Mittwoch, 8. August 2018

HANSESTARTUPS: Gruenderschnack & 1.000 Gründe, warum man gründen sollte.

HAMBURG STARTUP REPORT

Zwei Millionenstädte, zwei Startupzentren, zwei Gründerszenen. Die Hauptstadt und die Freie und Hansestadt sind Hochburgen für Firmengründungen und Jungunternehmen. Von Freiberuflern über Kreativagenturen bis zu Techstartups - Berlin und Hamburg buhlen mit Beratung, Finanzierung und Netzwerken um den Wirtschaftsnachwuchs. Die Bürgermeister und Chefs der Förderbanken rühmen sich mit den jüngsten KfW-Zahlen. Doch wie sieht es im harten Alltag der Gründer aus? 


Pemiere des "Günderschnacks" im Mindspace am Rödingsmarkt.
Foto: Gruenderschnack

Marius Eschen und Paulo Kalkhake sind im besten Gründeralter. Die beiden Young Professionals der HPA sind nah dran an neuen Ideen, technischen Möglichkeiten und gründungswilligen Freunden in ihrer Hood. Doch im bescheidenen Hamburg redet man nicht gern über eigene Pläne, steinige Wege und kritische Herausforderungen. Mit ihrem "Gruenderschnack" wollen sie das ändern - und treffen den Nerv der Szene. Ein Hamburg Startup Report:

Rekordsommer 2018, der letzte Juliabend, im Mindspace am Rödingsmarkt. Die beiden Vorstandsassistenten Marius und Paulo laden zum "Gruenderschnack" - mitten im Allwetterhoch, mitten in den Sommerferien. Womit keiner rechnen kann: Mit gut 30 Gästen ist die Premiere des jungen Gründertalks im Digital Hub Logistics Hamburg mehr als gut besucht. Eiskaltes Bier und Schöfferhofer Weizen sorgen für Abkühlung vor einem spannenden Abend mit Geschichten, die nur Gründer schreiben.


Marius Eschen und Paulo Kalkhake bei Ihrer Premiere im Mindspace.
Foto: HANSEVALLEY

Es ist der Beginn von etwas Neuem und der Abschied des Digital Hub Logistics nach einem Jahr im gemütlichen Mindspace. Gemeinsam lassen die Organisatoren des "Gruenderschnacks" und des Digital Hubs Logistics die blaue Stunde zu einem gelungenen Abend werden. "Es ist unser Baustein, zu gründen", ist Paulo stolz auf die Entscheidung, einfach mal ein neues Event auszuprobieren. Natürlich: Es gibt Gründerwettbewerbe und Pitchcontests, Fraueninitiativen und Foodmessen. Doch ein Event mit den Geschichten hinter den Geschichten, das macht auch uns neugierig.

Das wahre Gründerleben: Menschen, Bilder, Emotionen.

Es soll ein Abend werden, an dem Gründer im Mittelpunkt stehen, nicht Produkte oder die Suche nach Geld. Es soll ein Abend werden, auf dem man Vorbilder treffen und offen fragen kann. Das Ganze ist branchenübergreifend, grenzt nicht auf Lieblingsthemen von Food bis Fahrradanhängern ein. Ambitionierte Jungunternehmer sollen dabei genauso zu Wort kommen, wie erfahrene Seriengründer, frühphasige Startupper ebenso eine Bühne haben, wie gemachte Unicorns. Im Mittelpunkt: Ungeschminkte Gründer, realistische Bilder, spannende Geschichten und die Achterbahnfahrt auf dem Weg zum eigenen Unternehmen.


Volles Haus für Hamburgs spannende Gründergeschichten.
Foto: Gruenderschnack

Das Premierenthema des "Gruenderschnacks" lautet: "Gibt es ein Gründer-Gen?". So unterschiedlich die Antworten der Speaker des sommerlichen Abends sind, so unterschiedlich sind die Geschichten der Gründer auf der Bühne im 2. Stock des Klöpperhauses am Rödingsmarkt. Bei der Premiere sind u. a. mit dabei Otto Klemke, Mitgründer des Hamburger B2B-Startups NautilusLog aus dem Digital Hub Logisitics Hamburg und Stefan Kisker, Gründer der Bielefelder Internetagentur Comspace und Supporter von Bertelsmanns "Founders Foundation". 

Otto Klemke, NautilusLog: "Learn to fail and to fly"

Der frisch verheiratete NautilusLog-Gründer Otto Klemke macht den Anfang. Der Medieninformatiker berichtet über seine Unternehmerfamilie in 3. Generation. Mit persönlichen Einblicken in die vergangenen rd. 10 Jahre bietet der 35-Jährige ganz praktische Tipps und Tricks, als Gründer durch den Alltag zu kommen. Gleich zu Anfang geht es an den täglichen Workload, lädt er ein, dass zu verändern, was einen stört und Dinge für sich auszuprobieren. Sicher keine neuen Erkenntnisse, aber persönliche Erfahrungen, die einen Moment des inne Haltens ermöglichen.


NautilusLog-Gründer Otto Klemke berichtet über seinen Weg.
Foto: HANSEVALLEY

Mit den Erfahrungen seines zweiten Unternehmens gibt er den zumeist jungen Zuhörern im "Gruenderschnack" mit auf den Weg, sein Ding zu machen. "Wir haben bei unserem ersten Unternehmen Securizon immer nur Projekte gemacht, die uns Spaß machen". So stammt die Tinitus-App "Tinitracks" aus ihren Computern. Und der sympathische Jungunternehmer fordert uns auf, neugierig auf Neues zu sein und Fragen zu stellen - ohne Berührungsängste. So kamen Bruder Moritz - Schifffahrtsexperte und HSBA-Absolvent - und Otto auf die Digitalisierung des guten alten Logbuchs an Board der Schiffe. 

Heute gehört NautilusLog mit seiner Logbuch-App als Sieger der Hamburg Innovation Awards und des Pitch Blue 2018 zu den Shootingstars der Hamburger Startupszene. Das hat sicher auch damit zu tun, dass die beiden Brüder, ihr Vater und vertraute Entwickler Hand in Hand arbeiten. Otto gibt uns zu guter Letzt den guten Rat mit, nach Möglichkeit mit Leuten zusammenzuarbeiten, die den selben Spirit haben, wie man selbst. Dem können die gut 30 Gäste des Premierenabends nur zustimmen.

Zwischen Unternehmertum, Kyten, Golfen und Biertrinken.

Als Kontrast berichtet der 44-jährige Diplom-Informatiker Stefan Kisker von seiner Journey als Jungunternehmer und Startupberater. 2002 gründete er zusammen mit Freunden die Bielefelder Internetagentur Comspace. Seitdem durchlebte der 2-fache Familienvater in den vergangenen mehr als 15 Jahren alle Höhen und Tiefen der Selbstständigkeit. Seit 1995 selbstständig, wechselte er nicht nur vor der erfolgreichen Agentur zur Beratung des Gründernachwuchses im Auftrag von Bertelsmann. In seinen 19 Jahren beruflicher Laufbahn war der nimmer müde Techi gerade einmal 14 Monate fest angestellt, wie aktuell für die Bertelsmann-Contenttochter Territorry. 


Ein spannendes Leben im Unternehmertum: Stefan Küster
Foto: Gruenderschnack

Die Ursprünge seines größten Erfolgs Comspace liegen in einer Studentenkneipe, auf einem Bierdeckel und in der Idee, Sportergebnisse des heimischen Vereins im Internet zu veröffentlichen. 2002 wurde daraus die Internetagentur, doch es sprangen zahlreiche Kumpel aus der Studienzeit ab. Erst 2005 etablierte sich Comspace als technischer Dienstleister für Kreativagenturen - bis zur Finanz- und Wirtschaftskrise 2008. 2012 entscheidet sich der Unternehmer für eine Auszeit - und für Kyten, Golfen und Biertrinken. Doch schon ein Jahr später heuert er bei der "Founders Foundation" an, beginnt, Startups zu beraten.

Stefan Kisker, Comspace: "Gründen ist eine Achterbahnfahrt"

"Wenn man Gründer ist, hat man eine andere Geschwindigkeit, als ein Angestellter", fasst der gebürtige und überzeugte Bielefelder zusammen. Seine guten Tipps sind so einfach wie komplex, so hoffnungsvoll wie verängstigend. "Gründen ist einfach", fasst er zusammen, und ergänzt "Gründen ist kompliziert", besonders wenn es um das passende Team, den eigenen Vertrieb und künftige Investoren geht. Auf die Leitfrage des Abends nach dem Gründer-Gen antwortet der sympathische Profi: "Gründer ist man, oder nicht. Entweder, man will es, oder nicht." 


Organisatoren Marius (li) und Paulo (re) mit Stefan aus Bielefeld
Foto: HANSEVALLEY

Der erfahrene Unternehmer empfiehlt, lieber früher als später zu gründen - bevor man mit einem "Rucksack" voller Verantwortung unterwegs ist, wie Frau, Freundin oder Eigenheim. Als gutgemeinte Warnung gibt er den Gästen des "Gruenderschnacks" mit: "Augen auf bei den Mitgesellschaftern", denn die wird man so leicht nicht wieder los. Bei der Finanzierung empfiehlt er klar Business Angel - und anfangs eher keine Bank. Ein Schlüsselsatz von Stefan Kisker ist sicherlich die Feststellung: "Gründen ist eine Achterbahnfahrt - auch im Stundentakt." 

Fazit des 1. "Gruenderschnacks": Gründen ist das Beste.

Schließlich trichtert der Informatiker den Besuchern des Mindspace ein, seine Idee sofort und ständig zu validieren, zu validieren und ... zu validieren. "Es gibt nichts Wichtigeres. Guckt, ob die Idee funktioniert", schreibt der Unternehmer mit fast 20 Jahren Berufserfahrung allen ins Stammbuch. Dabei sollte man auf tolle Features besser verzichten. Zu guter Letzt bestätigt Stefan, das Gründen ein wertvolles Netzwerk bringt, sei es durch die Zeit in Inkubatoren, Acceleratoren, auf Contests und Networkngsevents. Und durchs Gründen macht man wertvolle Erfahrungen fürs Leben. So ist es kein Wunder, dass der Senior unter den Referenten des Abends zusammenfassend feststellt: "Gründen ist das Beste."


Hamburgs neuer Treffpunkt für Gründer: Der Gruenderschnack
Foto: HANSEVALLEY

Etwa alle 2 Monate wollen Marius und Paulo von nun an die Türen des "Gruenderschnacks" öffnen, an unterschiedlichen Orten der Stadt jeweils 3 spannende Geschichten aus der Gründerszene Hamburgs erzählen lassen. So dürfen wir uns nach den Sommerferien am 19. Oktober freuen - mit Open-minded Menschen aus Hamburg und der Region, die unsere Stadt mit Mut und Engagement nach vorn bringen. Karl-Heinz Piotrowski vom Digital Hub Logistics bringt dazu treffend auf den Punkt: "Ich wünsche mir eine Veranstaltungsreihe, die vielen Gründern Inspirationen bringt und Spaß macht." Dem ist nichts hinzuzufügen.

HANSEVALLEY unterstützt den GRUENDERSCHNACK als Medienpartner.

 Hamburg Startup Background: 

Gruenderschnack Hamburg:
www.gruenderschnack.de

Digital Hub Logistics Hamburg:
www.digitalhublogistics.hamburg/

Startup Unit von Hamburg Invest:
www.hamburg-invest.com/startup-unit/

Gründerförderung von IFB Hamburg:
https://innovationsstarter.com/

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HANSESTARTUPS: NautilusLog - das digitale Logbuch aus dem Logistik-Hub:
https://hh.hansevalley.de/2018/05/hansestartups-nautluslog.html

HANSESTARTUPS: Hamburgs Logistik-Startups digitalisieren die Schifffahrt:
https://hh.hansevalley.de/2017/10/hansestartups-logistik-startups.html

HANSESTARTUPS - Das Hamburg Startup Magazin:
www.hansestartups.de

Donnerstag, 2. August 2018

HANSETECHTEST: Die Schmuddelkinder des E-Commerce - About You, Shoop & Co.

HAMBURG DIGITAL TECHTEST

Sie waren Handyhändler, Shishaverkäufer, Seriengründer und Eliteabsolventen. Sie sind Chefs bekannter Onlinevertriebe und Marketer. Sie alle haben ein Problem: Kundendienst ist für sie offensichtlich ein Fremdwort. Der schnelle Euro regiert ihren E-Commerce-Alltag. Dabei rutschen ihre Methoden schon mal ab ins "Fiese bis Miese": Die Macher von About You, Deltatecc, Shoop und Tink sind alles andere Hermes-Boten. Ihr Verhalten enttarnt sie eher als Schmuddelkinder des E-Commerce.


Wer online shoppt, kann was erleben, z. B. Angriffe auf Kunden.
Foto: HANSEVALLEY

Dieser HANSETECHTEST zeigt am Beispiel von Tarek Müller, Andreas Müller, Veit Mürz und Marius Lissautzki, was gar nicht geht: Schönreden, Abwimmeln, Pöbeln und sogar strafbares Shitstormen. Es sind persönliche Erfahrungen, die schriftlich belegt sind. Die Schmuddelkinder des E-Commerce im Hamburg Digital Techtest. Keine schönen Erlebnisse - aber eine Lektion, wo man nicht mehr kaufen will:



About You: Shitstorm jetzt gleich mitbestellen.

Tarek Müller, 29, Mitbegründer und Co-Geschäftsführer des Mode-Startups und Zalando-Klones About You aus der Hamburger Otto-Familie. Tarek Müller ist Vorzeige-Ägypter mit Rastalocken, Ex-Shisha-Verkäufer und Selfmade-Techi. Der schöne PR-Schein des vermeintlichen E-Commerce-Lieblings hat jedoch deutliche Risse. Der Vorzeige-Unternehmer hat die hässliche Fratze eines Shitstorm-Anheizers gezeigt, der keinerlei Hemmungen hat, öffentlich über Kunden und Journalisten herzuziehen, z. B. in einem von dem für seine öffentlichen Ausfälle bekannten Nico Lumma. Müller beteiligt sich ohne mit der Wimper zu zucken an Lynchjustiz in Social Media Kanälen.

"Nicht nachvollziehbar, bei wem die Sendung abgegeben wurde"

Zum Sachverhalt: About You-Pressesprecherin Muschda Sherzada bekommt von mir eine Stellungnahme des konzerneigenen Paketdienstes Hermes zugeschickt, verbunden mit der Aufforderung der umgehenden Lösung des Problems. Hintergrund: Die Paketgötter erklärten ihren Bankrott nicht zu wissen, wo meine About You-Lieferung geblieben war. Die heutige "Leiterin Unternehmenskommunikation" schwieg - eisern. Nachdem sich das Paket dank eigener Recherchen wieder auffand, stänkerte die Junior-PRlerin, "die Katastrophe" sei somit ja "in Bearbeitung". Der Fall ging in die Konzern-Kommunikation zu Klärung.

Otto Group Werte? Fairness, Transparenz und Partnerschaft?

Bis heute hat Müller seine Shitstorm-Attacke weder bereut, den Auslöser seines öffentlichen Fehltritts erklärt, noch versucht sich zu entschuldigen und den Vorfall zu erklären. Statt dessen versucht die Otto-Pressestelle den Fall weiterhin als persönliche Angelegenheit herunterzuspielen. Der verantwortliche Manager des bis heute mehrheitlich in Besitz von Otto Group und Familie Otto befindlichen Startups verstößt weiter gegen die konzerneigenen Werte. Ein Armutszeugnis, dass weder mit Alter noch Herkunft zu entschuldigen ist, dafür aber ein schlechtes Licht auf den ganzen Konzern wirft.

Bewertung: Vertrauensbruch der Kundenbeziehung, Öffentliche Kritik an Kunden, Herabsetzung von Journalisten, Teilnahme an Rufmordkampagne, Uneinsichtigkeit des Fehlverhaltens.




Deltatecc: Vertraulichkeit ist uns scheißegal.

Andreas Müller ist Geschäftsführer des saarländischen E-Commerce-Händlers Deltatecc. Mit 500.000 Paketen im Jahr ist er eine Hausnummer auf Amazon, Check24, Ebay & Co. Mit mehr als 40 Mitarbeitern und gut 30 Mio. € Jahresumsatz gehört der Saarländer nicht - wie von ihm behauptet - zu den armen, kleinen KMU der Branche. Müller hat allerdings ein Problem: Seine Mitarbeiter wimmeln Endkunden rüde ab. Wird er dabei erwischt, verschickt er Kundendaten an einen bekannten Blogger, womöglich um Druck auszuüben und die Berichterstattung zu verhindern. Dabei sind ihm DSGVO und Datenschutzverträge egal.

Lieferprobleme: "Handelt sich nur um einen Ausnahmefall."

Zum Sachverhalt: Eine über Check24 bei Deltatecc georderte Sendung wird vom - Zitat Müller - Paketversender mit der "besten Performance" verschickt - den in Hamburg und Berlin besonders beliebten und bekannten Freunden von DHL. Das Problem: Die Post lässt das Paket eine geschlagene Woche in Zielpaketzentrum und Zustellfahrzeug verschimmeln. Der 1. Anruf beim Deltatecc-Service wird von einem unfreundlichen Mitarbeiter im Angriffsmodus mit Halbwahrheiten abgewimmelt. Eine Supporterin legt per E-Mail nach, Deltatecc sei niemals verantwortlich. Verständnis für die miese Lieferqualität? Keines.

"Vorbildliche Leistung" oder nur Selbstbeweihräucherung?

In einem Brief wimmelt Andreas Müller ab. Deltatecc habe eine "vorbildliche Leistung" erbracht, innerhalb einer Stunde die Sendung verpackt. Er nutze den "Branchenführer DHL", habe aber "keinen ausreichenden Durchgriff". Seine Mitarbeiter hätten keine Möglichkeit, die Lieferung zu beschleunigen oder weitergehende Auskünfte zu erteilen. Bei allem Eigenlob vergisst der so clevere Online-Händler fast schon so gut wie zufällig, dass es seine eigenen Mitarbeiter im Kundendienst sind, die systematisch Endkunden abwimmeln. Anscheinend fallen die (faulen) Äpfel nicht weit vom Stamm.

Bewertung: Vertrauensbruch der Kundenbeziehung, Unerlaubte Weitergabe von Kundendaten, Vertragsbruch gegenüber Marktplatzpartner Check24, Uneinsichtigkeit des Fehlverhaltens.



Shoop: Service mit moralischer Keule.

Veit Mürz ist ein Startupper, wie er im Buche steht: Wenn es um Umsatz geht, ist der Geschäftsführer des Cashback-Portals Shoop.de zur Stelle. Wenn es um Kundendienst geht, überlässt er dies überforderten oder zickenden Mitarbeiter/innen. Angestellte Silva schießt den Vogel ab: Meine Anfrage zur Cashback-Zahlung von Shoop-Partner Mister Spex nimmt sie persönlich: "Mit Deinen wiederholten Anfragen dieser Art verstößt Du gegen die Prinzipien der Fairness." Statt den Fall zu klären, greift sie mich als Kunden frontal an.

Supporterin Silvia: "Ich weise nochmals darauf hin, ...."

Zum Sachverhalt: Shoop bündelt im Auftrag von Händlern und Dienstleistern Einkäufe über Kampagnen und mit finanziellen Anreizen. Leider werden Zahlungen immer wieder verspätet oder gar nicht gebucht. User können über eine Nachbuchungsanfrage mit Bestell- oder Rechnungs-Nr. Korrekturen einreichen - mit unbestimmtem Ausgang. Nach Ablehnung eines Cashbacks für einen Brillenkauf wende ich mich an Mister Spex. Das Berliner Startup prüft die Affiliate-Prozesse, schmeißt die zuständige Agentur kurzerhand raus.

Gleich und Gleich: Berliner Startups Shoop und Mister Spex.

Das Shoop es mit Service nicht wirklich ernst meint, unterstreicht das Verhalten des Cashback-Anbieters: Geschäftsführer Veit Mürz spielt toter Käfer, wie die von ihm beauftragte PR-Agentur Markengold. Der Startup-Unternehmer reagiert erst auf Druck des Kunden Mister Spex, wiegelt zugleich ab, in Vorbereitungen zum Black Friday zu stehen. Auch Shoop-Partner Mister Spex bekleckert sich nicht mit Ruhm. Zwar verspricht Pressesprecherin Katharina Berlet mehrfach ein Gespräch, verschiebt dieses jedoch auf den Sanktnimmerleinstag. Ernsthaftes Interesse an einer Klärung? Fehlanzeige. 

Bewertung: Vertrauensbruch der Kundenbeziehung, Angriff auf den Endkunden auf moralischer Ebene, inakzeptable Kommunikation, Uneinsichtigkeit des Fehlverhaltens.




Tink: Die bösen Medien bashen uns.

Dr. Marius Lissautzki ist kein Dummer. Der WHU'ler unternimmt seine ersten Schritte bei Bertelsmann. Strategie und Operations sind sein Ding. Im Mai 2016 gründet er die Berliner Smart Home Handelsfirma - pardon: "Plattform" - Tink. Das erste Geld kommt - wen wundert's - von Rocket Internet. So w
eit, so promoviert. Leider vergisst der selbsternannte "David gegen Amazon & Co." bei aller smarten Strategie Kundendienst und Lieferqualität. Nach einem misslungenen Black Friday mit katastrophaler Lieferung sieht er sich per E-Mail als Opfer böser, "bashender Medien".

Lissautzki: "Ganz nah am Kunden und sehr guter Service"

Zum Sachverhalt: Lissautzki schiebt zum Black Friday Google Home Minis zum Kampfpreis von 25,- € in den Markt, beherrscht über Tage das Active Pricing auf Idealo & Co., kauft sich tausende an Smart Home interessierter Kundenkontakte ein. Leider verschickt er bei Paketbilligheimer DPD. Die Franzosen kutschieren das Paket inkl. Live-Tracking eine geschlagene Woche um den Häuserblock. Rückfrage beim Händler. Der ist telefonisch nie erreichbar, antwortet auch auf E-Mails nicht. Wer hätte denn auch zum Black Friday mit Active Pricing größere Kundenbestellungen erwarten können? Unser Dr. jedenfalls nicht ...

David gegen Amazon & Co: Kunden kaufen, Service sparen.

Tink will "Normalbürger für Connected Home über Beratung, eigenen Content und eigenes Testing begeistern". In seinem Startup arbeiten laut Website jedoch fast nur Online-Marketer. Im klärenden Telefonat gibt der clevere Kaufmann zu, keinen First Level Support für seinen E-Commerce zu haben, der standardisiert Kunden beruhigt. Auch wenn Tink sich nach erfolgreicher Eskalation um Ersatzlieferung und Telefonat bemüht - die Märchenstunde vom armen "David gegen Amazon & Co", der für uns nur das Beste will, war leider nicht besonders überzeugend. Und DPD ein Vollausfall.

Bewertung: Vertrauensbruch der Kundenbeziehung, Keine Kontaktmöglichkeit mit Kundendienst, Herunterspielen der eigenen unternehmerischen Verantwortung.

Der Kunde sitzt am längeren Hebel: 
Storno, Käuferschutz & Negativbewertung.

Wie kann man sich am Besten gegen Schmuddelkinder im deutschen Onlinehandel erfolgreich wehren? Ein befreundeter Onlinhändler aus Schleswig-Holstein gab mir nach dem aktuellen Vorfall mit Deltatecc eine Reihe guter Tipps. die ich gern weitergebe:

1. Annahme verweigern

Zickt der Verkäufer schon vor der Lieferung rum - z. B. bei Nachfragen zum Lieferstatus - hilft es, die Annahme der Sendung schlicht zu verweigern. Damit geht das Paket zurück, der Händler hat doppelte Versandkosten und muss den vollen Betrag aus dem nicht vollzogenen Kaufvertrag rückerstatten. Das kostet ihn richtig Geld.

2. Käuferschutz aktivieren

Verhält sich der Verkäufer entgegen seiner Versprechungen unfair, verweigert er Rücknahme oder Rückerstattung, schalten Sie die Plattform ein, über die er verkauft hat, z. B. Amazon, Check24 oder Ebay. Die Plattformen haben den längeren Hebel, da Sie das Geld mehrere Wochen zurückhalten. Das kann für den Händler schmerzhaft werden.

3. Negative Bewertungen

Nichts hassen Händler mehr, als eine eindeutig negative Beurteilung auf Grund ihres Verhaltens. Sie zieht die Reputation des Händlers runter und er verliert Kunden. Das betrifft sowohl Bewertungen auf den Plattformen, als auch durch Drittanbieter, wie Trusted Shop. Nutzen Sie ihr Recht und machen Sie anderen klar, wer das schwarze Schaf ist.

Abschließender Kommentar:

Die Kampf um den Endkunden in der digitalen Welt hat gerade erst begonnen. Smart Shopping per Sprachassistenten, wie Amazon Echo und Google Home, läuten eine neue Runde im Kampf um den Kunden ein. Dabei werden kleine Händler nur überleben, wenn Sie endlich beginnen, Kunden wirklich ernst zu nehmen. 

Tun sie dies nicht, landen noch mehr Umsätze auf den Plattformen, und dort sind Händler im schlimmsten Fall ein austauschbarer Lieferant mit schmerzenden Daumenschrauben. Die oben genannten Händler About You, Deltatecc und Tink mögen gut skalieren, ihre Kunden nehmen sie offensichtlich jedoch nicht ernst.

 Hamburg Digital Background: 

HANSETECHTEST: Die Freenet Hotspot-App - kost' fast gar nix - bringt auch nix! 
https://hh.hansevalley.de/2018/05/hansetechtest-freenet-hotspot-app.html

HANSETECHTEST: Aus dem Alltag eines BahnComfort-Kunden

HANSETECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: Die Yomo-App.