Revolution greifbarer und verständlicher zu machen.


Noch ist die Blockchain-Technologie ein Nischenthema und diverse Berater und IT-Dienstleister suchen nach konkreten Anwendungsbereichen z. B. in der traditionellen Logistikindustrie. Wer muss überzeugt werden, daran mitzuentwickeln und den Stein des Weisen zu finden, um aus einer Nische einen Markt zu machen?


"Skyminer" zum Schürfen von "Skycoins".
Foto: HANSEVALLEY

Die Blockchain-Technologie steckt in den Kinderschuhen und ist weltweit in der Testphase. Fast jedes größere Unternehmen, nicht nur aus der Finanz-, Kommunikations- und Logistikbranche, leistet sich mittlerweile eine Blockchain-Abteilung bzw. baut diese gerade auf. Ich habe das Gefühl, dass das Thema schon jetzt Einfluss in zahlreichen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft erlangt hat. 


"Wir müssen die 5% Avantgardisten überzeugen. Und sollten die Chancen zum Guten nutzen."

Die einzigen Blockchain-Anwendungen, die heute schon aus der Testphase heraus sind, sind dezentrale Kryptowährungen, von denen es mittlerweile weltweit schon mehr als 2.000 gibt, und die mit einer Marktkapitalisierung von knapp 200 Milliarden Euro in den letzten 10 Jahren - im wahrsten Sinne - aus dem Nichts entstanden sind. 
Aber: Eine Welle komplexerer Blockchain-Anwendungen steht in den Startlöchern: 

Die Hamburger Hochbahn und die Deutsche Bahn fangen an, ihre Fahrpläne per Blockchain zu optimieren, die New Yorker Börse baut in Zusammenarbeit mit Microsoft und Starbucks Bitcoin-Futures auf. Der Gründer von JavaScript und Mozilla entwickeln den Blockchain-Browser Brave, Amazon Web Services partnert mit QTUM Coin, IBM partnert mit Stellar Lumens Coin, Bosch mit IOTA, die Wikipedia Gründer betreiben Everipedia, eine Blockchain basierte Enzyklopädie und Skycoin baut mit Skywire ein dezentrales Blockchain-Meshnet auf, das Internet 2.0, nur um einige wenige Beispiele zu nennen.

Du planst, ab Mitte kommenden Jahres einen eigenen Blockchain-Hub im Rahmen des neuen Fintech-Hubs "Finhaven" vom Betahaus in der Hafencity einzurichten und auf einer Coworking-Etage Companies zu Distributed Ledger-Technologien zu versammeln. Was steckt dahinter und wohin soll die Reise gehen?


William Mougayar, Blockchain-Vordenker, Investor + Autor
Foto: HANSEVALLEY

Der "Blockchance Campus" soll im August 2019 in der Woche vor der "Blockchance Conference Hamburg 2019" eröffnet werden. Wir sind bzgl. der Räumlichkeiten in engen Gesprächen mit dem Fintech-Hub in der HafenCity, denn wir finden die Nähe zur Finanzindustrie und zum Logistikzentrum Hafen besonders attraktiv. Wir haben aber auch noch andere Optionen.


"Mir geht es darum, den technologischen Wandel nach Möglichkeit harmonisch zu gestalten."

Das Ziel des Hamburger "Blockchance Campus" ist es, Hamburg als Blockchain-Standort an Europas Spitze zu bringen. Branchen-Synergieeffekte sollen genutzt und Startups und Migration gefördert werden. Auch die Vernetzung mit anderen Blockchain-Hubs weltweit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Konzeptes. In enger Zusammenarbeit mit dem Rathaus sollen zudem Blockchain-freundliche Gesetze entwickelt werden. Kurse wie z.B. "Certified Blockchain Professional" oder "Certified Ethical Hacker" werden regelmäßig angeboten.


Die Blockchain-Technologie von 2008 steht für Dich in einer Reihe mit der Erfindung des Flugzeugs 1903 und des Buchdrucks von 1440. Wenn der Buchdruck den Menschen die Informationen gebracht hat und das Flugzeug die Menschen über Grenzen hinweg zusammenbringt, welche gesellschaftliche Aufgabe kann die Blockchain übernehmen?

Die Blockchain-Technologie, die Technologie der dezentral verteilten, synchronisierten Datenbanken, ermöglicht es nun, die Informationen über alle Grenzen hinweg direkt zu teilen. Das funktioniert ohne zentrale Instanzen wie z.B. Verwaltungen, Banken, Treuhänder oder Notare dadurch, dass man sich auf die gemeinschaftliche Nutzung öffentlich einsichtiger und unveränderlicher Algorithmen einigt. 


"Wir sind heute im Jahr 1903, als die Gebrüder Wright den ersten Flyer steigen lassen konnten."

Dies ermöglicht sicheren, direkten und unabhängigen Datenaustausch weltweit. Ob es hier um Geldtransfers, Kommunikation, Eigentumsüberschreibungen, Austausch einzelner Aspekte digitaler Identitäten oder Maschinen zu Maschinen Kommunikation im Internet of Things (IoT) geht, spielt keine Rolle. Die Menschheit braucht in Zukunft keine Banken mehr, um Handel zu treiben, keine Notariate mehr, um Vermögen zu überschreiben und kein Facebook mehr, um Freunde zu finden.

Du gehst noch einen Schritt weiter und sprichst von der sozial-ökonomischen Revolution. Du sagst, Distributed Ledger-Technologien werden in allen Lebensbereichen und in allen Anwendungen Einzug halten. Wo werden Blockchain-Datenbanken und -Anwendungen künftig praktisch eingesetzt - und wofür?

Die Blockchain optimiert und vereinfacht die Kooperationen mehrerer Parteien, Firmen oder Personen so sehr, dass es im sozialen und wirtschaftlichen Bereich aber auch politisch viel mehr Sinn macht, zusammenzuarbeiten. Aus einer Konkurrenz-Gesellschaft kann eine Kooperations- und Konsens-Gesellschaft erwachsen.

Durch die - von Natur aus dezentrale - Struktur der Blockchain-Anwendungen wird auch der Jahrtausende alte Pfad der Menschheit Richtung Zentralisierung zu Ende gehen und ein neues Zeitalter, dass der Dezentralisierung und Selbstverantwortung, beginnen. Dies wird bestimmt nicht von heute auf morgen und bestimmt auch nicht ohne Widerstand passieren, aber trotzdem sehe ich, dass es keine Alternative zu dieser Entwicklung gibt. 


Eingesetzt werden Blockchains bald schon an zahlreichen Stellen. Wenn zum Beispiel kleine Gemeinden mit lokalen Währungen ihre Wirtschaft stärken, wenn Autos autonom an einer IoT-Ladesäule Strom tanken, wenn Banken mit anderen Banken Werte transferieren, wenn unsere Mobiltelefone untereinander ein dezentrales Mobilfunknetz spannen oder wenn Patienten über ihre Krankenakte selber bestimmen möchten und jedem Arzt nur die Zugriffe erlauben, die auch benötigt werden. Das Feld der Einsatzgebiete ist einfach unendlich groß.

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Eine internationale Blockchain-Konferenz in der Hafencity, ein CDU-Wissenschaftsexperte, der einen "Hamburg Coin" und die Förderung der Technologie fordert und dazu jede Menge starker Branchen, wie Logistik und Finanzen. Was läuft in Hamburg in Sachen Innovationen richtig gut, und bei welchen Themen fährst Du lieber nach Berlin?

Bekommt Hamburg bald einen eigenen "Hamburg Coin"?
Foto: Flickr/Antana, Lizenz: CC BY SA 2.0

Als gebürtiger Hamburger fahre ich gerne nach Berlin, um mich inspirieren zu lassen. Doch vermisse ich dann bald schon die hanseatisch entspannte, konkrete und konzentrierte Mentalität der Hamburger. Hamburg wird nicht ohne Grund das Tor zu Welt genannt und glänzt durch seine hervorragenden Handelsbeziehungen zu Asien. Gerade diese wollen wir nun weiter entwickeln, um Partnerschaften mit asiatischen Ländern, die im Blockchain-Bereich eine Vorreiterstellung haben, auszubauen. 

"Wir müssen die technologische Evolution zu unserer eigenen machen, bevor wir von ihr überrollt werden."

Aber natürlich muss man ganz klar sagen, dass die Blockchain-Szene in Berlin aktuell sehr stark ist und es dort einige herausragende Firmen gibt. Die internationale Anbindung, die Dichte an Firmenzentralen und der direkte Draht zur Bundespolitik sind da natürlich drei ausschlaggebende Faktoren. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass Hamburg ein riesiges Potential hat, was Blockchain angeht. gerade in den Bereichen Logistik, Handel und Gaming, wo Hamburg schon lange sehr stark ist. 

Das Projekt „Hamburg Coin“, zu dem meine Partnerin Ewa mich vor ca. 10 Monaten inspirierte und das seit dem durch Skyfi konzeptionell entwickelt wird, findet nun auch in Gesellschaft, Medien und Politik gehör. Die Realisierung würde Hamburg als Blockchain-Standort weltweit nach vorne bringen. Wir arbeiten daran, dass es dafür eine überparteiliche Koalition gibt. Die Offenheit zu diesem innovativen Thema und auch zum Thema Blockchain-Hub, die nun durch das Rathaus und die Bürgerschaft signalisiert wurde, macht mich hoffnungsfroh.

*  *  *

Vielen Dank für die offenen Antworten!
Das Interview führte Thomas Keup

 Hamburg Digital Background: 

"Blockchance"-Konferenz Hamburg:

"Hamburg Coin" im Hamburger Abendblatt:

"Finhaven" Fintech-Hub Hamburg:
finhaven.de/