Mittwoch, 31. Januar 2018

HANSESTARTUPS: Nect - Damit Benny auch wirklich Benny ist.

www.hansevalley.de


HAMBURG DIGITAL REPORT

Gewinner beim Gründergeist-Wettbewerb, bei Finanzplatz Hamburg, 
bei App-Award von 20Scoops und Radio Hamburg und 2. Sieger beim "Next Media Elevator". Dazu Gewinner vom "DB Startup Pitch" und des "KPMG Smart Start Award." Kaum ein anderes Startup brillierte 2017 auf Hamburger und norddeutschen Startup-Contests so sehr, wie Nect. Die Idee: der "virtuelle Personalausweis" - entwickelt in einem kleinen Büro in Harburg. 


Das Entwicklerteam für die digitale Identität.
Foto: Nect

42 Millionen potenzielle "digitalen Kunden" gibt es allein in Deutschland. 5-6 Versicherungen hat jeder Deutsche - und damit für 2-3 Versicherungsfirmen pro Kunde die Verpflichtung, dass Benny auch wirklich Benny ist. Neben der Identifikation beim Vertragsabschluss kommen Onlinekonto und Versicherungswechsel hinzu. Genau deshalb ist Nect ein echtes HANSESTARTUP. Ein Hamburg Digital Report aus Harburg:

Marmstorf, das Blankenese von Harburg, 1,5 Stunden mit Bus und Bahn von der Hamburger City entfernt. In einem unscheinbaren Gewerbekomplex arbeiten der 31-jährige Hamburger Benny und sein gleichaltriger Co-Founder Carlo aus Bremen an der digitalen Zukunft. Auf der Vorderseite des ehemaligen Möbelhauses werden Schnäppchenposten aus Büroauflösungen verkauft, im winzigen Büro durch den Hintereingang wird die digitale Zukunft entwickelt. Es ist das Zuhause unserer digitalen Identität, die die befreundeten Gründer des gehypten Hamburger Tech-Startups Nect entwickeln.

Gut ein Jahr dauerte es, bis aus einer fixen Idee ein fertiges Produkt wurde. Im November 2015 wurde an einem Wochenende bei der Gründerakademie der Wirtschaftsjunioren die Idee zu einem Konzept. "Identifikationsverfahren sind eine komplizierte Angelegenheit", fasst der Informatiker und frühere Generali-Mitarbeiter Benny Bennet Jürgens die Herausforderung zusammen. Bei unserem Versuch, per Sparkassen-Video-ID ein "Yomo"-Konto zu eröffnen, verzweifelten wir fast. Erst der 4. Anlauf zum Haspa-Testkonto klappte. Der Vater eines 2 Jahre alten Jungen bestätigt die Probleme bei Identifkationsverfahren mit einer Absprungrate von rd. 65%, egal ob Postident, Videoident oder Freischaltcodes.

Standard 2018: "Postident" am Postschalter für 10,- €

Als Alternative in Zeiten von Industrie und Mittelstand 4.0 ist der Postweg den meisten Banken und Behörden immer noch heilig und teuer: Zwischen 6,- und 10,- € kosten Post- wie Videoident-Verfahren pro Kunde, je nach Mengenrabatt. Das Verschicken einer persönlichen Unterschrift per Briefpost zur Identifikation ist weder wirtschaftlich noch funktionell, schon gar nicht, wenn im Kernprozess die meisten Abläufe standardisiert, elektrifiziert und damit automatisiert sind. "Es ist Zeit, etwas zu verändern", fordert der Nect-Co-Founder. Was also tun, um von Post-Schaltern wegzukommen?


Mehrstufige Authentifizierung zur digitalen Identität.
Foto: Nect
Von Anfang an fokussierten sich die cleveren Gründer auf ein B-2-B-C-Produkt und vermieden den schmerzlichen Pivot von Endkunden zu Geschäftskunden. Dabei stellt das heute 4-köpfige Team dennoch den Nutzer in den Mittelpunkt - und ermöglicht eine persönlich kontrollierte digitale Identität für Registrierung z. B. bei Banken und Versicherungen. Als zeitgemäßes Angebot setzt die "Nect-ID" von Anfang an auf die Verwaltung und Nutzung der eigenen Identität per Smartphone und die Freigabe für Registrierung, Logins oder Transaktionen via Touch-ID.

Der Markt: Onlinekonten, Kreditkarten, Versicherungen

Für den Normalanwender fühlt sich der Service an, wie die Video-Identifikation für ein Online- oder Mobile-Konto (wenn es nicht gerade S-Direkt in Halle macht). Dabei besteht die Prüfung - wie bei "Web-ID" - aus zwei Teilen. Zum Einen wird der eigene Personalausweis oder Reisepass in einem Video aufgezeichnet und sichergestellt, dass keine fremden Fotos genutzt wurden. Zum anderen wird das Dokument mit dem eigenen Gesicht abgleichen. Bilder zu überprüfen, funktioniert über Länder- und damit Gesetzesgrenzen hinweg. Ein charmanter Vorteil, den sich die Entwickler zu Eigen machen.

Als Einsatzfelder sind für Benny und sein Team Onlineabschlüsse von Versicherungen interessant, ebenso wie die Glücksspielprävention von Lotto-Plattformen oder die Freischaltung von Kreditkarten. Weitere Einsatzszenarien sieht der - den "Werk 1"-Accelerator 2016 erfolgreich absolvierte - Jungunternehmer in der Online-Gewerbeanmeldung von Kommunen, Dauerrezepten für Dauerrezepten oder die Freischaltung eines neues neuen Kredit- oder Debitkarten-PINs nach Verlust. Eine Online-Identität kann bei allen Dienste helfen, die heute per Briefpost oder 1 ct-Überweisung die Identität ihrer Kunden überprüfen.

Die Datenschutz-konforme Lösung "Made in Hamburg"


Die digitale Identität auf dem Smartphone.
Foto: Nect
Die ab Ende Mai verbindliche Datenschutzgrundverordnung und das verschärfte EU-Recht spielen den Entwicklern von der Süder-Elber in die Hände. Vorstände werden mit den neuen Regularien haftbar, sollten Daten ihrer Kunden auf unerlaubte Weise genutzt werden oder den Besitzer wechseln. Bedenkt man, dass rd. die Hälfte aller Postident-Verfahren nicht korrekt durchgeführt wurden, droht ein gewaltiges Risiko. Eine renommierte Kanzlei bestätigte dem Hamburger Team per Gutachten, mit ihrer zum Patent angemeldeten Lösung ein nach neuem Recht konformes Paket anzubieten.

Mit Ihrem digitalen Postschalter auf dem Smartphone starten die cleveren Harburger zunächst im heimischen Markt. Dabei stehen vor allem Versicherungen als Kundengruppe oben auf der Liste. Anschließend geht es in den Ausbau auf europäischer Ebene mit den EU-Top-5-Ländern inkl. Großbritannien. Perspektivisch kann Nect auch international interessant werden, wenn alles gut läuft. Und der Markt der digitalen Identitäten ist zunehmend umkämpft. Gerade in Palo Alto und dem Valley gelten Startups zu Privacy-Themen als "heißer Scheiss". Kein Wunder, dass die Liste der Marktbegleiter nicht gerade kurz ist:

"Heisser Scheiss" in Berlin, Hamburg und Palo Alto


Heiß umkämpfter E-Identity-Markt in Europa.
Grafik: Esquared, Januar 2018
Ob das Darmstädter Startup "Authada" mit einer Lösung auf Basis des elektronischen Personalausweises (eID), der von Facebook übernommene, Bostener Nect-Wettbeweber Confirm.io, der kalifornische Wettbewerber Jumio mit "Netverivy", die Axel Springer-Plattform "Verimi" mit Allianz, Daimler, Deutscher Bank, Lufthansa und Telekom mit einem Facebook-Connect-Klon, das Berliner Startup WebID mit der Video-ID oder das Hamburger Startup Yes auf Grundlage von Sparkassenkonten - sie alle wollen ein Stück vom Kuchen des neuen Geschäftsfeldes - sei es, um Daten auszuwerten, sei es um fürs Marketing zu arbeiten oder um den Kundenkontakt zu besitzen.

Benny sieht für seinen Service deutliche Unterschiede zur Konkurrenz von Konzernen, Startups und aus den US-Techhochburgen: "Es geht darum, die digitale Identität unabhängig zu nutzen, nicht Daten für das Marketing zu generieren." Damit positionieren sich die jungen Hamburger als unabhängiger Anbieter und "Trust Center" für die eigenen Daten. "Ich finde, daß das sehr wichtig ist", bringt es Benny im Interview mit HANSEVALLEY auf den Punkt. Dem gebürtigen Hamburger ist das Thema äußerst wichtig: "Zur Zeit wird es einem sehr einfach gemacht, nicht privat zu ein." Und zieht den Schluss: "Es sollte einfach gemacht werden, wieder privat zu sein."

Privacy: Mache ich es mir leicht oder schwer?

Benny treibt das Thema nicht ohne Grund an: Auf dem Facebook-Account seiner 19-jährigen Schwester konnte er einfach private Fotos ihrer Schulfreundinnen finden. Das hat ihn ganz persönlich motiviert. "Ich stehe zu dem Thema. Warum soll ich nicht für etwas kämpfen?" Der sympathische Hamburger ergänzt: "Mache ich es mir leicht oder mache ich es mir schwer?" Für schnelle, einfache Antworten ist der junge Familienvater eher nicht zu haben.


Entwickler, Unternehmer, Familienvater: Benny Bennet Jürgens
Foto: Nect

Für den "digitalen Personalausweis" auf dem Smartphone bringt er alle Voraussetzungen mit: Bereits mit 9 Jahren programmierte er auf einem VTech-Kinderlaptop. So, wie er einfach gern lernt, so sieht er sich am Liebsten vielseitig aufgestellt - als Generalist mit umfassenden IT-Kenntnissen und als Nachwuchsunternehmer mit dem Wunsch, Nect eines Tages ganz groß rauszubringen - und mit seiner Firma und der digitalen Identität vielleicht sogar an die Börse zu gehen. Aber erstmal will Benny mit seinem Team in diesem Jahr auf 7 Mitarbeiter wachsen - und in die City ziehen. Wir wünschen Nect auf dem Weg allen erdenklichen Erfolg! Denn die besten Startups sind HANSESTARTUPS.


* * *

 Hamburg Digital Background: 

Nect Hamburg - Die digitale Identität:
https://nect.com/

Datenschutz Grundverordnung - DSGV
https://de.wikipedia.org/wiki/Datenschutz-Grundverordnung

E-Identy-Initiativen in der Europäischen Union
https://asquared.company/blog/e-identity-initiativen-der-europaeische-weg-606/

 Hamburg Digital Events: 
  
1. Hamburg Insurance Innovation Day: Startups
www.hsba.de/hsba/unsere-hochschule/team/1-hamburg-insurance-innovation-day-start-ups/

 Hamburg Digital Reports: 

HANSETECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: Die Yomo-App
http://hh.hansevalley.de/2017/12/hansetechtest-yomo-haspa.html

Sonntag, 28. Januar 2018

HANSEPERSONALITY Martin Böhm: Antworten von Beiersdorf-Pressesprecherin leider verboten worden.

Eine blaue Hautcreme, dazu Pflege für Kids, Muttis, Männer und Best Ager. Es gibt so gut wie nichts, was es bei Nivea nicht gibt. Ein Blick auf Werbemillionen und Discounter zeigt: Der Wettbewerb für Beiersdorf wird härter. L'Oréal, P&G, Schwartzkopf & Henkel oder Unilever aus der Hafencity: Alle haben die Generationen "Y" und "Z" im Visir, tummeln sich mit Influencern auf YouTube. Dazu die Drogeriegiganten DM und Rossmann. Selbst Vorwerk und Würth rühren für Handelsmarken an Töpfchen und Tigeln.


Nivea-Haus am Jungfernstieg in Hamburg.
Foto: Beiersdorf

500 Mio. Kunden haben jeden Tag in mehr als 150 Ländern weltweit Nivea-Produkte in der Hand, mit "Nivea Men" ist das Team aus Eimsbüttel Weltmarktführer. Westeuropa ist der wichtigste Markt für die Hamburger. Was macht Beiersdorf in Sachen Datenauswertung für mehr Effizienz, im Digitalmarketing für neue Kunden und welche digitalen Produkte plant man an der Unnastraße? Beiersdorf Chief Digital Officer Martin Böhm steht exklusiv Rede und Antwort. Ein Hamburg Digital Interview:

Martin Böhm: Sie sind seit mehr als 10 Jahren bei Beiersdorf, ihr Herz schlägt für die Farbe Blau. Sie sind als Chief Digital Officer eine echte "Inhouse-Lösung". Sie tragen keine Skimütze und treten bei SAP ohne bunte Sneakers auf. Ganz ehrlich: Was halten Sie von Digitalstrategien?

Hinweis der Redaktion: Martin Böhm wollte uns die Fragen zu unserem Interview gern abgestimmt beantworten. Wir haben ihm dazu auch mehr Zeit eingeräumt, als geplant. 

Leider hat die Leiterin der Pressestelle von Beiersdorf aus persönlichen Ressentiments und ohne eine Angabe von sachlichen Gründen die Beantwortung unserer Fragen verboten.

Zu unserem Bedauern müssen wir von einer Ungleichbehandlung ausgehen und weisen das Verhalten als Bruch für die Pressestelle verbindlicher PR-Kodizes zurück. 

Fast jedes Digitalkonzept besteht aus 1. Datenanalyse, 2. Digitalansprache und 3. Digitalen Produkten. Fangen wir vorn an. Sie sind Daten- und Technologiespezialist: Wie werden heute 1.300 Nutzer ihrer Datenplattform mit unterschiedlichen Informationen aus diversen Quellen fertig?

s. o.




Thema Digitalansprache: Besucht man das Nivea-Haus am Jungfernstieg, sieht man viele Kundeninnen im "besten Alter". Wie können Sie junge Kunden digital begeistern? Junge Produkte haben Sie mit "Nivea Visage Young", "Nivea Men (Hipster-)Bartöl" oder "Nivea Baby" im Sortiment.

s. o.

Bleiben wir bei den Daten: Westeuropa ist mit Abstand der wichtigste Markt für Nivea und Beiersdorf. Sie denken über neue, digitale Kanäle in der Kundenansprache nach. In welchen Ländern sind Ihre Kunden schon heute digital unterwegs - und wo eher noch nicht?

s. o.

Sie haben eine Innovationsabteilung am Wiesingerweg - mit Datenanalysten, Technologiescouts und Digitalen Business Developern. Auch Sie haben eine "Digital Factory" mit Creative Space. Hand aufs Herz: Wann werden Ihre Produkte digital, nicht nur ihr Vertrieb? Und wie?

s. o. 



Bleiben wir beim Mindset: Nivea - das ist weiße Creme in blauen Dosen. Ihre Leitmarke überstrahlt Eucerin und La Prairie, Hansaplast und Tesa? Wie können Sie die Mitarbeiter mit auf die Reise nehmen, Mitarbeiter die sicher nicht "blauäugig" gegenüber den Veränderungen sind.


s. o. 

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Nivea und Beiersdorf sind so Hamburg, wie Otto und Tchibo. Wo läuft die digitale Transformation in unserer Stadt schon richtig rund - und wo könnten Politik, Verwaltung und Unternehmen noch "eine Schüppe zulegen"? Offenheit ist gefragt!

s. o. 

*  *  *

Redaktionelle Schlussbemerkung: 

HANSVALLEY arbeitet nach dem Deutschen Pressekodex und stimmt seine Hamburg Digital Interviews mit Gesprächspartnern vertrauensvoll ab. Wir bedauern das unternehmerisch fragwürdige Verhalten einer leitenden PR-Mitarbeiterin von Beiersdorf.

Das Hamburg Digital Magazin steht für ein fundiertes Interview auch über Beiersdorf, dessen Digitalisierung und den erforderlichen Kulturwandel zur Verfügung. Unfaire PR-Praktiken zu Lasten unserer Leser weisen wir gegenüber Beiersdorf und Maxingvest zurück.


 Hamburg Digital Background: 

Martin Böhm bei Linkedin
/www.linkedin.com/in/2martinboehm/

Vortrag Martin Böhm zu Smart Data
https://youtu.be/3jTW2BEe9AQ

Video zu Digital Marketing und E-Commerce
https://youtu.be/7YapmUzdMY8

Seite zu Content Marketing bei Nivea
www.beiersdorf.com/beiersdorf-live/career-blog/blog-overview/2017/03/14-content-marketing-nivea-from-buzzword-to-business

Seite zu Influencer Marketing bei Nivea
www.beiersdorf.com/beiersdorf-live/career-blog/blog-overview/2017/08/25-the-nivea-hair-always-on-campaign

Mittwoch, 24. Januar 2018

ALSTERCOMPANY: Vertrauen ist die Antwort.

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Prressekonferenz mit Wirtschaftssenator Frank Horch.
Foto: HANSEVALLEY
Offenheit statt Flaschenhals, Dialog statt Frontalbeschallung, Influencer statt Werbedruck: Längst sind in der Kommunikation von Unternehmen die Digitalisierung und der Kulturwandel angekommen. Austausch und Verständigung auf digitalen Plattformen, Offenheit und Fairness im persönlichen Kontakt - das ist auch für Hamburger Pressesprecher das Gebot der Stunde - doch leider noch nicht immer Selbstverständlichkeit.

ALSTERCOMPANY ist mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Kommunikation für Großunternehmen, Aktiengesellschaften, Branchenverbänden und den öffentlichen Sektor, mit über 12 Jahren Engagement in Sozialen Medien, mit mehr als 14 Jahren Verankerung in Informationstechnologien und über 7 Jahren Kooperation mit Tech-Startups eine erste Adresse für Unternehmen und Institutionen an Alster und Elbe. Ein Erfahrungsbericht:


Die verantwortliche Pressesprecherin eines Hamburger Konsumgüterherstellers scheint nach 5 Jahren Leitungstätigkeit den Anschluss in die digitale Zukunft ein wenig verloren zu haben. Das mit ALSTERCOMPANY verbundene Hamburg Digital Magazin musste dreimal anfragen und sich schließlich an den Vorstand wenden, um in den Presseverteiler aufgenommen zu werden. Anfragen zur digitalen Transformation des Nonfood-Herstellers lehnt die Corp Comm-Chefin wiederholt ab.

Nach 18 Jahren in Marketing, Nachhaltigkeit und Kommunikation für den Familienkonzern scheint die Managerin den Sprung in die digitale Gegenwart leider noch nicht geschafft zu haben. Ein Interview mit dem neuen Chief Digital Officer wird von ihr kurzerhand gecanncelt, die Teilnahme von Mitarbeitern an der Hamburg Digital Community untersagt. Bis vor drei Monaten durften Manager nicht einmal Fachvorträge halten. Offenheit, Dialog und Partnerschaft scheinen in Eimsbüttel noch nicht wirklich angekommen zu sein.

Menschen interessieren sich für Menschen. Auch 2018.

Doch es geht auch anders: Der verantwortliche Kommunikationsmitarbeiter einer Hamburger Institution sucht nach einem kritischen Fragenkatalog den Dialog. In einem offenen Gespräch baut der langjährige Manager neues Vertrauen für seine Einrichtung auf, freut sich über ein offenes Wort und gewinnt aus dem Kaffeetermin wertvolle Erfahrungen für eine nicht immer ganz einfache Pressearbeit. Eine Stunde Offenheit und Fairness, die das Bild einer Einrichtung positiv verändern helfen.

Die Beispiele zeigen, dass eine erfolgreiche Kommunikation auch in Zeiten digital-vernetzter Bezugsgruppen ein People-Business sind und bleiben. Es sind die Bereitschaft zum vorurteilsfreien Austausch, zur partnerschaftlichen Verständigung und zur persönlichen Nähe, die echtes Vertrauen geschenkt bekommen und begeisterte Empfehlung ermöglichen, wie die Präsentation von ALSTERCOMPANY untermauert und praktisch belegt:



Vertrauen ist ein Geschenk. Niemand kann es kaufen. Nicht in der Beziehung, nicht im Geschäftsleben. Niemand kann es erzwingen. Nicht in der Pressearbeit, nicht im Marketing. Aber man kann dafür arbeiten - mit Informationen, Kommunikation und Kollaboration. Ein Beispiel ist der Pressesprecher einer großen Hamburger Bank. Nach der Nichtverfügbarkeit eines digitalen Services kümmert er sich umgehend um eine Lösung, kommuniziert so offen wie möglich - und gewinnt einen äußerst positiven Hamburg Digital Report.

Sein Vorstandsvorsitzender bedankt sich beim Neujahrsempfang einer Hamburger Tageszeitung für den lebendigen Beitrag. So wird aus Offenheit eine Chance, wird aus einem Problem eine Lösung, wird aus Kommunikation eine positive Geschichte. Das Beispiel zeigt: Offenheit, Fairness und Professionalität sind die Grundpfeiler für jede Kommunikation - sei es mit einem Online-Magazin, sei es durch einen Startup-Blog, sei es in sozialen Medien. Manipulative Shitstorrms und hinterllistige Intervention gehören nicht dazu.

Resonanz und Relevanz für die Digitale Transformtion.

Mit dem Digital Hub Logisics Hamburg hat ALSTERCOMPANY seit August vergangenen Jahres ganz praktisch gezeigt, wie digital-vernetzte Kommunikation aussehen kann: von der klassischen Pressekonferenz mit Wirtschaftssenator Frank Horch über das offen-vernetzte Meetup mit der Hamburger Logistikszene bis zu professionellen Videointerviews auf Facebook Live. So konnte in weniger als einem halben Jahr Resonanz und Relevanz für den Innovationshub und die Transformation der internationalen Logistik aufgebaut werden. Werte, der durch Kontinuität gefestigt werden können.

Das Engagement im Auftrag der Freien und Hansestadt zeigt, dass professionelle Kommunikation im Jahr 2018 vor allen Dingen Community-Management bedeutet, mit offenem Community-Networking auf digitalen und persönlichen Plattformen, mit ehrlicher Community-Kommunikation auf medialen, sozialen und persönlichen Kanälen und mit fairer Community-Kollaboration inkl. anerkennender und wertschätzender Verankerung über einzelne Maßnahmen oder Kampagnen hinaus.

Traurige Realität: Unfairer Dialog & Machtgebahren.

Leider ist der eingangs geschilderte Fall einer wenig vertrauensvollen Pressearbeit kein Einzelfall. Der Pressesprecher eines Hamburger ÖPNV-Anbieters glaubte mit unfairer Kommunikation und einer offenen Drohung die Arbeit von HANSEVALLEY beeinflussen zu können. Der Pressechef meinte - ähnlich wie seine Kollegin aus der Privatwirtschaft - ein persönliches Hintergrundgespräch ohne Begründung canceln zu müssen - ohne eine sachliche Begründung.

In einem scheinbar zur Klärung vereinbarten Telefonat dominiert der seit 10 Jahren jetzt tätige Kommunikationschef über eine halbe Stunde das Gespräch, ohne einen Satz ausreden zu lassen. Der erste Gedanke von wenig Fairness bestätigte sich in der offen ausgesprochenen Drohung, "ohne ihn keinen Gesprächspartner in dem stadteigenen Betrieb zu finden". Damit bestätigte sich das ungute Gefühl, hier keinen offen und fairen Ansprechpartner zu finden.

ALSTERCOMPANY kann keine Unternehmenskultur verändern. Mit den Hamburg Digital Relations werden sich "traditionelle" Pressesprecher*innen nicht anfreunden können. Kommunikatoren, die sich auf den Weg machen, die digital-vernetzte Zukunft mitzugestalten, gewinnen mit einer erfahrenen, inhaltlichen sowie mit einer offenen und fairen Kommunikation - als Aktiengesellschaft wie als stadtnahe Institution - einen starken Partner. 

Das bietet sich besonders für Innovations- und Zukunftshemen an, für Corporate-Labs und gemeinsame Hubs. Das Einzige, was man mitbringen sollte, ist die Bereitschaft, sich selbst weiterentwickeln zu wollen. Dann gewinnt man gemeinsam genau jene, die mit diesem Mindset die Welt verändern - fernab von Skimützen, Hipster-Bärten und bunten Sneakers. Dafür aber mit einmaligen Werten - vom geschriebenen bis zum gehaltenen Wort. Und das ist Hamburg.



Demoday des Rockstart-Accelerator in Nijmwegen.
Foto: Thomas Keup Relations

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Sonntag, 21. Januar 2018

HANSEPERSONALITY Gunter Mengers: Ohne Werte geht es nicht - und Anstand ist immer modern!

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Vor 500 Jahren gründeten Hamburger Kaufleute die "Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns" - als Gegengewicht zum "Ehrbaren Rat" der Hansestadt Hamburg. Im vergangenen Jahr entschied die Vereinigung VEEK e. V., sich von der 1665 durch die "Ehrbaren Kaufleute" gegründeten Handelskammer Hamburg zu trennen. Die 1.200 Mitglieder der weltgrößten wirtschaftsethischen Vereinigung gehen das Jahr 2018 mit Offenheit und neuen Kooperationen an. Ein Hamburg Digital Interview mit dem Vorsitzenden der "Ehrbaren Kaufleute zu Hamburg" Gunter Mengers:


VEEK-Vorsitzender Gunter Mengers bei den Familienunternehmern
Foto: HANSEVALLEY

Sehr geehrter Herr Mengers: Sie sagen: "Wir sind keine Moralapostel." und "Wir wissen, dass es nicht immer ehrbar zugeht." Schauen wir auf den zunehmenden Druck durch globalen Handel, digital-vernetzten Vertrieb und virtuelle Produkte: Was macht Ihnen digital heute wirklich Angst.

Es ist nicht die grundsätzliche Digitalisierung, die nachdenklich macht. Das ist ein Prozess, der viele Vorteile und Erleichterungen bringt. Mit der damit verbundenen Geschwindigkeit ist allerdings die Gefahr verbunden, dass Dinge nicht ausreichend durchdacht werden und wichtige Grundlagen vernachlässigt werden. Das bezieht sich einerseits auf die Umgangsformen, die manchmal stark darunter leiden, aber – aus meiner Sicht – sehr viel bedeutender ist bestimmt, bestimmte Regeln des Anstandes und der Zuverlässigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Die notwendige Reaktionsgeschwindigkeit darf nicht dazu führen, dass Fairness und werteorientiertes Handels an Bedeutung verliert, weil vielleicht davon ausgegangen wird, dass bei der schnellen Umsetzung von Themen dies keiner merkt. Interessant ist in dem Zusammenhang auch die Frage, inwieweit künstliche Intelligenz derartige "Werte" berücksichtigen kann, oder soll.

Die "Ehrbaren Kaufleute" im VEEK sind alles andere, als verschlossene "Pfeffersäcke": Sie unterstützen mit 120 Mentoren aus dem Kreis Ihrer Mitglieder die jungen, internationalen Studenten der Wirtschaftshochschule HSBA, in Hamburg gut anzukommen. Wie sieht das ganz konkret aus?

Es gibt klare Vorgaben, was unter einer Mentorenschaft verstanden wird - und zwar für beide Teilnehmer. Der Mentor soll der jeweiligen Studentin oder dem Studenten behilflich sein, um sich in Hamburg einzuleben, Verbindungen schaffen zu Unternehmen, bei der beruflichen Entwicklung oder generell als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Wenn auch unterschiedlich im Einzelfall, so kann davon ausgegangen werden, dass 3-4 Treffen im Jahr stattfinden. Das Mentoring ist sehr erfolgreich und wird außerordentlich positiv von den Teilnehmern bewertet.Wir wollen das weiter ausbauen.

Es ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Aufgabe eines Familienunternehmers, die "nächste Generation zu bilden - im Sinne des kaufmännischen Handelns". Wie können erfahrene Unternehmer in Zeiten digital-vernetzter Information und Kommunikation den Nachwuchs erfolgreich erreichen?


Gunter Mengers: "Ohne Werte geht es nicht."
Foto: HANSEVALLEY
Die Weitergabe von werteorientierten Handeln gilt natürlich nicht nur für Familienunternehmer, sondern ganz allgemein. Wir stellen fest, dass die Bereitschaft der nächsten Generation, sich mit diesen Themen zu befassen, ganz deutlich steigt. Die negativen Beispiele der letzten Zeit aus der Großindustrie machen klar: Ohne Werte geht es nicht – und Anstand ist immer modern!

Insofern kann fast von einer Renaissance der Werteorientierung gesprochen werden - ganz im Sinne "Des Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg". Das sehen wir mit Freude. Wir konnten allein im vergangenen Jahr 160 neue Damen und Herren für uns als neue Mitglieder gewinnen.

Ihre Vereinigung will sich im neuen Jahr stärker und die Vernetzung der etablierten mit der jungen Wirtschaft bemühen. Sie haben zum Jahresauftakt ein "Generationen übergreifendes Netzwerk" angekündigt. Wann und wie dürfen Startups sich freuen, etablierte Kaufleute kennenzulernen?

Wir haben vor, über verschiedene Projektgruppen – teilweise branchenbezogen - Damen und Herren zu erreichen. Dazu gehört auch die "Zielgruppe" der Startups, die sich ja auch in Hamburg stetig weiter entwickelt. Das nehmen wir jetzt zügig in Angriff und sind sicher, gute Gelegenheiten zum Gedankenaustausch bieten zu können. Da unsere Altersstruktur sehr breit angelegt ist, ergibt sich daraus ein Generationen übergreifendes Netzwerk. Eine erstklassige Grundlage für Gespräche.

Auf dem Neujahrsempfang der Familienunternehmer haben Sie in Ihrer Gastrede das Thema "Künstliche Intelligenz" angesprochen, verbunden mit der Ankündigung, sich mit dem Thema "Moral von Maschinen" beschäftigen zu wollen. Was dürfen wir vom Verein VEEK erwarten?

Das wir uns mit dem Thema "Moral von Maschinen" beschäftigen wollen, ist vielleicht missverständlich verstanden worden. Darauf werden wir wohl keinen direkten Einfluss haben. Siehe dazu auch meine Anmerkung zu Ziffer 1. Aber es ist sicherlich ein sehr ernst zu nehmendes Thema, um nicht die Entschuldigung zu bekommen: Das war die "unmoralische" Entscheidung der Maschine, da konnte ich nichts machen. Wehret also den Anfängen. Frage ist nur, wer ist dafür zuständig. Die Programmierer, oder die Anwender?

Bleiben wir einen Augenblick bei Ihrer Organisation und der Unabhängigkeit von Ihrer "Tochter", der Handelskammer mit einem "rebellierenden" Präsidium. Was heißt die Unabhängigkeit für Sie - insbesondere in Bezug auf Hamburger Zukunftsthemen, wie Digitalisierung und Bildung?

Hamburger Spitzen (v.l.n.r.): Gunter Mengers (VEEK),
Tobias Bergmann (HK), Olaf Scholz (FHH)
Foto: HANSEVALLEY

Wir waren ja als VEEK auch schon bisher weitgehend eigenständig, allerdings mit traditionell engen Bindungen an die Handelskammer. In Übereinstimmung mit der Handelskammer haben wir über eine kürzliche Änderung unserer Satzung nun weitergehende Möglichkeiten, Entwicklungen ganz eigenständig zu bestimmen.

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage:

Sie haben vor den Familienunternehmern zu Jahresbeginn eine klare Botschaft gesetzt: "Gutes Verhalten kennt keine Grenzen." Sie sehen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kaufmännischem Streben und sozialem Engagement als Lösung. Was heißt das für unsere Stadt Hamburg in 2018?

Das ist natürlich eine kaum eindeutig zu beantwortende Frage, da es eine Vielzahl von unterschiedlichen Lösungsansätzen gibt. Da muss jeder Einzelne den Willen haben in dem Sinne zu agieren. Für Hamburg ist der gute Ruf den die Kaufmannschaft genießt natürlich sehr Bedeutungsvoll. Was natürlich grenzüberschreitend gilt. Also nicht nur für Hamburg und Umgebung.


*  *  *

Vielen Dank für Ihre offenen Worte!
Das Interview führte Thomas Keup.

 Hamburg Digital Interviews: 

HANSEPERSONALITY:
Kammer-Präses Tobias Bergmann: "Dialog auf Augenhöhe."


 Hamburg Digital Background: 

Der Verein "Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg" e. V.:
www.veek-hamburg.de

Jahresschlussveranstaltung 2017 "Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns":
https://youtu.be/AnpZjG7mQLo

Der VEEK e. V. in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Versammlung_Eines_Ehrbaren_Kaufmanns_zu_Hamburg

Der "Ehrbare Kaufmann" in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrbarer_Kaufmann

Freitag, 19. Januar 2018

HANSEVISION: Von ehrbarer Kaufmannssiedlung zur Digitalen Metropole Hamburg.

HAMBURG DIGITAL VISION


Blick in die Zukunft von Chefredakteur Thomas Keup
Foto: HANSEVALLEY
Von digitalisierten Prozessen über digitale Vertriebskanäle zu Digitalprodukten: was als klassischer Dreiklang in den Strategien Hamburger Unternehmen in Industrie & Handel, Hafen & Logistik, Finanzen & Versicherungen sowie Medien & Marketing auf der Agenda steht, ist für das Unternehmen Hamburg eine Herausforderung. Wie kann die Freie und Hansestadt - FHH - mit ihrem Chief Digital Officer und neuen Brücken interdisziplinäre Verwaltungsprozesse und digitale Services für Hamburger, Handelshäuser und die Hafenwirtschaft entwickeln. Eine HAMBURG DIGITAL VISION:

Ein chinesisches Konsortium will auf "Steinwerder-Süd" ein 4. Containerterminal bauen. Das ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs des Hafenmanagements HPA. Am 13. Juli 2017 verkündet das Hamburger Abendblatt: Chinas größte Firmengruppe für Internet-Dienstleistungen und Online-Handel - Alibaba -, der größte Hafenbaukonzern China Communications Construction Company (CCCC) und dessen Tochter ZPMC, Weltmarktführer bei Containerbrücken, planen auf den 42 Hektar an der Norder-Elbe ein vollautomatisches Hightechterminal mit überdimensionalem Logistikzentrum zu errichten - einschließlich Finanzierung und Projektmanagement.

Alibaba-Logistikzentrum oder Altenwerder-Sigthseeing?


Bisheriges BUSS-Terminal auf Steinwerder:
Neues Kreuzfahrtterminal oder Alibaba-Hub?
Grafik: HPA / Kartographie
Am gleichen Tag frage ich Angela Titzrath, Vorstandschefin des stadteigenen Terminalbetreibers HHLA, auf einer Konferenz zur digitalen Transformation der Logistik in der Handelskammer, nach ihrem Verhältnis zur Hafenbehörde HPA. Hätte ich gewußt, dass die reservierte Konzernlenkerin bei diesem Thema rot sieht, hätte ich mir die Frage eventuell noch einmal überlegt. Titzrath holt mit Schwung in Richtung Jens Meier aus und stutzt die technologisch erfahrene Hafenbehörde mit scharfen Worten auf einen "Infrastrukturdienstleister im Auftrag der Hafenwirtschaft" zurück.

Ein halbes Jahr später sage ich nach mehr als 120 Gesprächen, über 120 Nachrichten-Terminen, 200 Stunden Interviews, 380 Nachrichten und 150 Geschichten zur Digitalisierung allein in 2017: Ja, ich würde das Terminal bauen lassen. Ja, ich würde die Chinesen in der Stadt offen begrüßen. Ja, ich würde die Chancen mit einem Global Player Alibaba am Handels- und Logistikstandort Hamburg in den Mittelpunkt stellen. Warum? Weil der größte chinesische Internetkonzern an einem europäischen Hafen anlanden wird, entweder in Rotterdam, Antwerpen oder - nicht - in Hamburg. Und weil ein vollautomatisches Terminal und ein Alibaba-Logistikzentrum echte Leuchttürme für Hamburg wären, unabhängig vom 16 Jahre alten HHLA-Container Terminal in Altenwerder, dass man höchstens dem Bundespräsidenten vorführen kann.

Digitale Transformation + technologiebasierte Bildung.

UVNord-Präsident Uli Wachholtz
Foto: HANSEVALLEY
Szenenwechsel: Der Präsident der Vereinigung der Unternehmerverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein, Uli Wachholtz, schreibt den 600 geladenen Repräsentanten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft beim Neujahrsempfang 2018 der UVNord im Atlantik Hotel Hamburg am 9. Januar d. J. ins Stammbuch: "Wachstumstreiber werden Bildung und Digitalisierung, weniger als in der Vergangenheit der globale Handel, wie in den Jahren nach dem Mauerfall." Den Beweis liefert HHLA-Chefin Titzrath in einer Ansprache beim Wirtschaftsrat der CDU: In den vergangenen 2 Jahren hat sich die Zahl der internationalen Reedereien von 20 auf 12 dezimiert. In nur 2 Jahren.

Keine Festansprache, kein Grußwort und kein Pressestatement von Olaf Scholz, Katharina Fegebank und Frank Horch ohne den Hinweis, dass die digitale Transformation und die technologiebasierte Bildung der nächsten Generation das künftige Kapital an Alster und Elbe sein werden, damit in der stolzen und traditionellen Hafen- und Handelsstadt die Lichter nicht ausgehen. Womit wir beim Pferdefuss der Geschichte wären: Volker Ernst, Vorsitzender der Familienunternehmer in der Metropolregion sagt zum Neujahrsempfang am 9. Januar d. J. im Hamburg Mariott Hotel: "Unser Quartal dauert 25 Jahre. Unser Ziel ist es, unser Unternehmen in bestmöglicher Situation an die nächste Generation weiterzugeben."

Hamburg: Der rote Faden sind digitale Technologien.

Hamburgs Erste Bürgermeister Dr. Olaf Scholz
Foto: HANSEVALLEY
Damit sind wir bei Kontoren und Kammern, Banken und Versicherungen, Reedern, Schiffsmaklern und Spediteuren. Olaf Scholz schreibt der Unternehmerschaft in seiner Grundsatzrede zum Wissenschaftsstandort am 23. November 2017 wiederholt ins Stammbuch: „Es gibt keinen Zustand, der es uns erlauben würde, uns gemütlich einzurichten und bloß noch das Bestehende besser zu machen.“ Damit stellt der SPD-Spitzenpolitiker die entscheidende Schlüsselfrage für Hamburgs Existenz: Wie kommt unsere Stadt von 500 Jahren ehrbarer Kaufmannssiedlung zu einer "Digitalen Metropole"? 

Olaf Scholz fragt nach: "Wie bewegen wir uns in Zukunft fort und wie bewegen wir Güter – in der Stadt, auf dem Wasser und in der Luft? Wie können wir Krankheiten heilen und wie sieht morgen die medizinische Versorgung aus? Wie gestalten wir unsere Stadt, damit alle gut zusammenleben? Welche Werte und Fertigkeiten wollen wir jungen Menschen mit auf den Weg geben? Wie sehen Medien in Zukunft aus?"Alle von Scholz adressierten Themen haben einen gemeinsamen Nenner - mehr noch als Wissenschaft und Forschung: der rote Faden sind digitale Technologien - mit ihren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Möglichkeiten und Herausforderungen.

Chief Digital Officer für das Unternehmen Hamburg.


Hamburgs Chief Digital Officer Christian Pfromm
Foto: Privat
Der Beweis? Geliefert von Olaf Scholz: "Schon heute wissen wir, dass drei von acht Arbeitsplätzen in der Stadt einen IT-Bezug haben. Das ist deutschlandweit ein Spitzenwert. Er kommt zustande, weil IT-Arbeitsplätze nicht nur in IT-Unternehmen, sondern in allen Branchen entstehen, in denen es konkrete Anwendungsbezüge gibt." Rd. 14.000 Medien- & Kreativfirmen, rd. 9.000 IT-Firmen sowie 1.500 Software-Schmieden einschl. 150 Games-Firmen sind der technische Backbone des drittgrößten Wirtschaftsstandortes. Ohne Technologien und die Digitalisierung von Prozessen, Vertrieb und Produkten wird es schwierig - für Kontore, Kammern und die Senatskanzlei.

Anfang 2015 hat der Senat eine Strategie für eine "Digitale Stadt“ beschlossen, um die IT-Prozesse zu bündeln und Strukturen zu schaffen. Aktivitäten, wie die "Digitale Leitstelle", die "Mobile First"-Initiative und das Hamburg Serviceportal mit aktuell 70 Anwendungen beschäftigten Carsten Brosda, den Hamburger IT-Dienstleister Dataport und die IT-Abteilung bei der Finanzbehörde. Mit Chief Digital Officer Christian Pfromm kommt im neuen "Amt für IT und Digitalisierung" zusammen, was zusammen gehört: Ab Januar '18 arbeiten 60 Mitarbeiter aus der ehemaligen "Finanz-IT" mit Spezialisten von Dataport zusammen an der "Digitalen Stadt". Budget: 18 Mio. €.

FHH: Von Ordnungswidrigkeiten bis Landespolizei.


Senatskanzleichef Dr. Christoph Krupp
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Christoph Krupp, Chef der Senatskanzlei und Staatsrat für IT und Digitalisierung bringt auf dem Neujahrsempfang des "IT Executive Club" von Hamburg@work am 12. Januar d. J. auf den Punkt: "In Sachen Digitalisierung sind wir in Hamburg ganz weit vorn." Stellvertretend nennt er das Serviceportal, die IT-Hochschulförderung "Ahoi Digital", die Hamburg Open Online University und das digitalisierte Weltkultur-Erbe Speicherstadt. Zugleich nennt der Physiker vor den 100 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft die Herausforderungen: allem voran die fehlenden, ressortübergreifenden Prozesse der Verwaltung sowie die doppelte Belastung Hamburgs als Stadt und Staat.

Stellt sich die Frage: Kann ein Ex-CIO und IT-Chef aus der privaten BHF-Bank in Frankfurt am Main der Freien und Hansestadt mit ihrer eigenen Art zu denken die zukunftsweisende Vision, die begeisternde Emotionalität und damit das erforderliche Momentum anbieten, um über digitalisierte Behördenservices hinaus der 1,8 Mio. Einwohner zählenden Großstadt mit ihren rd. 60.000 Beamten und öffentlichen Angestellten den notwendigen Funken mitzugeben? Im Moment beschränkt sich die Begeisterung für digitale Prozesse, Kanäle und Produkte an Alster und Elbe zumeist auf Wirtschaftskonferenzen, Sonntagsreden und Programmpapiere. 

Wirtschaft, Verkehr und Innovationen im Zentrum.

Hamburger Innovator: Peter Jäger
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Ralf Siebert, 3D-Druck-Experte und einer von 4 Verantwortlichen des am 15. Februar '18 in der Handelskammer startenden 3D-Druck-Netzwerkes sagt nach dem Neujahrsempfang der Familienunternehmer zum Thema Konzeptionen: "Bitte nicht noch ein Arbeitspapier!" Wenn die sinnvollen Ideen und Konzepte, wie ein "Digital-Senator" (von Microsoft-Geschäftsführer Peter Jäger) bis zur "Digitalen Agenda" (vom CDU-Wirtschaftsrat in Hamburg) die "große Lösung" sind, wie kann dann eine "kleine Lösung" aus Hamburger Sicht aussehen? Anders gefragt: Welche Behörde adressiert die meisten der entscheidenden Zukunftsthemen aus Olaf Scholz' Rede im Übersee-Club am Neuen Jungfernstieg? 

Es ist die BWVI - die Wirtschafts-, Verkehrs- und Innovationsbehörde: 
  • mit Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft - einschl. Elektro-/Mobilität (HHA + LSBG), Hafen & Schiffahrt (HPA) sowie intermodaler Logistik (HHLA)
  • mit Firmenansiedlungen (HIE)  & Wirtschaftsförderung (HIW), Startupförderung (HIW) & Finanzierungen (IFB), Standort-Marketing (HMG) & Tourismus (HHT)
  • mit mehr als 30 ITS-Projekten bis 2021 in Hafen (HPA), Verkehr und Stadtentwicklung (HHA-PMO + GV) sowie der Güter-Logistik (LIHH)
  • mit ITS-Weltkongress (CCH) und Großmessen (HMC + HIS) sowie Kongressen und Events (HCB)   
  • mit den Cluster-Initiativen als Teil der Hamburger Innovations-Strategie, u. a. für Martime Wirtschaft (MCN), Logistik (LIHH) und Luftfahrt (HA).
  • mit Digital Hub Logistics Hamburg (LIHH) und dem Hammerbrooklyn Digital-Campus (HWWI).
Hier werden viele digitale Innovationsthemen des Unternehmens Hamburg behandelt.

Mit Übernahme der Regierungsverantwortung durch Rot-Grün bekam die Behörde 2011 den Zusatz "Innovation". Mit Beginn der Legislatur-Periode 2015 begannen die Themen, zu leben. Im vergangenen Jahr kamen Verkehr, Logistik und Startups in Fahrt, u. a. durch die selbst vor die Nase gehaltene "Möhre" ITS-Weltkongress. Bisher galt auch in der BWVI das allseits verankerte Prinzip 'mein Sessel, mein Silo, mein Lobeerkranz'. Mit Innovationsthemen, wie den F&I-Parks, dem "Hamburg Innovation Port" und der Bündelung der Startup-Aktivitäten bei Hamburg Invest bekommt die BWVI Querschnittsaufgaben für die Freie und Hansestadt - häufig in Zusammenspiel mit der Wissenschaftsbehörde BWFG. Silodenken? Wird zunehmend schwierig!

Ein "digitaler Kapitän" des Unternehmens Hamburg.


Wirtschatssenator Frank Horch.
Foto: HANSEVALLEY
Wenn wir Wirtschaft, Verkehr und Innovationen in den Mittelpunkt stellen, wenn wir die anderen Behörden mit ihren Themen, wie "Digitale Schule" (BFB), "Ahoi Digital" (BWFG), "Digitale Medientechnologien" (BKM) und "Digitale Umweltservices" (BUE) darum positionieren, bekommen wir ein Bild. Die gemeinsame Klammer sind Innovationen - in und mit Bildung, Forschung und Wirtschaft. So, wie der Erste Bürgermeister die Leitlinie der Hamburger Politik vorgibt, so sollte der "Digital-Senator" die Leitlinie der Hamburger Digitalpolitik aufzeigen. Auch wenn Frank Horch womöglich nicht scharf auf den Titel "Digital-Senator" sein wird. De Facto braucht es einen Kapitän, der das "digitale Team" führt.

Praktisch braucht es einen "Chief Operating Officer" bzw. "Chief Digital Officer" an der Spitze des "digitalen Dampfers" BWVI. Einen, der die Verwaltung von innen kennt, der als Mitarbeiter, Referatsleiter, Amtsleiter und auf Vorstandsebene die Sorgen und Nöte der Menschen versteht und sie mit auf die Reise nehmen kann. Einen, der die Entwicklung der Stadt organisatorisch und technologisch kennt. Und einen, der mit seiner Lebenserfahrung nicht mehr über jedes "Stöckchen springen" muss, einen Holzweg rechtzeitig erkennt und an der einen oder anderen Stelle auch mal einen größeren "Kieselstein" ins Wasser werfen darf.

Glaubwürdigkeit, Interdisziplinariät & Kommunikation.

Ein "Chief Digital Officer für Wirtschaft, Verkehr und Innovationen" ist Ansprechpartner für Unternehmen, Initiativen, Netzwerke und Verbände der Wirtschaft - in Industrie und Handel, in Dienstleistungen und Technologien. Auf der anderen Seite des Tisches baut Hamburg@work genau dafür das horizontale "DigitalCluster.Hamburg“ auf. In privater Initiative bündelt das älteste Wirtschaftscluster Hamburgs horizontal die Expertise für die Digitale Transformation und gibt diese an kooperierende Focus-Cluster weiter. 

Mit 20 Jahren Erfahrung in der Medien- und Digitalwirtschaft entsteht so eine technologieübergreifende Digitalplattform für Anwender aller Hamburger Branchen. Wenn die Digitalkompetenz auf Verwaltungs- und Wirtschaftsseite gebündelt und koordiniert zusammen wirken kann, dann vermeiden wir misslungene Projekte, aufwendige Reibungsverluste und unnötige Stellvertreteraktivitäten der vergangenen Jahr.


Hamburgs IT-Executives und Digital Leader bei Hamburg@work
Foto: HANSEVALLEY
Im Mittelpunkt der "Digitalen Metropole" stehen vor allem Glaubwürdigkeit, Interdisziplinarität und Kommunikation. So baut man eine Brücke über Silos, einen "Layer" für Austausch, Verständigung und Vertrauen. Das sind Skills fernab von Tagespolitik. Das sind Faktoren fernab von Skimützen, Hippster-Bärten, bunten Sneakers und Buzzword-Bingo. Wenn ein "Chief Digital Officer" der BWVI eine digitale Vision für uns an Alster und Elbe, konkrete Themen für Wirtschaft & Verkehr, Bildung & Wissenschaft oder Hafenbetrieb & Umwelt fördert und wenn dieser CDO den gepflegten "Pfeffersack" am Herzen packt, dann ist mir um die "Digitale Metropole" Hamburg nicht bange.

Eine digitale Dachmarke für das digitale Hamburg.

Am 29. Januar '17 titelte ich: 'Sei Digital. Sei Erfolgreich. Sei Hamburg.' Der scheidende Präses der noch ehrbaren Handelskammer, Fritz Horst Melsheimer, forderte gegenüber Olaf Scholz und Frank Horch in seiner Ansprache auf der noch fast ungetrübten Jahresveranstaltung der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns eine "digitale Dachmarke" für Hamburg. Nach stürmischem Wahlkampf und ungestümen Erlebnissen versuchte Adrian Ulrich als Leiter der Abteilung IT, Medien- und Kreativwirtschaft mit "Digital Voraus" die Idee zu retten. Angesichts der "Irrungen und Wirrungen" aus dem Präsidium eher ein schwieriges Unterfangen für den anerkannten Fachmann.


Standort-Kampagne "Be Berlin"/"Sei Berlin"
Grafik: Berlin Partner
Mit "Sei Digital" schlage ich eine Brücke zur Standort-Kampagne "Be Berlin" von Berlin Partner (das ist das, was Hamburg Marketing gern einmal werden möchte). Seit März 2008 hat es die Hauptstadt Marketing GmbH geschafft, durch Partizipation mit allen Gruppen der Gesellschaft und durch inhaltliche Verankerung - wie Wissenschaft, Kultur und Sport - eine stadtweite, landesweite und weltweite Marke aufzubauen und zu verankern. Durch die individuelle Nutzung der Marke für standortnahe Aktivitäten von Initiativen, Netzwerken, Firmen & Verbänden hat sich "Be Berlin" zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt.

Brückenschlag, Kommunikation und Kollaboration.

Überrücken wir die Aktivitäten der 6 Fachabteilungen in der BWVI mit einem kommunikativen Layer, bauen wir eine Brücke für Austausch und Verständigung an der Wexstraße, laden wir die Vorreiter von Senatsbehörden, Landesbetrieben und Beteiligungen zu einem gemeinsamen Engagement auf dem Weg zur "Digitalen Metropole" ein - und kommunizieren wir mutig, was wir Gutes tun, damit es der Stadt, den Menschen und der Wirtschaft an Alster und Elbe in der digitalen Zeit gut und besser geht.

Bringen wir zu internem Brückenschlag, zu externer Kommunikation und gemeinsamer Kollaboration Persönlichkeiten an einen Tisch, die sich um das Wohl unserer Stadt Gedanken machen, können wir mit einer Handvoll der 1.000 Stiftungen rund um die Alster die nächste Stufe, das nächsthöhere Platteau der Entwicklung Hamburgs zur "Digitalen Metropole" aktiv und erfolgversprechend gestalten - mit Hafen und Handel, mit Logistik und Mobilität, mit Banken und Versicherungen, mit Medien und Marketing und einem Schulterschluss der Innovatoren und Multiplikatoren in Wirtschaft und Verwaltung.

Konkrete Schritte, gemeinsame Wege und ein Team.


Alt-Bürgermeister Klaus von Dohnany
Foto: HANSEVALLEY
Alt-Bürgermeister Klaus von Dohnany schreibt Hamburgs IT-Executives und Chief Digital Officern bei Hamburg@work am 12. Januar d. J. im Norddeutschen Ragattaclub ins Stammbuch: "Es ist eine Kommunikationsrevolution. Die Veränderung von Kommunikation hat immer die Gesellschaft verändert." Der 89-jährige Vordenker weiter: "Wir leben in einer totalen Veränderung der strukturellen Form unserer Gesellschaft." Klaus von Dohnany gibt den IT- und Digital-Spitzen mit auf den Weg in die Zukunft: "Ich bin für eine offene, mutige, streitbare Debatte. Erst dann wird die Demokratie vorankommen."

Olaf Scholz gibt uns bereits am 2. Mai 2016 in seiner Rede vor der Universitätsgesellschaft zur "Digitalen Stadt" die Hausaufgaben an die Hand: "Die „Digitalisierung der großen Stadt“ ... ist kein Wettbewerb um die abgefahrensten Zukunftsvisionen, es ist ein ganz realistisches Projekt für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ein Projekt, das alle Bereiche des Lebens, Arbeitens und Lernens durchdringt und in einer Vielzahl konkreter Schritte vollzogen wird." Fangen wir an, mit konkreten Schritten gemeinsame Wege zu gehen - z. B. mit ein Team Christoph Pfromm in der Senatskanzlei und Dr. Sebastian Saxe in der Innovationsbehörde BWVI - für die "Digitale Metropole" Hamburg, die so zur "Innovationsmetropole" werden kann. 


Dr. Sebastian Saxe ist Chief of Digital Office der BWVI
Foto: HPA

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 Hamburg Digital Nachrichten: 

Dr. Sebastian Saxe ist neuer CDO der BWVI
www.hansenews.hamburg

 Hamburg Digital Background: 

XING-Profil Dr. Sebastian Saxe, CDO BWVI + HPA
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XING-Profil Christian Pfromm, CDO FHH
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