Donnerstag, 28. Februar 2019

HANSECHAMPIONS: Otto.de macht ernst mit digitalem Firmenumbau.

HAMBURG DIGITAL REPORT


Mutige Ankündigung: Hier bleibt kein Hermes-Paket auf dem anderen.
Foto: HANSEVALLEY

Ein leuchtend rotes Hinweisschild mit der Aufschrift "OTTO - Under Construction". Eine Pressetour mit Bauhelm durch ein ehemaliges Lagerhaus. Dazu jede Menge Google Smart Speaker, Uculus VR-Brillen und eine vernetzte Bosch-Spülmaschine mitten im Coworking-Space "Collabor8" auf dem Otto-Campus. Wen man in Hamburg auch immer fragt, bekommt man eine Antwort: 'Bei Otto bewegt sich was'. Doch jetzt scheint Deutschlands Multichannel-Händler aus Bramfeld außer Kontrolle geraten zu sein. Ein Hamburg Digital Report:

Die Vorstandsmitglieder der größten Handelsfirma im Familienkonzern Otto Group verzichten freiwillig auf exklusive Eckbüros. Von 1.800 Mitarbeitern in der künftigen Firmenzentrale an der Werner-Otto-Straße haben nur 1.600 überhaupt einen - nicht einmal feststehenden - Arbeitsplatz. Und dann will Otto.de bis zum Jahr 2020 auch noch 3.000 Handelspartner auf die eigene Plattform bringen und Amazon das Fürchten lehren. Die 3. Generation der Hamburger Vorzeigefamilie Otto will es wissen: Benjamin und der Vorstand der Otto GmbH & Co. KG machen Schluss mit Kleckern - und bauen die Firmenzentrale gleich mit um.


Stolz und aufgefrischt: Die bisherige Zentrale des Multichannel-Händlers otto.de
Foto: HANSEVALLEY

"Facts2Go" steht über der Einladung der Presseabteilung der "Einzelgesellschaft OTTO" - umgangssprachlich als "Otto.de" - bekannt. Es ist die Einladung zur Jahrespressekonferenz - und die Ankündigung jeder Menge interessanter Fakten: 4.900 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr weltweit 3,2 Mrd. € - ein Plus von satten 8%. 3.000 der Mitarbeiter arbeiten auf dem Konzerngelände "Otto Campus" in Bramfeld im Norden der Hansestadt. Das neu verglaste Haus 10 neben dem Haupteingang ist die Verwaltung von Otto.de - allein mit 300 Spezialisten im Business Intelligence. Standen im vergangenen Jahr zur Präsentation der Zahlen die neuen Büros der BI-Experten im Mittelpunkt, geht es in diesem Jahr ans Eingemachte.


Vom Marketing über Otto Office zur neuen Otto.de: Innovator Marc Opelt.
Foto: HANSEVALLEY

Nach einem Fußmarsch über den - zum Boulevard mit Treffpunkten umgestalteten - Campus bekommen die rd.  50 Journalisten, Fotografen und Kameraleute Bauhelme verpasst. Hinter einem Schiebetor des vom bekannten Altonaer Architekten Werner Kallmorgen entworfenen Lagerhauses erwartet die Spitze der Hamburger Medienlandschaft eine ... leere Etage. Freudig verkündigt Otto.de-Vorstand Marc Opelt vor beeindruckender Kulisse: Hier entsteht bis 2022 auf 40.000 qm die neue Zentrale des Amazon-Rivalen und Otto.de-Stammhauses - mit einem gebäudehohen Atrium und Platz für 1.800 Mitarbeiter. Das Ganze bietet allein etwa doppelt so viel Fläche wie eines der zum Familienverbund gehörenden ECE-Shoppingcenter.


Die neue "Nr. 4" - das künftige Headquarter der Otto GmbH & Co. KG
Illustration: Otto

Ohne mit der Wimpel zu zucken präsentiert der seit 1990 im Otto-Konzern beheimatete Topmanager die Meldung des Tages: Im neuen "Haus 4" werden die Bereichsvorstände keine eigenen Büros mehr haben, sondern - wie alle Mitarbeiter - in den Shared Office Spaces ihre Arbeit machen und sich in den Social Spaces vernetzen. "Future Work@Otto Campus" ist den Kollegen eine Headline wert, denn nach bescheidenen Anfängen mit dem hauseigenen Coworking-Space "Collabor8" rollt die Otto-Spitze jetzt mit der Büropalmen-Abrissbirne an. So, wie die anderen berühmten Kallmorgen-Hochhäuser - vom Spiegel-Verlag bis zu IBM in Hamburg - neue Mieter und neues Leben eingehaucht bekommen, geht es nun auch der Hausnr. 4 mit ihren beeindruckenden 100 x 50 Metern und 8 Stockwerken an den Kragen.


Ein echter oder ein computergenerierter Sessel? Das wird die Frage.
Foto: HANSEVALLEY

Während Verwaltung und vor allem die Logistik des Handelsriesen von Alvensleben bis Burkunstadt und von Baur bis Hermes angesiedelt wurde, entwickelt sich der "Otto Campus" mit seinen insgesamt 7.000 Mitarbeitern und den Headquartern von Bon Prix, Hermes und Otto.de immer mehr zum Innovations- und Technologiestandort. So präsentieren die Innovationsmanager zur Jahrespressekonferenz 2019 gleich eine ganze Reihe von technologischen Highlights, die unser künftiges Online-Shopping maßgeblich verändern und begleiten werden: Am weitesten fortgeschritten ist die digitale Bilderstellung CGI (Computer-Generated Images). Der mit über 1 Mrd. € größte Online-Möbelhändler der Republik will mit dieser Technik unser Einkaufserlebnis von Möbeln und Stoffen revolutionieren.



Möbel aus schwedischem Möbelhaus wegschleppen kann ja jeder ...
Foto: HANSEVALLEY

Quälen sich Offline-Kunden am Samstag durch kilometerlange Möbelausstellungen und werden in verschlungenen Markthallen verführt ("Ich wollte doch nur ein paar Teelichter mitnehmen"), genießen Otto-Kunden mit der "Yourhome"-Shopping-App auf Android- und iOS-Smartphones bzw. -Tablets die Möbeleinrichtung zu Hause: 1.400 Möbelstücke in allen Farb- und Materialvarianten können sich 1 Jahr nach dem Launch heute über Smartphone- und Tablet-Display in die eigene Wohnung beamen lassen. Bis 2022 sollen 70% aller angebotenen Möbelstücke verfügbar, rückbar, vergrößerbar und gestaltbar im eigenen Mobile-Device als interaktive, computergenerierte Produkte zu bewundern sein. Ein ganz neuer "Elch-Test" ...


Der Otto-Katalog lebt - in der neuen VR-Welt mit Oculus-Brillen.
Foto: HANSEVALLEY

'Was mit Augmented Reality Realität geworden ist, müsste doch auch in virtuellen Welten funktionieren'', dachten sich die Techis auf dem Campus - und entwarfen eine virtuelle Wohnwelt in 3D. Mit Oculus-VR-Brillen durften Hamburgs Journalisten schon mal einen Blick in die Zukunft wagen - und sich kabellos mit der Fernbedienung in der Hand das neue Wohnzimmer zusammenklicken. Und weil Otto durchaus Spaß versteht (.. find ich gut!), wartete in einer Zeitungsablage des neuen virtuellen Wohnzimmers auch gleich ... der Otto-Katalog. Wie gut, dass man kein Amazon Echo-Lautsprecher versteckt hatte. Schon bald wird die Yourhome-VR-App im Oculus-App Store erhältlich sein - mit Otto Katalog, aber ohne Echo-Lautsprecher ...


Schneller als der Hermes-Bote erlaubt: Paketstatus-Abfrage über Android TV.
Foto: HANSEVALLEY

Womit wir bei einem weiteren Top-Thema sind - der digitalen Zukunft des Kundendienstes bei Deutschlands größtem Online-Möbel- und Bekleidungsanbieter. 1995 mit Otto.de online gegangen, gibt es seit 2013 auf der Website "Clara" - den hauseigenen Chatbot zur Abfrage des Paketstatus bei den Hermes-Boten. Nach der fruchtbaren Zusammenarbeit von Otto.de und Google bei einer der ersten AR-Apps mit dem Android AR-Entwicklerkit "ARCor" in 2018 zünden die in Hamburg beheimateten "Online-Riesen" die nächste Stufe ihrer Zusammenarbeit: Ab sofort kann man mit Google Assistent in Android- und iPhones, in Google Dots und Home-Lautsprechern sowie über Fernseher mit Android-TV-Oberfläche dem Paketstatus abfragen oder den "Deal des Tages" kennenlernen.


Kann jetzt auch mit Otto-Kunden schnacken: Android-TV von Sony.
Foto: HANSEVALLEY

Für wen Augmented- und Virtual Reality schon Alltag geworden ist, oder wer smarten Assistenten in Fernsehern und dem Paketdienst doch nicht so ganz traut, für den hat Hamburgs Handelshaus Nr. 1 noch eine richtige Deutschland-Premiere präsent: Schon vor der Übernahme des Tech-Startups "OrderThis" zum 1. März d. J. bastelte Otto.de mit den jungen Profis aus dem hauseigenen Inkubator-Programm der Otto Digital Solutions eine neue Plattform, um Amazon, Edeka, Rewe & Co. das Leben nicht zu leicht zu machen. Am Freitag vergangener Woche launchten die Hamburger ihren neuen Service "Otto Ready" - gegen Dash Buttons und andere Ideen zum automatischen Nachbestellen von Waschmittel, Kaffeebohnen und Entkalker.


Schöne neue Küche: Mit einer Spülmaschine, die selbst bestellen kann.
Foto: HANSEVALLEY

Gemeinsam mit Bosch-Siemens-Hausgeräten (Bosch, Constructa, Neff, Siemens) stellte Otto.de das Geheimnis der Medienwelt vor: Eingebettet in die Smartphone- und Tablet-App für online-vernetzte Wasch-, Spül- und Kaffeemaschinen können Kunden von Otto.de mit wenigen Mausklicks notwendige Verbrauchsmittel nachbestellen - beginnend mit einer vernetzten Spülmaschine und Tabs aus dem Otto-Shop. Durch die Kooperation mit Herstellern hoffen die Hamburger, zur Bestellplattform für Verbrauchsartikel in Küche und Bad zu werden - und den Dash Button von Amazon in Rente zu schicken.


Diese Spülmaschine ist ein Amazon-Schreck: Mit direktem Draht zu Otto.
Foto: HANSEVALLEY

Bei einer spontanen Umfrage unter Kollegen am Rande des Networkings im Coworking-Space "Collabor8" verrieten einige Medienvertreter, sich bis auf Weiteres doch noch zu Budni, DM & Rossmann schleichen zu wollen, um heimlich, still und leise die guten Hausmarken für Wasch- und Spülmaschine mit nach Hause zu bringen... Allerdings ist die Idee eines starken Online-Händlers mit allen bekannten Marken und ihren online-vernetzten Hausgeräten ein cleveres Konzept, Pulver, Tabs und Bohnen aus einer Hand liefern zu können. Spätestens 2035 erwarten Experten, dass alle Hausgeräte online-vernetzt sind - wenn sie nicht im Museum stehen; und alle Hersteller haben vernetzte Geräte in der Pipeline. Eine schöne Perspektive für ein neues Marktsegment.


Künftig als Self-Service Online-Boarding-Portal präsent: Brand Connect.
Foto: HANSEVALLEY

Das Thema Partnerschaften und Plattformen ist denn auch ein zentrales Thema bei Otto.de: Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen rd. 400 Marktplatz-Händler mit 1 Mio. neuen Produkten auf der sich öffnenden Handelsplattform begrüßen. Auch in diesem Jahr sollen weitere 300-400 Marktplatz-Partner dazu kommen. Rd. 1.500 Kandidaten warten im Moment darauf, ihre Produkte über das künftig vollautomatisierte Partnerportal "Brand Connect" onboarden zu können. Bis zum Jahr 2020 erwarten die Otto-Manager 3.000 Handelspartner, die im Rahmen einer fairen Partnerschaft gemeinsam mit Otto.de wachsen wollen.


Vom Katalog-Versender zur Partner-Plattform: Otto.de baut sich um.
Foto: HANSEVALLEY

Im vergangenen, in diesem und in den nächsten Jahren investiert die wichtigste Handelssparte der Otto Group jedes Jahr rd. 100 Mio. € in neue Technologien, in neue Mitarbeiter und in die Weiterbildung - und damit in die weitere Digitalstrategie des größten deutschen Multichannel-Händlers. 100 Mio. € - das sind mehr oder weniger die gesamten Gewinne von Otto.de in einem Jahr. Damit wird klar: Hier wird geklotzt - als Technologieplattform mit State-of-the-Art-Möglichkeiten und Partnerschaft eines Hamburger Familienunternehmens. Mehr als 7 Mio. aktive Kunden im vergangenen Jahr und über 50% mobiler Bestellungen bestätigen den eingeschlagenen Digitalisierungkurs. Damit setzt Otto mit seiner Stamm-Marke die Messlatte für das digitalste Unternehmen Hamburgs in 2019.


Vorbild für 1.800 Mitarbeiter in der Zentrale: der hauseigene Coworking-Space.
Foto; HANSEVALLEY

 Hamburg Digital Background: 
(chronologische Reihenfolge)

OTTO.de - Vom Versender zur Plattform:
otto.de/newsroom/de/kundenfokus/der-größte-umbruch

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OTTO Future Work - Neubau Firmenzentrale:
otto.de/newsroom/de/kultur/otto-vorstände-geben-ihre-büros-auf

OTTO Future Work - Neues Arbeiten bei Otto.de

hotto.de/newsroom/de/future-work

Otto Group - Collabor8 Shared Office Spaces
collabor8-ottogroup.de/

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OTTO CGI - Virtuelle Bilder bei Otto.de:
otto.de/newsroom/de/technologie/was-macht-eigentlich

Otto Group AR + VR - Praktische Beispiele:
ottogroup.com/de/dossier/Virtual-Reality.php

OTTO Yourhome - 1.400 Möbel in einer App:
otto.de/newsroom/de/technologie/noch-mehr-möbel-in-der-virtuellen-welt

OTTO Conversational Shopping - Google Assistent:
otto.de/unternehmen/de/newsroom/news/2017/Google-Home-Pressemitteilung-OTTO.php

OTTO Ready - Der vernetzte Haushalt:
otto.de/newsroom/de/technologie/der-total-vernetzte-haushalt

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OTTO Market - Brand Connect Portal:
https://www.otto.market/ 

 Hamburg Digital Reports: 

HANSECHAMPIONS: Die visionären Trüffelsucher der digitalen Otto Group
hansevalley.de/2018/04/hansechampions-otto-group-innovationen.html

HANSERANKING: Die digitalen Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft
hansevalley.de/2018/04/hanseranking-tops-und-flops.html

HANSEMOBILITY: Das Mobile Lab und die Zukunft der Otto Group
hansevalley.de/2017/10/hansemobility-otto-mobile-lab.html


Donnerstag, 14. Februar 2019

HANSESTARTUPS: Hackers&Founders@work - der Startup-Treffpunkt für Erwachsene.

HAMBURG STARTUP REPORT


Yarviss - eine 360 Grad-VR-Markenwelt zum Kennenlernen.
Foto: HANSEVALLEY

Es war eine kleine Premiere: Die regelmäßige Eventreihe Hackers&Founders@work des größten norddeutschen Wirtschaftsvereins Hamburg@work feierte am Mittwoch-Abend im 20Scoops-Campus in den Zeisehallen ihren Relaunch. Mit spannenden Gästen zur Zukunft des E-Commerce und einem entspannten Networking hat Hamburg einen neuen Startup-Treffpunkt - allerdings eher für Erwachsene. Ein Hamburg Startup Report:

Gut 2/3 der angemeldeten rd. 60 Teilnehmer von Hackers&Founders@work sind Mitglieder des Digitalclusters Hamburg@work, bestätigt Gastgeberin Jessica Berg im schicken 20Scoops-Campus an diesem spannenden Mittwoch-Abend in Ottensen. Es sind vor allem Informatiker und Ingenieure, Digitalisierungsexperten, Unternehmensberater und natürlich E-Commerce-Spezialisten, die gespannt sind auf die Zukunft des Digital Commerce, die das junge Hamburger Tech-Startup Yarviss mit "Story Shopping" verspricht. Es ist eines der aktuellen finanzierten und unterstützten Jungunternehmen des Hamburger VC's 20Scoops.

Top-Thema des ersten Durchlaufs bei Hackers&Founders@work mit wechselnden lokalen Gastgebern und Medienpartner HANSEVALLEY ist ein neues, virtuelles Einkaufserlebnis mit VR-Brille oder auf dem Smartphone. Yarviss-Gründer Mert Cakar verspricht mit seinem virtuellen 360-Grad-Raum ein besonders emotionales Einkaufserlebnis für Markenhersteller. Das zurecht fokussierte Problem im E-Commerce: Alle Online-Shops sehen beinahe gleich aus, also kaufen die Kunden über den Preis - und große Händler wie Amazon oder Zalando stehlen Markenartikeln die Show und binden Konsumenten an ihre Portale.

Alle Online-Shops sind gleich - so Yarviss-Gründer Mert Cakar.
Foto: HANSEVALLEY

Eine aktuelle Studie des Hamburger Brand Science Instituts bestätigt: 70% aller Onlinekampagnen von Markenartiklern verfehlen ihr Ziel. Der Grund: identischer, austauschbarer Content über alle Kanäle. Das soll sich mit Yarviss ändern: Über das 360-Grad-Erlebnis via VR-Brille oder Mobile-App sollen Videos, Social Media Streams und der eigentliche Online-Shop auf Augenhöhe direkt nebeneinander für den Markenfan präsent sein - angelockt durch spannenden Content via Virtual Reality. Dabei soll der Content für den interaktiven Showroom von den Markenherstellern selbst kommen. Yarviss will die mediale Plattform sein.

In einer lebendigen Diskussion wurde der Softwarentwickler und Gründer Mert Cakar mit spannenden Fragen konfrontiert: Wie passt der standardisierte und über alle Kanäle identisch ausgespielte "13-Sekunden"-Werbespot in eine individuelle Markenwelt? Wie skaliert die noch in der Entwicklung befindliche Marketingplattform - im B2B mit Markenartiklern und im B2C bei potenziellen Konsumenten? Und wie können Kunden mehr als einmal bei Laune gehalten werden, um eine Markenbindung und höhere Umsätze über den 360-Grad-Raum zu erzielen. Fragen, an denen Yarviss mit seinem Investor 20Scoops in den kommenden Monaten intensiv arbeiten wird.


Volles Haus, versiertes Publikum, offene Atmosphäre.
Foto: HANSEVALLEY

Mit einem erstklassigen Networking und vielen neuen Kontakten konnte Hamburg@work mit der Premiere in den Zeisehallen einen erfolgreichen Neustart seiner Startup-Eventreihe vermelden, einem Eventformat mit erwachsenen Gästen, pointierten Fragen in einer entspannten Atmosphäre. Und damit einer aus unserer Sicht echten Bereicherung für die Hamburger Startupszene. Wir freuen uns, mit HANSEVALLEY bei Hackers&Founders@work dabei zu sein. Die ersten spannenden Digitalgeschichten haben wir am Mittwoch-Abend schon kennenlernen können. Bleibt gespannt ...

 Hamburg Digital Background: 

Brand Science Institute, BSI - Presseportal
presseportal.de/pm/58990/4166136

Hackers&Founders@work by Hamburg@work
eventbrite.de/e/hackersfounderswork-unternehmen-40-die-zukunft-des-e-commerce-registrierung-52529035760

HANSESTARTUPS - Das Hamburg Startup Magazin
hansestartups.net

Story Shopping by Yarviss
yarviss.com

20scoops Venture Capital
https://www.20scoops.com/

Montag, 4. Februar 2019

HANSEINVESTIGATIV: Startups chancenlos bei "Schummelei@Reeperbahn"?

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE

Das Spektakel "Startups@Reeperbahn": ein Stück vermeintlich große Welt in einem ehemals berühmten Musikclub. Das Pitch-Event ist Ausgangspunkt für das innige Verhältnis von Hamburg Startups und HANSEVALLEY: Im September 2016 lässt Co-Organisatorin und Dümmel-PR-Frau Sanja S. einen Gastbeitrag unseres Chefredakteurs auf Deutsche Startups nachträglich um 150 vermeintliche Investoren schönen. Ein Eingriff in redaktionelle Inhalte durch eine Hamburger PR-Frau. 




Jetzt kommt heraus: Die beiden Event-Organisatorinnen Sina G. und Sanja S. haben entgegen eigener Beteuerungen offensichtlich Bewerbungen zu "Startups@Reeperbahn" ungelesen unter den Tisch fallen lassen. Ein Gründer geht davon aus: "Unsere Bewerbung wurde wohl nie geöffnet". Ein weiterer Jungunternehmer klagt an: "Der Sieger stand von vorn herein fest." 
Betrügt Hamburg Startups Bewerber, Auswahl-Komitee, Sponsoren und Publikum? Eine Hamburg Digital Recherche:

"Startups@Reeperbahn" - seit mehr als 6 Jahren ein bei Startups beliebter Pitch-Event, sich bekannt zu machen. Nach Angaben der Veranstalter versammelt die Show - Zitat - "450 Investoren, Corporates, Journalisten und Multiplikatoren der deutschen Digital- und Medienbranche" - wo auch immer die neben den Junior-Unternehmern im Grünspan an der Reeperbahn Platz haben sollen. Stolze 110,- € bis 122,- € haben die Tickets für die Nachwuchsparade auf dem Kiez 2018 gekostet. Für eine Werbeveranstaltung.

Große Chancen an der Großen Freiheit? Oder nur großer Bluff?

Das Spektakel '18 startete mit einem 4-stündigen Pitch-Marathon u. a. mit mehr oder weniger lebendigen NMA-Startups. Ein Lückenfüller-Programm, das die in den letzten Jahren halbleere Konferenz ersetzte. Zum Höhepunkt pitchten fünf Startups über volle drei Stunden auf großer Bühne, gefolgt von einem besonders angepriesenen After-Show-Event mit - man höre und staune - "über 80 finanzstarken Investoren". Doch wo Licht ist, ist noch mehr Schatten: Die "Love-Mobile" zum Pitch gegenüber Investoren und Beratern waren teilweise gar nicht besetzt, kritisierten Teilnehmer.

Was 450 annoncierte Investoren, Firmenvertreter, Journalisten und Multiplikatoren nicht ahnen, ist eine offensichtlich unsauber und unfair bestückte Pitch-Show:


Hamburg Startups-Chefin Sina Gritzuhn
Foto: Xing
Sina G., gern mit einer hanseatisch zuvorkommender Atitüde unterwegs, nimmt es mit Transparenz und Korrektheit wohl selbst nicht immer so ganz genau. Die Hobbybloggerin, Kommunikationswissenschaftlerin und Mutter schreibt gern Briefe an Kunden und Partner von Wettbewerbern, um diese schlecht zu reden - praktiziert mit HANSEVALLEY und dem Startup-Magazin "Gründerfreunde". Bei ihrer Arbeit für Hamburgs Startups ist sie offenbar genauso wenig fair unterwegs, wie vorliegende Informationen zeigen.


Von Bewerbern für "Startups@Reeperbahn" ist herausgefunden worden, dass die beiden lieben "Startup-Muttis" Sina G. und Sanja S. Bewerbungen offensichtlich nicht gelesen haben, was Log-Files unterstreichen. Damit hat die bekannte Jury aus honoren und anderen Startup-Förderern offensichtlich keine Chance gehabt, alle Bewerber kennenzulernen. Stattdessen wurden im Vorfeld offensichtlich eigene und andere Lieblinge in die Endauswahl gehieft.

200 Bewerbungen: Wieviele Pitchdecks wurden links liegen gelassen?

Mehr noch: Ein Teilnehmer beurteilt das Pitch-Spektakel als "abgekatertes Spiel". "Der Sieger stand vorher schon fest", sagt der Gründer gegenüber HANSEVALLEY. Kenner der Startup-Szene wundert es nicht, dass im Herbst '18 vor allem Cargonexx und NautilusLog von einem Pitch-Event zum nächsten empfohlen wurden und wechselseitig die Innovations- und Gründerpreise abräumten. Bei aller Wertschätzung für beide Startups - über die HANSEVALLEY berichtetet hat - die Auswahl bei Startups@Reeperbahn erinnert doch eher an einen "Sumpf", denn an ein für alle Startups faires Auswahlverfahren.


Alles mit rechten Dingen? Bewerbung zu "Startups@Reeperbahn".
Grafik: Hamburg Startups

Von gleicher Chance für die - nach PR-Angaben - bis zu 200 in der Vorrunde 2018 beteiligten Startups aus Hamburg und Deutschland kann auf Grund der offensichtlichen Nichtberücksichtigung wohl keine Rede sein. Geschäftsführerin Sina G. tut so, als ob alle Startups gleichberechtigt und korrekt gesichtet worden seien. Leider wurden Bewerbungen im Auswahlverfahren nach HANSEVALLEY vorliegenden Informationen jedoch nicht einmal beantwortet. Wenig verwunderlich, wenn man sowieso nicht reinschauen mag.

"Sorgfältige Sichtung aller abgegebenen Pitchdecks" - Eine Lüge?

Ein wenig fragwürdig erscheint es, dass die Organisatorinnen Startups gezielt aufgefordert haben, sich zu beteiligen. Das Pitchdecks nach Angaben von Startups dann nicht gesichtet wurden, lässt den Schluss zu, dass es sich bei der Einladung um Promotion im Interesse der eigenen KPIs für die Vermarktung handelt. Was einmal mehr den Verdacht aufkommen lässt, dass man bei "HHS Net" u. a. auf Kosten von Startups agiert, und nicht primär für sie. Dafür taucht selbstredend Sanja S. Arbeitgeber, Bratpfannenverkäufer Dümmel, einmal mehr auf.


Hamburgs Gründerszene: Glaubt an ein faires Verfahren bei "Startups@Reeperbahn"
Pressefoto: Hamburg Startups

Besonders peinlich dürfte das Verfahren der Veranstalter für die Sponsoren des Spektakels sein. Laut Blogbeitrag behaupten die Veranstalter/innen steif und fest, korrekt vorgegangen zu sein: "Nach sorgfältiger Sichtung aller abgegeben Pitchdecks hatten wir die vielversprechendsten Bewerber ausgewählt, um über sie auf einer Kuratoriumssitzung zu diskutieren." Können sich Axel Springer, Deutsche Bank, EY, Hamburg Invest, Thalia und QVC eine - u. a. mit öffentlichen Fördermitteln der Wirtschaftsbehörde BWVI unterstützte - "Schummelnummer" leisten?

"Schummelnummer" mit öffentlichen Geldern von Hamburg Invest?


Nimmt Geld von der Stadt und redet über sie:
HHS Net Co-Founderin Sanja Stankovicz.
Foto: Xing
Sina G. und Sanja S. bekräftigen mit der uns angetragenen Nichtbeachtung von Bewerbungen die nicht immer ganz korrekten Mittel und Wege in der VC-getriebenen Startup-Szene, wie sie beteiligte Kuratoren des Auswahlverfahrens - von IFB InnovationsStarter, Next Media Accelerator bis Startup Dock Harburg - durch eigene Machenschaften unterstrichen haben. Es gibt in Hamburg anscheinend zwei Arten von Startup-Förderern: Die fairen und die unfairen Akteur/innen.

Sollte sich der schwere Vorwurf durch weitere Fälle noch erhärten, wären insbesondere die Förderer - wie Hamburg Invest - aufgefordert, Steuergelder unverzüglich zurückzufordern und sich von den unsauberen Machenschaften der Hamburg Startups-Macherinnen zu distanzieren. Für Sponsoren wäre es eine Frage des Anstands, Ungleichbehandlung unmissverständlich zurückzuweisen und nicht mit z. T. erheblichen Mitteln finanziell zu supporten. Aber bei Deutscher Bank & Co. ist Ethik ja eher unterrepräsentiert.

"Schummelei@Reeperbahn": Das hat Hamburg nicht verdient!

Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Es geht nicht um Perfektion in Vorbereitung und Durchführung eines Pitch-Events. Es geht nicht um fehlerfreies Handling auf dem Weg zu einem strahlenden Sieger bei "Startups@Reeperbahn". Es geht schlicht um "Schummelei", Startups nicht zu sichten, bewußt nicht zu berücksichtigen oder andere dafür gezielt zu bevorzugen. Das hat mit offenem und fairen Engagement für Gründer nicht viel zu tun.

Hamburgs Startup-Szene hat jeden Support für mehr Öffentlichkeit, erfolgreiche Investments und neue Geschäftsbeziehungen verdient. Dabei sollten die Akteure - von Förderbank über Wirtschaftsförderung bis zu Geschäftspartnern - genau hinschauen, ob sie auf nicht immer korrekte Geschäftemacher/innen reinfallen, die u. a. angekündigt haben, "belastendes Material" gegen HANSEVALLEY sammeln zu wollen. Für uns ein trauriger Teil Hamburg.

 Hamburg Digital Background: 

HANSESTARTUPS: Next Acceleratoren - Die Durchlauferhitzer des Bodo Kraeter.
hh.hansevalley.de/2018/08/hansestartups-next-acceleratoren.html

HANSEINVESTIGATION: Die Startup-Abzocke von Harburg.