Montag, 8. Oktober 2018

HANSEPERSONALITY Angela Titzrath: Maulkorb-Erlass für die Königin des Hafens?

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW


Angela Titzrath: Ist sie die digitale Visionärin im Hafen?
Foto: Nele Martensen

Die Digitalisierung des Hamburger Hafens. Senator Frank Horch weiß: Ein 'weiter so' führt in die Bedeutungslosigkeit des nur noch 3. größten Containerhafens in Europa. Der langjährige Unternehmer und Kenner bringt auf den Punkt, worauf es jetzt ankommt: "Wir sind bereit, neue Wege zu gehen - sowohl bei der Nutzung und bei der Art der Entwicklung als auch bei den Partnern, mit denen wir das umsetzen."

Ein Blick ins "Haifischbecken" zwischen Norder- und Süderelbe zeigt: Die einen machen es, die anderen "sabbeln" darüber: Die staatliche Hafenbehörde HPA schraubt mit Next Reality, digitaler Vernetzung und künftig automatisierten Schleppern am "Hafen 4.0". Mit "Chain Port" vernetzt die Port Authority Hamburg über Zukunftsthemen wie Blockchain mit den Häfen der Welt. 


Die HHLA bei St. Annen: Ein Zuhause für Innovationen?.
Foto: HANSEVALLEY

Das Hamburg Digital Magazin wartet seit Mai 2017 auf Antworten von HHLA-Chefin Angela Tizrath. 18 Monate ohne eine klare Visionen des größten Hamburger Terminalbetreibers. Nach unserem Hamburg Digital Interview mit HPA-Chef Jens Meier ist es Zeit, das die HHLA Farbe bekennt - über eine Tankreinigungs-App hinaus, über eine Ankündigung für selbstfahrende LKW ab Mitte 2020 hinaus.

In der kommenden Woche lädt Hamburg Hafen Marketing zur großen Digitalisierungs-Pressekonferenz für den Hafen. Auch wenn die Hafenwirtschaft nicht begeistert war: Auf dem Podium sitzen DAKOSY, HHLA und HPA sowie Vessel Coordination Center, Digital Hub Logistics und Hamburg Hafen Marketing e. V. Seite und Seite. Beste Gelegenheit, die entscheidenden Fragen an HHLA-Unternehmenslenkerin Angela Titzrath zur Diskussion zu stellen.


Unsere Fragen an HANSEPERSONALITY und die "Königin des Hafens", HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath: 


Sie haben mit Altenwerder seit 2002 eines der modernsten Terminals in Europa im Betrieb, am Burchardkai seit 2013 die größten und modernsten Containerbrücken im Einsatz. Wie lassen sich bei diesen Superlativen weitere, hausinterne Effizienzsteigerungen mit digitaler Unterstützung erreichen? Welche konkreten Projekte betreiben Sie aktuell - Stichwort "KI an der Kaikante"?



Angela Titzrath: Will sie nicht oder darf sie womöglich nicht?
Foto: HANSEVALLEY

Die HHLA ist in den vergangenen Jahren vor allem durch den Ausbau des Güterschienenverkehrs gewachsen. Sie haben in den vergangenen Monaten die IT und Projekte auf den Prüfstand stellen lassen. Was ist bei der Prüfung herausgekommen - und dürfen wir mit Ihnen eine neue HHLA mit neuen Geschäftsfeldern erwarten, wie Senator Horch es fordert?



Hamburg ist nur noch die Nr. 3 unter Europas Seehäfen. Mit 3D-Druck wird die Wertschöpfung in der Produktion neu geordnet, wie UPS in Singapur beweist. Bei Ihnen spielen nach Ihren Worten die Azubis mit 3D-Druckern. Braucht es nicht eine "Hamburger Hafen Logistik und Produktions AG"?



Mit Jan Bovermann haben Sie zum 1. August 2017 einen Head of Corporate Development and Digital berufen. Was hat Ihr neuer CDO in einem Jahr auf die Beine gestellt - abgesehen von einer beim IBM-Hackathon entwickelten App für die Koordination der Waschanlagen für Tankcontainer?


Digitalisierung bei der HHLA: Erst gemeint oder noch in Planung?
Foto: HHLA

Sie beteiligen sich sowohl am "Digital Hub Logistics" in der Speicherstadt, als auch am VC-orientierten "Next Logistics Accelerator" von Logistik-Initiative Hamburg und Partnern. Welche Ziele knüpfen Sie an den neu aufgestellten Logistik-Hub und an den nach eigenen Worten auf Endkundensoftware ausgerichteten Logistik-Accelerator?



Werden Sie sich auch an den weiteren Initiativen in Hamburg beteiligen, wie dem Digital-Space "Hammerbrooklyn" sowie dem "Deutschen Maritimen Zentrum" in Hamburg? Welche Kompetenzen bringen Sie - außer Dortmunder Drohnen mit HHLA-Logo bei Presseterminen - in die Initiativen real mit ein?



Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Digitale Innovatoren sagen eine Konsolidierung der Startup-Szene voraus. Zwischen den städtischen "Hafenchwestern" HHLA und HPA gibt es regelmäßig "Gesprächsbedarf". Wo sehen Sie Herausforderungen in der Digitalisierung des Hamburger Hafengeschäfts, die angepackt werden sollten? 



Digitalisierung in hummanistischen Dosen: Gibt es noch mehr?
Foto: HANSEVALLEY

Schade, dass die HHLA nicht antwortet!

Die Fragen stellt Thomas Keup.


Redaktionelle Schlussbemerkung:

Leider hat uns die Pressestelle unbegründet aus dem Presseverteiler gestrichen und verwehrt uns aktuelle Informationen. Kommunikationschef Hans-Jörg Heims verweigert zudem Antworten auf E-Mails. HHLA-PR-Chef Heims machte erstmals im Herbst 2017 von sich reden. Damals zweifelte er unsere Integrität in Journalismus und Kommunikation an. Wir weisen das Verhalten zurück und verweisen auf den HANSECODEX.

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 Hamburg Digital Background: 
Interview Angela Titzrath bei "Blue Rocket" (DVZ)

Vita Angela Titzrath bei der HHLA

Übersicht HHLA in der Wikipedia

HHLA-Team-App mit Betriebsinterna