Mittwoch, 23. Mai 2018

HANSETECHTEST: Die Freenet Hotspot-App - kost' fast gar nix - bringt auch nix!

HAMBURG DIGITAL TECHTEST

Was sind sie doch stolz auf die Freenet-Hotspot-App: Mehr als 50 Millionen Hotspots in über 120 Ländern weltweit kostenfrei nutzbar. In Deutschland mit dabei: die Telekom- und Vodafone-Hotspots sowie viele bekannte Hotspot-Anbieter in Hotels, Restaurants und Cafés. Anbieter des vermeintlichen Meisterwerks: die in Hamburg beheimatete Freenet AG. Pressesprecher Rüdiger Kubald jubelt seine App in den 7. Himmel. Doch die Wahrheit spricht eine andere Sprache.


Meisterwerk oder Schrottleistung? Die Freenet Hotspot-App aus Hamburg
Screenshot: Apple App Store / Freenet

Eine App, die sich an- und abmeldet, wann sie will. Eine App, die bei Kunden massive Zusatzkosten verursacht hat. Eine App, die in den App Stores von Apple und Google in Grund und Boden bewertet wird. Im Hamburg Digital Techtest mussten wir seit März d. J. feststellen: Die Freenet Hotspot-App ist alles andere, als ein Meisterwerk Hamburger Informatik. Der HANSETECHTEST zu einem Stück Schrott in Software:

"Die Hotspot-Flat war (und ist) auf dem deutschen Mobilfunkmarkt einmalig, und wir haben bislang viel Zuspruch und Lob erhalten"; posaunt der zuständige Pressesprecher für Mobilfunk, mobile Daten- und Sprachdienste, Energie und Portaldienste in seiner "Wisch-und-Weg-PR-Mail" am 7. Mai d. J. Offensichtlich hat der PR-Fachmann alter Schule die Beurteilungen des von ihm gefeierten Stücks "Schrottware" bislang nicht zur Kenntnis genommen - oder irgend etwas Ungesundes geraucht:  

"Viel Zuspruch und Lob erhalten" - Beweisversuch Nr. 1

Apple App Store für iOS Apps: 1,7 von 5,0 Sternen - bei 25 Bewertungen

5 aktuelle Bewertungen im Apple App Store der vergangenen Wochen:
  • "Es ist keine Anmeldung in der App möglich"
  • "Verbindet mit iPhone 6S nicht automatisch"
  • "Auch mit dem frischen Update ist keine Verbindung zu Hotspots möglich"
  • "Es ist mir bisher nicht gelungen, mich mit der App mit einem Hotspot zu verbinden"
  • "Keine iPhoneX Unterstützung und zudem muss ich mich immer wieder neu in der App anmelden"


"Viel Zuspruch und Lob erhalten" - Beweisversuch Nr. 2
Google Play Store für Android Apps: 2,3 von 5,0 Sternen - bei 112 Bewertungen

5 aktuelle Bewertungen im Google Play Store der vergangenen Wochen:
  • "Unterirdisch schlecht, da völlig unbenutzbar"
  • "Weder der Login funktioniert noch kann man das Passwort ändern"
  • "Die App sucht erst gar nicht nach Hotspots in meiner Nähe ..."
  • "Seit dem Update verbindet sich die App nicht mehr mit dem Hotspot"
  • "Unbekannter Fehler, was soll man da sagen? Großer Mist!"
Lügen haben kurze Beine,
kürzer sind von Freenet seine ...
Screenshot: HANSEVALLEY
Mit stolz geschwellter Brust verkündet der Pressesprecher des aus der Vergangenheit für seine Tricks & Abzockmethoden bekannten Mobilfunk-Serviceproviders auf unseren Hinweis, dass die vom Londoner Dienstleister Mobilise Technology Ltd. bereitgestellte "Schrott-App" auf keinen Fall/nie und nimmer/um himmelswillen nicht die WIFIonICE-Hotspots in den mehr als 260 deutschen ICEs der Deutschen Bahn als Freenet-Hotspots identifiziert, sich versucht über Single Sign On einzubuchen und damit das Login komplett blockiert. Zitat:

"Sie erwähnen zudem, dass die Nutzung von WiFionICE in der App inkludiert sei. Dem ist nicht so! W-Lan Angebote wie „WIFIonICE“ oder „Telekom FON WLAN” sind nicht im Angebot enthalten und werden daher nicht von der App unterstützt."

Leider ist die Unternehmenskommunikation der Freenet AG erneut auf dem fröhlichen Holzweg und verkündet schlichtweg unwahre Informationen. Auf erneuten Hinweis zum Irrtum bequemt man sich bei Freenet in Hamburg dann doch mal ausnahmsweise einen Augenblick lang hinzuschauen, ob es eventuell/unter Umständen/ausnahmsweise ein klitzekleines Problemchen mit der Freenet-Hotspot-Dingens und den weltweit führenden Icomera-Hotspots bei der DB AG geben könnte. Folge: Freenet übt sich im kräftig zurückrudern.

"Wir haben uns auf Ihre E-Mail hin mit dem technischen Dienstleister in Verbindung gesetzt, der nach einem nochmaligen Test bestätigt hat, dass das Netzwerk WiFionICE als auswählbares Netzwerk angezeigt wird. Es ist aber korrekt, dass das Netzwerk nicht durch die APP unterstützt wird. Wir bedauern diese Irritation und haben den Dienstleister gebeten, die fälschliche Anzeige schnellstmöglich zu korrigieren."

Wifi-Finder? Kann böse ausgehen!
Screenshot: Freenet
Entweder Freenet-Kunden verzweifeln am Telefoncomputer der Servicehotline, um ihren Unmut über die "Schrott-App des Jahres" kundtun zu können, sie kündigen die nicht fehlerfrei erbrachte Leistung mit Pauken und Trompeten gleich wieder, um den den "Bringt-Nix-Mist" loszuwerden oder sie löschen die App, wenn die Hotspot-Flat ein kostenloses Zusatz-Goodie ist und wissen, auf welche Marketing-Masche sie das nächste Mal auf keinen Fall mehr reinfallen.

Neben der Blockade der WIFIonICE-Hotspots bei Betrieb der Freenet Hotspot-Möchtegern-App ist das Login der technisch unterirdischen Leistung ein unendliches Ärgernis. Sollte sich die App auf Grund eines Updates selbst ausloggen (was andere Apps unter iOS nicht müssen), muss man die App zwangsweise abschalten, um auf Grund der Schrott-Technik im ICE gar kein mobiles Internet mehr zu haben oder man bucht sich aus der "Freenet-Meisterleistung" aus, um nicht alle paar Minuten mit einem nervigen Public-Wifi-Login genervt zu werden.

Zitate von Apple iOS-Nutzern:
  • "Es ist keine Anmeldung in der App möglich"
  • "Keine iPhoneX Unterstützung und zudem muss ich mich immer wieder neu in der App anmelden"
Zitate von Google Android-Nutzern:
  • "Unterirdisch schlecht, da völlig unbenutzbar"
  • "Weder der Login funktioniert noch kann man das Passwort ändern"

Treffer, versenkt! Beim Versuch, sich in die App (wieder) einzubuchen, sind die geschilderten Macken täglicher Wahnsinn. Ein Login ist trotz korrektem Password auch nach mehrfachen Versuchen nicht möglich. Ebenso ist ein Reset des Passwortes nicht möglich. Und wieder ist der Märchenonk.. - pardon: Pressesprecher - aus dem Hamburger Deelbögenkamp wortreich zur Stelle, um zu erklären, warum die Schuld eigentlich bei mir als Nutzer liegen muss (ist doch klar):

"Eine Kritik, derer wir uns angenommen haben, ist der Login-Prozess an sich (nicht auf eine bestimmte Produktlinie bezogen): Wir haben den Registrierungsprozess am 18.4. umgestellt. Wir vermuten, dass ihr Problem in der alten Prozessstruktur begründet ist. Die Eingabe einer E-Mail-Adresse und eines Passworts ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erforderlich."

Die Wahrheit sieht anders aus:
Passwort zurücksetzen? Aber doch nicht bei Freenet ...
Screenshot: HANSEVALLEY

Tacheles gesprochen: Nichts hat sich geändert. Das Login ist auch 4 Wochen nach dem PR-seitig hochgejubelten Update schlicht eine Katastrophe, der Login-Prozess mit wiederholter und dennoch nutzloser Eingabe von Nutzername und Passwort die gleiche Schrott-Prozedur ohne jegliche Verbesserung. Der Märchenonk.. - pardon: Presseonkel - setzt in seiner unfassbaren Konzernblindheit auch gleich noch einen drauf:

Automatische Verbindung? Besser nicht!
Screenshot: Freenet
"Der Kunde hat nur noch auf den in der Bestätigungs-SMS bzw. E-Mail eingebettetem individualisierten Aktivierungslink zu klicken und wird anschließend direkt zum jeweiligen App Store geleitet, um die freenet Hotspot App herunterzuladen. Danach ist er automatisch eingeloggt. Leider ist eine Migration auf den neuen Prozess für Bestandskunden aus technischen Gründen nicht möglich. Sie haben als Kunde aber die Option, die Hotspot Flat neu zu buchen und profitieren dann automatisch vom neuen Prozess."


Hotspot-Flat neu buchen? Aus einer Inklusiv-Leistung eine extra zu zahlende Leistung werden lassen, weil das Login nicht funktioniert? Als Kunde extra bezahlen, weil es Freenet nicht hinbekommt, eine einwandfreie Hotspot-App anzubieten und den eigenen technischen Dienstleister zu verpflichten, seinen zugesicherten Leistungen nachzukommen. Sorry, aber diese Aufforderung von Sprecher Rüdiger Kubald führt leider zu einem durchschlagend negativen Ergebnis unserer monatelangen Testnutzung:

HANSETECHEST Freenet Hotspot-App:
Gesamturteil: MANGELHAFT.
Peinlich für Hamburg!